Kriegsverbrechen
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Medien (34)
Artikel über Kanada, Trump und die historische Allianz
Joachim Käppner
Joachim Käppner analysiert in seinem Meinungsartikel die neue Außenpolitik der Trump-Regierung gegenüber Kanada. Er kontrastiert die historisch tiefe Verbundenheit der beiden Länder mit der gegenwärtigen Behandlung Kanadas durch Washington, das die ehemals enge Beziehung jetzt brüskiert behandelt. Käppner erinnert dabei an das historische Kriegsverbrechen in der Normandie 1944, bei dem 156 kanadische Soldaten von deutschen SS-Einheiten nach dem D-Day getötet wurden. Mit diesem historischen Rückblick unterstreicht der Autor, wie beispiellos und zerstörerisch Trumps disruptive Außenpolitik für ein traditionsreiches Bündnis wirkt.
Augenzeugenbericht aus der Nähe von Butscha
Enno Lenze
Augenzeugenbericht des Kriegsreporters Enno Lenze über die Situation in Butscha nach dem russischen Rückzug. Der Text dokumentiert Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung, die von russischen Soldaten begangen wurden. Lenze war einer der ersten Journalisten, die die Stadt befuhren, und berichtet von Leichen auf den Straßen, darunter auch Kinder.
Befehl, Folter und Mord
Florian Hassel
Ukrainische Ermittler untersuchen seit Anfang April in Butscha hunderte Leichen von Zivilisten auf Spuren von Gewaltverbrechen. Die Generalstaatsanwältin Iryna Wenediktowa bestätigt 410 gefundene tote Zivilisten, von denen bereits 140 untersucht wurden und bei vielen Anhaltspunkte für Mord durch russische Truppen zeigen. Der Artikel deutet an, dass es sich nicht um vereinzelte Übergriffe einzelner Soldaten handelt, sondern um systematische Gräueltaten, die dem Muster der russischen Kriegführung entsprechen. Die Untersuchungen bilden die Grundlage für mögliche Kriegsverbrechensanklagen gegen die russische Armee.
Beitrag über Hans Franks Schuldeingeständnis
Yves Becbeder
Niklas Frank, Sohn des Kriegsverbrechers Hans Frank, hat die Briefe seiner Familie aus dem Nürnberger Prozess 1945/46 veröffentlicht und dabei eine vernichtende Analyse seiner Familiengeschichte vorgelegt. Hans Frank, Generalgouverneur im besetzten Polen und mitverantwortlich für Millionen Tote in Konzentrationslagern, versuchte sich während des Prozesses als religiöser Mann darzustellen, betete ostentativ und schrieb liebevolle Briefe an seine Kinder – während er vorher zynisch über die „Beseitigung von Juden" sprach. Niklas Frank zählt allein 550 Vorkommen des Wortes „Gott" in den Schriften seines Vaters und ordnet sie scharf kommentierend in den Kontext der ungeheuerlichen Verbrechen ein. Sein Buch dokumentiert, wie die Familie die Schuld verdrängte und beschönigt, und zeigt zugleich, wie Frank als Kind bereits unter der Last dieser Geschichte litt – durch düstere Zeichnungen von Gehenkten und verstörte Verhaltensmuster. Franks jahrzehntelange Abrechnung mit dem Vater ist zugleich eine Anklage gegen die deutsche Nachkriegsgesellschaft, die die NS-Verbrechen lange Zeit verdrängt hat.
Bericht der bosnischen Untersuchungskommission zu Srebrenica
Der 2004 von einer bosnischen Untersuchungskommission veröffentlichte Bericht dokumentiert rund 25.000 Menschen, die nachweislich an den Verbrechen von Srebrenica beteiligt waren – von Schützen bis zu Logistikpersonal. Die Studie verdeutlicht die massive Diskrepanz zwischen der Zahl der Tatbeteiligten und den tatsächlich verurteilten Personen, von denen es nur etwa 45 gab. Der Bericht ist ein zentrales Dokument zur Aufarbeitung der Srebrenica-Verbrechen und illustriert das Ausmaß ungesühnter Kriegsverbrechen in Bosnien.
Bericht über die Nürnberger Prozesse in der Neuen Zeitung
Erich Kästner
Der Nürnberger Prozess zeigte eine zentrale Problematik: Keiner der 24 Angeklagten empfand Schuld. Während Hermann Göring sich als sakrosankter Staatsmann verstand, der Belehrung nicht bedurfte, rechtfertigten sich Militärs wie Dönitz und Jodl mit ihrer vermeintlich soldatischen Pflicht. Albert Speer gelang es, seine enorme Verantwortung für hunderttausende Tote zu minimieren. Der Prozessbeobachter Erich Kästner kritisierte diese Strategie scharf: Die Angeklagten behaupteten, von den neuen Spielregeln gegen Massenmord erst später erfahren zu haben und nicht mehr handlungsfähig gewesen zu sein.
Berichterstattung über die Nürnberger Prozesse
Erika Mann
19.12.1945 | Erika Mann, Tochter von Thomas Mann, lebte erst im Exil in der Schweiz und emigrierte dann in die USA. Im Krieg berichtet sie für britische und amerikanische Medien. Im Interview mit einem deutschen Kollegen schildert sie ihre Eindrücke von den Angeklagten im Gefängnis und aus dem Gerichtssaal. | Nürnberger Prozesse
Berichterstattung über die Nürnberger Prozesse
John Dos Passos
John Dos Passos berichtete als Korrespondent des Life-Magazins von den Nürnberger Prozessen gegen Nazi-Kriegsverbrecher. Seine journalistischen Reportagen dokumentierten die Anklagen, Verhandlungen und historische Bedeutung dieser Gerichtsverfahren für die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Berichterstattung über die Nürnberger Prozesse
John Steinbeck
John Steinbeck berichtete als Journalist von den Nürnberger Prozessen (1945-1946), in denen führende Nazi-Kriegsverbrecher vor Gericht standen. Seine Reportage dokumentiert diese historischen Gerichtsverhandlungen und die Verhandlungen gegen die Hauptverantwortlichen des Dritten Reichs aus der Perspektive eines Augenzeugen.
Berichterstattung über die Nürnberger Prozesse
Alfred Döblin
Alfred Döblin war einer der prominenten Reporter auf der Pressetribüne der Nürnberger Prozesse und berichtete journalistisch über die Kriegsverbrechertribunale. Seine Berichterstattung dokumentierte die historischen Prozesse gegen NS-Führungspersonen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Buch über Radovan Karadzic
Robert Donja
Biographische Analyse des bosnischen Kriegsverbrechers Radovan Karadzic, die sein rätselhaftes Vermögen zur Maskerade und Anpassung untersucht – insbesondere während seiner 13 Jahre als Untergetauchter unter falscher Identität. Ein Porträt eines Chamäleons, dessen wahre Motivationen trotz Jahrzehnten intensiver Forschung rätselhaft blieben.
Butscha ist der Ausdruck einer Gewaltkultur
Alfred Hackensberger
Mehr als 400 Menschen sollen in Butscha bei Kiew ermordet worden sein, manche Opfer weisen Spuren von Folter oder Vergewaltigung auf. Was die russische Armee in der Ukraine anrichtet, ist Teil einer perfiden Strategie. Eine Strategie, die andere Länder genau beobachten – und kopieren.
Collateral Murder
WikiLeaks · 2010
Dokumentation des US-Hubschrauberangriffs vom 12. Juli 2007 auf Zivilisten in Bagdad, das WikiLeaks veröffentlichte. Das Video zeigt den Einsatz einer Zielkamera und die zynischen Reaktionen der Piloten auf getötete Zivilisten, einschließlich eines verletzten Kameramanns und Kindern in einem Kleinbus. Das Material wurde zum Kernstück der internationalen Debatte über Julian Assange und WikiLeaks sowie zum Symbol für militärische Intransparenz.
Das schwerste Verbrechen der Welt
Emilia Smechowski
Der Artikel von Emilia Smechowski aus dem Zeitmagazin (Oktober 2021) berichtet vom Völkermordprozess am Oberlandesgericht Frankfurt gegen den ISIS-Kämpfer Taha Al-Jod, der für den Tod eines fünfjährigen jesidischen Mädchens angeklagt ist. Er untersucht die juristische Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Der Fall Demjanjuk
Heinrich Wefing · 2011
Der letzte große NS-Prozess ist zu Ende. John Demjanjuk wurde am 12. Mai 2011 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, wegen seines hohen Alters aber von der Haft verschont. Doch Zweifel bleiben. Was sagt der Prozess über die Schuld des Angeklagten? Und was sagt er über uns, die Nachgeborenen? Heinrich Wefing beschreibt den Prozessverlauf und schildert die verstörende Biographie dieses schlichten Mannes, der zwischen alle Fronten des 20. Jahrhunderts geraten ist.
Eichmann und Komplizen
Robert Kempner · 1961
Robert Kempners Werk dokumentiert die Verantwortlichen des Holocaust und ihre Verbrechen. Das Buch erlangte besondere historische Bedeutung, weil Kempner darin erstmals das einzige erhaltene Protokoll der Wannsee-Konferenz der Öffentlichkeit zugänglich machte. Die Veröffentlichung im Jahr 1961 während des Eichmann-Prozesses löste intensive Debatten aus und ermöglichte damit eine kritische Aufarbeitung der NS-Verbrechen.
Erstes Buch von Anna Pritzkau
Anna Pritzkau · 2016
Wer waren die Täter des nationalsozialistischen Wahns? Waren sie Bestien und Befehlsempfänger, desinteressierte Bürokraten oder willenlose Rädchen im Getriebe, ideologisierte Überzeugungstäter oder gewöhnliche Verbrecher? In diesem Band geht es um Täter, Opfer und Zuschauer im Hitler-Deutschland. Erschütternde Belege einer gnadenlosen Zeit – und Dokumente beschämender Versäumnisse der Nachkriegs-Justiz Die Täter sterben aus – die Opfer und Zeitzeugen ebenfalls.
Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die »Endlösung« in Polen
Christopher Browning · 2021
Das Reserve-Polizei-Bataillon 101 war eine militärische Einheit der Ordnungspolizei im nationalsozialistischen Deutschland, die in Hamburg aufgestellt wurde und rund 500 Mann umfasste. Das Bataillon war im Zweiten Weltkrieg eingesetzt und aktiv am Holocaust beteiligt. Angehörige dieses Verbandes waren an der Ermordung von mindestens 38.000 Juden direkt beteiligt.
Henry-Nannen-Preis-Text über Dominic Ongwen
Der Artikel berichtet über die Verurteilung des ugandischen Rebellenführers Dominic Ongwen zu 25 Jahren Haft durch den Internationalen Gerichtshof für Kriegsverbrechen. Der Text beleuchtet die Komplexität des Falls: Ongwen wurde selbst als Kind zum Soldaten gezwungen, beging später aber schwere Gräueltaten. Der preisgekrönte Artikel wirft Fragen zur Dualität von Täter und Opfer sowie zur Legitimität internationaler Justiz auf.
Ilya Yashins YouTube-Video über das Massaker in Butscha
Ilja Jaschin
Der Moskauer Oppositionspolitiker Ilja Jaschin wurde wegen eines YouTube-Videos über das Massaker von Butscha angeklagt und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Video war die unmittelbare Ursache seiner Verhaftung durch die russischen Behörden. Der Artikel dokumentiert diesen Fall von staatlicher Repression gegen kritische Berichterstattung und Meinungsfreiheit während des Ukraine-Krieges.
Kommt er damit davon?
Heinrich Wefing
Der Artikel von Heinrich Wefing untersucht die Frage, ob Wladimir Putin für die Kriegsverbrechen in der Ukraine vor internationalen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden kann. Wefing, Leiter des Politikressorts der ZEIT, analysiert dabei Herausforderungen bei der Beweisführung und der Anwendung des internationalen Völkerstrafrechts. Der Text bildet die Grundlage für eine tiefergehende Diskussion über Kriegsverbrechen und strafrechtliche Verfolgung.
Massenmörder und Held
Stefan Willeke
Stefan Willeke porträtiert Radovan Karadžić, den Kriegsverbrecher und ehemals angesehenen Psychiater aus Serbien. Der Artikel beleuchtet den erschreckenden Widerspruch zwischen seiner Vergangenheit als einfühlsamer Therapeut und seiner späteren Rolle als Kriegsherr, der während des Bosnienkriegs Tausende ermorden ließ. Karadžić wurde schließlich vor dem internationalen Gerichtshof zur Rechenschaft gezogen.
Nürnberg 45
· 2025
Am 20. November 1945 beginnt der erste der sogenannten Nürnberger Prozesse. Auf der Anklagebank des Internationalen Militärgerichtshofes sitzen Hermann Göring und 23 weitere ranghohe Nazis, wie Franz von Papen, Wilhelm Keitel oder Albert Speer. Nach monatelangen Verhandlungen verhängt das Militärtribunal zehn Todesurteile und sieben Freiheitsstrafen. Drei Angeklagte werden freigesprochen.
Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse (Vernehmung Karl Dönitz)
Aufnahme der Vernehmung des Nazi-Admirals Karl Dönitz bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Dokumentation zeigt die juristische Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und gibt Einblick in die Befragung eines hochrangigen NS-Funktionärs.
Nürnberger Tagebuch
Gustave Gilbert · 1947
The renowned WWII historian's definitive biography of the notorious German SS officer convicted of war crimes for his role in the Holocaust. Described as one of the greatest mass-murderers in history, Rudolf Höss was the longest-serving commandant of the Auschwitz concentration and extermination camps in Nazi-occupied Poland. He was one of the chief architects behind Hitler's Final Solution.
Rede vor den Vereinten Nationen (2019)
Amal Clooney
Amal Clooney appellierte 2019 vor der UN an die internationale Gemeinschaft, die systematischen Verbrechen gegen die Jesidinnen aufzuklären und zu ahnden. Mit dem Vergleich zu den Nürnberger Prozessen forderte sie die Staaten zu entschlossenem Handeln gegen Völkermord auf.
Reportage über Kriegsverbrechen in Tschetschenien
Maura Reynolds
Ein Moskauer Gericht hat den Organisator und den Todesschützen des Mordes an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja zu lebenslanger Haft verurteilt. Die 2006 erschossene Politkowskaja war eine unerschrockene Reporterin der Zeitung Nowaja Gaseta, die Korruptionsfälle und Menschenrechtsverletzungen durch russische Truppen in Tschetschenien öffentlich machte. Während die unmittelbaren Täter nun verurteilt sind, bleibt die Identität der Auftraggeber ungeklärt. Menschenrechtsaktivisten und Angehörige kritisieren, dass solange die Drahtzieher – möglicherweise aus Regierungskreisen – nicht gefasst sind, echte Gerechtigkeit ausbleibt.
Reportagen für die Neue Zeitung (Nürnberger Prozesse)
Erich Kästner
Der Artikel behandelt die mediale Begleitung der Nürnberger Prozesse von 1945, bei denen die NS-Führungsriege vor Gericht stand. Eine arte-Dokumentation zeigt, welche prominenten Journalisten wie Erich Kästner und Erika Mann über die historischen Verhandlungen berichteten. Der Text beleuchtet die Rolle dieser literarischen Größen in der Presseberichterstattung, weist aber auch auf Lücken in der Dokumentation hin.
Stern-Bericht über vergewaltigte Frauen im Bosnienkrieg
Reiche Westler sollen im Bosnienkrieg Jagd auf Zivilisten gemacht haben – für viel Geld. Der Autor Ezio Gavazzeni erzählt im Interview von den schwierigen Recherchen für sein Buch.
Sternbericht über vergewaltigte Frauen im Bosnienkrieg
Der Stern-Artikel berichtet über Recherchen des Autors Ezio Gavazzeni zum Bosnienkrieg. Das zentrale Thema sind Vorwürfe gegen wohlhabende Westler, die während des Krieges Zivilisten gejagt und ermordet haben sollen – angeblich gegen erhebliche Geldbeträge. Der Artikel dokumentiert diese schwierigen historischen Recherchen und ihre Auswirkungen auf Zeitzeugen wie Monika Hauser, die sich durch solche Berichte zu ihrem Engagement gegen Kriegsverbrechen bewogen fühlte.
Text über Karadzic
Stefan Willeke
Der Artikel zeichnet die Biografie von Radovan Karadzic nach, der vom Psychiater zum verurteilten Kriegsverbrecher wurde. Die Reportage beginnt am Hotel Panorama in Pahle, dem ehemaligen Hauptquartier des bosnischen Serbenführers, und rekonstruiert seinen Weg zur Macht während des Bosnienkriegs.
The Devil Next Door
· 2019
Der gebürtige Ukrainer John Demjanjuk scheint ein freundlicher Mann zu sein. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Doch dann wird ihm vorgeworfen, `Ivan der Schreckliche' zu sein, der in Konzentrationslagern abscheuliche Dinge angerichtet hat.
Vitali Sinagin – Opferbericht aus Butscha
Der Artikel porträtiert den ukrainischen Bildhauer Vitali Sinagin, der während der russischen Besatzung von Butscha von Soldaten brutal misshandelt wurde. Obwohl Sinagin die Übergriffe überlebte, trägt er physische und psychische Narben der Gewalt. Der Bericht dokumentiert ein persönliches Schicksal und veranschaulicht die schwerwiegenden Kriegsverbrechen, die während des Konflikts begangen wurden.
Wehrmachtsausstellung
Wanderausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Dokumentiert die Kriegsverbrechen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg und war Gegenstand heftiger politischer Debatten über die Aufarbeitung deutscher Militärgeschichte.