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Artikel über den Fall Montgazon und die Berliner Spiritus-Fehlgutachten
Uta Eisenhardt
Uta Eisenhardt dokumentiert in diesem Recherche-Text den Fall Montgazon sowie weitere Fälle, in denen das LKA Berlin fehlerhafte Gutachten zu Spiritus-Vergiftungen erstellt hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie es zu systematischen Fehleinschätzungen bei forensischen Gutachten kommen konnte und welche Konsequenzen diese für die betroffenen Personen hatten. Der Text ist die journalistische Grundlage einer Podcast-Folge, in der Andreas Sentker (ZEIT) mit Eisenhardt über die recherchierten Fälle spricht.
Artikel über den Fall Oliver H. und Suizidassistenz
Martina Keller
Zwei Ärzte haben psychisch kranken Menschen beim Suizid assistiert. Durften sie das?
Artikel über den Fall Pascal und Heiko Maas
Daniel Müller
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und zwei ihrer Minister müssen sich vor einem Untersuchungsausschuss für ihre Afghanistan-Politik verantworten, nachdem die Taliban 2021 Kabul eroberten. Sie waren politisch verantwortlich für die deutsche Außenpolitik während dieses Zeitraums und müssen nun ihre Entscheidungen und Handlungen vor dem Gremium rechtfertigen. Der Fall wirft auch Fragen zur politischen Glaubwürdigkeit auf: Der damalige Justizminister Heiko Maas kritisierte Justizentscheidungen öffentlich, dementierte dies später aber über eine Sprecherin. Die Aussagen dieser Politiker gelten als zentral für die Aufarbeitung der deutschen Verantwortung beim Scheitern der Afghanistan-Mission und bei den Folgen des Talibanaufstiegs.
Artikel über den Fall Susanne Schmidt
Sabine Rückert
Vier Folgen von Sabine Rückerts True-Crime-Podcast "Zeit Verbrechen" wurden verfilmt. Für die Journalistin ist ein Film besonders berührend.
Artikel über den Fall Y am Amtsgericht Bernau
Thomas Melzer
Thomas Melzer dokumentiert in diesem ZEIT-Artikel einen Polizeieinsatz in einem Regionalexpress bei Bernau, der durch die militärische Aufmachung eines Fahrgasts ausgelöst wurde. Der Bericht löste rege Leserreaktionen aus, viele Kommentatoren berichteten von ihren eigenen Erlebnissen im betroffenen Zug.
Artikel über den Familienstreit bei Ernsting's Family und Ludwig Gies
Reportage aus dem Spiegel über einen Familienstreit bei Ernsting's Family, ausgelöst durch ein Nazi-Kunstwerk des Bildhauers Ludwig Gies in der Firmenzentrale. Die Familie spaltet sich in die Frage, ob die Skulptur entfernt oder im historischen Kontext bewahrt werden soll – ein Konflikt zwischen Verantwortung und Geschichtsverständnis.
Artikel über den globalen Süden
Alan Posener
Posener hinterfragt in seinem Artikel die Erzählung vom „globalen Süden" als gedankliche Konstruktion. Er argumentiert, dass die Länder des Südens – von Australien bis zu den Tigerstaaten – zu unterschiedlich sind, um unter einem Sammelbegriff zusammengefasst zu werden. Damit widerspricht er Thesen vom Bedeutungsverlust des Westens.
Artikel über den Golden State Killer und DNA-Ahnenforschung
Max Rauner
DNA-Ahnenforschung wird als neue kriminaltechnische Methode genutzt, um Mörder Jahrzehnte nach ihren Taten zu überführen – wie beim Fall Golden State Killer oder dem Doppelmord von Linköping. Die Technik basiert auf der Erkenntnis, dass fast jeder Mensch mit Verbrechern verwandt ist und diese Verbindungen über genealogische Datenbanken nachverfolgbar sind. Deutschland ist als Forschungsstandort stark benachteiligt, da alte Kirchenbücher nicht digitalisiert sind und Genealogen mühsam von Standesamt zu Standesamt recherchieren müssen, während andere Länder über vollständig digitalisierte Archive verfügen.
Artikel über den Hafermilchmann
Nina Pauer
Nina Pauer beschreibt in diesem Artikel einen neuen Männertypus, den sie 'Hafermilchmann' nennt: ein moderner Mann, der pflanzliche Ernährung (Hafermilch statt Kuhmilch), Meditation, Achtsamkeit und Körperoptimierung miteinander verbindet. Der Begriff steht für eine Generation von Männern, die sich um Gesundheit, Selbstoptimierung und einen bewussteren Lebensstil bemühen. Pauer analysiert diesen Typus mit einer Mischung aus Beobachtung und Ironie als kulturelles Phänomen der 2010er/2020er Jahre.
Artikel über den Herrnhuter Stern
Der Herrnhuter Stern ist ein traditioneller Adventsstern, der seit dem 19. Jahrhundert von der Herrnhuter Brüdergemeine in der Oberlausitz hergestellt wird. Was als schlichtes Bastelprojekt in Internatsschulen begann, ist heute ein begehrtes Kulturobjekt mit langer Geschichte und wachsendem Hype: Auf Plattformen wie eBay werden für originalgetreue Exemplare teils hohe Summen geboten. Der ZEIT-Artikel im Ressort 'Entdecken' beleuchtet die religiösen Wurzeln, die handwerkliche Tradition und die erstaunliche Popularität des 26-zackigen Sterns als Symbol der Adventszeit.
Artikel über den Isenheimer Altar und Schmerzgesellschaft
Jörg Scheller
Jörg Schellers Feuilleton-Text behandelt den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald als künstlerische Auseinandersetzung mit dem Leiden am Kreuz. Der Text interpretiert diese klassische christliche Ikonografie als Gegenpol zur modernen gesellschaftlichen Tendenz der totalen Schmerzvermeidung und stellt die künstlerische Darstellung von Leid als kulturelle und philosophische Notwendigkeit dar. Der Isenheimer Altar, eines der bedeutendsten Werke der deutschen Kunstgeschichte, dient Scheller als Reflexionspunkt für die Frage, wie eine Gesellschaft mit Leiden und Schmerz umgeht und welche Bedeutung deren künstlerische Darstellung hat. Das Werk wird damit nicht nur kunsthistorisch betrachtet, sondern als zeitlose Mahnung gegen eine Kultur der Schmerzverleugnung verstanden.
Artikel über den Mittleren Osten und westliche Interventionen
Bernd Ulrich
Bernd Ulrich argumentiert in seinem ZEIT-Artikel, dass die USA im Mittleren Osten Kriege nach einem wiederkehrenden Muster führen: Trump bombt und prahlt von neuen Siegen, ignoriert aber die historische Vorgeschichte und bisherigen Fehlschläge. Der zentrale Gedanke besagt, dass Militärinterventionen die USA selbst zum strategischen Spielball regionaler Mächte machen statt ihnen Kontrolle zu sichern. Ulrich formuliert fünf zentrale Lektionen aus Iran, Irak und Afghanistan und fordert eine Neubewertung westlicher Außenpolitik.
Artikel über den Mordfall Marwa El-Sherbini
Sabine Rückert
Am 1. Juli 2009 wurde die ägyptische Apothekerin Marwa El-Sherbini im Dresdner Landgericht von Axel W. mit 18 Messerstichen getötet – während sie als Zeugin aussagte, weil er sie zuvor als Terroristin beschimpft hatte. Sabine Rückert analysiert, wie das deutsche Rechtssystem in diesem Fall strukturell versagte: Richter, Justizbeamte und Staatsanwälte handelten jeweils nach Vorschrift, und trotzdem wurde eine Frau im Schutzraum eines Gerichtssaals ermordet. Der Fall gilt als erstes rassistisch motiviertes Attentat auf eine Muslimin in Deutschland und löste international, besonders in der arabischen Welt, Entsetzen aus. Die zentrale These des Textes: Nicht böser Wille, sondern das Zusammenspiel von Gleichgültigkeit, Bürokratie und fehlender Sensibilität ermöglichte die Tat.
Artikel über den Mut der iranischen Frauen
Sabine Rückert
Sabine Rückert analysiert in diesem ZEIT-Stück die iranischen Frauenproteste der Bewegung 'Frau, Leben, Freiheit', die nach dem Tod von Mahsa Amini im September 2022 ausbrachen. Im Mittelpunkt steht die Frage, woher iranische Frauen die Kraft und den Mut nehmen, trotz brutaler Repression auf die Straße zu gehen und ihr Leben zu riskieren. Rückert beleuchtet die psychologischen, historischen und gesellschaftlichen Wurzeln dieses Widerstands gegen das Regime.
Artikel über den Neid
Rolf Dobelli
Rolf Dobelli bezeichnet Neid als die idiotischste aller Emotionen, da sie keinen Nutzen bringe und nur destruktiv wirke. Evolutionaer half Neid zwar beim Ueberleben, doch in der modernen Welt fuehrt staendiges Vergleichen mit aehnlichen Personen (Alter, Beruf, Lebensstil) nur zu Unzufriedenheit. Dobelli empfiehlt zwei Strategien: Erstens, Vergleiche konsequent zu meiden, und zweitens, den eigenen Circle of Competence zu finden und darin fuehrend zu werden — egal wie klein dieser Bereich ist. Zudem raet er zu bescheidenem Lebensstil, da sichtbarer Reichtum Neid provoziert.
Artikel über den Pixar-Film WALL-E
Wolfgang M. Schmidt
Wolfgang M. Schmidt analysiert in der ZEIT den Pixar-Film WALL-E (2008) als politisches Gleichnis. Im Film sind die Menschen der Zukunft durch Passivität und technologischen Komfort entmündigt: dick, bewegungsunfähig, in schwebenden Sesseln, das Essen direkt in den Mund gereicht. Lars Weisbrod zitiert den Artikel im Kontext von Carl Schmitts Staatsphilosophie – WALL-E illustriert Schmitts Albtraum einer vollständig neutralisierten, entpolitisierten Gesellschaft, in der Menschen nur noch verwaltet statt regiert werden. Der Film wird damit zur dystopischen Warnung vor einer Welt ohne politischen Willen und Selbstbestimmung.
Artikel über den Romance-Scamming-Fall
Andreas Sentker
Romance Scamming bezeichnet Betrug über gefälschte romantische Online-Beziehungen, meist um Geld zu ergaunern. In diesem Fall ist die moralische Bewertung komplex: Die vermeintlichen Täter agieren in strukturierten kriminellen Netzwerken und sind oft selbst Opfer von Menschenhandel oder Zwang. Andreas Sentker beleuchtet diesen Fall aus einer journalistisch zurückhaltenden Perspektive und räumt im Nachhinein ein, dass er manche Gewichtungen – insbesondere bei der Täter-Opfer-Frage – heute anders setzen würde. Der Artikel ist relevant, weil er die gesellschaftliche und ethische Dimension von Romance Scamming jenseits einfacher Schuldzuweisungen auslotet.
Artikel über den Rotlicht-Kiez-Prozess in der Zeit
Ursula März
Ursula März berichtet 2016 als Gerichtsbeobachterin vom Prozess am Berliner Landgericht gegen Zuhälter und Menschenhändler aus dem Rotlicht-Milieu rund um die Potsdamer Straße. Die Potsdamer Straße gilt als eines der letzten verbliebenen Straßenstrich-Gebiete im Berliner Westen. Der Prozess beleuchtet die Strukturen organisierter Kriminalität im Sexgewerbe, die Lebensverhältnisse der betroffenen Frauen und die juristische Aufarbeitung vor Gericht. März, bekannt als Literaturkritikerin der ZEIT, schreibt hier als Reporterin über ein urbanes Milieu, das selten so nah beleuchtet wird.
Artikel über den Rückschaufehler in der Pandemie
Jakob Simmank / Johannes Schneider
Der Artikel von Jakob Simmank und Johannes Schneider behandelt den kognitiven Rückschaufehler (Hindsight Bias) bei der nachträglichen Bewertung von Pandemie-Entscheidungen. Menschen neigen dazu, im Rückblick zu glauben, sie hätten den Ausgang von Ereignissen vorhersehen können – was zu ungerechtfertigter Kritik an damaligen Entscheidungsträgern führt. Die Autoren argumentieren, dass Maßnahmen wie Lockdowns oder Schulschließungen unter den damaligen Informationsbedingungen bewertet werden müssen, nicht mit dem Wissen von heute. Der Artikel ist relevant, weil er eine differenzierte Perspektive auf die gesellschaftliche Aufarbeitung der Pandemie bietet.
Artikel über den Unfall in Malchin
Andreas Sentker
Ein in der ZEIT erschienener Artikel von Andreas Sentker über einen konkreten Unfall in Malchin (Mecklenburg-Vorpommern). Tim Geier verweist im Podcast auf diesen Artikel als eigene Veröffentlichung, was darauf hindeutet, dass er selbst in den geschilderten Fall involviert war oder als Experte zitiert wurde. Der Artikel dürfte einen realen Unfall aus medizinischer, juristischer oder gesellschaftlicher Perspektive beleuchten. Sentker ist Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT und behandelt häufig Fälle an der Schnittstelle von Medizin, Recht und Gesellschaft.
Artikel über den US-Industrieboom
Paul Krugman
Paul Krugman argumentiert, dass Bidens Industriepolitik einen Produktionsboom ausgeloest hat, den Trumps Zollpolitik und Steuersenkungen nie erreichten. Zwei Gesetze treiben den Boom: der Inflation Reduction Act (Subventionen fuer gruene Energie) und der CHIPS Act (heimische Halbleiterproduktion). Waehrend Trumps Steuerreform 2017 und Handelskrieg keinen sichtbaren Effekt auf die Produktion hatten, hat sich unter Biden die Bauinvestition in Fabriken innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Krugman raeumt ein, dass die USA eine Dienstleistungsgesellschaft bleiben und das Beschaeftigungsniveau der 1970er nicht zurueckkehrt, sieht den Boom aber als wirtschaftlich gerechtfertigt — er stuetzt strukturschwache Regionen, Arbeiter ohne Hochschulabschluss und den Klimaschutz.
Artikel über den Vibeshift-Blogbeitrag
Der Begriff 'Vibeshift' wurde vom Kulturkritiker Sean Monahan in seinem Substack-Newsletter '8Ball' geprägt und beschreibt einen spürbaren kollektiven Stimmungswandel in der westlichen Populärkultur. Monahan argumentierte, dass sich nach Jahren des Ironismus und der Nostalgie eine neue kulturelle Energie entfaltet, die authentische Emotionalität und Direktheit bevorzugt. Die Financial Times griff das Konzept auf, nachdem der Begriff durch eine Berichterstattung im New York Magazine einem breiteren Publikum bekannt wurde. Der Artikel beleuchtet, wie sich dieser Wandel in Mode, Musik und sozialen Medien manifestiert.
Artikel über den Wandel linksliberaler Überwachungskritik
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung analysierte, wie das linksliberale Milieu seine an Michel Foucault angelehnte Kritik an staatlichen Überwachungsinstrumenten während der Corona-Pandemie aufgegeben hat. Jahrelang dominierten foucaultsche Machtanalysen die linke Auseinandersetzung mit Überwachung, Biopolitik und staatlicher Kontrolle. In der Pandemie aber stimmten viele Vertreter dieses Milieus staatlichen Maßnahmen wie Kontaktnachverfolgung, Impfpflicht-Debatten und Bewegungseinschränkungen zu – trotz ihrer früheren Skepsis gegenüber genau solchen Instrumenten. Der Artikel fragt, ob dies ein prinzipieller Gesinnungswandel ist oder pragmatische Ausnahme.
Artikel über den Zustand der deutschen Wirtschaft
Roman Pletter
Roman Pletter ist stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft der ZEIT in Hamburg. Er hat Volkswirtschafslehre studiert und die Kölner Journalistenschule
Artikel über deutsche Intellektuelle und Aktivismus
Der NZZ-Artikel analysiert einen Generationenwechsel unter deutschen Intellektuellen: Statt der alten 'weisen Männer' prägen nun jüngere Figuren wie Carolin Emcke, Jan Böhmermann und Sophie Passmann den öffentlichen Diskurs. Kritisiert wird, dass diese neue Generation kaum zwischen intellektuellem Denken und politischem Aktivismus trennt. Emcke und Böhmermann fehle Selbstironie und Leichtigkeit, während Passmann positiver bewertet wird. Der Artikel stellt die Frage, ob öffentliche Intellektuelle noch eigenständig denken oder primär moralisch mobilisieren.
Artikel über Deutschland-Diskurs in der Süddeutschen Zeitung
Peter Richter
Peter Richter beschreibt in diesem SZ-Stück, wie sich das internationale Ansehen Deutschlands gewandelt hat. Das Klischee deutscher Effizienz und Zuverlässigkeit steht zur Debatte, nachdem Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft in der Wahrnehmung des Auslands zunehmend als marode gelten. Richter illustriert diesen Imagewandel anhand einer konkreten Szene und fragt, was vom alten Deutschlandbild noch übrig ist.
Artikel über Diagnosewahn und Influencer
Der Artikel kritisiert den Trend, dass Influencerinnen und Influencer auf Social Media psychologische Diagnosen popularisieren und verbreiten, die oft wenig mit der klinischen Realität zu tun haben. Immer mehr Menschen diagnostizieren sich selbst oder andere öffentlich mit Störungen wie ADHS, Borderline oder Autismus, beeinflusst durch vereinfachte Darstellungen in sozialen Medien. Die Autorin Nina Pauer argumentiert, dass diese Popularisierung das Verständnis psychischer Erkrankungen verzerrt und die Grenze zwischen echter Diagnose und Selbststilisierung verwischt.
Artikel über die Auserwähltheit des Volkes Israel
Jonathan Rosenblum
Jonathan Rosenblum untersucht in seinem Text das jüdische Konzept der Auserwähltheit, das in der Tora verankert ist. Die historische Interpretation, dass die Juden von Gott als besonderes Volk ausgewählt wurden, führte über lange Zeit zu einer bewussten Abgrenzung von anderen Völkern. Der Artikel beleuchtet die Spannung zwischen diesem biblischen Verständnis und der modernen jüdischen Identität. Rosenblum hinterfragt, wie dieses klassische theologische Konzept im Kontext des zeitgenössischen Judentums neu verstanden und gelebt werden kann.
Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzung
Erika Fuchs hat Donald Duck und andere Disney-Figuren ab den 1950er Jahren ins Deutsche übersetzt und dabei eine legendäre, literarisch anspruchsvolle Sprache geprägt. Nun plant der Egmont-Verlag, diese klassischen Übersetzungen zu überarbeiten, um sie an heutige Sprachsensibilitäten anzupassen. Der Artikel beleuchtet die Debatte, ob und wie kulturelles Erbe verändert werden darf, und welche Verantwortung Verlage gegenüber dem Originalwerk und dem Publikum tragen. Kritiker sehen in der Überarbeitung einen Eingriff in ein kulturhistorisch bedeutsames Werk.
Artikel über die Bearbeitung der Erika-Fuchs-Übersetzungen von Donald Duck
Erika Fuchs übersetzte die Donald-Duck-Comics von 1951 bis 1988 ins Deutsche und prägte dabei eine eigene literarische Sprache mit Konjunktiven, Zitaten aus der Hochkultur und dem sogenannten 'Erikativ'. Nun sollen ihre Übersetzungen in Neuausgaben bearbeitet werden, um sie an heutige moralische und sprachliche Standards anzupassen. Der Artikel diskutiert, ob solche Eingriffe in historische Übersetzungsleistungen legitim sind oder kulturelles Erbe beschädigen. Er steht im Kontext einer breiteren Debatte um das Redigieren klassischer Texte – ähnlich wie bei Roald Dahl oder Karl May.
Artikel über die Bestattung des Boston-Marathon-Attentäters
Nach dem Tod von Tamerlan Tsarnaev, einem der beiden Täter des Boston-Marathon-Anschlags vom April 2013, gestaltete sich die Suche nach einem Begräbnisort als außergewöhnlich schwierig. Friedhöfe in Massachusetts und anderen US-Bundesstaaten verweigerten die Beisetzung, Bürger protestierten lautstark gegen jede mögliche Grabstätte. Der Fall wirft grundlegende Fragen über das kulturelle und religiöse Recht auf ein würdiges Begräbnis auf – selbst für Menschen, die schwere Verbrechen begangen haben. Die Kontroverse zeigt, wie tief das Bedürfnis nach symbolischer Ausgrenzung in Trauerpraktiken verankert ist.
Artikel über die Bismarcks im Sachsenwald
Klaus Wiegrefe
Die Familie von Bismarck profitiert in ihrem Sachsenwald von einem einzigartigen Steuerprivileg: Die ansässigen Firmen führen dort Gewerbesteuer ab, die mehrere Millionen Euro jährlich der Familie zugutekommt. Der Familiengesprecher verweigert eine öffentliche Stellungnahme darüber, wie diese Gelder verwendet werden. Politiker verlangen nun volle Transparenz und Rechenschaft über die Mittelverwendung. Der Spiegel-Artikel von Klaus Wiegrefe dokumentiert dieses von investigativen Medienprojekten aufgedeckte Phänomen, das Fragen zur Legitimität dieses Privileges aufwirft.
Artikel über die Blutbuch-Kür beim Deutschen Buchpreis
»Dieser Preis ist nicht nur für mich«: Aus Solidarität mit den iranischen Frauen rasiert sich Kim de l
Artikel über die Boomer-Generation
Tilman Prüfer
Tilman Prüfers Artikel in der ZEIT verteidigt die Boomer-Generation gegen pauschale Kritik und würdigt ihren Einfluss auf Popkultur und Technologie. Prüfer argumentiert, dass Boomer die Grundlagen der modernen Welt schafften – von Queen über Steve Jobs bis Techno – und damit nachfolgenden Generationen Freiräume für persönliche Entfaltung ermöglichten.
Artikel über die Brüder Grimm
Jennifer Wilson rezensiert Ann Schmiesings Biografie der Brueder Grimm, die erste englischsprachige seit ueber fuenfzig Jahren. Jacob und Wilhelm Grimm stammten aus einer buergerlichen Familie in Hessen, die einen dramatischen Vermoegensverlust erlitt – ein Schicksalsschlag, der sich in ihren Maerchen spiegelt: Aschenputtel wird von einer 'Vom-Reichtum-zum-Elend-zum-Reichtum'-Geschichte gepraegt, was die eigene Biografie der Brueder widerspiegelt. Die Biografie zeigt, wie die napoleonischen Kriege und persoenliche Verluste die Brueder antrieben, ein gewaltiges Werk zu schaffen – von der Maerchensammlung (in 170 Sprachen uebersetzt) ueber mittelalterliche Literaturforschung bis zum monumentalen Deutschen Woerterbuch und Jacobs linguistischer Entdeckung des Grimmschen Gesetzes.
Artikel über die Christian-Scherz-Doku auf Übermedien
Stefan Niggemeier
Der Medienjournalist Stefan Niggemeier kritisiert eine ARD-Dokumentation, die Anwalt Christian Schertz als Vorkämpfer der #MeToo-Bewegung würdigt. Die Sendung würdigt Schertz dafür, das System des Filmemachers Dieter Wedel öffentlich gemacht zu haben, blendet aber wesentliche kritische Aspekte aus. Niggemeiers Artikel auf Übermedien zeigte sich unkritisch gegenüber der Darstellung und hinterfragte die einseitige Erzählung. Diese Medienkritik verdeutlicht, wie öffentlich-rechtliche Dokumentationen einzelne Personen gezielt inszenieren können, ohne ihre Rolle vollständig und kritisch zu beleuchten.
Artikel über die Documenta-Debatte
Eva Menasse
Eva Menasse kritisiert in ihrem Spiegel-Kommentar die deutsche Debatte über antisemitische Kunstwerke auf der Documenta 2022. Sie argumentiert, dass die Fixierung auf symbolische Probleme – wie ein indonesischer Wandteppich mit antisemitischen Karikaturen – von realen, lebensbedrohlichen Gefahren ablenkt, etwa von eliminatorischem Antisemitismus und bewaffneten Angriffen auf Synagogen in Deutschland. Menasse hinterfragt die deutsche Neigung zu Symbolpolitik und stellt provokativ dar, welche Bedrohungen tatsächlich ernst zu nehmen sind. Der Artikel setzt sich damit kritisch mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth und der öffentlichen Skandalisierung auseinander und plädiert für eine Priorisierung echter Sicherheitsrisiken gegenüber kunsthistorischen Kontroversen.
Artikel über die Epstein-Files und US-Politik
Majid Sattar
FAZ-Korrespondent Majid Sattar analysiert aus Washington die politische Reaktion auf die Veröffentlichung der Epstein-Akten. Im Mittelpunkt steht Handelsminister Howard Lutnick, dem Sattar nachweisbare Lügen im Zusammenhang mit Epstein vorwirft. Sattar kritisiert, dass beide Parteien die Akten instrumentalisieren: Republikaner richten sie gegen Clinton, Demokraten nutzen sie für eigene Angriffe. Echte politische Konsequenzen bleiben aus – der Skandal dient vor allem als Munition im Parteienkampf.
Artikel über die Finanzfluss-App
Finance Forward
Finanzfluss vs. Meta, Porsches Kreditkartenumzug, neues Kapitel für Banxware-Gründer und ein Alchemisten-Start-up: Das und vieles mehr in unserem wöchentlichen Newsletter „Finance Forward“.
Artikel über die Freude an der Unvernunft
Hanno Rauterberg
Unvernünftig sind immer nur die anderen: fliegen, fahren SUV, glauben Trump. Doch nicht die Unvernunft ist das Problem unserer Zeit, sondern die Krise der Vernunft.
Artikel über die Gefahren beim Öffnen von Grabstätten
Ob bei Indiana Jones oder Die Mumie: In Filmen warten in Grabstätten oft gefährliche Fallen und giftige Substanzen auf Archäologen. Alles Fiktion – oder gab es solche Schutzmaßnahmen wirklich?
Artikel über die Geschichte der mRNA-Impfstoffentwicklung
Die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 wirkte wie ein wissenschaftliches Wunder, hat aber eine über 70 Jahre lange Vorgeschichte. Bereits in den 1950er Jahren legten Forscher die molekularbiologischen Grundlagen für die Nutzung von Boten-RNA als Wirkstoff. Entscheidend waren unter anderem die jahrzehntelangen Arbeiten von Katalin Karikó, die trotz wiederholter Rückschläge an der mRNA-Technologie festhielt. Das ZEIT-Wissensressort unter Andreas Sentker erklärt, warum die scheinbar blitzschnelle Impfstoffentwicklung 2020/21 in Wirklichkeit das Ergebnis langer wissenschaftlicher Geduld war.
Artikel über die Gründung der HFF München
Die Süddeutsche Zeitung berichtete im Feuilleton über die bevorstehende Gründung der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München, die 1966 ins Leben gerufen wurde. Der Artikel kündigte die neue staatliche Filmhochschule als erste ihrer Art in Deutschland an und informierte über Bewerbungsmöglichkeiten für den ersten Jahrgang. Für Wim Wenders, der den Artikel zufällig in Paris fand, wurde er zum Lebenswendepunkt: Er brach seinen Parisaufenthalt ab und bewarb sich erfolgreich – als einer der ersten Studenten der HFF München.
Artikel über die Grünen als Sündenbock
Bernd Ulrich
Bernd Ulrich analysiert, warum die Grünen zur bevorzugten Zielscheibe gesellschaftlicher Aggressionen geworden sind. Die Partei wird für Probleme verantwortlich gemacht, die weit über ihren tatsächlichen politischen Einfluss hinausgehen. Ulrich argumentiert, dass diese Sündenbock-Funktion ein Symptom tieferer gesellschaftlicher Spannungen und Orientierungslosigkeit ist. Der Artikel hinterfragt, ob die heftigen Anfeindungen sachlich begründet sind oder eher psychologisch-politische Projektionen darstellen.
Artikel über die innere Hausfrau
Nina Pauer
Der Artikel behandelt die Diskrepanz zwischen der Emanzipation von Frauen und ihrem tatsächlichen Verhalten im Haushalt. Autorin Nina Pauer argumentiert, dass moderne Frauen unbewusst in traditionelle Geschlechterrollen verfallen – sie waschen, räumen hinter Partnern auf und übernehmen selbstverständlich Haushaltsarbeiten, obwohl sie sich als emanzipiert verstehen. Pauer bezeichnet dieses Phänomen als die innere Hausfrau, ein internalisiertes Rollenmuster, das stärker nachwirkt, als Frauen sich eingestehen. Sie plädiert dafür, dass Frauen bewusst lernen sollten, diese automatischen Verhaltensmuster zu durchbrechen und die Füße hochzulegen – also sich von der unbewussten Verpflichtung zur Haushaltsarbeit zu befreien.
Artikel über die Kohl-Jugend
Zum Ende der Ära Helmut Kohl (1998) beschrieb Die Zeit eine Generation junger Menschen, die in ihrer gesamten bewussten Kindheit und Jugend keinen anderen Bundeskanzler als Kohl erlebt hatte. Diese 'Kohl-Jugend' war politisch geprägt von 16 Jahren seiner Kanzlerschaft (1982–1998). Der Artikel thematisiert den psychologischen und kulturellen Einschnitt, den Kohls Abgang für diese Altersgruppe bedeutete. Die Parallele zur 'Merkel-Generation' macht das Thema zeitlos relevant: Wie formt ein Kanzler, der eine ganze Kindheit überdauert, das politische Bewusstsein einer Generation?
Artikel über die Krise des Theaters
Robin Detje
Robin Detje, langjähriger Theaterkritiker der ZEIT, entwickelt in diesem Artikel die These, dass die Qualität des Theaters untrennbar mit dem Zustand der Gesellschaft verbunden ist. Theater kann demnach nur so gut sein wie die Gesellschaft, in der es existiert – Stagnation im gesellschaftlichen Leben überträgt sich direkt auf die Bühne. Regisseur Thomas Ostermeier bezeichnet diesen Artikel als prägend für sein eigenes Denken über Theater. Die These ist zu einem zentralen Referenzpunkt in der deutschen Theaterdebatte über Relevanz und gesellschaftliche Funktion des Theaters geworden.
Artikel über die Lage im Iran
Ali Fathullah Nejat
Ali Fathullah Nejat, ein in Iran geborener Experte, analysiert in seinem FAZ-Artikel die Ursachen der aktuellen Protestwelle im Iran. Im Unterschied zu den Protesten vor drei Jahren, die politisch motiviert waren (etwa durch den Tod von Mahsa Amini), sieht Nejat diesmal die katastrophale wirtschaftliche Lage als entscheidenden Treiber. Hohe Inflation, Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Perspektivlosigkeit haben breite Bevölkerungsschichten mobilisiert. Diese Verschiebung vom politischen zum ökonomischen Protest macht die aktuelle Bewegung in ihrer sozialen Breite und Dynamik anders als frühere Wellen.
Artikel über die Ländereien der britischen Königsfamilie
Tradition spielt in Großbritannien eine wichtige Rolle – und sorgt dafür, dass das Königshaus liquide ist. Einige Posten, die zum royalen Wohlstand beitragen, sorgen für Erstaunen.