Nathan der Weise
Gotthold Ephraim Lessing
Lessings Drama "Nathan der Weise" enthält die Ringparabel, die zeigt, dass die drei abrahamitischen Religionen ursprünglich eins waren und gleichberechtigt nebeneinander stehen. Der Text hilft zu verstehen, dass vermeintliche Religionskonflikte künstlich sind und auf gemeinsamen Grundlagen beruhen. Für Hadija Haruna-Oelker war das Werk als Kind zentral, um ihre dual-religiöse Prägung zwischen Islam und Katholizismus nicht als Widerspruch zu erleben.
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„Ich muss vielleicht an dieser Stelle mit dir mal über die Ringparabel reden. Die Ringparabel ist ja eine Geschichte von Pocaccio und Lessing, aus seinem Theaterstück Nathan der Weise. Und die Ringparabel erzählt eigentlich von der Konkurrenz der drei Religionen und von der Versöhnung der drei Religionen.“
Im Kontext der Vertreibung Hagars und Ismaels kommen die Sprecherinnen auf die drei abrahamitischen Religionen zu sprechen. Sabine Rückert nutzt Lessings Ringparabel aus Nathan der Weise, um das Verhältnis von Judentum, Christentum und Islam zu illustrieren — alle drei haben denselben Stammvater, aber jede glaubt, den 'echten Ring' zu besitzen.
„Und dann wusste ich ja auch, habe ich auch meinen Vater zum Beispiel mal gefragt, da gibt es ja Moses, das alte Testament. Also so Stichwort Nathan der Weise und alle Religionen waren doch mal das eine. Das haben wir dann auch besprochen.“
Hadija Haruna-Oelker erzählt aus ihrer Kindheit zwischen muslimischer und katholischer Prägung. Um die Gemeinsamkeiten der Religionen zu verdeutlichen, verweist sie auf Lessings Ringparabel – ein Werk, das sie als Kind half zu verstehen, warum es eigentlich keinen Konflikt zwischen den Religionen geben müsste.
„Und du machst von Lessing, Nathan der Weise“
Armin Maiwald erzählt, wie er und seine Mitschüler sich die Lektüreliste des Lehrers Mitch Miller untereinander aufteilten
„Und das ist auch im Übrigen eine Auseinandersetzung immer mit Nathan der Weise, wo auch sozusagen jemand aus dem Feuer gerettet wird“
Wird als literarische Referenz erwähnt, mit der Kleist in der Marquise von O. spielt
„Es gibt auch noch zum Beispiel dieses weltberühmte Ringparabel, Paraboleien, die Lessing geschrieben hat, wo es um die Gleichberechtigung der Religionen geht. Und dass die Religion, die am tolerantesten ist, die Gott am liebsten ist, im Grunde genommen, ist ja das die Botschaft.“
Johanna Haberer führt Lessings Ringparabel als weiteres Beispiel für die literarische Tradition der Gleichnisrede an. Sie ordnet sie in eine Linie ein, die von Jesus über die Aufklärung bis heute reicht, und betont, dass Gleichnisse auch eine Form der Widerstandsliteratur sein können.
„und ein Koran ausgestellt sind und die Emirati-Families stehen in diesem Raum und schauen sich diese Handschriften an und das ist dann so buchstäblich dieser Lessing'sche Religionstoleranz-Gedanke verwirklicht“
Ijoma Mangold beschreibt den Louvre Abu Dhabi, in dem eine Tora, eine Bibelhandschrift und ein Koran nebeneinander ausgestellt sind. Er vergleicht diese Inszenierung mit dem Lessing'schen Religionstoleranz-Gedanken – eine implizite Referenz auf die Ringparabel aus Nathan der Weise, in der die drei abrahamitischen Religionen als gleichwertig dargestellt werden.
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