Hadija Haruna-Oelker, wie schön ist die Differenz
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Hadija Haruna-Oelker spricht über Rassismus, Privilegien und die Sprache des Dürfens. Sie plädiert dafür, dass Deutschland als Nachkriegsgesellschaft die Emotionalität zur Rationalität dazuholt und jene Geschichten erzählt, die bisher verschwiegen wurden. Eindrücklich auch ihr Selbstbild als mutiger Feigling und ihre Auseinandersetzung mit der Frage, was Deutschsein überhaupt bedeutet.
„Das Dürfen ist die Angst der Privilegierten.“
Erwähnte Medien (88)
Kolumne in der Frankfurter Rundschau
Hadija Haruna-Oelker
Kolumne der Frankfurter Rundschau Kolumnistin Hadija Haruna-Oelker. Sie schreibt regelmäßig für die renommierte Zeitung und behandelt aktuelle gesellschaftliche und politische Themen. Ihre Kolumnen zeichnen sich durch kritisches Denken und fundierte Perspektiven aus und werden von Podcast-Hörern ausdrücklich empfohlen.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:23 „Kolumnistin für die Frankfurter Rundschau, sehr empfehlenswerte Kolumne“
Christoph erwähnt Hadijas regelmäßige Kolumne bei der Vorstellung der Gästin
Artikel in der Welt über Hadija Haruna-Oelker
Porträt von Hadija Haruna-Oelker als Wortführerin im Diskurs über Identitätspolitik und Freiheit. Der Artikel beleuchtet ihre öffentliche Rolle und ihren Einfluss auf aktuelle gesellschaftliche Debatten, wobei er sich kritisch mit ihrer Position auseinandersetzt. Wissen57 untersucht ihre Bedeutung als aufstrebende Stimme in polarisierten Debatten der Gegenwart.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:44 „in einem Artikel, der dich so ein bisschen beschimpft hat in der Welt“
Ein kritischer Artikel über Hadija wird erwähnt, der sie als 'aufstrebende Stimme im identitätspolitischen Diskurs' bezeichnete
The Hill We Climb
Amanda Gorman
The presidential inaugural poet--and unforgettable new voice in American poetry--presents a collection of poems that includes the stirring poem read at the inauguration of the 46th President of the United States. Gorman explores history, language, identity, and erasure through an imaginative and intimate collage.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:08:17 „Und sie hat, darüber sprechen wir später sicher auch noch, mit einem kleinen Team eines meiner Lieblingsbücher aus den letzten Jahren übersetzt. The Hill We Climb der Dichterin Amanda Gorman. Das ist diese junge Schriftstellerin, die von einer Sekunde auf die andere weltberühmt geworden ist, weil sie bei der Amtseinführung von Joe Biden plötzlich in diesem gelben Mantel aufgestanden ist und einen Auftritt hingelegt hat, den die Welt seitdem nicht mehr vergessen hat.“
Christoph Amend stellt Hadija Haruna-Oelker vor und erwähnt, dass sie Amanda Gormans berühmtes Inaugurationsgedicht ins Deutsche übersetzt hat. Er zählt das Buch zu seinen Lieblingsbüchern der letzten Jahre und verbindet es mit Gormans ikonischem Auftritt bei Bidens Amtseinführung.
Die Schönheit der Differenz – Miteinander anders denken
Hadija Haruna-Oelker
In diesem Hauptwerk setzt sich Hadija Haruna-Oelker mit Fragen von Differenz und Zusammenleben in der Gesellschaft auseinander. Anhand ihrer eigenen Familiengeschichte und Klassenherkunft entwickelt sie ein reflektiertes Verständnis für Vielfalt und gegenseitiges Verständnis. Das Buch zählt zu den meistdiskutierten Publikationen der letzten Zeit und besticht durch sein durchdachtes, nachvollziehbares Schreiben.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:09:13 „Die Schönheit der Differenz, miteinander anders denken, heißt das Buch. Und seitdem gilt unsere Gästin als eine der Einflussreichsten öffentlichen Denkerin in Deutschland. In diesem Buch skizziert sie ihre eigene Familiengeschichte so gut mit ein paar Sätzen, finde ich.“
Christoph Amend stellt das Hauptwerk der Gästin ausführlich vor und liest eine längere Passage von Seite 339 vor, in der Haruna-Oelker ihre Familiengeschichte und Klassenherkunft beschreibt. Er beschreibt es als eines der meistbesprochenen und meistdiskutierten Bücher der vergangenen Monate und lobt, dass man der Autorin beim Denken zuhören könne.
Studio Komplex
Studio Komplex ist ein kritischer Podcast, der dominante Narrative hinterfragt und gezielt Diaspora-Perspektiven einbezieht. Der Fokus liegt auf medienanalytischer Debatte durch die Linse kolonialer Geschichte und gemischter Identitäten – besonders relevant bei Großereignissen wie der Berichterstattung zum Tod der Queen.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 00:15:34 „Und ich habe auch eine Sendung, ich bin ja auch in einem Podcast, der nennt sich Studio Komplex. Wir haben versucht, tatsächlich diesen Hype zu hinterfragen und es war für mich eher spannend zu sagen, wo sind denn eigentlich die Diasporakinder, die wirklich in so einer Mischung aus britischer Herkunft und gleichzeitig kolonialer Geschichte diese Ambivalenz spürt.“
Im Gespräch über die Berichterstattung zum Tod der Queen und die fehlende koloniale Perspektive erwähnt Haruna-Oelker ihren eigenen Podcast Studio Komplex, in dem sie versucht hat, den medialen Trauer-Hype kritisch zu hinterfragen und Diaspora-Stimmen einzubeziehen.
Harry & Meghan
· 2022
Die Netflix-Dokumentation zeigt Harry und Meghans Perspektive auf das britische Königshaus. Sie gewinnt an Bedeutung bei Debatten über Kolonialismus und Monarchie, da Meghan Markle durch ihren kulturellen Hintergrund einen alternativen Blick auf die Institution bietet.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:17:06 „Insofern interessant, weil wir nehmen diese Folge ja auf unmittelbar nachdem auf Netflix die Dokumentation Harry und Meghan, die ich noch nicht geschaut habe, die ich auch noch nicht geschaut habe, aber Christoph kann sie auswählen, veröffentlicht wurde.“
Im Gespräch über die Rolle des britischen Königshauses und Kolonialismus nach dem Tod der Queen kommt Christoph Amend auf die kurz zuvor auf Netflix erschienene Dokumentation über Harry und Meghan zu sprechen. Er findet sie im Kontext der Diskussion spannend, weil Meghan Markle qua ihrer Biografie einen anderen kulturellen Zugang zum Königshaus hätte haben können.
Kluft und Liebe
Josephine Abrakou
Das Buch untersucht biracial Beziehungen und klärt die Frage, welche Verantwortung nicht-betroffene Partner in diesen Partnerschaften tragen. Es bietet eine Perspektive darauf, welche Rolle privilegierte Partner bei der Bekämpfung von Rassismus in Beziehungen spielen sollten.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 00:20:41 „Also es gibt gerade ein Buch von Josephine Abrakou, »Kluft und Liebe«. Und da geht es ja auch viel darum, um diese Frage, also wie funktionieren biracial Beziehungen beispielsweise und was für eine Verantwortung kommt auch den nicht von Rassismus betroffenen PartnerInnen zu beispielsweise.“
Im Gespräch über Verantwortung in interracial Partnerschaften – ausgelöst durch die Harry-und-Meghan-Diskussion – empfiehlt Haruna-Oelker dieses Buch als Referenz dafür, welche Rolle nicht-betroffene Partner in biracial Beziehungen übernehmen sollten.
Farbe bekennen
Der vorliegende Band bietet einen einführenden Überblick über Funktionen, Darstellungstraditionen und Transformationen religiöser Bildwerke im Kontext interreligiöser Kontakte. Acht Fallstudien beleuchten die Haltung der Weltreligionen zum Bild anhand von Beispielen, die den Zeitraum von der Spätantike bis in die 1960er Jahre abdecken.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 00:23:41 „Und die hat mir das Buch Farbe bekennen in die Hand gedrückt, so das Standardwerk der schwarzen Bewegung in Deutschland. Und da habe ich zum ersten Mal diskriminierungsfreie Begriffe quasi für mich entdeckt und konnte mich sozusagen zum ersten Mal so benennen in diesen ganzen Ambivalenzen von Außenzuschreibung.“
Haruna-Oelker erzählt von ihrem persönlichen Erweckungsmoment mit 26 Jahren, als ihr jemand dieses Buch gab. Sie beschreibt es als Standardwerk der schwarzen Bewegung in Deutschland, das ihr erstmals ermöglichte, diskriminierungsfreie Begriffe für ihre eigene Identität zu finden.
Aktenzeichen XY … ungelöst
Eduard Zimmermann · 1967
Mithilfe von Zuschauerhinweisen sollen ungeklärte Verbrechen im Rahmen der Öffentlichkeitsfahndung aufgeklärt werden. Dazu werden den Zuschauern in jeder Sendung drei bis sechs ungelöste Kriminalfälle in Form von etwa zehnminütigen filmischen Rekonstruktionen (Filmfälle) vorgestellt, in denen die polizeilich ermittelten Fakten veranschaulicht werden.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 00:57:58 „Genau, mein Vater, Weltspiegel, immer, genau, und Aktenzeichen, als ich ihm die Stelle vorgelesen habe, hat er gesagt, du musst Aktenzeichen XY dazu schreiben.“
Hadija erzählt, dass ihr Vater beim Vorlesen der entsprechenden Buchstelle darauf bestand, dass Aktenzeichen XY namentlich erwähnt wird. Die Sendung wird als Teil des familiären TV-Konsums beschrieben und von Jochen Wegner als 'Erfindung von Real Crime' eingeordnet. Christoph Amend merkt an, dass es eine der erfolgreichsten ZDF-Sendungen ist.
Weltspiegel
· 1918
Der Weltspiegel ist eine Reportage-Fernsehsendung im Ersten. Ihr Titel wurde der Zeitung Der Weltspiegel nachempfunden. Korrespondentenberichte der ARD-Auslandsstudios aus aller Welt werden sonntags um 18:30 Uhr unter Federführung von NDR, WDR, SWR oder BR ausgestrahlt. Über die reguläre Sendung hinaus gibt es in teils loser Folge die monothematischen Ableger Weltspiegel-Reportage, Weltspiegel extra und Weltspiegel-Doku.
🗣 Hadija Haruna-Oelker erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:58:15 „Weltspiegel wurde geschaut. Genau, mein Vater, Weltspiegel, immer“
Die ARD-Sendung wird als Beispiel für das politische Interesse von Hadijas Vater erwähnt
Handbuch für diversitätsbewusste Redaktionsarbeit
Neue Deutsche Medienmacher*innen
Praktisches Handbuch der Neuen Deutschen Medienmacher*innen für Redaktionen, das konkrete Richtlinien und Strategien zum diversitätsbewussten Arbeiten vermittelt. Das Werk hilft Medienunternehmen dabei, vielfältigere Perspektiven in ihrer Berichterstattung zu berücksichtigen und inklusivere Redaktionsprozesse zu entwickeln. Es gilt als Orientierungshilfe für Journalisten und Redakteure, die ihre Arbeit bewusster und inklusiver gestalten möchten.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:09:33 „Wir haben ein großes Handbuch, ist herausgegeben worden und das beschäftigt sich zum Beispiel ein Guide, wie können Redaktionen diversitätsbewusst arbeiten.“
Hadija Haruna-Oelker erwähnt im Kontext der Neuen Deutschen Medienmacher*innen ein Handbuch, das Redaktionen Orientierung für diversitätsbewusstes Arbeiten geben soll. Den genauen Titel hat sie im Gespräch vergessen. Es wird als eines der konkreten Ergebnisse der jahrelangen Arbeit des Vereins beschrieben.
Dekolonisiert euch
Hadija Haruna-Oelker / Lorenz Rollhäuser
Deutschlandfunk-Feature, in dem Hadija Haruna-Oelker und Lorenz Rollhäuser eine Reise durch die Strukturen der ARD unternehmen und fragen, wie divers die öffentlich-rechtlichen Sender selbst aufgestellt sind. Das Feature bietet eine kritische Reflexion über Repräsentation und Vielfalt in deutschen Medieninstitutionen. Es entstand 2020 als Teil des Deutschlandfunk-Jahresthemas Dekolonisierung, das von über 17.000 Hörerinnen und Hörern gewählt wurde.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:10:58 „Und es gibt einen Beitrag von dir, der heißt Dekolonisiert euch. Leute, googelt es, man kann es immer noch hören. Ihr macht sozusagen eine Reise durch das öffentlich-rechtliche System, was eigentlich seltsam ist, würde ich jetzt normalerweise nicht hören. Interessiert mich jetzt nicht brennend am Abend nochmal, aber habe ich gestern gehört. Und es war wirklich faszinierend.“
Jochen Wegner empfiehlt das Deutschlandfunk-Feature von 2020, in dem Hadija Haruna-Oelker und Lorenz Rollhäuser eine Reise durch die ARD unternehmen und fragen, wie divers die öffentlich-rechtlichen Sender selbst aufgestellt sind. Er hebt eine Szene hervor, in der ein Verantwortlicher des Bayerischen Rundfunks ins Schwimmen gerät. Das Feature entstand im Rahmen des Deutschlandfunk-Jahresthemas Dekolonisierung, das von 17.000 Hörer*innen gewählt wurde.
Artikel Anna Mayr über Armut
Anna Mayr
Anna Mayr war noch ein Kind und schon arbeitslos. Sie ließ die Armut hinter sich, doch den meisten gelingt das nicht – und das ist so gewollt. Dieses Buch zeigt, warum. Faul. Ungebildet. Desinteressiert. Selber schuld. Als Kind von zwei Langzeitarbeitslosen weiß Anna Mayr, wie falsch solche Vorurteile sind – was sie nicht davor schützte, dass ein Leben auf Hartz IV ein Leben mit Geldsorgen ist und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Früher schämte sie sich, dass ihre Eltern keine Jobs haben.
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:23:39 „Unsere Kollegin Anna Meier, auch erwähnt in deinem Buch, hat ein fantastisches Buch darüber geschrieben“
Anna Mayrs Buch über Armut wird als Beispiel dafür erwähnt, wie wichtig es ist, dass Menschen mit entsprechender Erfahrung über solche Themen schreiben
Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten
Alice Hasters
Ein Essay über Rassismus aus persönlicher Perspektive. Es reflektiert die Erfahrung einer Frau mit schwarzer Mutter und weißem Vater und erklärt, warum weiße Menschen sich mit diesem Thema oft unwohl fühlen. Das Buch behandelt Identitätsfragen und das Privileg, sein Anderssein verbergen zu können.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:26:19 „Und das schreibe ich ja auch im Buch, und Alice Hasters macht das ja auch und Tupoca Oguete, nur schwarz zu sein genügt nicht, um Rassismusexpertin zu sein.“
Haruna-Oelker erwähnt Alice Hasters und Tupoka Ogette als Autorinnen, die ebenfalls darüber schreiben, dass biografische Betroffenheit allein keine Expertise über Rassismus begründet. Die Werke werden als Referenz für diese Position angeführt.
exit RACISM
Tupoka Ogette
Rassismuskritisches Sachbuch, das weiße Menschen zur Reflexion ihrer unbewussten Vorurteile einlädt. Ogette zeigt auf, wie man trotz guter Absichten in einer "selbstgerechten Blase" leben kann und führt Leser auf eine Reise zur Erkenntnis eigener blinder Flecken im Umgang mit Rassismus.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:26:19 „Und das schreibe ich ja auch im Buch, und Alice Hasters macht das ja auch und Tupoca Oguete, nur schwarz zu sein genügt nicht, um Rassismusexpertin zu sein.“
Tupoka Ogette wird neben Alice Hasters als Autorin genannt, die sich mit dem Thema Rassismus auseinandersetzt. Haruna-Oelker verweist auf deren Arbeit im Kontext der These, dass Betroffenheit allein keine Expertise begründet.
Sprache und Sein
Kübra Gümüşay
Sprache und Sein untersucht die Macht von Sprache für Identität und Zugehörigkeit. Das Sachbuch erörtert, wie Sprache unser Sein prägt und Mehrsprachigkeit als gesellschaftliche Ressource verstanden werden kann.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:33:39 „Also drei unterschiedliche Menschen, also Uda Stretling, das ist dann die sehr renommierte Übersetzerin, die schon viel übersetzt hat mit Kübra Gümüşay, vielleicht bekannt als Autorin von Sprache und Sein, die Mehrsprachigkeit als einen Schwerpunkt hatte.“
Hadija Haruna-Oelker erklärt die Zusammensetzung des dreiköpfigen Übersetzungsteams für Amanda Gormans Gedicht ins Deutsche. Sie stellt Kübra Gümüşay über deren bekanntes Buch 'Sprache und Sein' vor, um deren Kompetenz im Bereich Mehrsprachigkeit zu verdeutlichen.
Porträt von Marieke Lucas Rijneveld im Zeitmagazin
Ilka Piepgras
Porträt der niederländischen Autorin Marieke Lucas Rijneveld in der ZEITmagazin. Der Artikel erzählt ihre bemerkenswerte Geschichte: Von einer Kindheit, in der unklar war, ob sie je lesen lernen würde, zu einer der faszinierendsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen. Das Porträt behandelt ihre künstlerische Entwicklung und persönliche Befreiung.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:34:53 „Porträtiert worden von meiner Kollegin Ilka Piepgras im Zeitmagazin.“
Christoph Amend erwähnt beiläufig, dass seine Kollegin Ilka Piepgras die niederländische Autorin Marieke Lucas Rijneveld für das Zeitmagazin porträtiert hat.
Artikel von Janice Goyle im Volkskrant
Janice Goyle
Die schwarze niederländische Journalistin Janice Deul (im Podcast als 'Goyle' transkribiert) veröffentlichte 2021 im Volkskrant einen vielbeachteten Artikel zur Übersetzungskontroverse um Amanda Gormans Gedicht 'The Hill We Climb'. Der niederländische Verlag Meulenhoff hatte die weiße Schriftstellerin Marieke Lucas Rijneveld als Übersetzerin ausgewählt — Deul kritisierte nicht die Person, sondern die verpasste Chance: Eine schwarze, aktivistische Frau mit ähnlichen kulturellen Wurzeln wie Gorman wäre die angemessenere Wahl gewesen. Der Artikel löste eine breite öffentliche Debatte über Repräsentation im Literaturbetrieb aus und führte letztlich dazu, dass Rijneveld die Aufgabe zurückgab.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:35:47 „Johnny Stoll hat im Volkskracht eine Zeitung in Holland einen Artikel geschrieben, in dem sie nicht die Person an sich kritisiert hat.“
Hadija Haruna-Oelker schildert, wie die schwarze Journalistin Janice Goyle in der niederländischen Zeitung Volkskrant einen Artikel veröffentlichte, der die strukturelle Kritik an der Übersetzerauswahl für Gormans Werk formulierte — nicht die Person selbst, sondern die verpasste Chance des Literaturbetriebs.
Artikel von Stefan Niggemeier über Amanda Gorman-Debatte
Stefan Niggemeier
Stefan Niggemeier analysiert die Debatte um die niederländische Übersetzung von Amanda Gormans Gedichtband und ordnet die Kontroverse für deutschsprachiges Publikum ein. Der Artikel beleuchtet die Hintergründe und verschiedenen Positionen des Übersetzungsstreits.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:35:56 „Ich gebe es wieder, weil Herr Niggemeier danach einen Artikel geschrieben hat und das alles aufgedröselt hat.“
Haruna-Oelker verweist auf Stefan Niggemeiers Artikel, der die niederländische Gorman-Übersetzungsdebatte für ein deutschsprachiges Publikum aufgearbeitet hat. Sie nutzt ihn als Quelle, da sie selbst kein Niederländisch spricht.
Deutschlandfunk-Interview mit Janice Goyle
Verstehen, was Deutschland und die Welt bewegt – mit dem „Deutschlandfunk aktuell“-Podcast. Welche Themen bestimmen den Tag? Warum sind sie relevant und was bedeuten sie für mich? Hier finden Sie aktuelle Informationen, einordnende Berichte und hintergründige Gespräche mit Korrespondentinnen, Politikern und Expertinnen im In- und Ausland, ergänzt durch aktuelle Wirtschaftsberichte.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:36:08 „Beziehungsweise stimmt nicht, der Deutschlandfunk hat mit Janice Doyle ein Interview gemacht, später auch noch. Da erzählt sie es auch nochmal selbst.“
Haruna-Oelker korrigiert sich und verweist zusätzlich auf ein Deutschlandfunk-Interview, in dem Janice Goyle ihre Kritik an der Übersetzerauswahl für Gormans Gedicht selbst darlegt.
Spiegel-Interview mit dem spanischen Gorman-Übersetzer
Nach den Niederlanden gibt es auch in Katalonien Ärger um die Übersetzung von »The Hill We Climb«, dem Gedicht von Amanda Gorman. Dem Übersetzer wurde mitgeteilt, man suche nach einer jungen, schwarzen Frau.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:39:23 „Habt ihr das Interview im Spiegel gelesen mit ihm? Ich empfehle es sehr, kann man nachgoogeln. Da hat er dann seine Expertise über schwarzes Leben dargelegt, wo sehr deutlich wurde, dass man sich wirklich fragen kann, sollte diese Person mit diesem Wissen über schwarzes Leben übersetzen?“
Haruna-Oelker empfiehlt ein Spiegel-Interview mit dem spanischen Übersetzer, der für die Gorman-Übersetzung vorgesehen war. Sie findet das Interview aufschlussreich, weil darin dessen mangelndes Verständnis für schwarze Perspektiven deutlich werde.
Gedicht von Marieke Lucas Rijneveld als Reaktion auf die Gorman-Debatte
Marieke Lucas Rijneveld
Nach ihrem Rücktritt als Übersetzerin von Amanda Gormans Werk verfasste die niederländische Autorin Marieke Lucas Rijneveld ein feministisches Gedicht als Reaktion auf die entstandene Debatte. In diesem Gedicht reflektiert Rijneveld ihr eigenes Privileg und setzt sich mit dem Konflikt zwischen ihrer feministischen Haltung und der Kontroverse auseinander. Das Gedicht wurde zwar übersetzt und veröffentlicht, fand aber wenig öffentliche Beachtung.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:39:46 „Marieke Luise Reinefeld zum Beispiel hat ja selbst aufgegeben, hat ein Gedicht daraus gemacht, ein feministisches, wurde sogar übersetzt, ist auch bei vielen untergegangen und hat darin den Konflikt des Feministischen sogar beschrieben.“
Haruna-Oelker erwähnt, dass die niederländische Autorin Marieke Lucas Rijneveld nach ihrem Rücktritt als Gorman-Übersetzerin ein feministisches Gedicht verfasste, in dem sie ihr eigenes Privileg reflektierte. Das Gedicht sei leider bei vielen untergegangen.
Christoph Amends Interview mit Amanda Gorman
Christoph Amend
Porträt der amerikanischen Lyrikerin Amanda Gorman, die seit ihrer Lesung bei Joe Bidens Amtseinführung als Stilikone bekannt ist. Christoph Amend führte mit ihr ein Telefonat, in dem sich Gorman differenziert zur Debatte um die deutsche Übersetzung ihrer Werke äußert und den konstruktiven Dialog befürwortet.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:40:34 „Nein, ich habe nicht gegoogelt, ich habe einen eigenen Artikel von mir nur aus meinem Archiv hier geholt. Ich hatte das Vergnügen, mit Amanda Gorman mit ein bisschen Abstand zu dieser Debatte mal zu telefonieren.“
Christoph Amend zitiert aus seinem eigenen Artikel bzw. Interview mit Amanda Gorman, in dem sie sich differenziert zur Übersetzungsdebatte äußerte und den Dialog begrüßte.
Rede des PEN-Präsidenten Ayad Akhtar
Ayad Akhtar
Rede des PEN-Präsidenten Ayad Akhtar zur Verteidigung von Redefreiheit und künstlerischer Ausdrucksfreiheit. Sie behandelt die zentrale Frage, wer über wen schreiben darf, und argumentiert gegen Zensur und Selbstbeschränkung in der Literatur.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:43:17 „die Rede des Penn-Präsidenten der USA, die dort gehalten wurde, Ayad Akhtar, fand ich interessant“
Die Rede wird im Kontext der Debatte über Redefreiheit und die Frage, wer über wen schreiben darf, zitiert
Rede von Ayad Akhtar bei PEN Berlin
Ayad Akhtar · 2023
Als Gesellschaft stehen wir vor vielen Jahrhundertaufgaben zugleich: den demographischen und technologischen Wandel gestalten, den Klimawandel abschwächen, resilient werden gegenüber den Krisen der Gegenwart. Doch wie kann das gelingen, wenn einzelne Gruppen immer stärker auseinanderdriften – politisch, wirtschaftlich, in ihren Einstellungen? Es gibt Beispiele, die Hoffnung machen.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:44:02 „Und die Rede des Penn-Präsidenten der USA, die dort gehalten wurde, Ayad Akhtar, fand ich interessant, weil sie einen Punkt berührt. Er sagt, er macht sich wirklich Sorgen um eine gewisse Form von Freiheit.“
Jochen Wegner referiert ausführlich die Rede des US-PEN-Präsidenten Ayad Akhtar bei einer PEN-Berlin-Konferenz, in der dieser seine Sorge um die Freiheit von Autorinnen und Autoren formulierte und das Medgar-Evers-Biografie-Beispiel anführte.
Wissenschaftliche Biografie über Medgar Evers
· 2011
Weitere Informationen zu dem Gesamtwerk finden Sie unter www.soziale-arbeit.de.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:45:15 „Es gibt nämlich ein Buch, eine wissenschaftliche Biografie von Matt Gar-Evers, einer der wichtigsten Protagonisten der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Und es gibt den führenden Evers-Fachmann, der versucht, eine wissenschaftliche Biografie über diesen Menschen zu schreiben und kein Verlag will diese Biografie veröffentlichen.“
Jochen Wegner zitiert aus der Rede des PEN-Präsidenten Ayad Akhtar das Beispiel einer wissenschaftlichen Biografie über den Bürgerrechtler Medgar Evers, die kein US-Verlag veröffentlichen will, weil der Autor weiß ist. Das Beispiel dient als Beleg für eine problematische Einschränkung der Publikationsfreiheit.
PEN-Rede über Freiheit und Übersetzung
· 1889
Die Rede befasst sich mit der Frage von Meinungsfreiheit und Übersetzungsfreiheit im PEN-Kontext. Sie argumentiert, dass bestimmte Bücher heute nicht mehr übersetzt oder veröffentlicht werden können, weil Verlage und Übersetzer sich gegen Shitstorms und öffentliche Anfeindungen schützen wollen. Die Rede stellt damit kritisch dar, wie freie Debatte und literarische Vielfalt unter dem Druck von Online-Mobilisierung leiden.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:46:05 „Das ist für mich so unglaublich anstrengend. Ich habe den interessanterweise die Rede auch gelesen. Ihr hattet die doch auch.“
Hadija Haruna-Oelker bezieht sich auf eine Rede, die in der FAZ veröffentlicht wurde und im PEN-Kontext steht. Die Rede argumentiert, dass bestimmte Bücher nicht mehr übersetzt oder veröffentlicht werden könnten, weil sich niemand einem Shitstorm aussetzen wolle. Der Autor der Rede wird in diesem Abschnitt nicht namentlich genannt.
Text von Ijoma Mangold über Ayad Akhtars Rede
Ijoma Mangold
Ijoma Mangold setzt sich in diesem FAZ-Text mit der Dürfen-Debatte auseinander. Anknüpfend an eine Rede von Akhtar führt er weitere zeitgenössische Beispiele an, die zeigen, wie diese Frage in der öffentlichen Diskussion debattiert wird.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:46:09 „Nee, die FAZ hat sie veröffentlicht und Ijo Mamangold, Grüße gehen raus, hat einen Text darüber geschrieben, in dem er das auch referiert und auch noch andere Beispiele.“
Jochen Wegner korrigiert Haruna-Oelkers Annahme: Nicht die Zeit, sondern die FAZ hat Akhtars Rede veröffentlicht, und Ijoma Mangold hat einen begleitenden Text dazu verfasst, der weitere Beispiele für die Dürfen-Debatte anführt.
Ayad Akhtars Rede (Abdruck in der FAZ)
Ayad Akhtar
Abdruck der PEN-Rede von Ayad Akhtar im Wortlaut in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit begleitendem Text von Ijo Mamangold. Der Artikel dokumentiert die Originalrede und ordnet ihre Bedeutung ein.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:46:09 „Nee, die FAZ hat sie veröffentlicht und Ijo Mamangold, Grüße gehen raus, hat einen Text darüber geschrieben.“
Jochen Wegner stellt klar, dass Ayad Akhtars PEN-Rede in der FAZ im Wortlaut veröffentlicht wurde — nicht in der Zeit, wie Haruna-Oelker vermutete.
Feuilleton-Text über die PEN-Rede
Ijoma Mangold
Ijoma Mangold erörtert in einem FAZ-Feuilleton-Text die Fragen von Meinungsfreiheit und Übersetzungsdebatten. Er bezieht sich dabei auf eine PEN-Rede und illustriert seine Argumente mit zusätzlichen Beispielen aus der Praxis.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:46:09 „Die FAZ hat sie veröffentlicht und Ijoma Mangold, Grüße gehen raus, hat einen Text darüber geschrieben, in dem er das auch referiert und auch noch andere Beispiele.“
Jochen Wegner verweist auf einen Feuilleton-Text von Ijoma Mangold in der FAZ, der eine PEN-Rede über Meinungsfreiheit und Übersetzungsdebatten aufgreift und mit weiteren Beispielen ergänzt. Christoph Amend bestätigt später, er habe den 'Feuilleton-Text von Ijeoma Mangold' als Referenzpunkt für die Diskussion verstanden.
The Hill We Climb / Call Us What We Carry
Amanda Gorman · 2021
Mit einem Vorwort von Oprah Winfrey Mit dem Gedicht »The Hill We Climb – Den Hügel hinauf«, das Amanda Gorman am 20. Januar 2021 bei der Inauguration des 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Joe Biden, vortrug, schenkte eine junge Lyrikerin den Menschen auf der ganzen Welt eine einzigartige Botschaft der Hoffnung und Zuversicht. Am 20.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:50:26 „Also, jetzt zum Beispiel Amanda Gorman, der große Band, den haben wir nicht übersetzt, weil er viel zu spät kam und das war am Ende meiner Abgabe, hat Marion Kraft zum Beispiel mit übersetzt, in einem Zweierteam.“
Hadija Haruna-Oelker nennt die deutsche Übersetzung von Amanda Gormans großem Gedichtband als konkretes Beispiel dafür, wie eine diverse Übersetzungspraxis funktionieren kann. Marion Kraft, eine schwarze Literaturwissenschaftlerin, hat den Band im Zweierteam mitübersetzt – ein Modell, das Haruna-Oelker als positives Gegenbeispiel zur Klage über eingeschränkte Freiheit anführt.
Winnetou-Kinderbücher
· 2024
This book examines the ways in which North American Indigenous identity has been (re)imagined, represented, and negotiated in German, Croatian, Italian, Polish, and Czech culture. Employing a cross-disciplinary and comparative approach and drawing on a range of media—from literature, comics, and film to photography, painting, and the performative arts—across different historical and cultural backgrounds, it aims to both contribute innovative scholarship on Indigenous studies in Europe and open a...
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 01:58:23 „Wenn du es nur als einen ökonomischen Nutzen siehst, dann überlegst du solche Sachen wie, ich kriege einen Shitstorm, dann kauft keiner meine Bücher. Deswegen nimmt der Ravensburger Verlag die Kinderbücher von Winnetou auf den Markt.“
Hadija Haruna-Oelker erwähnt die Winnetou-Kinderbücher des Ravensburger Verlags als Beispiel für rein ökonomisch motivierte Entscheidungen im Umgang mit Rassismus-Debatten. Der Verlag hatte die Bücher nach einem Shitstorm vom Markt genommen – für Haruna-Oelker ein Zeichen dafür, dass Verlage auf Protest nur mit Marktkalkül statt mit echter Haltung reagieren.
Why We Matter – Ende der Unterdrückung
Emilia Roig
Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Intersektionalität und Mechanismen der Unterdrückung. Das Werk analysiert, wie sich verschiedene Formen von Diskriminierung überschneiden und verflechten, und eröffnet Wege zu deren Überwindung aus einer intersektionalen feministischen Perspektive.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 02:19:24 „Es gibt eine sehr bekannte Autorin, die hat das Buch Why We Matter, Emilia Roig, hat das ein Jahr vor mir herausgebracht. Sie hat dieses Buch Why We Matter Wege aus der Unterdrückung geschrieben und sie schreibt es ja aus ihrer Biografie auch heraus, die ja auch eine sozusagen nicht in Deutschland sozialisierte schwarze jüdische Positionierung ist.“
Hadija Haruna-Oelker erklärt das Konzept der Intersektionalität und vergleicht ihr eigenes Buch mit dem von Emilia Roig. Beide bearbeiten das gleiche Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – Roig eher wissenschaftlich, Haruna-Oelker eher journalistisch. Roig wird als wichtige Stimme im Diskurs um intersektionalen Feminismus vorgestellt.
Die kleine Hexe
Otfried Preußler · 2017
Der bekannte Kinderbuch-Klassiker von Otfried Preußler mit kolorierten Illustrationen! Die kleine Hexe ist mit ihren 127 Jahren viel zu jung, um mit den großen Hexen in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg zu tanzen. Doch das ist ihr egal: Sie springt auf ihren Besen und feiert den Hexentanz mit. Dass sie dabei erwischt werden könnte, damit hat sie allerdings nicht gerechnet. Zur Strafe muss sie alle Zaubersprüche auswendig lernen und versprechen, eine gute Hexe zu werden.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:23:25 „Oder es gibt Die kleine Hexe. Ich glaube, das war damals ein großes Thema. Ich kenne das Buch gar nicht, aber es ist in 48 Sprachen erschienen und so weiter. Und wo damals die Familie, also sozusagen die Familie, die das, die Rechte an dem Buch hat, gesagt hat, okay, wir hören euch, wir nehmen dieses N-Wort da raus.“
Jochen Wegner beschreibt die Kinderbuchdebatte von 2013, in der es darum ging, ob rassistische Begriffe aus historischen Kinderbüchern entfernt werden sollten. Die kleine Hexe war eines der prominentesten Beispiele, bei dem die Rechteinhaberfamilie sich entschied, das N-Wort zu streichen.
Artikel über Kolumne 'Das sind auch meine Kinderbücher'
Hadija Haruna-Oelker
In diesem taz-Interview vom Januar 2013 positioniert sich die afrodeutsche Journalistin Hadija Haruna zur damaligen Kinderbuchdebatte um diskriminierende Begriffe in Klassikern wie Astrid Lindgrens Werken. Sie argumentiert, dass das N-Wort historisch rassistisch konnotiert war und schwarze Kinder verletzt, wenn sie sich in ihren Lieblingsbüchern abwertend dargestellt finden. Haruna wehrt sich gegen Zensurvorwürfe und betont die pädagogische Verantwortung. Sie kritisiert die heftigen Abwehrreaktionen von Kulturkritikern, die ihre eigenen rassistischen Denkmuster bedroht sehen. Das Interview führte Daniel Bax (im Podcast als 'Daniel Wachs' erinnert).
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 02:25:57 „dann hatte ich ein Interview, das hat Daniel Wachs damals geführt... dann war der Titel, den er mir dann da gegeben hat... das sind auch meine Kinderbücher“
Hadija beschreibt, wie sie sich 2013 erstmals als schwarze Journalistin öffentlich zur Kinderbuchdebatte positionierte
Der weiße Neger Wumbaba
Axel Hacke · 2012
Der weiße Neger Wumbaba«, geboren durch fantastisches Verhören, aus den Wiesen gestiegen in dem berühmten Lied »Der Mond ist aufgegangen« von Matthias Claudius, ist eine radikal poetische, fremd-besondere und – gelassen lächelnd über jeder politischen Korrektheit stehend – im Grunde unzeitgemäße Figur. Aber einmal in der Welt, geschah durch ihn etwas Seltsames. Es war, als habe das Buch den Virus des Verhörens freigesetzt. Axel Hacke erhielt Berge von Leserpost mit den kuriosesten Verhörern.
🗣 Hadija Haruna-Oelker erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:27:22 „Ach, da gab es gerade zu dieser Zeit noch so ein Erwachsenen-Kinderbuch, so eine Mischung erschienen, der Weiße N.“
Haruna-Oelker erwähnt im Kontext der Kinderbuchdebatte 2013 ein Buch, das sie als 'Erwachsenen-Kinderbuch-Mischung' beschreibt. Die Erwähnung ist beiläufig und wird nicht weiter ausgeführt.
Pippi in Taka-Tuka-Land
Astrid Lindgren · 2019
Auf in die Südsee! Pippi kann es kaum erwarten! Kapitän Langstrumpf kommt mit der "Hoppetosse", um seine Tochter mit auf die Taka-Tuka-Insel zu nehmen. Und weil Tommy und Annika krank waren und etwas Luftveränderung gut brauchen können, erlaubt ihre Mama ihnen, Pippi zu begleiten. Damit beginnt für die drei ein aufregendes Abenteuer, bei dem auch Piraten nicht fehlen! Der dritte Pippi-Band mit hinreißenden Bildern von Katrin Engelking.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 02:29:34 „Zum Beispiel Pippi in Takatuka-Land. Natürlich ist dann richtig, in der Debatte zu sagen, es nutzt nichts, ein Wort zu schreiben, weil der ganze Kontext ist durchsetzt von rassifizierenden Bildern, denen die nette Dame in ihrer Zeit, der so halt normal war, so wie in der Zeit, wo Rassismus eben normal war.“
Haruna-Oelker nutzt Pippi Langstrumpf als Beispiel dafür, dass es nicht reicht, einzelne Wörter auszutauschen, wenn der gesamte Kontext von rassifizierenden Bildern durchsetzt ist. Sie erklärt, warum sie solche Bücher ihrem Kind nicht vorlesen möchte.
W. E. B. Du Bois: Deutschlandreise 1936
W. E. B. Du Bois
Ein historischer Reisebericht über Deutschland 1936 aus der Perspektive eines afroamerikanischen Intellektuellen. Das Werk dient als Beispiel für die Kontextualisierung historischer Sprache und bietet Einblicke in die Sicht eines Außenstehenden auf das damalige Deutschland.
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:30:20 „ich habe jetzt vor kurzem dieses fantastische Buch gelesen von William W. E. B. Du Bois... über seine Deutschlandreise 1936“
Christoph empfiehlt das Buch als Beispiel dafür, wie man historische Sprache kontextualisieren und einordnen kann
Deutschlandreise 1936
W. E. B. Du Bois · 2022
1936 reist der afroamerikanische Bürgerrechtler W. E. B. Du Bois nach Deutschland. Als Kritiker des Rassismus in den USA beobachtet er das Leben in der totalitären Diktatur und die Entrechtung der Juden. Seine Reportagen aus diesen Monaten erscheinen hier erstmals auf Deutsch. 1936 reist der afroamerikanische Soziologe W. E. B. Du Bois zu einem mehrmonatigen Forschungsaufenthalt ins nationalsozialistische Deutschland.
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:30:53 „Ich habe jetzt vor kurzem dieses fantastische Buch gelesen von W. E. B. Du Bois. Es ist bei Beck erschienen, kann ich nur empfehlen, über seine Deutschlandreise 1936. Also ein schwarzer, intellektueller Amerikaner reist durch, der alle Sprachen spricht, die man sprechen kann, reist monatelang Nazi-Deutschland, 1936, vor den Olympischen Spielen.“
Christoph Amend empfiehlt begeistert das Buch über W. E. B. Du Bois' Reise durch Nazi-Deutschland 1936. Er hebt es als Positivbeispiel hervor, wie man historische Texte mit problematischer Sprache kontextualisieren und einordnen kann – im Gegensatz zur Kinderbuchdebatte, wo Einordnung für Kinder nicht in gleicher Weise möglich sei.
Karl-May-Werke (Winnetou, Old Shatterhand)
Karl May · 2022
"Nach Überwindung vieler Gefahren lichtet sich nun das Dunkel um Old Surehands Vergangenheit. Old Shatterhand und Winnetou ziehen mit ihren Begleitern, unter ihnen die " "Verkehrten Toasts" " Dick Hammerdull und Pitt Holbers, hinauf ins Felsengebirge, wo alle Fäden zusammenlaufen. Erster Teil in Band 14."
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:37:03 „Ja, ich habe Karl May als Kind auch gelesen. Meine Mutter auch. Und wenn du mich jetzt vor ein paar Jahren gefragt hättest, ohne dass ich mich mit Karl May damals beschäftigt hätte, ist dir da irgendwas aufgefallen? Sprachlich hätte ich wahrscheinlich gesagt, nein. Sondern ich habe als Kind diese Abenteuergeschichten gelesen von Old Shatterhand und Old Surehand und so.“
Christoph Amend reflektiert über seine eigene Kindheitslektüre von Karl May und erklärt, warum viele Menschen die Winnetou-Debatte so persönlich nehmen: Sie verteidigen ihre eigene Leseerfahrung und Kindheitserinnerung. Er plädiert dafür, dass man diese Erfahrung stehen lassen kann, ohne sich dafür verteidigen zu müssen.
Winnetou (Werke von Karl May)
Karl May · 2022
Abenteuerromane über den Wilden Westen mit den Helden Old Shatterhand und Old Surehand. Klassiker der Abenteuerliteratur, der Generationen von Lesern faszinierte und prägte.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:37:26 „Ich habe als Kind diese Abenteuergeschichten gelesen von Old Shatterhand und Old Surehand und so. Und gleichzeitig ist es aber so, dass natürlich mit dem Wissen von heute man dann auf eine Leseerfahrung von vor 30, 40, 50 Jahren schaut und sagt, die kann ja nicht falsch gewesen sein.“
Christoph Amend reflektiert über seine Kindheitslektüre von Karl May und die Debatte, ob man sich für diese Lesebiografie verteidigen muss. Er beschreibt, wie sich der Blick auf die Bücher mit dem heutigen Wissen verändert hat, ohne dass die damalige Leseerfahrung falsch gewesen sein muss.
Artikel über Tic Tac Toe
Valerie Schönian
Check out the podcast episodes with Valerie Schönian as a guest.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:44:36 „Ich habe letztes Jahr erschienen in der Zeit ein fantastischer Artikel von der Kollegin Valerie Schöniger. Über Tic Tac Toe. Und da habe ich auch selber nochmal gedacht, ja Wahnsinn.“
Christoph Amend empfiehlt einen ZEIT-Artikel von Valerie Schönian über die Girlband Tic Tac Toe, der aufzeigt, wie rassistisch der mediale Blick auf die drei jungen schwarzen Frauen war. Der Artikel beleuchtet, dass ihre feministische Grundhaltung und ihre Bedeutung als schwarze Repräsentationsfiguren in der deutschen Popkultur nie angemessen gewürdigt wurden.
Ich finde dich scheiße
Tic Tac Toe
Tic Tac Toe war eine deutsche Girlgroup, die 1995 gegründet wurde. Die Idee zu dieser Gruppe hatte Claudia Wohlfromm, die später Managerin der Formation wurde. Nach zwei erfolgreichen Alben trennte sich die Band im Jahr 1997. Von 2005 bis 2007 kam es zu einem Comeback. Die Gruppe zählt zu den erfolgreichsten Girlgroups Europas mit über fünf Millionen verkauften Tonträgern, davon über 4,1 Millionen in Deutschland.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:44:47 „Tic Tac Toe für die Nachgeborenen war eine deutsche Girlband, aus drei Mitgliedern, drei Frauen. Light-skinned, schwarze Frauen. Ich finde dich scheiße.“
Christoph Amend erwähnt den Hit 'Ich find dich scheiße' von Tic Tac Toe im Zusammenhang mit dem ZEIT-Artikel über die Band. Er hebt hervor, dass die Band trotz ihres gecasteten Charakters eine feministische Grundhaltung vertrat — mit Texten über Menstruation und Sex aus weiblicher Perspektive.
DSDMS – Deutsches Museum für Schwarze Menschen in der Popkultur
Joanna Tischkau / Anta Reker
Das Deutsche Museum für Schwarze Unterhaltung und Black Music ist Deutschlands führendes Museum zur Geschichte Schwarzer Kultur und Popularmusik. Es verfügt über ein umfassendes Archiv mit Schallplatten, Magazinen, Autogrammen und Erinnerungsstücken, das durch eine digitale Tour erlebbar gemacht wird. Von August bis Ende August ist das Museum mit vier Veranstaltungen im Hamburger Kampnagel-Sommerfestival zu Gast und präsentiert dabei Stars von Mola Adebisi bis Sydney Youngblood, deren Nebeneinanderstellung neue Perspektiven auf unterschiedliche Inszenierungsstrategien und die deutsche Rezeptionsgeschichte Schwarzer Künstler ermöglicht. Die Kooperation mit dem Hamburger Kollektiv FORMATION NOW findet im ehemaligen Karstadt-Sport-Gebäude statt.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:47:34 „Es gibt sogar eine Ausstellung in meinem Hirn, DSDMS... Das Deutsche Museum für Schwarze Menschen in der Popkultur. Fantastisches Projekt.“
Die Ausstellung wird als empfehlenswertes Projekt im Kontext schwarzer Popkultur in Deutschland erwähnt
DSDM – Deutsches Museum für Schwarze Menschen in der Popkultur
Joanna Tischkau und Anta Helena Recke
Das DSDM ist ein Ausstellungsprojekt der Kuratoren Joanna Tischkau und Anta Helena Recke, das sich der Geschichte schwarzer Menschen in der deutschen Popkultur widmet. Die Ausstellung war an mehreren Orten wie dem Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt und Berlin zu sehen. Sie bietet einen wichtigen Raum für kulturelle Repräsentation und Sichtbarkeit in der Unterhaltungsindustrie.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:47:35 „Es gibt sogar eine Ausstellung in meinem Hirn, DSDMS. Super Projekt und ich kenne auch eine der Kuratoren, beziehungsweise die beiden und sie waren auch in Frankfurt. Joanna Tischkau.“
Hadija Haruna-Oelker und Christoph Amend sprechen begeistert über die Ausstellung DSDM (Deutsches Museum für Schwarze Menschen in der Popkultur), kuratiert von Joanna Tischkau und Anta Helena Recke. Die Ausstellung war im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt und auch in Berlin zu sehen.
Das Literarische Quartett
Marcel Reich-Ranicki
Das Literarische Quartett ist eine deutsche Talkshow, in der Moderatoren und Gäste über aktuelle Bücher diskutieren und literarische Themen debattieren. Die Sendung wird von Thea Dorn moderiert und gilt als renommiertes Forum für kulturelle Debatten. Im Podcast wird die Show humorvoll als Beispiel für die Integration unerwarteter Personen in die Literaturszene erwähnt, was den absurden Gedanken eines Auftritts von Arafat Abou-Chaker dort verdeutlicht.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 02:49:18 „Es ist großartig, das Literarische Quartett, wie hieß er? Marcel Reich-Ranitzky. Marcel Reich-Ranitzky kommentierte Toni Morrison und ich kann es nicht mehr genau wiedergeben, aber es war auch so.“
Hadija Haruna-Oelker erinnert sich an Marcel Reich-Ranickis Kommentare zu Toni Morrison im Literarischen Quartett, die sie als Beispiel dafür anführt, wie der deutsche Kulturbetrieb schwarze Literatur verkannt hat. Der abschätzige Blick auf Morrisons Werk zeige, dass vieles durch eine andere Brille betrachtet werden müsste.
Das Integrationsparadox
Aladin El-Mafaalani
Das Integrationsparadox : Warum eine offenere Gesellschaft zu mehr Konflikten führt In »Das Integrationsparadox « analysiert Aladin El-Mafaalani das paradoxe Verhältnis zwischen einer zunehmend offenen und liberalen Gesellschaft einerseits und dem Erstarken radikaler Kräfte andererseits. Er zeigt auf, wie dieses scheinbar widersprüchliche Phänomen zu verstehen ist und welche Herausforderungen sich daraus für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ergeben.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 02:52:33 „Alle Marginalisierten, die jetzt am Tisch, von Aladin El Mafalani, der ja mal diesen Tisch imaginiert hat, der Autor von Das Integrationsparadox zum Beispiel.“
Hadija Haruna-Oelker verweist auf Aladin El-Mafaalanis bekannte Tisch-Metapher aus 'Das Integrationsparadox', um zu erklären, wie marginalisierte Gruppen zunehmend sichtbar werden. Die Metapher beschreibt, wie mehr Menschen an den gesellschaftlichen Tisch kommen und dadurch mehr Konflikte entstehen — was paradoxerweise ein Zeichen gelungener Integration ist.
Restituer le patrimoine africain
Bénédicte Savoy / Felwine Sarr · 2018
Premier texte complet et engagé sur un sujet explosif Les guerres ont toujours entraîné des spoliations d'objets et de trésors au détriment des pays vaincus. La France quant à elle a été particulièrement active au cours de ses conquêtes coloniales au xixe siècle. Dès cette époque, de prestigieuses voix s'élèvent en Europe pour condamner ce que la prétendue "civilisation" inflige à la "barbarie". Victor Hugo "espère qu'un jour viendra où la France, délivrée et nettoyée" renverra ses butins.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 03:20:13 „Jetzt weiß ich weder ihren Namen noch seinen Namen, aber ganz viel haben die zusammen auch zusammen ein Buch rausgebracht.“
Hadija Haruna-Oelker versucht sich an den Namen von Bénédicte Savoy und ihrem Ko-Autor (Felwine Sarr) zu erinnern, die gemeinsam ein einflussreiches Buch über die Restitution afrikanischer Kulturgüter verfasst haben. Christoph Amend hilft beim Namen Savoy, der zweite Name (Sarr) fällt Hadija nicht ein.
Kongo: Eine Geschichte
David Van Reybrouck · 2012
Kongo: Eine Geschichte (Originaltitel: Congo. Een geschiedenis) ist ein historisches Werk von David Van Reybrouck aus dem Jahr 2010. Es beschäftigt sich mit der Geschichte der Demokratischen Republik Kongo von der Frühzeit bis zur postkolonialen Zeit und wurde bis Ende 2012 300.000 Mal in der Originalausgabe verkauft.
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:26:22 „Ich lese ein Buch in Schneckengeschwindigkeit, das mir jetzt in völlig neuem Licht erscheint und ich habe es total so mittelunkritisch begonnen. Es heißt Kongo. Der Autor ist Belgier und heißt, ich hoffe ich spreche, David van Rijbroek.“
Jochen Wegner empfiehlt begeistert David Van Reybroucks Geschichte des Kongo. Er findet besonders die Autorenhaltung bemerkenswert: Van Reybrouck reflektiere durchgehend seine Position als Belgier, der über ein von seinem Volk kolonisiertes Land schreibt, und versuche dennoch, Menschen zu finden, die noch Oral History erzählen können. Das Buch beginnt mit der Begegnung mit einem uralten Mann, der sich an die Kolonialzeit erinnert.
Revolusi
David Van Reybrouck · 2024
*Shortlisted for the Baillie Gifford Prize 2024* *Shortlisted for the Cundill Prize* A story of staggering scope and drama, Revolusi is the masterful and definitive account of the epic revolution that changed the course of the 20th century. 'Astounding . . . history at its best' Yuval Noah Harari 'Utterly compelling . . .
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:28:37 „Ich meine, er hätte noch eins geschrieben, nämlich über Indonesien, das habe ich noch nicht gelesen. Wiederum, selbe Setting, das Kongo-Buch war glaube ich damals ein Bestseller.“
Im Anschluss an seine Empfehlung des Kongo-Buchs erwähnt Jochen Wegner, dass David Van Reybrouck ein weiteres Buch mit ähnlichem Ansatz über Indonesien geschrieben habe, das er selbst aber noch nicht gelesen hat.
Let's Talk About Sex
Mohamed Amjahid
Untersucht Vorstellungen von Männlichkeit, Sexualität und Queerness in nordafrikanischen und nahöstlichen Gesellschaften jenseits westlicher Stereotype. Bietet differenzierte Einblicke in kulturelle Perspektiven auf Geschlecht und sexuelle Identität, um eurozentrische Darstellungen zu hinterfragen.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:42:03 „Ich empfehle zum Beispiel sehr das Buch von Mohamed Amjahid, Let's Talk About Sex, wo man ja auch ganz viel über so diese Vorstellungen von Nordafrikanischen in diesem Fall oder beziehungsweise Nahost, man könnte das weiten Vorstellungen von Männlichkeit, von allen diesen Themen, von Queers haben kann.“
Im Gespräch über die eurozentrische Perspektive auf die Fußball-WM in Katar und die dortige Queerfeindlichkeit empfiehlt Haruna-Oelker dieses Buch als Quelle für differenziertere Einblicke in Vorstellungen von Männlichkeit und Queerness in nordafrikanischen und nahöstlichen Gesellschaften. Sie argumentiert, dass westliche Berichterstattung oft stereotype Bilder reproduziert, statt die Komplexität vor Ort abzubilden.
Katar-Dokumentation
Jochen Breyer, Julia Friedrichs
Die ZDF-Dokumentation beleuchtet Katar und dessen gesellschaftliche Werte. Ein zentraler dokumentarischer Moment ist die direkte Aussage eines Protagonisten in die Kamera, dass Homosexualität eine Sünde darstellt. Die Dokumentation dokumentiert damit explizit die religiösen und kulturellen Haltungen gegenüber Homosexualität in Katar.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:50:56 „Es gab ja noch eine andere große Doku über Katar von Jochen Breyer und Julia Friedrichs im ZDF. Ich habe nicht geguckt. Der on camera, in die Kamera sagt, Homosexualität ist eine Sünde. Das mal zu dokumentieren und das mal festgehalten zu haben, fand ich schon wirklich stark.“
Christoph Amend erwähnt eine ZDF-Dokumentation über Katar von Jochen Breyer und Julia Friedrichs, in der ein Protagonist direkt in die Kamera sagt, Homosexualität sei eine Sünde. Amend hebt die dokumentarische Kraft dieser Szene hervor, räumt aber ein, dass der von Haruna-Oelker angesprochene Aspekt – die Perspektive der queeren Bewegung vor Ort – darin fehlte.
Techno ist auch schwarz
Hessischer Rundfunk
Die Dokumentation beleuchtet die schwarzen Wurzeln und afroamerikanischen Ursprünge des Genres Techno. Sie zeigt, wie schwarze Künstler das Genre geprägt haben und behandelt die oft unbekannte oder nicht anerkannte schwarze Geschichte dieser einflussreichen elektronischen Musikform.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:07:04 „Techno ist auch schwarz, ich empfehle eine Doku des Hessischen Rundfunks, Techno ist auch schwarz, aber es geht eher, glaube ich, was schälen und ich kann es nur antizipieren.“
Im Gespräch über kulturelle Aneignung in der Musik empfiehlt Hadija Haruna-Oelker eine Dokumentation des Hessischen Rundfunks, die die schwarzen Wurzeln von Techno beleuchtet. Sie nutzt das Beispiel, um zu zeigen, dass viele Musikgenres schwarze Ursprünge haben, die oft nicht anerkannt werden.
Musik von Elvis Presley (kulturelle Aneignung schwarzer Musik)
Elvis Presley
Rock and Roll und populäre Musik der 1950er Jahre, stark geprägt von afroamerikanischen Traditionen wie Rhythm & Blues und Gospel. Zentrales Beispiel in der Debatte über kulturelle Aneignung: wie weiße Künstler schwarze musikalische Innovationen kommerziell vermarktet haben, während die Ursprünge marginalisiert wurden.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 04:07:04 „Elvis Presley hat ja auch schwarze Musik geklaut. Das weiß man, es ist dann so.“
Im Gespräch über kulturelle Aneignung in der Musik wird Elvis Presley als Beispiel dafür genannt, wie ein weißer Musiker schwarze Musiktradition übernommen und damit Welterfolg hatte, ohne die Herkunft angemessen zu würdigen.
Deutschland Schwarz Weiß
Noah Sow
Das Buch „Deutschland Schwarz Weiss“ lädt Sie ein zu einem Selbsterkenntnis- und Sensibilisierungsprogramm, das Ihnen einiges abverlangt, das sie schockieren und verunsichern kann und bisweilen sogar wütend macht. Aber es lohnt sich. Nur wenn Sie die Augen nicht verschließen, können Sie einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass menschenverachtende Ideologien in Deutschland nie wieder mehrheitsfähig werden.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 04:08:54 „Ich könnte auf Noah Sow verweisen, auch eine früher auch Journalistin gewesen, die das Buch Deutschland schwarz-weiß geschrieben hat. Sie hat viel zur musikalischen Übernahme aus schwarzer Kultur gearbeitet. Das kann ich jetzt empfehlen, da kann man dann sich das Wissen anlesen.“
Als die Diskussion um kulturelle Aneignung in der Musik vertieft wird und Hadija einräumt, keine Musikwissenschaftlerin zu sein, empfiehlt sie Noah Sows Buch als fundierte Quelle zum Thema musikalische Übernahme aus schwarzer Kultur. Sie verweist damit auf eine Expertin, die das Thema ausführlich aufgearbeitet hat.
Interview David Bowie bei MTV
David Bowie
In einem wegweisenden Interview von 1983 kritisiert David Bowie MTV scharf dafür, schwarze Musikartisten zu marginalisieren. Der Musikstar konfrontiert den Interviewer direkt mit der Frage, warum der Sender so wenig schwarze Musik ausstrahlt. Dieser Moment wird als bedeutendes Beispiel für den strukturellen Rassismus bei MTV und in der Musikindustrie der 1980er Jahre betrachtet und zeigt frühen Aktivismus gegen Diskriminierung im Mainstream-Fernsehen.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 04:09:35 „Es gibt ein berühmtes Interview von David Bowie... wo er dem MTV-Interviewer das fragt. Wieso spielt ihr eigentlich keine schwarze Musik?“
Das Interview wird als historisches Beispiel für den strukturellen Rassismus bei MTV erwähnt
Bummelkasten
Bummelkasten ist ein Berliner Projekt für Kindermusik. Das erste Album Irgendwas Bestimmtes (2017) mit A-cappella-Songs war ein besonderer Erfolg bei Kritik und Publikum.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:30:28 „Ich höre zum Beispiel mit meinem Kind Bummelkasten zum Beispiel. Bummelkasten, kostenlose Werbung, könnt ihr mal hören, ein bisschen anti-autoritäre Kindermusik.“
Auf die Frage, wie sie von der Nachrichtenbelastung abschaltet, empfiehlt Hadija Haruna-Oelker das Kindermusik-Projekt Bummelkasten als eine ihrer persönlichen Inseln. Jochen Wegner nimmt die Empfehlung begeistert an. Es ist eine direkte, enthusiastische Empfehlung im Kontext von Selbstfürsorge und Abschalten.
Ein rappendes Nashorn
Ein Kindermusik-Projekt, das mit humorvollem Rap und skurrilen Charakteren wie einem rappenden Nashorn arbeitet. Ähnlich wie Bummelkasten bietet es eine unterhaltsame Alternative zu Nachrichtenstress und schafft Raum für gemeinsame Familienzeit. Das Projekt verbindet Musik, Kreativität und kindliche Leichtigkeit als willkommener Ausgleich zum Informationsüberfluss des Alltags.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:30:35 „Oder ein rappendes Nashorn, dicker, hören wir auch. Genau, das klingt jetzt so blöd, aber super.“
Direkt nach der Bummelkasten-Empfehlung erwähnt Hadija Haruna-Oelker ein weiteres Kindermusik-Projekt, das sie mit ihrem Kind hört. Es wird im selben Kontext des Abschaltens und der Familienzeit als Gegenpol zur Nachrichtenbelastung genannt.
Leipziger Autoritarismus-Studie
Die Leipziger Autoritarismus-Studie untersucht Einstellungsmuster zu Rassismus und Autoritarismus in der deutschen Gesellschaft. Die Erkenntnisse zeigen, dass extreme politische Einstellungen zwar rückläufig sind, menschenfeindliche Einstellungen als Vorstufen jedoch stabil bleiben oder steigen. Sie dokumentiert damit wichtige Trends gesellschaftlicher Polarisierung.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 04:47:44 „Und das sieht man ja auch in der Leipziger Studie zur Rassismusforschung, die heißt die Leipziger, das ist nicht die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, sondern die Leipziger Anti-Autoritarismus-Studie, die ist gerade erschienen.“
Hadija Haruna-Oelker zitiert die aktuellen Ergebnisse der Leipziger Autoritarismus-Studie, um ihre These zu untermauern, dass extreme Einstellungen zwar zurückgehen, aber menschenfeindliche Einstellungen als Vorstufen gleichbleibend bis steigend sind. Sie grenzt die Studie bewusst von der Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ab.
Die geforderte Mitte
Friedrich-Ebert-Stiftung
Die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung analysiert die gesellschaftliche Mitte Deutschlands und deren Anfälligkeit für Radikalisierung. Sie dokumentiert eine zunehmende Ermüdung und Frustration in der Bevölkerung, die zu einer Verschiebung politischer Einstellungen führt. Die Studie ist relevant, da sie aufzeigt, wie Ermüdung und Desillusionierung dazu führen können, dass traditionell moderate Bevölkerungsschichten sich extremeren Positionen zuwenden.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 04:49:09 „Gespaltene Mitte hat es, die geforderte Mitte, hieß der Titel der letzten Mitte-Studie, geforderte Mitte. Und wenn die Mitte, also wer auch immer diese Mitte ist, ermüdet ist, schlechte Laune bekommt und sich das andere zu eigen machen.“
Hadija Haruna-Oelker verweist auf die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Titel 'Die geforderte Mitte', um die gesellschaftliche Ermüdung und die Gefahr einer sich radikalisierenden Mitte zu beschreiben. Sie nutzt den Studientitel als Sprungbrett für ihre Warnung vor der Verschiebung politischer Diskurse.
Artikel von Stefan Niggemeier über Reichsbürger-Razzia
Stefan Niggemeier
Die Berichterstattung über die "Reichsbürger"-Razzia wirft Fragen auf: Wie konnte so schnell und ausführlich reagiert werden? Gab es Absprachen mit den Ermittlern? Medienjournalist Stefan Niggemeier empfiehlt, Distanz zu Behörden zu wahren.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:49:44 „Niggemeier hat, empfehle ich sehr, den Artikel auch sehr gut darüber geschrieben“
Der Artikel wird als gut recherchierter Beitrag zur Berichterstattung über die Reichsbürger-Razzia empfohlen
Artikel über die Reichsbürger-Razzia und Medienberichterstattung
Stefan Niggemeier
Stefan Niggemeier analysiert die Medienberichterstattung über die Reichsbürger-Razzia kritisch und fragt, wie Journalisten so schnell und ausführlich berichten konnten – es stellt sich die Frage nach möglichen Absprachen mit Behörden. Der Medienjournalist warnt davor, dass Journalisten nicht zur PR-Abteilung der Ermittler werden dürfen und Distanz bewahren müssen. Seine Analyse zeigt, dass Reichsbürger in Medienberichten oft verharmlost werden, obwohl sie tatsächlich gut organisiert, wohlhabend und in institutionellen Strukturen verankert sind – eine erhebliche Unterschätzung ihrer tatsächlichen Gefährlichkeit.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:50:57 „Und Niggemeier hat, empfehle ich sehr, den Artikel auch sehr gut darüber geschrieben, die Informationen bei Extremen, Rechtsextremen, die unglaublich viel Geld haben, die jetzt sicher ein Netzwerk haben, die in den institutionellen Strukturen sind.“
Hadija Haruna-Oelker empfiehlt einen Artikel von Stefan Niggemeier zur Medienberichterstattung über die Reichsbürger-Razzia. Sie kritisiert die verharmlosende Darstellung der Reichsbürger als 'Rollator-Opis' und hebt Niggemeiers differenzierte Analyse hervor, die zeigt, wie gefährlich und gut vernetzt diese Netzwerke tatsächlich sind.
Rezension zu Haruna-Oelkers Buch
Hadija Haruna-Oelker, schwarze Journalistin, verbindet in ihrem 2022 erschienenen Buch persönliche Lebensgeschichte mit gesellschaftspolitischem Nachdenken zu Rassismus, Intersektionalität und Diskriminierung. Sie argumentiert dafür, dass Debatten über Differenzen weniger polarisierend geführt werden sollten und dass in unseren Unterschieden Schönheit liegt. Die Kritiker der FAZ und Die Zeit würdigen die behutsame, theoretisch fundierte Herangehensweise und das Potenzial zum Perspektivwechsel, bemängeln aber teilweise die fehlende stärkere Positionierung der Autorin selbst. Insgesamt wird das Buch als herausragendes Werk in der Flut rassismuskritischer Sachbücher bewertet.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 05:15:23 „Und du hast ja vorhin immer schön diesen Weltartikel angesprochen. Über den habe ich tatsächlich ein bisschen gelacht. Ich kenne diese Person auch, die den geschrieben hat. Und dachte eher, das ist ein mir viel zu persönlicher Artikel, der sich viel zu wenig mit dem Buch auseinandergesetzt hat.“
Hadija Haruna-Oelker kommentiert eine Rezension in der Welt über ihr Buch. Sie kritisiert, der Artikel sei zu persönlich gewesen und habe sich zu wenig mit dem Buch selbst auseinandergesetzt, sondern eher eine Position gegen progressive Journalisten bezogen. Sie nimmt es gelassen und ordnet es als legitime Meinungsverschiedenheit ein.
Rezension in der Zeit
Die Rezension würdigt Hadija Haruna-Oelkers Buch „Die Schönheit der Differenz", das Rassismus und Identitätspolitik in Deutschland neu diskutiert. Sie kritisiert jedoch, dass die Autorin ihre Perspektive nicht deutlich genug als subjektiven Blickwinkel gekennzeichnet hat. Das Werk versucht festgefahrene gesellschaftliche Debatten aufzubrechen.
🗣 Hadija Haruna-Oelker erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:17:06 „In der Zeit bei euch, eine schöne übrigens, die hat mir gut gefallen, da habe ich mich gefreut, in der FAZ, und die kam erst vor kurzem.“
Hadija Haruna-Oelker zählt die Rezensionen ihres Buches auf und erwähnt positiv eine Besprechung in der Zeit, die ihr gut gefallen habe. Insgesamt seien es nur drei bis vier große Rezensionen gewesen, was sie auf die Zurückhaltung der Medien gegenüber dem Thema Identitätspolitik zurückführt.
Nathan der Weise
Gotthold Ephraim Lessing
Lessings Drama "Nathan der Weise" enthält die Ringparabel, die zeigt, dass die drei abrahamitischen Religionen ursprünglich eins waren und gleichberechtigt nebeneinander stehen. Der Text hilft zu verstehen, dass vermeintliche Religionskonflikte künstlich sind und auf gemeinsamen Grundlagen beruhen. Für Hadija Haruna-Oelker war das Werk als Kind zentral, um ihre dual-religiöse Prägung zwischen Islam und Katholizismus nicht als Widerspruch zu erleben.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 05:29:13 „Und dann wusste ich ja auch, habe ich auch meinen Vater zum Beispiel mal gefragt, da gibt es ja Moses, das alte Testament. Also so Stichwort Nathan der Weise und alle Religionen waren doch mal das eine. Das haben wir dann auch besprochen.“
Hadija Haruna-Oelker erzählt aus ihrer Kindheit zwischen muslimischer und katholischer Prägung. Um die Gemeinsamkeiten der Religionen zu verdeutlichen, verweist sie auf Lessings Ringparabel – ein Werk, das sie als Kind half zu verstehen, warum es eigentlich keinen Konflikt zwischen den Religionen geben müsste.
Feministische Presserunde
Monatliche feministische Presserunde mit Hadija Haruna-Oelker, Ulrike Herrmann, Mito Sanyal und Teresa Bücker. Diskussionen zu feministischer Außenpolitik und aktuellen Themen aus feministischer Perspektive mit Analysen von Expertinnen.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 06:13:47 „Ich habe hier eine feministische Presserunde. Grüße gehen raus an Ulrike Herrmann, Mito Sanyal und Teresa Bücker. Das machen wir nämlich zu viert, einmal im Monat.“
Im Gespräch über feministische Außenpolitik erwähnt Hadija Haruna-Oelker beiläufig ein weiteres Format, an dem sie beteiligt ist: eine monatliche feministische Presserunde zusammen mit Ulrike Herrmann, Mito Sanyal und Teresa Bücker. Sie nutzt das Format als Beleg dafür, dass sie sich intensiv mit feministischer Außenpolitik beschäftigt, und verweist darauf, dass sie dort in den letzten Folgen genau dieses Thema behandelt haben.
Feministische Außenpolitik
Kristina Lunz
Immer noch dominieren alte, weiße, westliche Männer die Politik sowie Theorie und Praxis der internationalen Beziehungen. Dadurch werden die Bedürfnisse von Frauen und Minderheiten permanent ignoriert. Die Welt ist voller Kriege, Krisen und Unrecht. Kristina Lunz tritt mit ihrem „Centre for Feminist Foreign Policy” an, das zu ändern.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 06:14:39 „Christina Luntz hat ein tolles Buch geschrieben, dessen, ja, feministische Außenpolitik, ja, noch ein Untertitel, den ich jetzt nicht habe. Es gibt eine Art des Denkens für Außenpolitik zu betreiben und dabei feministisch also Menschen in den Blick zu nehmen.“
Im Gespräch über feministische Außenpolitik und deren konkrete Bedeutung empfiehlt Haruna-Oelker das Buch von Kristina Lunz als fundierte Grundlage. Sie nutzt es, um zu erklären, dass feministische Außenpolitik bedeutet, soziale Komponenten wie Care, Migration und Gesundheitspolitik in außenpolitische Entscheidungen einzubeziehen.
Spiegelblicke. Perspektiven schwarzer Bewegung in Deutschland
Hadija Haruna-Oelker u.a. · 2022
Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik Hadija Haruna-Oelker, Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Moderatorin beschäftigt sich seit langem mit Rassismus, Intersektionalität und Diskriminierung. Sie ist davon überzeugt, dass wir alle etwas von den Perspektiven anderer in uns tragen. Dass wir voneinander lernen können. Und einander zuhören sollten.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 06:35:30 „Wir haben Spiegelblicke herausgebracht, also Perspektiven schwarzer Bewegung in Deutschland. Den gibt es noch ein bisschen zu kaufen, diesen Sammelband haben wir mit Fördergeldern im Orlando Verlag, dem Verlag übrigens, der die ersten schwarzen Frauen verlegt hat.“
Haruna-Oelker erzählt, dass sie 2016 zum 30-jährigen Jubiläum der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland zusammen mit fünf anderen Frauen – darunter die Gründerin Eleonore Wiedenroth-Kulibaly – diesen Sammelband mit 50 Autorinnen und Autoren herausgegeben hat. Sie empfiehlt ihn ausdrücklich für alle, die sich mit schwarzer Bewegungsgeschichte in Deutschland auseinandersetzen wollen.
Münchhausen
· 1943
Seltsam ist die verblüffende Ähnlichkeit des Barons von Münchhausen mit seinem Urahn, dessen Antlitz von einem 200 Jahre alten Ölgemälde herunterlächelt. Als Münchhausen eines seiner berühmten Feste feiert, gesteht ihm die blutjunge, romantisch veranlagte Sophie von Riedesel ihre Liebe. Diese Offenbarung nimmt Münchhausen zum Anlass, am nächsten Tag eine wunderliche, absurde, abenteuerliche und überaus spannende Lebensbeichte abzulegen.
🗣 Hadija Haruna-Oelker erwähnt beiläufig bei ⏱ 06:37:43 „Diese Kolonialfilme dienten ja im Zweiten Weltkrieg auch der Belustigung beispielsweise. Also da gibt es den Münchhausen-Film zum Beispiel, da ist Theodor Wonja auch zu sehen.“
Im Zusammenhang mit der Biografie von Theodor Wonja Michael erwähnt Haruna-Oelker den Münchhausen-Film als konkretes Beispiel für die sogenannten Kolonialfilme, in denen schwarze Darsteller während des Zweiten Weltkriegs mitwirkten. Der Film dient als Beleg für die instrumentalisierende Unterhaltungskultur jener Zeit.
Deutsch sein und schwarz dazu
Theodor Wonja Michael
Autobiografie des schwarzen Holocaust-Überlebenden Theodor Wonja Michael. Das Buch dokumentiert seine gesamte Lebensgeschichte – von seiner Mitwirkung in Kolonialfilmen über die Shoah bis zur späteren Verbeamtung beim Bundesnachrichtendienst. Eine prägende Lebensgeschichte, die resiliente Überlebenskraft und die Komplexität schwarzer Geschichte in Deutschland zeigt.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 06:37:57 „Ich empfehle wirklich sehr sein Buch Deutsch sein und schwarz dazu. Da liest man seine ganze Biografie, wie er am Ende beim Bundesnachrichtendienst ist und verbeamtet wird in Deutschland. Genau, er hat eine krasse Geschichte, dieser Mann, und eine sehr resiliente Geschichte.“
Im Gespräch über Theodor Wonja Michael, einen der bekanntesten schwarzen Holocaust-Überlebenden, empfiehlt Haruna-Oelker ausdrücklich seine Autobiografie. Das Buch erzählt seine gesamte Lebensgeschichte – von der Mitwirkung in Kolonialfilmen über das Überleben des Holocaust bis zur Verbeamtung beim Bundesnachrichtendienst.
Mach nicht so traurige Augen, du kleines N.
Marie Nejar · 2017
Viel zu oft neigen weiße Frauen dazu, Feminismus eindimensional und Unterdrückung singulär zu begreifen. Was fehlt, ist das Verständnis, dass Schwarze Frauen und Women of Color unterschiedlichen Formen von Unterdrückung gleichzeitig ausgesetzt sind. In diesem Buch zeigt Natasha A. Kelly, wie Elitedenken und rassistische Vorurteile seit Langem den westlichen feministischen Diskurs bestimmen und so einen für alle offenen Feminismus verhindern.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 06:43:14 „Marine Jarre hat zum Beispiel auch eins geschrieben und hat der Verlag ihr einen ganz bösen Titel gegeben. Da ist das N-Wort zum Beispiel drin. Und weil ihr das früher immer gesagt wurde. Aber ändert natürlich nichts an diesem Buch. Und an der Wichtigkeit des Buches.“
Im Kontext schwarzer Lebensgeschichten in Deutschland erwähnt Haruna-Oelker das Buch von Marie Nejar (im Transkript als 'Marine Jarre' transkribiert), einer weiteren schwarzen Holocaust-Überlebenden. Trotz des problematischen, vom Verlag gewählten Titels betont sie die Wichtigkeit dieses autobiografischen Werks für die schwarze Geschichtsschreibung in Deutschland.
Kritik am persönlichen Sachbuch
Der Bücherfrühling bietet viel: Biografien über die Vordenker der Aufklärung, eine Recherche über Putins Netzwerk – und eine Kritik am Antirassismus, der die Gesellschaft spaltet. Mit diesen Büchern, von Experten empfohlen, reden Sie mit!
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 06:46:03 „Um das nochmal anzumerken. Google diesen Artikel, der ist wunderschön. Aber ich bin in einer Reihe mit Caroline Imke und so.“
Jochen Wegner erwähnt, dass die Form des persönlichen Sachbuchs in der Welt kritisiert wurde. Haruna-Oelker nimmt die Kritik mit Humor und verweist auf den Artikel, in dem sie gemeinsam mit Caroline Emcke genannt wird. Sie reagiert ironisch-stolz darauf, in dieser Reihe erwähnt zu werden.
Behindert und Stolz
Luisa Laudace · 2022
Luisa L'Audace wächst als einziges behindertes Kind in ihrem Heimatdorf auf. Warum sie im Sportunterricht immer als Letzte gewählt wird, in der Pause nicht mitspielen soll und ihre Freundinnen plötzlich nicht mehr neben ihr sitzen wollen, versteht sie lange Zeit nicht. Während andere Kinder Freizeitbeschäftigungen nachgehen, verbringt Luisa viel Zeit in Krankenhäusern, bei Therapien und Spezialist*innen. Als sie mit 14 einen Rollstuhl bekommt, fühlt sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben frei.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 07:04:12 „Und dann wird es 100 Prozent, weil das ist in allen Bewegungen so, wenn eine Naxina Winströer zusammen mit Luisa Laudace, die jetzt zum Beispiel ein Buch geschrieben hat, Behindert und Stolz, die Angry Cripples gegründet hat, die erinnern an die Krippelbewegung aus der Behindertenrechtsbewegung, dann setzen die sich zusammen mit mir und dann wird es doch ein ganz anderes Gespräch.“
Haruna-Oelker beschreibt, wie verschiedene Generationen und Strömungen des Feminismus zusammenkommen. Sie nennt Luisa Laudaces Buch als Beispiel für die neue Behindertenrechtsbewegung, die an die historische Krüppelbewegung anknüpft und intersektionale feministische Perspektiven zusammenbringt.
Die neuen Deutschen
· 2016
Die Neue Deutsche Welle (NDW) war eine Musikbewegung, die um 1976 als Subkultur begann und Anfang der 1980er Jahre durch die Musikindustrie mit anderen Interpreten massiv kommerzialisiert wurde. Die sich daraus ergebende Abnutzung führte um 1983/1984 zu ihrem Ende. Die NDW war kein einheitliches Musikgenre: die Spannbreite der Musik reichte von New Wave und Punk über Industrial und klassische wie moderne Avantgarde bis hin zu Pop und Schlager.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 07:05:40 „Ich habe dann Buchtipps gegeben. Die neuen Deutschen. Ich habe einfach mal angefangen und habe gesagt... Da ist ein Segment, es scheint, dass du dich aus dieser Blase heraus nicht beschäftigt hast.“
Haruna-Oelker erzählt von einer Begegnung mit einer Frau, die sie und ihre Begleitung gefragt hatte, ob sie in Deutschland aufgewachsen seien. In dem anschließenden Gespräch über Marginalisierungserfahrungen empfiehlt sie ihr das Buch 'Die neuen Deutschen' als Einstieg in das Thema.
Männer
Herbert Grönemeyer
Satirischer Rock-Pop-Song, der mit humorvollem Sarkasmus gesellschaftliche Klischees von Männlichkeit hinterfragt. Das Lied wurde zum kulturellen Klassiker der deutschsprachigen Populärmusik und dient bis heute als Referenz für Debatten über Geschlechterrollen und Identitätskonzepte.
🗣 Hadija Haruna-Oelker erwähnt beiläufig bei ⏱ 07:06:36 „Herbert Grönemeyer sagen, wann ist ein Mann ein Mann? Ist jetzt ganz banal. Ja, wann ist denn ein Mann ein Mann?“
Im Gespräch über Männlichkeitskonzepte greift Haruna-Oelker Herbert Grönemeyers bekannten Song auf, um die Grundfrage nach gesellschaftlichen Männlichkeitsvorstellungen auf den Punkt zu bringen. Sie nutzt das Zitat als alltäglichen, jedem bekannten Einstieg in die komplexere Diskussion über Geschlechterrollen.
Wann ist ein Mann ein Mann
Herbert Grönemeyer
Männer ist ein Rocksong des deutschen Musikers Herbert Grönemeyer, der auch von ihm geschrieben und produziert wurde. Er wurde am 4. Juni 1984 als erste Single aus dem Album 4630 Bochum ausgekoppelt, auf dem das Lied im Mai 1984 ursprünglich erschien. Der Song bewirkte in jenem Jahr Grönemeyers Durchbruch als Musiker und gilt heute als Klassiker deutschsprachiger Rock- und Popmusik.
🗣 Hadija Haruna-Oelker erwähnt beiläufig bei ⏱ 07:07:01 „Herbert Grönemeyer sagen, wann ist ein Mann ein Mann?“
Der Song wird als kulturelle Referenz im Kontext der Diskussion über Männlichkeitskonzepte erwähnt
Was ist es denn? Ein Kind
Ravna Marin Siever · 2025
Warum wir selbst über unseren Namen und unser Geschlecht entscheiden können sollten: Vor fünf Jahren hatte Linus Giese sein Coming out als trans Mann. Weil er sich traute, öffentlich darüber zu sprechen, erntete er Hass – und überwältigenden Zuspruch, insbesondere von jungen Menschen. Mit seinem neuen Buch möchte er ihnen etwas zurückgeben und Mut machen für die Zukunft.
🗣 Hadija Haruna-Oelker empfiehlt aktiv bei ⏱ 07:11:08 „Es gibt ein Ravna... Sie was, glaube ich, heißt sie. Was ist es denn? Ein Kind heißt das Buch. Empfehle ich auch sehr und es ist interessant, weil was ist es denn? Ein Junge oder ein Mädchen? Da fängt es schon an. Es ist ein Kind.“
Im Kontext geschlechtsoffener Erziehung empfiehlt Haruna-Oelker dieses Buch explizit. Es passt zu ihrem eigenen Ansatz, ihr Kind nicht sofort in binäre Geschlechterkategorien einzuordnen, sondern es zunächst als Kind zu sehen und ihm Freiheit in der Identitätsentwicklung zu lassen.
Das innere Kind muss Heimat finden
Stefanie Stahl
Zweifache Auszeichnung als #BookTok Community Buch des Jahres 2023 und #BookTok Bestseller des Jahres 2023 Jeder Mensch sehnt sich danach, angenommen und geliebt zu werden. Im Idealfall entwickeln wir während unserer Kindheit das nötige Urvertrauen, das uns als Erwachsene durchs Leben trägt. Doch auch die erfahrenen Kränkungen prägen sich ein und bestimmen unbewusst unser gesamtes Beziehungsleben.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 07:19:36 „Ich habe zum Beispiel letztens, und das ist total interessant, Stefanie Stahl kennt ihr, oder? Das innere Kind muss Heimat finden. Na, selbstverständlich.“
Hadija Haruna-Oelker erzählt über ihre Therapieerfahrungen und wie sie gelernt hat, ihre emotionalen Muster zu erkennen. Sie erwähnt Stefanie Stahls Bestseller als ein Buch, das sie selbst gelesen hat und das die Psychologie in den Mainstream getragen hat. Später im Gespräch nutzt sie Stahls Konzept des inneren Kindes, um zu erklären, wie Trigger-Momente in Beziehungen funktionieren.
Wer wir sind
Stefanie Stahl · 2022
Sachbuch über Identität und Persönlichkeit, das psychologische Forschung mit alltagsrelevanten Einsichten verbindet. Stahl bezieht sich auf die Arbeit des Psychotherapieforschers Klaus Grawe und hat damit Psychologie in den Mainstream-Diskurs eingebracht.
🗣 Hadija Haruna-Oelker erwähnt beiläufig bei ⏱ 07:19:57 „Ich hatte sie auch vor kurzem auf der Buchmesse zu ihrem neuen Buch im Interview und dachte auch, interessante Persönlichkeit, so jemand anderes im Sinne von, als ich dieses erste Buch gelesen habe und gleichzeitig so dankbar, weil ich dachte, sie ist ja ein Teil und ich habe sie auch im Buch zitiert, die Psychologie in den Mainstream getragen hat.“
Haruna-Oelker erwähnt, dass sie Stefanie Stahl auf der Buchmesse zu einem neuen Buch interviewt hat. Der genaue Titel wird nicht genannt, es wird nur als 'neues Buch' bezeichnet, im Kontrast zum Erstling 'Das innere Kind muss Heimat finden'.
Die Anderen
Hadija Haruna-Oelker · 2022
Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik Hadija Haruna-Oelker, Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Moderatorin beschäftigt sich seit langem mit Rassismus, Intersektionalität und Diskriminierung. Sie ist davon überzeugt, dass wir alle etwas von den Perspektiven anderer in uns tragen. Dass wir voneinander lernen können. Und einander zuhören sollten.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 07:33:27 „Ich sage zum Beispiel auch, ich habe dieses Buch, ist aus einer schwarzen Perspektive geschrieben, weil ich schwarz bin und weil das meine Lebensrealität ist und in der Gesellschaft das etwas bedeutet.“
Während des gesamten Gesprächsabschnitts bezieht sich Hadija Haruna-Oelker immer wieder auf ihr eigenes Buch, in dem sie über Therapieerfahrungen, Rassismus, Intersektionalität, Spiritualität und Inklusion schreibt. Es ist das zentrale Werk, über das in diesem Interview gesprochen wird.
Wir können mehr sein
Aminata Touré · 2021
Was in diesem Land anders werden muss. Aminata Touré verbrachte die ersten Jahre ihres Lebens in einer Unterkunft für Geflüchtete, heute ist sie Vizepräsidentin eines Landtags. Dass sich dieser Satz wie eine Heldinnengeschichte liest, zeigt, dass wir noch nicht in einer offenen und gleichberechtigten Gesellschaft leben. Es ist höchste Zeit, das zu ändern. Aminata Tourés Eltern flohen 1992, kurz vor ihrer Geburt, aus Mali.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 07:35:22 „Naja, deswegen sage ich ja, man muss ja auch einen bestimmten, ich finde auch zum Beispiel, dass sie in ihrem Buch ja auch sehr schön beschreibt, was bedeutet es im politischen Raum, also Politikerin werden zu wollen, welche Wege man geht.“
Im Kontext der Frage, wann es eine erste schwarze deutsche Bundeskanzlerin geben könnte, erwähnt Haruna-Oelker Aminata Tourés Buch, in dem diese beschreibt, was es bedeutet, als schwarze Frau den Weg in die Politik zu gehen. Haruna-Oelker schreibt auch selbst über Touré in ihrem Buch.
Arabella (Talkshow)
Arabella Kiesbauer · 1994
Arabella Kiesbauers Talkshow war in den 1990er Jahren eine der wenigen Plattformen mit einer schwarzen Moderatorin im deutschen Fernsehen. Die Podcast-Gesprächspartnerin Haruna Oelker wurde wegen ihrer Ähnlichkeit mit Kiesbauer häufig verwechselt und trat schließlich als 17-Jährige selbst in die Show auf. Diese Begegnung dokumentiert einen bedeutsamen Moment schwarzer Repräsentation im deutschen Fernsehen einer Epoche, in der solche Präsenz außergewöhnlich selten war.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 07:38:08 „Ich bin ja sogar in ihre Talkshow gegangen. Oh Gott, das nicht. Nee, die gibt es auf irgendeiner alten VHS-Kassette. Da war ich 17. Das war das Thema: Romantiker sind doch in. Und ja, ich war die Anti-Romantikerin.“
Haruna-Oelker erzählt, dass Arabella Kiesbauer als eine der wenigen schwarzen Identifikationsfiguren im deutschen Fernsehen der 90er Jahre präsent war. Sie wurde ständig mit Kiesbauer verglichen und ging schließlich als 17-Jährige selbst in deren Talkshow, um die Moderatorin persönlich kennenzulernen.
Die Jüngste Gemeinsame Sorge
Hadija Haruna-Oelker · 2022
Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik Hadija Haruna-Oelker, Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Moderatorin beschäftigt sich seit langem mit Rassismus, Intersektionalität und Diskriminierung. Sie ist davon überzeugt, dass wir alle etwas von den Perspektiven anderer in uns tragen. Dass wir voneinander lernen können. Und einander zuhören sollten.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 07:44:38 „Ich beschreibe im Buch ja auch eine Szene, in der ich, oder tue ich das überhaupt, das weiß ich gar nicht, Aber es gibt so eine Veranstaltung, die gibt es bundesweit, die Nacht der Zoos, Night of the Zoos oder so, wo die Zoos Deutschlands oder viele, die sich angeschlossen haben, ihre Pforten öffnen und dann können pflegende Angehörige mit ihren behinderten Kindern kostenlos sozusagen in den Zoo kommen.“
Hadija Haruna-Oelker verweist wiederholt auf ihr eigenes Buch, in dem sie verschiedene Szenen und Erfahrungen beschreibt – von der Inklusion über Ableismus bis hin zu Ubuntu-Philosophie und Schwarzem Bewusstsein. Das Buch durchzieht das gesamte Gespräch als roter Faden.
Photograph
Ed Sheeran
Ed Sheeran ist ein am 17 Februar 1991 geborener Sänger und Songschreiber der derzeit bei Atlantic Records unter Vertrag ist. Sheeran wurde in Halifax, West Yorkshire geboren. Später zog die Familie nach Framlingham (Suffolk), wo er die Thomas Mills High School besuchte. Bereits in jungen Jahren lernte er Gitarre und als Schüler entstanden erste selbstgeschriebene Songs, die von der Musik Van Morrisons beeinflusst waren. 2005 erschien unter dem Titel The Orange Room EP eine erste EP.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 08:03:19 „Also ich mag zum Beispiel Ed Sheeran. Genau, ich oute mich. Das ist jetzt nicht die Playlist meines Lebens, aber oft ergibt zum Beispiel das Lied Photograph. Ah, stimmt, das gibt es. Und ich mag es, weil es ist so diese Bilder durchs Leben.“
Auf die Frage nach dem Soundtrack ihres Lebens nennt Hadija Haruna-Oelker Ed Sheerans 'Photograph' als eines der Lieder, die sie besonders mögen. Sie verbindet es mit dem Motiv der Bilder, die durchs Leben begleiten, und beschreibt sich als jemanden, die eher über Klang und Gefühl zur Musik findet als über Interpreten.
A Star Is Born
Bradley Cooper · 2018
Jackson Maines Country-Karriere befindet sich am Tiefpunkt, als er eine begabte Unbekannte namens Ally entdeckt. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Liebesbeziehung und Jack drängt Ally ins Rampenlicht, wo sie über Nacht zum Star aufsteigt. Als Allys Karriere Jack bald in den Schatten stellt, fällt es ihm zunehmend schwerer, sich mit seinem verblassenden Ruhm abzufinden.
🗣 Hadija Haruna-Oelker referenziert bei ⏱ 08:04:39 „Ich habe zum Beispiel letztens den Film geguckt, versuche gerade zu rekonstruieren, mit Lady Gaga und dem anderen Schauspieler, dessen Namen ich nicht weiß. Bradley Cooper. Was war bitte der Film? Dieser Country-Movie. Genau. Und da waren ganz viele Lieder.“
Hadija Haruna-Oelker erzählt, wie sie über den Film mit Lady Gaga und Bradley Cooper zur Musik kam – sie lud sich danach zahlreiche Songs aus dem Film herunter. Christoph Amend merkt an, dass der Film ein Remake vom Remake ist, mit früheren Versionen von 1937, 1954 und 1976.
Künstler-Referenz (kein konkretes Werk)
Lauryn Hill
Lauryn Noelle Hill wurde am 26. Mai 1975 in East Orange, New Jersey geboren. Lauryn Hill gründete 1988 zusammen mit Wyclef Jean und Pras Michel die Band Fugees. Daneben arbeitete sie auch als Schauspielerin (z.B. Sister Act 2: Back in the Habit mit Whoopi Goldberg) und studierte an der Columbia High School Geschichte. Das erste Fugees-Album, Blunted on Reality, war trotz hervorragender Kritiken kein kommerzieller Erfolg. Das zweite Album, The Score
🗣 Hadija Haruna-Oelker erwähnt beiläufig bei ⏱ 08:05:50 „Früher, als ich tanzen war und als ich selber noch getanzt habe, da hatte ich sicherlich so Hip-Hop-Interpreten und so, oder Lauryn Hill und so, das ist, Beyoncé, das waren alles Zeiten, aber das ist jetzt nicht mehr so ein, ja, das hatte auch mit meiner Zeit damals zu tun.“
Im Rückblick auf ihren musikalischen Lebensweg nennt Hadija Haruna-Oelker Lauryn Hill als Künstlerin, die sie in ihrer Tanzzeit begleitete. Es wird kein konkretes Album oder Lied genannt, sondern die Künstlerin als Teil einer Lebensphase verortet.
Michel Friedman Talkformat
Michel Friedman · 2017
Open-End-Talkformat bei Welt TV, das intensive Gesprächsrunden ohne Zeitlimit ermöglichte. Mit Episoden bis zu dreieinhalb Stunden bot das Format mehr Raum für vertiefte Diskussionen im Gegensatz zu klassischen Talkshow-Formaten.
🗣 Hadija Haruna-Oelker erwähnt beiläufig bei ⏱ 08:21:26 „Oder ich war dann bei Michel Friedmann, der mal ein Format hatte bei Welt TV. Das war auch so ein Open End. Das war sehr innovativ, sehr innovativ dachte ich damals.“
Im Gespräch über Talkshow-Formate und deren Begrenzungen erwähnt Hadija Haruna-Oelker ein Open-End-Talkformat von Michel Friedman bei Welt TV. Christoph Amend lobt das Konzept als sehr innovativ. Hadija betont, dass sie dort dreieinhalb Stunden sprechen konnte – im Gegensatz zu klassischen Talkshows, wo man nie zu Ende sprechen könne.
Rise and Shine
Welcome to the Rise & Shine Podcast by Linköping Toastmasters.In this podcast's first season we will dive deeper into topics around personal development. Join us to find out how it could benefit your own personal development!Want to conquer your fear of public speaking and develop powerful communication skills?Linköping Toastmasters Club is a supportive and welcoming environment where you can practice public speaking and leadership skills in English.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 08:46:00 „Es gibt einen Podcast, Rise and Shine heißt der, der auch von uns mit veröffentlicht wird. Eine Co-Produktion. Und da gab es mal eine Folge, man muss dazu wissen, die beiden Hosts reden viel über ihre Erfahrungen mit Eltern aus Vietnam eingewandert, über diese Sphäre. Es gibt eine Folge, wo es im Grunde um Fö geht, also um vietnamesische Suppe und den Trend.“
Jochen Wegner bringt den Podcast Rise and Shine ins Gespräch, um das Thema kulturelle Aneignung am Beispiel von Essen zu illustrieren. In einer konkreten Folge diskutieren die Hosts, ob es problematisch ist, wenn jemand ohne vietnamesischen Hintergrund ein Phở-Restaurant eröffnet. Wegner nutzt das als Einstieg in eine längere Debatte mit Hadija Haruna-Oelker über kulturelle Aneignung in der Gastronomie.