Erinnerungskultur
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Medien (23)
Aufarbeitung der Vergangenheit
Theodor W. Adorno · 1971
Adornos Vortrag „Aufarbeitung der Vergangenheit" prägt einen Schlüsselbegriff für Deutschlands kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit. Der Essay wird zentral dafür, wie sich das Land von bloßer Scham zu einer verantwortungsvollen Erinnerungskultur entwickelt, vor allem ab den 1970er-80er Jahren. Seine Begriffsbildung wird grundlegend für die deutsche Vergangenheitsbewältigung.
Baseballschlägerjahre
Christian Bangel · 2025
Was erzählt Pop über die deutsche Geschichte? In der Popmusik spiegelt sich die Zeitgeschichte. Pop leistet dadurch einen Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur und wird zum Kritiker der Zustände. Marcus S. Kleiner erzählt die Geschichte der deutschsprachigen Popmusik der letzten 80 Jahre zusammenhängend und beleuchtet das Zusammenspiel von Pop und Politik.
DSDMS – Deutsches Museum für Schwarze Menschen in der Popkultur
Joanna Tischkau / Anta Reker
Das Deutsche Museum für Schwarze Unterhaltung und Black Music ist Deutschlands führendes Museum zur Geschichte Schwarzer Kultur und Popularmusik. Es verfügt über ein umfassendes Archiv mit Schallplatten, Magazinen, Autogrammen und Erinnerungsstücken, das durch eine digitale Tour erlebbar gemacht wird. Von August bis Ende August ist das Museum mit vier Veranstaltungen im Hamburger Kampnagel-Sommerfestival zu Gast und präsentiert dabei Stars von Mola Adebisi bis Sydney Youngblood, deren Nebeneinanderstellung neue Perspektiven auf unterschiedliche Inszenierungsstrategien und die deutsche Rezeptionsgeschichte Schwarzer Künstler ermöglicht. Die Kooperation mit dem Hamburger Kollektiv FORMATION NOW findet im ehemaligen Karstadt-Sport-Gebäude statt.
Das Schwarze Buch
Wassili Grossman
Dem Band, dessen Beiträge teils auf drei internationale Workshops, teils auf ein Forschungskolloquium in Potsdam zurückgehen, liegt der Anspruch zugrunde, dass sich durch die beziehungsgeschichtliche Betrachtung öffentlicher Erinnerung für sicher geglaubte Befunde erinnerungskultureller Forschung als einseitig erweisen und rekontextualisiert werden müssen.
Das Treibhaus
Wolfgang Koeppen · 1953
Roman über Deutschlands Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und dem Holocaust in der Nachkriegszeit. Koeppens Werk gehört zu den frühen literarischen Zeugnissen dieser traumatischen Periode und ihrer kritischen Verarbeitung.
Die Nachkriegsmaus
Armin Maiwald
Die Nachkriegsmaus ist eine preisgekrönte Reihe aus der Sendung mit der Maus, in der Armin Maiwald seine Kindheitserinnerungen an die Nachkriegszeit künstlerisch verarbeitet. Die Serie behandelt persönliche Kriegserlebnisse und zeigt, wie komplexe historische Themen für ein breites Publikum zugänglich gemacht werden können. Maiwald nähert sich dabei feinfühlig einem sensiblen Thema an, bleibt aber bewusst an der Oberfläche der tiefer liegenden Traumata.
Ein Mythos verblasst
Am 6. August 1945 - vor sechzig Jahren - löschte der erste Atombombenabwurf das Leben in der japanischen Großstadt Hiroshima aus. Das war der Anfang vom Ende des Zweiten Weltkriegs auch im Pazifik. Hiroshima gedenkt seitdem jedes Jahr der Opfer. Doch die Erinnerung verblasst allmählich.
Flucht und Vertreibung
Haus der Geschichte
Die Ausstellung "Flucht und Vertreibung" des Hauses der Geschichte thematisiert die Folgen des Zweiten Weltkriegs mit Fokus auf sexualisierte Gewalt gegen Frauen – ein lange vernachlässigtes Kapitel der Erinnerungskultur. Sie dokumentiert Vertreibungserfahrungen und deren psychologische Traumata und trägt zu einer vollständigeren Aufarbeitung der Kriegsfolgen bei.
Freiheitsschock
Ilko-Sascha Kowalczuk · 2024
1989/90 erlitt Ostdeutschland einen «Freiheitsschock», das ist die Grundthese dieses Buches. Ilko-Sascha Kowalczuk erzählt die Geschichte Ostdeutschlands seit 1990 als Kampf um die Freiheit – ein Kampf, dessen Ausgang richtungsweisend ist für die Zukunft ganz Deutschlands. Er will aufrütteln: zu mehr aktiver Eigenverantwortung, zu einer Abkehr von der eigenen Opferrolle und zu einem Blick auf die Geschichte, bei dem die DDR nicht immer schöner wird, je länger sie her ist.
Großes Lied vom Ausgerotteten Jüdischen Volk
Jizchak Katzenelson · 1994
Jizchak Katzenelsons jiddisches Gedicht dokumentiert die Vernichtung des europäischen Judentums und wurde von einem deutschen Künstler zwei Jahre lang ins Deutsche übertragen. Diese intensive Übersetzungsarbeit stellt einen zentralen Berührungspunkt mit Israel und der jüdischen Erinnerungskultur dar. Das Werk bewahrt die Stimme eines Überlebenden und die Tiefe des jiddischen Kulturerbes vor dem Vergessen.
Interview im Spiegel
Yishai Sarid
Der Spiegel-Artikel behandelt ein Interview mit dem israelischen Schriftsteller Yishai Sarid über die Erinnerung an den Holocaust und deren Auswirkungen auf die Gegenwart. Sarid beschreibt sein Werk nicht als politisches Manifest, sondern als Darstellung der düsteren Realität, mit der Israelis täglich konfrontiert sind. Der Artikel beleuchtet die Spannung zwischen historischer Erinnerungsschuld und gegenwärtigen Bedrohungen, denen sich Israel gegenübersieht.
Jüdische Rache (Ausstellung)
Max Czollek
Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt, kuratiert von Max Czollek. Sie thematisiert jüdische Rache-Impulse nach dem Zweiten Weltkrieg und zeigt, dass es nach 1945 Juden gab, die sich rächen wollten. Das Werk regt kritische Reflexion über Mythenbildung, Erinnerungskultur und jüdische Identität an.
Margot Friedländer – Dokumentation
· 2023
Dokumentation über die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, die mit 102 Jahren ihre Lebensgeschichte und ihre Erfahrungen als Zeitzeugin teilt. Die Dokumentation wird anlässlich eines Fernsehpreisabends ausgezeichnet und hinterfragt, wie gesellschaftliche Emotionen in echte Handlungsmotivation umgewandelt werden können.
Monument Lab Studie
Monument Lab
Systematische Analyse von fast 50.000 öffentlichen Denkmälern in den USA, die dokumentiert, wem Amerika Statuen setzt. Die Studie zeigt, dass Denkmäler fast ausschließlich weiße, wohlhabende Männer darstellen und offenbart damit Muster von historischer Sichtbarkeit und kultureller Erinnerung.
Paulskirchenrede
Martin Walser
Martin Walsers Friedenspreisrede von 1998, in der er die Dauerpräsenz der Nazi-Zeit in der deutschen Gegenwartsdebatte kritisierte. Die umstrittene Rede führte zu einem desaströsen öffentlichen Gespräch mit Ignatz Bubis und prägte die Erinnerungskultur-Debatte.
Persönliche Dinge. Was Kleidung aus NS-Lagern uns heute erzählen kann
Karolina Sulej · 2025
»Die Lektüre erinnert an ›Ist das ein Mensch‹ von Primo Levi. ›Persönliche Dinge‹ ist intim und erschütternd. Obwohl das Lesen weh tut, fällt es schwer, das Buch wegzulegen.« Karolina Kuszyk, Autorin des SPIEGEL-Bestsellers »In den Häusern der anderen« Kleidung ist mehr als eine äußere Hülle. Die Art und Weise, wie wir uns kleiden, unseren Körper schützen oder ihn schmücken, ist Ausdruck des menschlichen Willens, wir selbst zu sein. Welchen Stellenwert erhält Kleidung in einem System, das die Ve
Podcast-Gespräch mit Christopher Clark
Podcast-Diskussion mit dem Historiker Christopher Clark über die Fixierung historischer Vergleiche auf die NS-Zeit. Clark argumentiert, dass das 19. Jahrhundert und der Erste Weltkrieg fruchtbarere historische Parallelen bieten, etwa zum russischen Imperialismus. Ein Gespräch über Erinnerungskultur und alternative historische Perspektiven.
Rainer Höss' Buch über seine Familiengeschichte
Rainer Höss · 2022
Immer wieder werden in der Öffentlichkeit Fälschungen, Betrugsfälle und imaginierte Geschichten diskutiert, die im Zusammenhang mit der Shoah und dem Zweiten Weltkrieg wie auch der Erinnerung daran stehen. Meist inszenieren sich dabei christliche Deutsche öffentlich mit Familiengeschichten jüdischer Verfolgter und führen diese teils als Legitimation und Grundlage ihres politischen Handelns an. Ihnen begegnet ein Publikum, das die Geschichten bereitwillig rezipiert.
Rede im Ballhaus Watzke
Björn Höcke · 2018
Facharbeit (Schule) aus dem Jahr 2018 im Fachbereich Germanistik - Sonstiges, Note: A, , Veranstaltung: Extended Essay, Sprache: Deutsch, Abstract: Björn Höcke hielt am 17. Januar 2017 eine Rede für die Junge Alternative Dresden. Durch seine möglichen antisemitischen Äußerungen, insbesondere über das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin (“wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat”), w...
Rede von Martin Walser (Friedenspreis 1998)
Martin Walser · 1999
Documents the reaction from the political right of the speech that Martin Walser gave on October 11, 1998 at the Frankfurt Book Fair upon his receipt of the Peace Prize of the German Book Trade.
Rede zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges (8. Mai 1985)
Richard von Weizsäcker
Bundespräsident Richard von Weizsäckers Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes definierte den 8. Mai 1985 als "Tag der Befreiung" statt Niederlage – eine wegweisende Umdeutung für die deutsche Erinnerungskultur. Die Rede löste heftige Debatten aus und wird bis heute als zentral für das deutsche Geschichtsverständnis der Nachkriegszeit diskutiert.
Rede zum Gedenken an den Überfall auf Polen
Joachim Gauck · 2016
Geschichte ist nirgends interessanter als da, wo sie politisch relevant wird. Erinnerungskultur ist immer (auch) eine Aufgabe staatlicher Kulturpolitik. Geschichtspolitik wiederum ist Gegenstand der Wissenschaft. Beide Aspekte werden in diesem Lehrbuch beleuchtet, das in akademische Forschungsfragen einführt, kulturpolitische Handlungsfelder benennt und praxis- wie berufsrelevante Hinweise gibt. Thematisiert werden u. a.
Stolpersteine
Gunter Demnig
Gunter Demnigs ikonisches Kunstprojekt: kleine Messingplatten im Gehwegboden als Mahnmal für Holocaustopfer. Charlotte Knoblochs Ablehnung in München verdeutlicht die Debatte über würdevolle Erinnerungskultur und den angemessenen Umgang mit Gedenkstätten.