Artikel aus ZEIT Verbrechen
302 Artikel aus 377 Episoden · Seite 5 von 7
Josefine-Artikel
Sabine Rückert
Sabine Rückert berichtet in diesem Artikel über Josefines Leben nach einem Unglück. Sie schildert ihren Studienabbruch, ein ruheloses Leben voller Abenteuer und jahrzehntelange psychische Belastung. Der Text kombiniert Rückerts journalistische Perspektive mit Josefines eigenen Worten über ihre Schuldgefühle und das verdrängte Trauma.
K.O.-Tropfen-Übersichtsartikel
Stand: 01.01.2026: Ein aktueller Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sieht vor, den Einsatz sogenannter K.O.-Tropfen bei Sexualdelikten und beim (schweren) Raub künftig deutlich schärfer zu bes...
Kampagne zur Abschaffung der Prostitution
Emma (Magazin)
Von Margot Käßmann bis Wolfgang Niedecken: 90 Prominente fordern auf Initiative der Zeitschrift "Emma" das Ende der "modernen Sklaverei" in Deutschland. Konkretes Ziel: eine Änderung des Prostitutionsgesetzes.
Kampf um Kachelmann
Sabine Rückert
Ein ausführlicher ZEIT-Artikel von Sabine Rückert über den Kachelmann-Prozess vor dem Landgericht Mannheim. Der Artikel dokumentiert die Intransparenz des Verfahrens und den systematischen Ausschluss der Öffentlichkeit durch das Gericht.
Karpfenkrimi
Stefan Willeke
Der Artikel porträtiert Herr Brummer, der täglich sein Pflegeheim besucht, um seine an Demenz erkrankte Frau zu betreuen. Anstatt sein Leben zu genießen und zu reisen, widmet er sich vollständig ihrer Pflege und zeigt damit eine tiefe Liebe und Aufopferung. Die Geschichte thematisiert Pflicht, Hingabe und den Umgang mit dem Älterwerden in einer Partnerschaft.
Kevin-Spacey-Porträt im Zeit Magazin
Anne Kunze
Das Porträt basiert auf einem Tag, den Journalistin Anne Kunze mit dem Schauspieler Kevin Spacey in Baltimore verbrachte – sein erstes großes Interview seit seinem beruflichen Rückgang. Der Artikel erschien am 15. Juni 2023, kurz vor dem Prozessauftakt gegen Spacey, und bietet Einblicke in sein Leben als sozialer Außenseiter und die Komplexität von Cancel Culture.
Kleine Verbrechen
Ursula März
Die Reihe „Kleine Verbrechen" dokumentiert alltägliche Gerichtsfälle aus dem Amtsgericht in literarisch anspruchsvollen Reportagen. Ursula März porträtiert darin menschliche Dramen hinter scheinbar banalen Vergehen wie Paketeschwund oder mehrdeutigen Angeboten. Mit Humor und psychologischem Tiefgang zeigt die Serie, dass die wahren Geschichten nicht im Rampenlicht stattfinden.
Kommt er damit davon?
Heinrich Wefing
Der Artikel von Heinrich Wefing untersucht die Frage, ob Wladimir Putin für die Kriegsverbrechen in der Ukraine vor internationalen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden kann. Wefing, Leiter des Politikressorts der ZEIT, analysiert dabei Herausforderungen bei der Beweisführung und der Anwendung des internationalen Völkerstrafrechts. Der Text bildet die Grundlage für eine tiefergehende Diskussion über Kriegsverbrechen und strafrechtliche Verfolgung.
Korrespondenzberichte für skandinavische Zeitungen (Nürnberger Prozesse)
Willy Brandt
wurde am 18. Dezember 1913 unter dem Namen Herbert Karl Frahm in Lübeck geboren. Obwohl bescheidenen Verhältnissen entstammend - seine Mutter war Verkäuferin beim Konsum -, besucht er das Lübecker Johanneum, an dem er 1932 das Abitur besteht. Bereits…
Ku'damm-Raser-Dossier (ZEIT Dossier)
Fritz Zimmermann
Das Dossier dokumentiert den Ku'damm-Raser-Fall von 2016, bei dem zwei junge Männer mit extremer Geschwindigkeit durch die Berliner Innenstadt rasten und dabei einen älteren Mann tödlich verletzten. Der Artikel kombiniert Reportage mit soziologischer Analyse der Raser-Szene und untersucht die persönlichen Hintergründe der Fahrer sowie die Frage, ob es sich um fahrlässige Tötung oder Mord handelt.
Leben nach Thea
Josef Saller
Obwohl Josef Saller Aktivist der militanten neonazistischen Partei "Nationalistische Front" (NF) ist, beschwören die Ermittler ihre beliebte "Einzeltätertheorie". Diese Theorie wird besonders dann angewendet, wenn die Taten neonazistische Hintergründe zu Tage bringen könnten.
Leitartikel zur Freilassung von Julian Assange
Holger Stark
Julian Assange, WikiLeaks-Gründer, tritt bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Freiheit im Europarat auf und kritisiert die Bedingungen seiner Freilassung scharf. Um freizukommen, musste er sich schuldig bekennen – des Journalismus. Der Artikel behandelt die weiterhin bestehende Anklage gegen Assange in den USA und den mangelnden politischen Druck auf die Biden-Administration, diese fallen zu lassen.
Massenmörder und Held
Stefan Willeke
Stefan Willeke porträtiert Radovan Karadžić, den Kriegsverbrecher und ehemals angesehenen Psychiater aus Serbien. Der Artikel beleuchtet den erschreckenden Widerspruch zwischen seiner Vergangenheit als einfühlsamer Therapeut und seiner späteren Rolle als Kriegsherr, der während des Bosnienkriegs Tausende ermorden ließ. Karadžić wurde schließlich vor dem internationalen Gerichtshof zur Rechenschaft gezogen.
Meine Helden der Strafjustiz
Sabine Rückert
Sabine Rückert stellt in ihrer ZEIT-Serie über Strafjustiz-Helden den antiken Redner Cicero vor – allerdings nicht als Staatsmann, sondern als brillanten Strafverteidiger. Der Artikel zeigt diese weniger bekannte Seite des Römers und reiht sich in die Serie vergessener Justizhelden nach Hans Litten ein.
Meldung über Serienmörder in Zentralrussland
Bericht über die Verurteilung von Russlands schlimmstem Serienmörder, der für 78 Morde an Frauen verantwortlich ist. Der Täter war in Zentralrussland aktiv und richtete sich gezielt gegen ältere Frauen. Die ungewöhnliche Opferwahl machte den Fall zum Thema des Artikels, der ursprünglich Journalist Wolfgang Bauer auf die Spur des Verbrechens brachte.
Meldung über verschwundene Fahrradfahrer in Chiapas
Der Bruder des vermissten deutschen Radfahrers (43 Jahre, aus Freigericht bei Frankfurt) hat dessen Leiche im mexikanischen Bundesstaat Chiapas identifiziert. Nach Aussage des Bruders wurde der Mann erschossen, während die mexikanische Staatsanwaltschaft zunächst von einem Unfall ausgegangen war. Parallel wurde auch ein polnischer Radfahrer tot gefunden mit Zeichen schwerer Verstümmelung. Der Fall hat in Mexiko großes Bestürzungsempfinden ausgelöst und die Fahrradgemeinde fordert in sozialen Netzwerken eine schnelle Aufklärung des Vorfalls.
Milliarden Mike
Stefan Willeke / Stefan Lebert
Porträt des Serienbetrügers Mike Wappler, der sich selbst Milliarden-Mike nennt und trotz jahrelanger Gefängnisstrafen an seinem optimistischen Weltbild festhält. Der Artikel basiert auf ausführlichen Gesprächen mit Wappler sowie Gegenrecherchen bei Ermittlern, Anwälten und Weggefährten und zeichnet die Geschichte eines Mannes, der seine betrügerischen Aktivitäten und sein Leben aus einer eigenen, fragwürdigen Perspektive rechtfertigt.
Molecular Structure of Nucleic Acids: A Structure for Deoxyribose Nucleic Acid
James Watson, Francis Crick
Dieser bahnbrechende Artikel präsentiert die revolutionäre Entdeckung der Doppelhelix-Struktur der DNA durch James Watson und Francis Crick. Die Publikation in der renommierten Fachzeitschrift Nature im April 1953 markiert einen Meilenstein in der Molekularbiologie und erklärt die grundlegende biologische Struktur, die für die Vererbung verantwortlich ist. Der Artikel legte den Grundstein für unser modernes Verständnis von Genetik und Molekularbiologie.
Mysteriös. 29-jähriger Hamburger seit drei Monaten vermisst
Der Artikel berichtet über das mysteriöse Verschwinden eines 29-jährigen Hamburger Informatikers, der bereits mehrere Monate vermisst wird. Nachdem das Amtsgericht eine Öffentlichkeitsfahndung genehmigt hat, berichtet das Hamburger Abendblatt über die rätselhaften Umstände des Falles, darunter die nicht angetretene Brasilien-Reise und die bisherige Zuverlässigkeit des Vermissten bei seinem Arbeitgeber. Trotz intensiver Ermittlungen liegen der Polizei bisher nur wenige verwertbare Hinweise vor.
Nachrecherche zu Fred Müller im ZEIT Kriminalmagazin
Martin Machowecz
Fred Müller, ein ehemaliger DDR-Häftling, erlebte den Mauerfall 1989 nur im Fernsehen. Zehn Jahre später kam er aus dem Gefängnis in ein fremdes, wiedervereinigtes Deutschland. Zwei Dekaden später recherchierte Martin Machowecz vom ZEIT-Büro Leipzig, wie sich Müllers Leben danach entwickelt hatte, und veröffentlichte die Nachbetrachtung im ZEIT-Kriminalmagazin.
Nachts, wenn der Teufel kam
Will Berthold
Nachts, wenn der Teufel kam (alternativ Nachts wenn der Teufel kam) ist ein in Schwarzweiß gedrehter deutscher Kriminalfilm von Robert Siodmak aus dem Jahr 1957. Das Drehbuch orientiert sich an einer Artikelserie von Will Berthold über den angeblichen Serienmörder Bruno Lüdke, der im Film von Mario Adorf verkörpert wird.
Nackter Stargeiger rastet aus
Artikel aus der Bild-Zeitung vom 1. April 2015, der über einen Skandal um den Geiger Arzberger berichtete. Die reißerische Schlagzeile markierte den Moment, in dem ein privates Problem des Musikers öffentlich wurde und in den Boulevard-Medien großflächig verbreitet wurde.
New York Magazine (Cover mit Emma Sulkowicz)
Das Intelligencer-Archiv dokumentiert Emma Sulkowicz und ihre weltberühmte Matratzen-Performance. Die Künstlerin trug eine Matratze als visuelles Protestsymbol und wurde damit zum Cover des New York Magazine. Das ikonische Bild ihrer Performance erreichte globale Aufmerksamkeit und wurde zum Symbol für mediale Präsenz und aktivistischen Protest.
New York Times (Artikel über Barbara Rae-Venter)
Der Artikel beschreibt, wie die DNA-Detektivin Barbara Rae-Venter einem entführten Mädchen half, ihre Identität wiederherzustellen. Durch genetische Ermittlungen und die Durchsuchung von DNA-Datenbanken gelang es ihr, die Person zu identifizieren – eine Methode, die Rae-Venter schnell erlernte und später selbst unterrichtete. Der Bericht zeigt, dass es möglich ist, Personen zu identifizieren, indem man die DNA entfernter Verwandter nutzt.
Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess (ZEIT-Dossier)
Tanja Stelzer, Moritz Eislinger
Das ZEIT-Dossier von Tanja Stelzer und Moritz Eislinger untersucht den Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess durch Zeitzeugenberichte. Die Autoren haben vier Zeitzeugen aufgespürt, die 75 Jahre nach dem historischen Prozess ihre Erinnerungen und Erlebnisse schildern. Das umfangreiche Werk bietet einen tiefgreifenden Zugang zu diesem zentralen Moment der Nachkriegsgeschichte.
Online-Artikel über die Hamburger Waffenbehörde
Der Artikel berichtet über einen Fall in Hamburg, bei dem die Polizei bei einem Investigativ-Journalisten nach einer Waffe suchte, die nicht existierte. Das zeigt auf, wie die Hamburger Waffenbehörde mit Ressourcenmangel kämpft: Mit ihrem Personal hätte sie 13 Jahre benötigt, um alle registrierten Waffenbesitzer einmal zu kontrollieren. Der Vorfall illustriert die Effizienzprobleme und Kapazitätsgrenzen bei der Durchsetzung von Waffengesetzen.
Originalschreiben von Thomas S. an die Staatsanwaltschaft
Ein Gefangener namens Thomas S. richtete aus der Haft heraus beleidigende Schreiben an die Staatsanwaltschaft und Richter, in denen er diese als Vollidioten und Verbrecher beschimpfte. Das Magazin Focus veröffentlichte eines dieser Original-Schreiben, in dem er gegen eine Kostenrechnung von 236.000 Euro protestierte und ein Wiederaufnahmeverfahren forderte.
Panama Papers
Süddeutsche Zeitung / ICIJ
Die Panama Papers sind ein massiver Leak von über 11,5 Millionen Finanz- und Rechtsdokumenten, der vom International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) enthüllt wurde. Der Leak deckt auf, wie ein globales System von geheimen Offshore-Firmen Kriminelle, Korruptionsakteure und andere illegal handelnde Personen ermöglicht. Die Dokumente stammen von Panamanian Quellen und offenbaren die Mechanismen zur Verschleierung von Vermögen und illegalen Aktivitäten weltweit. Die Veröffentlichung durch das ICIJ Netzwerk stellt einen bedeutenden Dokumentarjournalismus-Coup dar, der die Verflechtung zwischen Finanzindustrie, Rechtsanwälten und Politikern aufzeigt.
Porträt des Cornelius Gurlitt (Spiegel-Reportage)
Özlem Gezer
Jahrzehntelang hütete Cornelius Gurlitt einen Kunstschatz aus der Nazizeit. Mit SPIEGEL-Autorin Özlem Gezer sprach er darüber 2013 zum ersten Mal - eine preisgekrönte Reportage, neu entdeckt zum 70. SPIEGEL-Geburtstag.
Porträt über Björn Gunnar Lefner in der Bunten
Das Porträt stellt Björn Gunnar Lefnaer als wohlhabenden Erben und Lebemann dar. Der Artikel erschien wenige Wochen vor einem Gerichtsverfahren, in dem Lefnaer als Zeuge aussagen sollte. Laut dem Podcast könnte diese prominente mediale Inszenierung sein selbstgefälliges Auftreten und seine Gedächtnislücken im Zeugenstand beeinflusst haben.
Porträt über Cornelius Gurlitt (Spiegel-Reportage)
Özlem Gezer
Jahrzehntelang hütete Cornelius Gurlitt einen Kunstschatz aus der Nazizeit. Mit SPIEGEL-Autorin Özlem Gezer sprach er darüber 2013 zum ersten Mal - eine preisgekrönte Reportage, neu entdeckt zum 70. SPIEGEL-Geburtstag.
Porträt über Hans Ludwig Kröber
Daniel Müller
Das Interview präsentiert Einblicke des forensischen Psychiaters Hans-Ludwig Kröber in seine klinischen Erfahrungen mit gewaltbereiten und inhaftierten Patienten. Kröber, der häufig als Gutachter in Strafverfahren tätig ist, erörtert psychische Profile und Gewalttaten bei Straftätern. Der Artikel beleuchtet die besonderen Herausforderungen in der Forensischen Psychiatrie bei der Beurteilung und Begutachtung von inhaftierten Personen.
Pro und Contra: Tempolimit 130
Der Artikel behandelt eine Debatte innerhalb der EU über strengere Regelungen für Fahranfänger. Im Fokus steht ein Vorschlag für ein generelles oder für Fahranfänger geltendes Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen. Deutschlands Verkehrsminister Wissing lehnt diesen Vorschlag ab und blockiert damit eine EU-weite Vereinbarung zur Reform der Führerscheinregeln.
Recherche der Rhein-Zeitung zum Missbrauchsfall im Saarland
Im Missbrauchsfall des 2022 verstorbenen Priesters Edmund Dillinger aus dem Bistum Trier hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken das Privathaus des Geistlichen durchsucht. Die Ermittler suchten nach Hinweisen auf mögliche Tatbeteiligte, da Dillinger jahrzehntelang Jugendliche und junge Erwachsene missbraucht haben soll. Der Fall wurde erst durch einen Fund des Neffen öffentlich, woraufhin die Ermittlungen wieder aufgenommen wurden. Die Durchsuchung sollte weitere Erkenntnisse in dem Missbrauchsfall liefern, der sich in Saarbrücken zugetragen hat.
Recherche zum Ibiza-Video
Holger Stark
Holger Stark vom ZEIT-Investigativteam rekonstruiert die Entstehungsgeschichte des Ibiza-Videos, das 2018 die österreichische Regierung zu Fall brachte. Die Recherche deckt bisher unveröffentlichte Hintergründe auf und beleuchtet die Rolle der Hauptverantwortlichen in der Wiener Halbwelt. Die Spurensuche zeigt, wie das skandalöse Videomaterial zustande kam und wer daran beteiligt war.
Recherche-Artikel über den Fall Rudi Assauer
Stefan Willeke
Der Artikel behandelt den Erbstreit um den verstorbenen Schalke-Manager Rudi Assauer. Während das Gericht die rechtliche Auseinandersetzung zwischen seinen Töchtern beendet hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft immer noch gegen die Bevollmächtigten wegen des Verdachts der Untreue. Der Journalist Stefan Willeke dokumentiert, wie sich die Ermittlungen über längere Zeit hinziehen, ohne dass bisher Ergebnisse vorliegen.
Recherchen zu den Hetzjagden in Chemnitz
Süddeutsche Zeitung
Das sächsische Landeskriminalamt bestätigt in einem vertraulichen Bericht, dass es bei den Chemnitz-Ausschreitungen 2018 tatsächlich zur gezielten Jagd auf Migranten kam – eine Einschätzung, die Recherchen von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR stützen. In Mobilfunk-Chats von Rechtsextremen aus der Region finden sich explizite Verabredungen zu Gewalt gegen vermeintliche Migranten, wobei die Täter selbst vom Begriff „Jagd" sprachen – noch bevor die öffentliche Debatte darüber entstand. Der mutmaßliche Rädelsführer der Gruppe „Revolution Chemnitz", Christian K., prahlte in mehreren Nachrichten damit, Migranten „erwischt" und Übergriffe begangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat gegen K. inzwischen ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet, während sich die Verteidiger der Beteiligten zu den Vorwürfen nicht äußern möchten. Diese Chatprotokolle klären erstmals systematisch die lange umstrittene Frage, ob es an den Chemnitzer Demonstrationen zu organisierten Hetzjagden kam – und trugen ehemals zur Entlassung des Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen bei.
Reportage über Familien von Vermissten in Deutschland
Wolfgang Bauer
In Deutschland verschwinden täglich Menschen spurlos – Wolfgang Bauers Reportage konzentriert sich auf den Fall der 25-jährigen Sabine Sickert aus Eisenach, die vor zehn Wochen verschwand und seitdem kein Lebenszeichen von sich gibt. Das Bundeskriminalamt verwaltet täglich zwischen 5500 und 6100 Vermisste, doch trotz moderner Infrastruktur, Handynetze und Datenbanken fallen Menschen ins Unergründliche. Am Beispiel von Sabines Familie wird deutlich, wie soziale Isolation und familiäre Konflikte – ein Streit mit der Mutter über deren großen Hund, eine kurzfristig aufgegebene Arbeit, eine zerbrochene Beziehung – zum Verschwinden beitragen. Der Artikel offenbart, dass die Gesellschaft und selbst nahestehende Menschen oft nicht aktiv suchen, sondern sich ihrer eigenen Verletzungen und Verstörtheit überlassen bleiben.
Reportage über Fried Müller in der ZEIT (1999)
Sabine Rückert
Der Artikel berichtet über Fred Müller, einen der letzten Häftlinge aus DDR-Zeiten, der nach dem Zusammenbruch der Deutschen Demokratischen Republik entlassen wurde. Sabine Rückert hat die Geschichte 1999 für Die Zeit dokumentiert und dabei eindringlich die Lebensbedingungen und persönlichen Auswirkungen der Haft beschrieben. Zwei Jahrzehnte später wurde die Geschichte für das ZEIT-Kriminalmagazin erneut recherchiert und aktualisiert.
Reportage über Klaus Wegner und den Abriss in Mannheim
Fritz Zimmermann
Mannheims Bauschutt aus den Nachkriegsjahren, der bei der Wiederaufbau nach der Zweiten Weltkriegszerstörung in der ganzen Stadt verteilt wurde, erweist sich bei archäologischen Ausgrabungen als unerwartet reiche Fundgrube. Das Archäologen-Team der Reiss-Engelhorn-Museen stieß bei Umgestaltungsarbeiten im Luisenpark 2021 und im alten Eisstadion 2024 auf wertvolle Objekte, die Aufschluss über Mannheims jüngste Geschichte geben. Unter den Funden befinden sich persönliche Gegenstände wie Andenkentassen und Weihwasserbecken ebenso wie Produktions- und Handelsgüter von heute verschwundenen Betrieben: eine Mineralwasserflasche der Fabrik Emil Schnarchendorff (1897–1943) und Porzellan der Mannheimer Porzellanmalerei Fritz Bensinger. Diese Fundstücke dokumentieren nicht nur das alltägliche Leben und die materiellen Werte vergangener Einwohner, sondern ermöglichen auch Rückschlüsse auf Mannheims Wirtschaftsgeschichte und helfen bei der Datierung archäologischer Schichten.
Reportage über Kriegsverbrechen in Tschetschenien
Maura Reynolds
Ein Moskauer Gericht hat den Organisator und den Todesschützen des Mordes an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja zu lebenslanger Haft verurteilt. Die 2006 erschossene Politkowskaja war eine unerschrockene Reporterin der Zeitung Nowaja Gaseta, die Korruptionsfälle und Menschenrechtsverletzungen durch russische Truppen in Tschetschenien öffentlich machte. Während die unmittelbaren Täter nun verurteilt sind, bleibt die Identität der Auftraggeber ungeklärt. Menschenrechtsaktivisten und Angehörige kritisieren, dass solange die Drahtzieher – möglicherweise aus Regierungskreisen – nicht gefasst sind, echte Gerechtigkeit ausbleibt.
Reportage über Romance Scamming
Henning Sußebach
Herr K. wurde Opfer eines Romance-Scams im Internet. ZEIT-Reporter Henning Sußebach recherchiert die Ursprünge dieses Betrugsfalls und reist nach Ghana, wo er den jungen Romance-Scammer Yao trifft. Die vierte Folge der Serie "ZEIT Verbrechen - Spurensuche" stellt die zentrale Frage, ob sich Yao selbst als Verbrecher versteht oder ob er seine Rolle im Betrugssystem anders wahrnimmt. Die 36-minütige Krimidoku verbindet die Perspektive des geschädigten Opfers mit der Sicht des Täters und erkundet damit die Motivationen hinter modernen Internetbetrügereien.
Reportage über Samuel (Deutscher Reporterpreis 2015)
Jana Simon
Die Reportage erzählt die Geschichte von Samuel aus Sachsen, der sich als junger Mann radikalisierte und zum Islamischen Staat nach Syrien reiste. Nach nur drei Monaten kehrte er nach Deutschland zurück. Die preisgekrönte Reportage von Jana Simon wirft die Frage auf, wie gefährlich dieser Rückkehrer wirklich ist und beleuchtet die Hintergründe seiner Radikalisierung und sein Abenteuer im Krieg.
Reportage über den Fall der Familie R. in Senzig
Paul Schwenn, Lennart Laberenz
In Senzig bei Berlin hat ein Vater seine Ehefrau und drei Kinder getötet und sich anschließend selbst das Leben genommen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass ein Abschiedsbrief vom Vater verfasst wurde, was auf eine geplante Tat hindeutet. Der Fall erregte großes öffentliches Mitgefühl, wie Trauergesten vor dem Familienhaus belegen. Die genauen Umstände und Motive der Tragödie waren Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen.
Reportage über den Frankfurter IS-Prozess
Emilia Smechowski
Ausführliche Reportage über einen Frankfurter Gerichtsverfahren gegen einen jungen Iraker, der der Beteiligung an Völkermord-Verbrechen der IS an Jesiden vorgeworfen wird. Der Fall basiert auf dem Tod eines jesidischen Mädchens im Irak. Die Recherche zeigt, dass solche Ermittlungen in Deutschland häufiger sind als bekannt – seit 2011 gab es in Karlsruhe über 220 ähnliche Anfangsermittlungen.
Reportage über den Kudamm-Raser-Fall
Fritz Zimmermann
Sie rasen über den Kurfürstendamm. Tempo 160. Marvin N. und Hamdi H. liefern sich im Februar 2016 ein nächtliches Rennen. Mit Bleifuß mitten durch die Stadt, auch rote Ampeln stoppen sie nicht. Bis einer in ein unbeteiligtes Auto kracht.
Reportage über den Kurfürstenstraßen-Prozess
Ursula März
Ursula März beschreibt in diesem Artikel einen Zuhälterei-Prozess rund um die Kurfürstenstraße. Der Bericht porträtiert das Milieu durch die Aussagen verschiedener Zeugen, die das Ausmaß und die Verflechtungen der illegalen Aktivitäten im Kiez enthüllen.
Reportage über den russischen Serienmörder "Maniak" (ZEIT Magazin, 7. August 2014)
Wolfgang Bauer
Wolfgang Bauers Reportage dokumentiert eine Mordserie in der russischen Wolga-Region, bei der ein Serienmörder mindestens 31 ältere Frauen getötet hat. Der Artikel rekonstruiert Bauers intensive Recherche vor Ort, die Ermittlungsarbeit der Behörden und schließlich die Verhaftung des Täters Ende 2024. Durch Zeugenberichte und persönliche Interviews wird das Verbrechen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.
Reportage über die Boko-Haram-Entführungen
Wolfgang Bauer
Im Wechsel mit den Stimmen der entführten Opfer der nigerianischen Boko Haram erklärt Wolfgang Bauer in seinem Sachbuch die Entstehungsgeschichte und soziopolitischen Hintergründe der islamistischen Terrorgruppe sowie die Rolle des korrupten Staates. Von Jutta Person
Reportagen für die Neue Zeitung (Nürnberger Prozesse)
Erich Kästner
Der Artikel behandelt die mediale Begleitung der Nürnberger Prozesse von 1945, bei denen die NS-Führungsriege vor Gericht stand. Eine arte-Dokumentation zeigt, welche prominenten Journalisten wie Erich Kästner und Erika Mann über die historischen Verhandlungen berichteten. Der Text beleuchtet die Rolle dieser literarischen Größen in der Presseberichterstattung, weist aber auch auf Lücken in der Dokumentation hin.