Kunst
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24 Hour Psycho
Douglas Gordon
Der Künstler Douglas Gordon manipuliert Zeit in Film- und Videoinstallationen, um Zuschauer zu desorientieren und neue Perspektiven zu schaffen. Sein berühmtestes Werk „24 Hour Psycho" (1993) verlangsamt Hitchcocks Klassiker so extrem, dass der Film eine ganze Tagesschau dauert – jedes Bild wird zur Standfotografie. Durch diese Manipulation werden normalerweise übersehene Bilddetails sichtbar, während die Spannung des Originals in eine Art nervöse Langeweile übergeht. Gordon nutzt die technologische Möglichkeit, Filme zu kontrollieren und zu manipulieren, als künstlerisches Material, wobei Speicher und Wahrnehmung des Betrachters zentral werden.
37 Räume
Klaus Biesenbach
"37 Räume" war eine wegweisende Ausstellung von 1992 in der Berliner Auguststraße, bei der 37 Kuratoren gleichzeitig 37 leerstehende Räume – Schulen, Synagogen und Kirchen – als Ausstellungsorte nutzten. Das Projekt zog unerwartet tausende Besucher an und fand parallel zur Documenta in Kassel statt. Die Ausstellung gilt als Gründungsprojekt des heutigen Ansehens des KW Institute for Contemporary Art und demonstriert die kulturelle Kraft dezentralisierter, ortsspezifischer Ausstellungsformate.
7000 Eichen
Joseph Beuys
Joseph Beuys' Kunstwerk „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung" ist eines der bedeutendsten öffentlichen Kunstprojekte in Kassel. Zwischen 1982 und 1987 wurden 7000 Bäume, begleitet von je einer Basaltstele, über das gesamte Stadtgebiet verteilt – der erste und letzte Baum stehen vor dem Museum Fridericianum. Als „soziale Plastik" konzipiert, sollte das Werk den urbanen Raum ökologisch verändern und die Bürger in die Gestaltung ihrer Umwelt einbeziehen. Seit 2002 kümmert sich die Stiftung „7000 Eichen" um das pflegeintensive Kunstwerk, das seit 2004 unter Denkmalschutz steht und das Erscheinungsbild Kassels nachhaltig geprägt hat.
A to Z West
Andrea Zittel
A-Z West ist ein über 80 Hektar großes Kunstprojekt in der Kalifornischen Hochwüste neben dem Joshua Tree National Park, das seit seiner Entstehung als Experimentierraum für Lebensformen dient. Das Werk erforscht grundlegende Fragen wie „Wie soll man leben?" und „Was gibt dem Leben Sinn?" durch die Verflechtung von Räumen, Objekten und alltäglichen Praktiken. Im Zentrum steht die Untersuchung von Spannungen zwischen Freiheit, Sicherheit und Kontrolle – wie Grenzen und Strukturen paradoxerweise zu größerer Freiheit führen können. Seit Januar 2022 wird A-Z West von der Organisation High Desert Test Sites verwaltet und für Residenzen und öffentliche Programme genutzt.
Agnus Dei
Francisco de Zurbarán
Francisco de Zurbarán schuf um 1635–40 ein Gemälde, das ein zur Opferung vorbereitetes Lamm darstellt und dabei eine tiefere religiöse Bedeutung offenbart. Das Werk verbindet eine realistische Stillleben-Darstellung mit dem symbolischen Gehalt des Lammes als Christus, des im Johannesevangelium beschriebenen "Lammes Gottes", das für die Sünden der Welt starb. Zurbaráns innovative Herangehensweise bewies sich als außergewöhnlich erfolgreich: Zeitgenössische Sammler schätzten sein Werk für die lebensechte Malweise so sehr, dass sie Zurbaráns Lammdarstellung höher bewerteten als echte Tiere. Das Motiv setzte sich durch und wurde in mehreren Varianten während der 1630er Jahre wiederholt.
Alexandermosaik (Schlacht von Issos)
Das Alexandermosaik aus Pompeji zeigt die Schlacht von Issos und ist eines der bedeutendsten antiken Kunstwerke, das heute im Museum von Neapel ausgestellt ist. Das monumentale Mosaik wird berühmt durch Ferdinand von Schirachs literarische Verarbeitung einer persönlichen Begegnung: Die Beobachtung eines Jungen, dass Alexander der Große und sein Pferd auf dem Mosaik identische traurige Blicke haben, inspirierte den Schriftsteller zu einem Kinderbuch und macht das antike Werk zu einem Fenster auf tiefere menschliche Gefühle.
Alexanderschlacht (Alexander-Mosaik)
Das Alexandermosaik im Nationalmuseum Neapel ist eine über sechs Meter lange Kopie eines griechischen Tafelgemäldes aus dem 4. Jahrhundert v.Chr., die 1831 in Pompeji entdeckt wurde. Das Kunstwerk stellt die Schlacht von Gaugamela (331 v.Chr.) dar, in der Alexander der Große gegen den persischen Großkönig Dareios III. kämpfte. Alexander ist ohne Helm dargestellt, mit dem Gorgonenhaupt auf seiner Brust, während er entscheidend vorstößt und den entsetzt fliehenden Dareios verfolgt. Die Komposition zeigt die dramatische Wendung der Schlacht: Dareios dreht seinen Kriegswagen zur Flucht, während seine Truppen in Panik auseinanderstieben. Das Mosaik gilt als eines der bedeutendsten Beispiele antiker Mosaikkunst und dokumentiert sowohl die historische Episode als auch die künstlerische Meisterschaft römischer Kopisten.
Algen-Kronleuchter (Bioreaktor-Installation)
Der Algen-Kronleuchter ist eine Kunstinstallation aus Glasröhrchen mit Algenwasser, die im Victoria and Albert Museum in London hängt. Die Algenkulturen produzieren Sauerstoff und reinigen die Luft im Foyer wie ein Wald von 100 Hektar Größe. Das Projekt demonstriert, wie nachhaltige Biotechnologie ästhetisch ins Stadtbild integriert werden kann, statt nur als technische Lösung zu funktionieren.
Alleen Blumen Frauen
Eugen Gomringer
Das romantische Gedicht "Alleen, Blumen, Frauen" wurde an einer Berliner Hochschule an einem Gebäude angebracht und löste einen massiven Skandal aus. Die öffentliche Debatte drehte sich um die Frage, ob männliches Schwärmen über weibliche Schönheit im öffentlichen Raum angebracht ist. Der Shitstorm verdeutlicht gesellschaftliche Kontroversen über Geschlechterdarstellungen, Romantisierung und die Grenzen von künstlerischem Ausdruck im urbanen Raum.
Alleen Frauen Blumen
Eugen Gomringer
Eugen Gomringers Gedicht 'avenidas' mit der berühmten Zeile "Alleen Blumen Frauen" stand als Wandgemälde an der Berliner Alice-Salomon-Hochschule und löste heftige Proteste aus. Das Werk wurde schließlich entfernt, weil es wegen seiner romantisierenden Darstellung weiblicher Schönheit als sexistisch kritisiert wurde. Der Fall steht symbolisch für eine grundsätzliche zeitgenössische Debatte: Kann männliches Schwärmen für weibliche Ästhetik noch als harmlose Poesie gelten, oder ist es grundsätzlich eine problematische Objektivierung?
Alles was ich möchte ist ein warmes Plätzchen, von dem aus ich Menschen für eine gute Sache abknallen kann
Werner Büttner
Werner Büttner äußert sich provokativ zu einem zentralen zeitgenössischen Konflikt: dem Widerspruch zwischen persönlichem Vergnügen und ethischem Anspruch. Seine Formel verdichtet die Spannung zwischen hedonistischer Entfesselung und dem Willen, etwas Gutes zu bewirken – ein Dilemma, das viele Menschen heute umtreibt. Der Text beleuchtet, wie künstlerischer Ausdruck diesem inneren Widerspruch Stimme verleiht.
Allora & Calzadilla – Klavier-Installation
Jennifer Allora & Guillermo Calzadilla
Allora & Calzadilla sind ein Puerto-Ricanisches Künstlerduo, das konzeptuelle Installationen und Performances schafft, die oft politische und soziale Themen verhandeln. Die erwähnte Klavier-Installation im MoMA-Atrium ist ein Beispiel ihrer raumgreifenden Arbeiten, die das Publikum unmittelbar einbeziehen. Das Künstlerpaar dokumentiert seine Praxis und Perspektiven in dieser Art21-Porträtserie, die Einblicke in ihre Arbeitsweise und ihre Verbindung zu Puerto Rico bietet.
Amor als Sieger
Caravaggio
Caravaggios Gemälde von 1602 zeigt Amor, den Gott der irdischen Liebe, als lächelnden Sieger über die höchsten menschlichen Werte. Zu seinen Füßen liegen die Symbole von Wissenschaft, Kunst, Macht und Ruhm verstreut: Musikinstrumente wie Violine und Laute, Geometrie-Werkzeuge, ein Manuskript und Krone sowie Zepter. Der jugendliche Gott sitzt auf einem sternenbesetzten blauen Globus und triumphiert damit über die ganze Welt, was Vergils Motto »Omnia vincit amor« (Die Liebe besiegt alles) umsetzt. Nach kunsthistorischer Interpretation verspottet die Darstellung ironisch die intellektuellen und moralischen Errungenschaften des Menschen und demütigt die Ziele des menschlichen Ehrgeizes.
Andy Warhol & Keith Haring (Ausstellung)
Andy Warhol / Keith Haring
Die Ausstellung im Brandhorst-Museum präsentiert Werke von Andy Warhol und Keith Haring und behandelt ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Alltagskultur und Pop-Art. Ein Highlight ist Warhols sogenannte 'Time Capsule' – ein Karton gefüllt mit gesammelten Alltagsgegenständen und Zeichnungen von Jean-Michel Basquiat, das die künstlerische Praxis des Sammelns und Erinnerns dokumentiert. Die Ausstellung bietet Einblicke in die künstlerischen Verbindungen zwischen Warhol, Haring und Basquiat sowie deren Umgang mit ephemeren Materialien und kulturellem Gedächtnis.
Andy Warhol Siebdrucke (Marilyn Monroe, Elizabeth Taylor, Electric Chair)
Andy Warhol
Andy Warhol begann 1962 unmittelbar nach Marilyn Monroes Tod, die Schauspielerin in Siebdrucken darzustellen. Sein berühmtes Marilyn Diptych von 1962 mit 50 Aufnahmen aus dem Film Niagara zeigte bewusst asymmetrisch Farbe und Schwarzweiß, um das Spannungsverhältnis zwischen ihrem Leben und Tod abzubilden. Die Bildkomposition verwies dabei auf religiöse Kunsttraditionen und spiegelte die Vergötzung Monroes wider. 1967 schuf Warhol mehrere weitere Siebdruckserien der Schauspielerin als erste Werke, die durch seine Factory Additions in New York verlegt wurden. Warhol erklärte später, dass ihn die technische Einfachheit und Massenproduktivität der Siebdruckmethode faszinierte, die jedes Bild leicht unterschiedlich wiederholte.
Andy Warhol-Ausstellung (Neue Nationalgalerie)
Klaus Biesenbach / Lisa Botti
Retrospektive der Andy-Warhol-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie unter der Kuratie von Klaus Biesenbach. Die Schau präsentiert Warhol in ungewöhnlich menschlicher und verletzlicher Weise, mit expliziten und wenig bekannten Werken, die eine andere Seite des Pop-Art-Künstlers zeigen. Die Ausstellung war bemerkenswert genug für ein Cover im Artforum International – ein Novum für die Institution.
Angelus Novus
Paul Klee
Paul Klees "Angelus Novus" ist ein ikonisches Gemälde, das einen Engel zeigt, der nach hinten blickt, während er vorwärts fliegt. Das Werk wird oft als Darstellung der Spannung zwischen Vergangenheit und Zukunft interpretiert und hat Walter Benjamins Geschichtsphilosophie inspiriert. Elíasson nutzt diese Metapher, um zu verdeutlichen, dass wir uns nicht von gestern leiten lassen können, sondern bewusst entscheiden müssen, welche Werte wir in die Zukunft tragen wollen – trotz unserer emotionalen Bindung an Traditionen und Rituale.
Animatograf
Christoph Schlingensief
Der Animatograf ist eine Kunstinstallation von Christoph Schlingensief, die sich in privater Sammlung befindet. Das Werk ist relevant für die Diskussion über Schlingensiefs künstlerisches Erbe, da seine bedeutenden Arbeiten nicht in öffentlichen deutschen Museumssammlungen vertreten sind, sondern bei Privatsammlern wie Harald Falkenberg verwahrt werden. Dies unterstreicht die mangelnde institutionelle Anerkennung des Künstlers im deutschsprachigen Raum.
Anrufung an die schimmlige Hebamme Ann Vollmers
Kim de l'Horizon
Kim de l'Horizon performt ein Gedicht zum Gedenken an Ann Vollmers, eine in Köln als vermeintliche Hexe ermordete Hebamme. Das Gedicht wurde im Schauspiel Köln uraufgeführt und setzt sich künstlerisch mit diesem historischen Unrecht auseinander. Es dokumentiert eine Form der künstlerischen Aufarbeitung von Hexenverfolgungen und deren Opfern in der deutschen Geschichte.
Anselm Kiefer – Ausstellung in Barjac
Anselm Kiefer
Das Anselm-Kiefer-Gelände in Südfrankreich ist ein außergewöhnliches Kunstprojekt des deutschen Künstlers Anselm Kiefer, das sich auf einem ehemaligen Flughafen befindet. Die expansive Installation vereint Werke aus verschiedenen Phasen von Kiefers künstlerischem Schaffen und schafft eine immersive Umgebung, die Architektur, Landschaft und bildende Kunst verschmilzt. Das Gesamtwerk gilt als eines der beeindruckendsten Kunstprojekte der Gegenwart und bietet eine tiefgreifende Erfahrung für Besucher, die sich mit Kiefers großflächigen, materialintensiven Arbeiten auseinandersetzen möchten.
Apotheken / Giftschränke
Damien Hirst
Damien Hirsts Apotheken und Giftschränke aus den 1990er Jahren sind prägende konzeptionelle Kunstwerke, die sich intensiv mit Tod und Vergänglichkeit auseinandersetzen. Die Installationen zeigen Vitrinenschränke gefüllt mit Medikamenten und Giftstoffen und hinterfragen unser Verhältnis zu Heilung, Gefahr und Sterblichkeit. Das Werk gilt als bedeutender Beitrag der modernen Kunstgeschichte und dokumentiert die philosophische Tiefe von Hirsts Frühschaffen.
Arktis-Expeditionsausstellung
POLAR EXPERIENCE ist eine immersive Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin, die das Leben und die Forschung in den Polarregionen erlebbar macht. Besucher entdecken Forschungsergebnisse und Expeditionsmaterialien und können sich durch interaktive Elemente wie Tagebucheinträge, Quizfragen und QR-Code-Videos virtuell mit Polarforschern austauschen. Die Ausstellung vermittelt die wissenschaftliche Bedeutung der Arktis und Antarktis auf anschauliche Weise.
Art Car BMW H2R
Ólafur Elíasson
Olafur Elíassons Kunstprojekt mit BMW nutzt den H2R, ein Wasserstoff-Rennfahrtauto, um sich kritisch mit alternativen Mobilitätsformen und dem Wandel weg von der Dieselkultur auseinanderzusetzen. Das Werk verbindet zeitgenössische Kunstpraxis mit Ingenieurskunst und hinterfragt unsere Vorstellungen von nachhaltiger Technologie und Mobilität. Eine bedeutende Zusammenarbeit zwischen bildender Kunst und Automobilindustrie zu einem drängenden Zukunftsthema.
Artist Placement Group
John Latham / Barbara Stevini
Die Artist Placement Group war eine experimentelle Initiative, die Künstler in gesellschaftliche und politische Positionen integrierte. Das von John Latham und Barbara Steveni gegründete Konzept hinterfragte traditionelle Kunsträume und sah künstlerische Intervention als Chance zur gesellschaftlichen Veränderung. Das Modell gilt als historisches Vorbild für zeitgenössische Debatten über die Rolle von Künstlern als Agenten in Politik und Gesellschaft.
Auge in Auge mit Vincent van Gogh
Van Gogh Museum Amsterdam
Das Van Gogh Museum in Amsterdam beherbergt eine der weltweit größten Sammlungen von Werken des niederländischen Künstlers und ist ein Muss für Kunstliebhaber. Die Ausstellung „Auge in Auge mit Vincent van Gogh" präsentiert seine Selbstporträts zusammen mit einem Zeitstrahl, der sein künstlerisches Leben dokumentiert. Besonders faszinierend ist die Erkenntnis, dass Van Gogh erst mit 27 Jahren zu malen begann und nur bis zu seinem 37. Lebensjahr schuf – eine kurze, aber unglaublich prägende künstlerische Karriere, die die westliche Kunstgeschichte fundamental veränderte.
Ausstellung Flucht und Vertreibung
Haus der Geschichte
Die Ausstellung im Haus der Geschichte Bonn dokumentiert eines der größten Leidensgeschichten des 20. Jahrhunderts: Zwischen 60 und 80 Millionen Menschen wurden in Europa zur Flucht gezwungen, wobei der Zweite Weltkrieg eine beispiellose Dimension erreichte. Mit bis zu 14 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen waren Deutsche am stärksten betroffen, deren Eingliederung in der Nachkriegszeit eine zentrale Herausforderung darstellte. Die Wechselausstellung zeigt nicht nur das unmittelbare Geschehen von Flucht und Vertreibung, sondern auch die vielfältigen Integrationsprozesse in Bundesrepublik und DDR. Durch Zeitzeugen-Interviews, biografische Lebensläufe von 150 Personen und persönliche Exponate – etwa ein Kommunionkleid aus Mullbinden aus einem Lager in Dänemark – werden die individuellen Schicksale und die kulturelle Rezeption in Literatur, Film und Wissenschaft lebendig gemacht.
Ausstellung Günter Uecker in Rostock
Günter Uecker
Die Kunsthalle Rostock widmet dem 2026 verstorbenen Künstler Günther Uecker eine Ausstellung. Der 1930 in Wendorf geborene Künstler prägte die Kunstwelt mit seiner humanistischen Bildsprache, insbesondere durch seine international bekannten Nagelbilder. Die Schau zeigt aus dem Museumsbestand den Hafez-Zyklus, Nagel-Objekte und Videoarbeiten sowie Fotografien von Ueckers Großprojekt »Der geschundene Mensch« von 1993, das 60 Stationen in 40 Ländern bereiste. Filmbeiträge dokumentieren den Künstler bei der Arbeit, während eine Leihgabe aus dem Büro von Bundespräsident a.D. Joachim Gauck die Ausstellung bereichert.
Ausstellung im Museum für komische Kunst
Ausstellung im Frankfurter Museum für komische Kunst, die Volker Sonneborns satirische Fax-Aktion dokumentiert. Er schickte 2006 fiktive Bestechungsfaxe an FIFA-Komitee-Mitglieder als politische Kunstperformance gegen die fragwürdige WM-Vergabe an Deutschland.
Ausstellung in der Fondazione Prada
Ryan Trecartin
Ausstellung der Künstler Ryan Trecartin und Lizzie Fitch in der Fondazione Prada Mailand mit einer großen raumfüllenden Installation. Besucher durchschreiten ein nachgebautes Haus und erleben verschiedene Videoarbeiten in unterschiedlichen Räumen. Die Ausstellung verdeutlicht, wie biografische Kontexte der Künstler – etwa ihr bewusster Rückzug aufs Land – zum tieferen Verständnis ihrer Werke beitragen.
Ausstellung in der Serpentine Gallery
Thomas Saraceno
Thomas Saraceno präsentierte in der Serpentine Gallery in London eine experimentelle Ausstellung, bei der er die Grenzen zwischen Kunstinstitution und Natur aufhob. Durch das Öffnen aller Türen und das Ausschalten der Klimaanlage ermöglichte er ein direktes Zusammenspiel zwischen Museumsraum, Umwelt und Besuchern. Diese Geste thematisiert den oft übersehenen Energieverbrauch kultureller Einrichtungen und setzt ein kraftvolles Statement für klimabewusstere Kunstausübung.
Ausstellung in Paris (mit Hunde-Relikten und Gedicht)
Michel Houellebecq
Kunstausstellung von Michel Houellebecq in Paris mit einem Raum voller persönlicher Reliquien seines verstorbenen Hundes, kombiniert mit einem emotionalen Gedicht über bedingungslose Tierliebe. Die konzeptuelle Installation erforscht Trauer und die tiefe emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier.
Ausstellung über die Kindertransporte
Die Ausstellung der Deutschen Nationalbibliothek dokumentiert die Flucht von etwa 20.000 Kindern und Jugendlichen zwischen November 1938 und September 1939 auf sogenannten Kindertransporten, mindestens 600 davon stammten aus Frankfurt. Eltern hofften auf eine kurze Trennung, doch diese wurde zur dauerhaften Trennung mit bleibenden Traumatisierungen für die Kinder. Während die Flucht physische Rettung bedeutete, führte sie zugleich zu Schuldgefühlen, fehlendem familiären Verständnis und in den Aufnahmeländern oft zu enormem Anpassungsdruck sowie teilweise nicht altersgerechten Lebensbedingungen.
Ausstellung über Essen im Jüdischen Museum
Das Jüdische Museum Berlin zeigte die Ausstellung "Koscher & Co. Über Essen und Religion", die die jüdischen Speisegesetze (Kaschrut) verständlich erklärt. Besucher lernen, dass nicht nur Lebensmittel, sondern auch Kochgeschirr koscher sein müssen und dass Milch und Fleisch nicht gemeinsam gegessen werden dürfen. Ausstellungsstücke, Spiele und Interviews vermitteln diese Regeln anschaulich. Ein innovatives Feature ermöglichte es Besuchern, mit einem codierten Plastiklöffel Rezepte zu sammeln und später nachzukochen.
Ausstellung über Essen und seine Bedeutung
Eat Art ist eine Kunstrichtung, die 1970 in Düsseldorf durch den Künstler Daniel Spoerri begründet wurde und Lebensmittel als künstlerisches Material nutzt. Das Konzept verbindet die Kunst bewusst mit alltäglicher Lebenspraxis und verbindet dies häufig mit Sozialkritik, etwa zur Überflussproduktion und Abfallwirtschaft in der Konsumgesellschaft. Die Ausstellung in der Kunsthalle Düsseldorf dokumentiert die Entwicklung von den historischen Anfängen bis zur internationalen Gegenwartskunst seit den 1990er Jahren und setzt sich mit zeitgenössischen Themen wie Identitätsbildung durch Essgewohnheiten, moderne Ernährungslehren und globalisierungskritischen Fragen der Nahrungsmittelproduktion auseinander.
Ausstellung über verfolgte Künstler in Bayreuth
Das Kunstmuseum Bayreuth zeigt in der Ausstellung „AugenZeugen mit Stift und Kamera" zwei künstlerische Positionen, die die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts dokumentieren. Max Beckmann (1884–1950) hielt mit intensiven Grafiken aus seinen Mappen wie „Berliner Reise" (1922) das urbane Leben, Kriegserlebnisse und alltägliche Szenen fest und wurde in der NS-Zeit als „entarteter Künstler" diffamiert und ins Exil gezwungen. Der Fotograf Armand Besch (1872–1955) dokumentierte ebenfalls seine Zeit – von historischen Ereignissen über Straßenleben bis zu idyllischen Naturdarstellungen – und experimentierte dabei mit modernsten fotografischen Techniken. Beide Künstler vereint ein gemeinsames Verständnis: Sie waren Augenzeugen, die in ihren Arbeiten die Welt in einem Moment radikalen gesellschaftlichen Wandels festhielten und damit persönliche Kommentare zu ihrer Realität abgaben.
Ausstellung von Anselm Kiefer
Anselm Kiefer
Anselm Kiefers permanente Kunstinstallation in Barjac, Südfrankreich, ist eine beeindruckende Sammlung von Kunstwerken auf seinem Gelände. Die Ausstellung gilt als eine der immersivsten und faszinierendsten Kunsterfahrungen und zieht Kunstbegeisterte aus aller Welt an. Der Besuch wird oft als transformatives Erlebnis beschrieben, das tiefe Einblicke in Kiefers künstlerisches Schaffen bietet.
Ausstellung von Günter Uecker
Günter Uecker
Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt die erste Ausstellung nach dem Tod des Künstlers Günther Uecker und gleichzeitig die letzte, an der er noch selbst mitwirkte. Die Schau „Die Verletzlichkeit der Welt" (8. Februar – 14. Juni 2026) würdigt Uekers künstlerisches Erbe: Der 1930 geborene Künstler revolutionierte mit seinen charakteristischen Nagelbildern und -reliefs die Kunstgeschichte der Nachkriegszeit und prägte als Mitglied der Künstlergruppe ZERO die moderne Kunstentwicklung grundlegend. Sein Werk „Bett zum Aufwachen" von 1965 gehört zur Sammlung des Museums, mit dem Uecker eng verbunden war.
Babylon
Cyprien Gaillard
Das Videowerk zeigt Aufnahmen aus Bagdad, unterlegt mit dem sich wiederholenden Refrain „Babylon". Die künstlerische Arbeit von Cyprien Gaillard nutzt die psychologische Wirkung dieser Repetition, um die körperliche Wirkung von Folter spürbar zu machen – ganz ohne explizite Darstellung. Das Werk steht als Beispiel für politische Kunst, die Trauma und Gewalt durch subtile künstlerische Mittel vermittelt.
Babylon (Irak-Kriegs-Videoarbeit)
Cyprien Gaillard
Der Künstler schuf Videoaufnahmen während des Irak-Kriegs, die Bagdad-Szenen mit der Musik Babylon verbindet und so die Brutalität des Konflikts dokumentiert. Das Werk steht exemplarisch für politisch engagierte zeitgenössische Kunst, die sich mit Kriegsverbrechen und Folter auseinandersetzt. Die Arbeit wurde von Kunstsammlerin Julia Stoschek als bedeutsames Beispiel ihrer Sammlung hervorgehoben, das die Verbindung zwischen künstlerischer Auseinandersetzung und historischen Traumata zeigt.
Basquiat-Ausstellung in Los Angeles
Jean-Michel Basquiat
Die Gagosian-Galerie zeigt in einer neuen Ausstellung authentische Werke von Jean-Michel Basquiat aus seiner produktiven Los Angeles-Phase (1982–1984), als der Künstler auch bei Galerienleiter Larry Gagosian in Venice lebte. Die Schau reagiert auf einen Skandal von 2022, als das Orlando Museum of Art 25 vermeintlich von Basquiat stammende Bilder zeigen wollte, die jedoch vom FBI als Fälschungen beschlagnahmt wurden. Gagosian betont, dass Basquiat ein ehrenhafter Künstler war, der nicht heimlich Werke verkaufte. Kuratorisch bedeutsam ist die Neubewertung des Künstlers: Seine LA-Arbeiten widerlegen den Mythos des Street-Art-Savants und zeigen ihn stattdessen als ernsthaften Maler in der modernen Kunsttradition, inspiriert von Künstlern wie Robert Rauschenberg. Ein Highlight sind Werke, die Basquiat auf Holzgittern malte, die er von einem Gebäude hinterm Studio entfernt hatte.
Bathseba im Bade
Albrecht Altdorfer
Der Maler Cornelis Cornelisz schuf 1617 in Haarlem dieses monumentale Gemälde auf Leinwand, das die alttestamentliche Geschichte König Davids und der schönen Bathseba darstellt. Im Vordergrund eines sorgfältig gestalteten Renaissancegartens sind fünf weibliche Akte und Halbakte zu sehen; David beobachtet Bathseba beim Baden, begehrt sie und veranlasst später den Tod ihres Ehemannes Uria, um sie selbst zu heiraten. Bathseba wird daraufhin Davids Ehefrau und Mutter des späteren Königs Salomo. Cornelisz verbindet in diesem Werk akademisch-klassische Formensprache mit Manierismus-Einflüssen und nutzt das mythologische Thema, um verschiedene Variationen des weiblichen Aktes darzustellen. Die Figur Davids ist im Fenster des rechten Gebäudes nur noch schwach erkennbar, da dieser Bildteil stark nachgedunkelt ist.
Bathseba mit dem Brief König Davids
Rembrandt van Rijn
Rembrandts Ölgemälde von 1654 zeigt die biblische Szene der badenden Bathseba aus 2. Samuel 11. Die Titelfigur hält einen Brief von König David in der Hand, der sie zu sich befiehlt – ein Moment vor den tragischen Folgen dieser Begegnung. Bathseba schaut melancholisch, als ahne sie bereits ihr Schicksal: Schwangerschaft, der erzwungene Tod ihres Mannes Uria im Krieg und der Tod des gemeinsamen Kindes. Rembrandt visualisiert Davids schriftlichen Befehl, um die biblische Geschichte plastischer zu machen. Das Werk (142 × 142 cm) befindet sich im Louvre in Paris.
Bauhaus-Grafik (Grammophon)
László Moholy-Nagy
Das Bauhausbuch von László Moholy-Nagy dokumentiert sein innovatives Werk an der Schnittstelle von Malerei, Fotografie und Film. Eine Grafik des Künstlers, die ein Grammophon zeigt, war der Ausgangspunkt für Friedrich Kittlers einflussreiches Werk „Grammophon, Film, Typewriter" und symbolisiert Moholy-Nagys Fähigkeit, technische Medien künstlerisch zu erforschen. Das Buch illustriert damit einen Schlüsselmoment der Mediengeschichte, in dem Kunsthandwerk und Technologie verschmelzen.
Beautiful Losers
Beautiful Losers ist eine Kunstausstellung mit ironischem Namen, der Humor und tiefere Bedeutung zugleich ausdrückt. Sie zeigte Werke von Künstlern, die David Fischer sehr schätzte und die ihn später bei der Namensfindung für sein Blog-Projekt Highsnobiety inspirierten. Die Ausstellung verdeutlicht, wie zeitgenössische Kunstkultur kreative Namensfindungen im digitalen Bereich beeinflusste – durch die Kombination von spielerischem Witz und konzeptionellem Tiefgang.
Begegnungen
Eva de Maizière
Eva de Maizière war eine deutsche Künstlerin und Bildhauerin, deren Bronzeskulptur „Begegnungen" in Bad Godesberg steht. Der Artikel dokumentiert ihre künstlerische Karriere und ihre späte Hinwendung zu Aquarellen und Plastiken. Der Podcast-Gast, ihr Sohn, würdigt ihr Werk und betont dabei ihre bedeutendsten Schaffensperioden.
Begegnungen (Skulptur)
Eva de Maizière
Eva de Maizière war eine Bildhauerin, deren Werke sich in öffentlichen Räumen befinden. In Bad Godesberg steht eine ihrer bedeutenden Skulpturen mit dem Titel "Begegnungen", die ein Mädchen im Garten zeigt und das Stadtbild der Innenstadt prägt. Das Werk dokumentiert ihr künstlerisches Vermächtnis und wird als kultureller Ort wahrgenommen.
Ben de Biel Fotografie (Friedrichshain 1990)
Ben de Biel
Ben de Biel ist ein Fotograf, der in der Zeit des Mauerfalls eindrucksvolle fotografische Arbeiten schuf. Seine Bilder dokumentieren diesen historischen Wendepunkt aus unmittelbarer Nähe und zeigen die Atmosphäre dieser transformativen Periode in Berlin. Ein Foto aus Friedrichshain wird als persönlich bedeutsames Schlüsselbild hervorgehoben, das die historische Relevanz seiner Arbeit unterstreicht.
Bernsteinzimmer
Das Bernsteinzimmer war eine prunkvolle Kunstkammer des 18. Jahrhunderts, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis geraubt und seitdem verschollen ist. Der Artikel von GEO untersucht diesen berühmtesten Fall von Kriegsbeute und beleuchtet die ungeklärten Fragen um den Verbleib dieses einzigartigen Kulturschatzes. Das Thema verdeutlicht die systematische Plünderung von Kunstwerken während des Nazi-Regimes und die bis heute andauernden Bemühungen, geraubte Kulturgüter zu lokalisieren.
Bild von Richie Kölver
Richie Kölver
Kunstwerk des deutschen Künstlers Richie Kölver, der für seine künstlerische Arbeit und seine turbulente Vergangenheit mit Drogenabhängigkeit bekannt ist. Das Bild symbolisiert die gesellschaftliche Faszination mit Künstlern, deren Leben von Bruch und Leiden geprägt sind – eine Anziehung, die nachvollziehbar wirkt, aber auch die problematische Romantisierung von zerstörerischen Lebensläufen offenbart.
Bird's Nest (Nationalstadion Peking)
Ai Weiwei / Herzog & de Meuron
Der Entwurf des Olympiastadions in Peking (Bird's Nest) ist eine revolutionäre Zusammenarbeit zwischen dem chinesischen Künstler Ai Weiwei und den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron. Das Stadion zeichnet sich dadurch aus, dass Struktur und Dekoration eine Einheit bilden – ein innovativer Ansatz, bei dem die Architektur die Essenz eines Tiergartens nicht nur visuell, sondern auch funktional und strukturell interpretiert. Der Artikel dokumentiert einen Meilenstein der modernen Architektur, bei dem künstlerische Vision und technische Expertise verschmelzen.