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1122 Medien mit „A" · Seite 15 von 23
Artikel über die Bestattung des Boston-Marathon-Attentäters
Nach dem Tod von Tamerlan Tsarnaev, einem der beiden Täter des Boston-Marathon-Anschlags vom April 2013, gestaltete sich die Suche nach einem Begräbnisort als außergewöhnlich schwierig. Friedhöfe in Massachusetts und anderen US-Bundesstaaten verweigerten die Beisetzung, Bürger protestierten lautstark gegen jede mögliche Grabstätte. Der Fall wirft grundlegende Fragen über das kulturelle und religiöse Recht auf ein würdiges Begräbnis auf – selbst für Menschen, die schwere Verbrechen begangen haben. Die Kontroverse zeigt, wie tief das Bedürfnis nach symbolischer Ausgrenzung in Trauerpraktiken verankert ist.
Artikel über die Bismarcks im Sachsenwald
Klaus Wiegrefe
Die Familie von Bismarck profitiert in ihrem Sachsenwald von einem einzigartigen Steuerprivileg: Die ansässigen Firmen führen dort Gewerbesteuer ab, die mehrere Millionen Euro jährlich der Familie zugutekommt. Der Familiengesprecher verweigert eine öffentliche Stellungnahme darüber, wie diese Gelder verwendet werden. Politiker verlangen nun volle Transparenz und Rechenschaft über die Mittelverwendung. Der Spiegel-Artikel von Klaus Wiegrefe dokumentiert dieses von investigativen Medienprojekten aufgedeckte Phänomen, das Fragen zur Legitimität dieses Privileges aufwirft.
Artikel über die Blutbuch-Kür beim Deutschen Buchpreis
»Dieser Preis ist nicht nur für mich«: Aus Solidarität mit den iranischen Frauen rasiert sich Kim de l
Artikel über die Boomer-Generation
Tilman Prüfer
Tilman Prüfers Artikel in der ZEIT verteidigt die Boomer-Generation gegen pauschale Kritik und würdigt ihren Einfluss auf Popkultur und Technologie. Prüfer argumentiert, dass Boomer die Grundlagen der modernen Welt schafften – von Queen über Steve Jobs bis Techno – und damit nachfolgenden Generationen Freiräume für persönliche Entfaltung ermöglichten.
Artikel über die Brüder Grimm
Jennifer Wilson rezensiert Ann Schmiesings Biografie der Brueder Grimm, die erste englischsprachige seit ueber fuenfzig Jahren. Jacob und Wilhelm Grimm stammten aus einer buergerlichen Familie in Hessen, die einen dramatischen Vermoegensverlust erlitt – ein Schicksalsschlag, der sich in ihren Maerchen spiegelt: Aschenputtel wird von einer 'Vom-Reichtum-zum-Elend-zum-Reichtum'-Geschichte gepraegt, was die eigene Biografie der Brueder widerspiegelt. Die Biografie zeigt, wie die napoleonischen Kriege und persoenliche Verluste die Brueder antrieben, ein gewaltiges Werk zu schaffen – von der Maerchensammlung (in 170 Sprachen uebersetzt) ueber mittelalterliche Literaturforschung bis zum monumentalen Deutschen Woerterbuch und Jacobs linguistischer Entdeckung des Grimmschen Gesetzes.
Artikel über die Christian-Scherz-Doku auf Übermedien
Stefan Niggemeier
Der Medienjournalist Stefan Niggemeier kritisiert eine ARD-Dokumentation, die Anwalt Christian Schertz als Vorkämpfer der #MeToo-Bewegung würdigt. Die Sendung würdigt Schertz dafür, das System des Filmemachers Dieter Wedel öffentlich gemacht zu haben, blendet aber wesentliche kritische Aspekte aus. Niggemeiers Artikel auf Übermedien zeigte sich unkritisch gegenüber der Darstellung und hinterfragte die einseitige Erzählung. Diese Medienkritik verdeutlicht, wie öffentlich-rechtliche Dokumentationen einzelne Personen gezielt inszenieren können, ohne ihre Rolle vollständig und kritisch zu beleuchten.
Artikel über die Documenta-Debatte
Eva Menasse
Eva Menasse kritisiert in ihrem Spiegel-Kommentar die deutsche Debatte über antisemitische Kunstwerke auf der Documenta 2022. Sie argumentiert, dass die Fixierung auf symbolische Probleme – wie ein indonesischer Wandteppich mit antisemitischen Karikaturen – von realen, lebensbedrohlichen Gefahren ablenkt, etwa von eliminatorischem Antisemitismus und bewaffneten Angriffen auf Synagogen in Deutschland. Menasse hinterfragt die deutsche Neigung zu Symbolpolitik und stellt provokativ dar, welche Bedrohungen tatsächlich ernst zu nehmen sind. Der Artikel setzt sich damit kritisch mit Kulturstaatsministerin Claudia Roth und der öffentlichen Skandalisierung auseinander und plädiert für eine Priorisierung echter Sicherheitsrisiken gegenüber kunsthistorischen Kontroversen.
Artikel über die Epstein-Files und US-Politik
Majid Sattar
FAZ-Korrespondent Majid Sattar analysiert aus Washington die politische Reaktion auf die Veröffentlichung der Epstein-Akten. Im Mittelpunkt steht Handelsminister Howard Lutnick, dem Sattar nachweisbare Lügen im Zusammenhang mit Epstein vorwirft. Sattar kritisiert, dass beide Parteien die Akten instrumentalisieren: Republikaner richten sie gegen Clinton, Demokraten nutzen sie für eigene Angriffe. Echte politische Konsequenzen bleiben aus – der Skandal dient vor allem als Munition im Parteienkampf.
Artikel über die Finanzfluss-App
Finance Forward
Finanzfluss vs. Meta, Porsches Kreditkartenumzug, neues Kapitel für Banxware-Gründer und ein Alchemisten-Start-up: Das und vieles mehr in unserem wöchentlichen Newsletter „Finance Forward“.
Artikel über die Freude an der Unvernunft
Hanno Rauterberg
Unvernünftig sind immer nur die anderen: fliegen, fahren SUV, glauben Trump. Doch nicht die Unvernunft ist das Problem unserer Zeit, sondern die Krise der Vernunft.
Artikel über die Gefahren beim Öffnen von Grabstätten
Ob bei Indiana Jones oder Die Mumie: In Filmen warten in Grabstätten oft gefährliche Fallen und giftige Substanzen auf Archäologen. Alles Fiktion – oder gab es solche Schutzmaßnahmen wirklich?
Artikel über die Geschichte der mRNA-Impfstoffentwicklung
Die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 wirkte wie ein wissenschaftliches Wunder, hat aber eine über 70 Jahre lange Vorgeschichte. Bereits in den 1950er Jahren legten Forscher die molekularbiologischen Grundlagen für die Nutzung von Boten-RNA als Wirkstoff. Entscheidend waren unter anderem die jahrzehntelangen Arbeiten von Katalin Karikó, die trotz wiederholter Rückschläge an der mRNA-Technologie festhielt. Das ZEIT-Wissensressort unter Andreas Sentker erklärt, warum die scheinbar blitzschnelle Impfstoffentwicklung 2020/21 in Wirklichkeit das Ergebnis langer wissenschaftlicher Geduld war.
Artikel über die Gründung der HFF München
Die Süddeutsche Zeitung berichtete im Feuilleton über die bevorstehende Gründung der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München, die 1966 ins Leben gerufen wurde. Der Artikel kündigte die neue staatliche Filmhochschule als erste ihrer Art in Deutschland an und informierte über Bewerbungsmöglichkeiten für den ersten Jahrgang. Für Wim Wenders, der den Artikel zufällig in Paris fand, wurde er zum Lebenswendepunkt: Er brach seinen Parisaufenthalt ab und bewarb sich erfolgreich – als einer der ersten Studenten der HFF München.
Artikel über die Grünen als Sündenbock
Bernd Ulrich
Bernd Ulrich analysiert, warum die Grünen zur bevorzugten Zielscheibe gesellschaftlicher Aggressionen geworden sind. Die Partei wird für Probleme verantwortlich gemacht, die weit über ihren tatsächlichen politischen Einfluss hinausgehen. Ulrich argumentiert, dass diese Sündenbock-Funktion ein Symptom tieferer gesellschaftlicher Spannungen und Orientierungslosigkeit ist. Der Artikel hinterfragt, ob die heftigen Anfeindungen sachlich begründet sind oder eher psychologisch-politische Projektionen darstellen.
Artikel über die innere Hausfrau
Nina Pauer
Der Artikel behandelt die Diskrepanz zwischen der Emanzipation von Frauen und ihrem tatsächlichen Verhalten im Haushalt. Autorin Nina Pauer argumentiert, dass moderne Frauen unbewusst in traditionelle Geschlechterrollen verfallen – sie waschen, räumen hinter Partnern auf und übernehmen selbstverständlich Haushaltsarbeiten, obwohl sie sich als emanzipiert verstehen. Pauer bezeichnet dieses Phänomen als die innere Hausfrau, ein internalisiertes Rollenmuster, das stärker nachwirkt, als Frauen sich eingestehen. Sie plädiert dafür, dass Frauen bewusst lernen sollten, diese automatischen Verhaltensmuster zu durchbrechen und die Füße hochzulegen – also sich von der unbewussten Verpflichtung zur Haushaltsarbeit zu befreien.
Artikel über die Kohl-Jugend
Zum Ende der Ära Helmut Kohl (1998) beschrieb Die Zeit eine Generation junger Menschen, die in ihrer gesamten bewussten Kindheit und Jugend keinen anderen Bundeskanzler als Kohl erlebt hatte. Diese 'Kohl-Jugend' war politisch geprägt von 16 Jahren seiner Kanzlerschaft (1982–1998). Der Artikel thematisiert den psychologischen und kulturellen Einschnitt, den Kohls Abgang für diese Altersgruppe bedeutete. Die Parallele zur 'Merkel-Generation' macht das Thema zeitlos relevant: Wie formt ein Kanzler, der eine ganze Kindheit überdauert, das politische Bewusstsein einer Generation?
Artikel über die Krise des Theaters
Robin Detje
Robin Detje, langjähriger Theaterkritiker der ZEIT, entwickelt in diesem Artikel die These, dass die Qualität des Theaters untrennbar mit dem Zustand der Gesellschaft verbunden ist. Theater kann demnach nur so gut sein wie die Gesellschaft, in der es existiert – Stagnation im gesellschaftlichen Leben überträgt sich direkt auf die Bühne. Regisseur Thomas Ostermeier bezeichnet diesen Artikel als prägend für sein eigenes Denken über Theater. Die These ist zu einem zentralen Referenzpunkt in der deutschen Theaterdebatte über Relevanz und gesellschaftliche Funktion des Theaters geworden.
Artikel über die Lage im Iran
Ali Fathullah Nejat
Ali Fathullah Nejat, ein in Iran geborener Experte, analysiert in seinem FAZ-Artikel die Ursachen der aktuellen Protestwelle im Iran. Im Unterschied zu den Protesten vor drei Jahren, die politisch motiviert waren (etwa durch den Tod von Mahsa Amini), sieht Nejat diesmal die katastrophale wirtschaftliche Lage als entscheidenden Treiber. Hohe Inflation, Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Perspektivlosigkeit haben breite Bevölkerungsschichten mobilisiert. Diese Verschiebung vom politischen zum ökonomischen Protest macht die aktuelle Bewegung in ihrer sozialen Breite und Dynamik anders als frühere Wellen.
Artikel über die Ländereien der britischen Königsfamilie
Tradition spielt in Großbritannien eine wichtige Rolle – und sorgt dafür, dass das Königshaus liquide ist. Einige Posten, die zum royalen Wohlstand beitragen, sorgen für Erstaunen.
Artikel über die Latte-Macchiato-und-Hafermilch-Gesellschaft
Hilmar Klute
Hilmar Klute analysiert die deutsche Mittelschicht, die jahrzehntelang vom Wohlstand der Globalisierung profitiert hat – symbolisiert durch Konsumgewohnheiten wie Hafermilch-Latte. Mit dem Rückzug der Globalisierung droht genau dieser Wohlstand zu erodieren. Die wohlstandsverwöhnte urbane Mittelschicht trifft es besonders hart, weil sie am stärksten von günstigen Importen und globalen Lieferketten abhängt. Der Begriff dient als kulturelle Kurzformel für eine Gesellschaft, die erst jetzt begreift, was auf dem Spiel steht.
Artikel über die Lindner-Rente
Christian Lindner (FDP), damaliger Bundesfinanzminister, propagierte eine Reform der privaten Altersvorsorge, die in Anlehnung an die ungeliebte Riester-Rente als 'Lindner-Rente' bezeichnet wurde. Das Kernkonzept sah eine staatlich geförderte, kapitalmarktbasierte Altersvorsorge ('Aktienrente') vor. Kritiker warnten, dass ein erneut nach einem Politiker benanntes Produkt dasselbe Imageproblem wie die Riester-Rente bekommen könnte. Die Debatte zeigt das grundsätzliche Dilemma: Deutschland braucht mehr private Altersvorsorge, scheitert aber immer wieder an schlecht designten oder unpopulären Produkten.
Artikel über die Lüge als Diskursstrategie
Marc Schieritz · 2025
Marc Schieritz analysiert in der ZEIT, wie die bewusste politische Lüge – insbesondere im amerikanischen Rechtspopulismus – zur kalkulierten Kommunikationsstrategie geworden ist. Nicht Überzeugung, sondern Verwirrung und Demoralisierung des politischen Gegners sind das Ziel. Der Artikel beschreibt diesen Mechanismus als zentralen Faktor im Niedergang der demokratischen Debattenkultur in den USA. Schieritz stellt die Frage, ob Deutschland gegen diese Entwicklung immun ist oder ob ähnliche Muster auch hierzulande Einzug halten.
Artikel über die Mumie von Ramses II.
Der Artikel beschreibt die Mumie von Ramses II., die im Ägyptischen Museum in Kairo aufbewahrt wird. Er schildert detailliert das Aussehen der Mumie: den halb geöffneten Mund mit Zahnstümpfen, den braunen Schädel mit rot gefärbtem Haar sowie den ausgestopften Bauch. Außerdem werden die Einbalsamierungsmethoden der altägyptischen Priester erklärt, die den Leichnam ausnehmen und mit Füllmaterial versehen haben, um die Körperform zu erhalten. Der Artikel ist relevant als historisches Dokument über altägyptische Mumifizierungspraktiken am Beispiel eines der bekanntesten Pharaonen.
Artikel über die Ontologie der Feiertage
In Deutschland wird kontrovers debattiert, ob religiöse Feiertage wie der Pfingstmontag abgeschafft werden sollten. Wirtschaftsvertreter wie Claudia Sturm, Firmenchefin und Vizepräsidentin des Verbandes der Familienunternehmer, argumentieren, dass weniger Feiertage Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern würden, da andere europäische Länder mit weniger Ruhetagen arbeiten. Arbeitnehmer und Sozialexperten hingegen warnen vor höheren psychischen Belastungen und sehen in gemeinsamen Feiertagen einen wichtigen Zusammenhaltsfaktor der Gesellschaft. Die Spannung der Debatte zeigt sich darin, dass Kirchenmitgliedschaften sinken, während fast alle von christlich geprägten Feiertagen profitieren.
Artikel über die Ontologie der Feiertage (Halloween)
Harrison Fluss analysiert Tim Burtons Animationsfilm „The Nightmare Before Christmas" als Allegorie des kapitalistischen Systems. Jack Skellington agiert als visionärer CEO von Halloweentown, dessen perfekt funktionierend verwaltete Ordnung jedoch seelisch ausgelaugt ist. Die Entdeckung von Christmastown – einer Gegenwelt voller echter Magie und Wärme unter Santas fürsorglicher Obhut – fasziniert Jack, der versucht, das Geheimnis dieser Welt durch wissenschaftliche Analyse zu enträtseln. Der Artikel zeigt, dass instrumentelle Vernunft das emotionale und spirituelle Wesen von Weihnachten nicht erfassen kann, was Burtons grundsätzliche Kritik am rein rationalen, seelenlos gewordenen Kapitalismus widerspiegelt.
Artikel über die Pharmaindustrie in Amerika
Anne Kunze
Anne Kunze untersucht in dem Stück, wie US-Pharmaunternehmen – allen voran Purdue Pharma mit OxyContin – gezielt Verschreibungspraktiken beeinflussten und so eine Opioidkrise auslösten, die Millionen Amerikaner in die Abhängigkeit trieb. Der Artikel beleuchtet die strukturellen und wirtschaftlichen Mechanismen hinter dem Opioidskandal und zeigt, wie einkommensschwache und marginalisierte Bevölkerungsgruppen, darunter Schwarze Amerikaner, besonders stark betroffen waren. Im Podcast-Kontext dient der Artikel als Hintergrund für George Floyds Oxycontin-Abhängigkeit infolge chronischer Rückenschmerzen.
Artikel über die Reichsbürger-Razzia und Medienberichterstattung
Stefan Niggemeier
Stefan Niggemeier analysiert die Medienberichterstattung über die Reichsbürger-Razzia kritisch und fragt, wie Journalisten so schnell und ausführlich berichten konnten – es stellt sich die Frage nach möglichen Absprachen mit Behörden. Der Medienjournalist warnt davor, dass Journalisten nicht zur PR-Abteilung der Ermittler werden dürfen und Distanz bewahren müssen. Seine Analyse zeigt, dass Reichsbürger in Medienberichten oft verharmlost werden, obwohl sie tatsächlich gut organisiert, wohlhabend und in institutionellen Strukturen verankert sind – eine erhebliche Unterschätzung ihrer tatsächlichen Gefährlichkeit.
Artikel über die Rückkehr des Schlankheitsideals
Sophie Passmann
Sophie Passmann analysiert die Heuchelei der Modeindustrie beim Thema Körperbild: Body Positivity war nie mehr als ein Trend, der zurückgefahren wird, sobald er kommerziell unattraktiv wird. Am Beispiel der Kardashians zeigt sie, wie schnell das Ideal des kurvenreichen Körpers wieder dem klassischen Schlankheitsideal weicht – und wie die Industrie dabei so tut, als wäre das eine organische Entwicklung. Der Text rechnet mit der Scheinheiligkeit ab, die Diversität feiert, solange sie sich verkauft.
Artikel über die Rückkehr von Körpertrends in der Mode
Sophie Passmann
Sophie Passmann analysiert in diesem Artikel die Heuchelei der Modeindustrie im Umgang mit Körperidealen. Sie argumentiert, dass bestimmte Körpertrends – wie kurvige Figuren – nie wirklich aus der Mode verschwunden seien, sondern die Branche sie nur dann öffentlich feiert, wenn sie von prominenten Vorbildern wie den Kardashians getragen werden. Sobald diese den Trend nicht mehr verkörpern, kehrt die Mode stillschweigend zu anderen Idealen zurück. Passmann entlarvt dieses Muster als verlogen und zeigt, wie die Modewelt gesellschaftliche Körperdiskurse instrumentalisiert, statt echte Vielfalt zu vertreten.
Artikel über die Schlange in der Medizingeschichte
Der Artikel untersucht die kulturhistorischen Ursprünge des Schlangensymbols in der Medizin. Margret Madejsky zeigt, wie die ägyptische Kobra-Verehrung, mesopotamische Schlangenstäbe und die biblische Episode der ehernen Schlange das medizinische Symbolwerk prägten. Die Arbeit verbindet mythologische und heilkundliche Perspektiven auf ein zentrales medizinisches Motiv.
Artikel über die Schleuserfamilie Saab
Simon Langemann / ZEIT Wirtschaftsredaktion
Simon Langemann recherchierte für die ZEIT Wirtschaftsredaktion über die Familie Saab, die als international operierende Schleuser-Organisation Teil eines milliardenschweren Geschäfts mit illegaler Migration ist. Die Familie agiert skrupellos über Ländergrenzen hinweg und zeigt keinerlei Mitleid oder moralische Grenzen, solange der Profit stimmt. Der Artikel beleuchtet die Strukturen und das Ausmaß dieses kriminellen Netzwerks.
Artikel über die Schule in Berlin
Für Olga Grjasnowas Kinder mag es zu spät sein, aber künftige Generationen im deutschsprachigen Raum verdienen ein besseres Schulsystem, findet sie
Artikel über die Ursprünge der Bauernproteste in Italien
Virginia Kirst
Nicht nur in Deutschland protestieren die Landwirte. In Spanien gibt es ebenso Demonstrationen wie in Italien und Polen – auch wegen billiger Importe aus der Ukraine.
Artikel über die Vereinnahmung von 'Freiheit'
Marius Müller-Westernhagen sah sich mit der Situation konfrontiert, dass sein bekanntester Song 'Freiheit' von der Querdenker-Bewegung bei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen instrumentalisiert wurde. Die Süddeutsche Zeitung griff das Thema in einem langen Artikel auf und beleuchtete, wie Protestbewegungen populäre Lieder für ihre Zwecke vereinnahmen. Der öffentliche Druck auf Westernhagen, sich klar zu positionieren, wuchs dadurch erheblich – auch die FAZ forderte eine Stellungnahme. Der Fall steht exemplarisch für die Frage, wie Künstler mit der unerwünschten Nutzung ihrer Werke durch politische Bewegungen umgehen.
Artikel über Drogenkonsum auf der Fusion
Thilo Mischke
Drogen, Musik, entrückte Menschen: Unser Kolumnist war auf der Fusion, dem Oktoberfest und einem Rechtsrock-Festival. Und nur auf einem Fest glücklich.
Artikel über Drohnenlieferdienste in China
Erfahren Sie, wie China Drohnen verwendet, um Waren zu liefern, die Logistik zu verbessern und den Versandprozess zu beschleunigen. Erkunden Sie, wie Drohnen den Versandmarkt verändern und welche Technologien und Innovationen es China ermöglichen, auf diesem Gebiet führend zu sein.
Artikel über Dubai in der Süddeutschen Zeitung
Ijoma Mangold
Ijoma Mangold besuchte Dubai und verfasste 2007 einen Artikel für die Süddeutsche Zeitung, in dem er seine starken Eindrücke von der Stadt schilderte. Der Artikel löste Kritik aus, vermutlich weil Mangold trotz der bekannten Schattenseiten Dubais – Menschenrechtslage, Arbeitsbedingungen für Migranten, artifizielle Stadtentwicklung – eine gewisse Faszination oder sogar Bewunderung für das Emirat zum Ausdruck brachte. Mangold thematisierte wohl den Widerspruch zwischen westlicher Kritik an Dubai und dem tatsächlichen Erleben der Stadt.
Artikel über ein Gefängnis in Texas
Larry Wright
Larry Wright, langjähriger New-Yorker-Autor und Texaner, untersucht in diesem 25.000 Wörter langen Reportage-Stück das Leben hinter den Gittern eines texanischen Gefängnisses. Wright ist bekannt für seine tiefgründigen Langformen über seinen Heimatstaat Texas ('God Save Texas'). Das Stück erschien in der Jubiläumsausgabe des New Yorker und wurde von Chefredakteur David Remnick als herausragend bezeichnet. Es dürfte Fragen zu Haftbedingungen, Justiz und dem texanischen Strafvollzugssystem aufwerfen.
Artikel über eine Gymnasiastin aus Konstanz, die zum IS nach Syrien ging
Annabel Wahba
Eine 16-jährige Gymnasiastin aus Konstanz schloss sich dem Islamischen Staat an und reiste nach Syrien. Autorin Annabel Wahba recherchierte den Fall und sprach u.a. mit dem Schulleiter, der rückblickend Warnsignale wie das Tragen eines Gesichtsschleiers beschrieb. Der Artikel beleuchtet, wie Radikalisierungsprozesse im schulischen Umfeld unbemerkt bleiben können. Er dient im Podcast-Kontext als Vergleichsfall zur Radikalisierungsgeschichte von Ayhan Sürücü.
Artikel über eine Instagrammerin mit gekauften Likes
Ein T-Online-Artikel analysierte das Like-Muster einer Instagrammerin und wies nach, dass sie Bots bzw. gekaufte Likes einsetzte. Verdächtig waren unnatürliche Schwankungen in der Like-Verteilung über die Zeit, die auf automatisierte Interaktionen hindeuten. Solche Enthüllungen sind relevant für die Debatte um Authentizität und Glaubwürdigkeit in sozialen Medien sowie um den Markt für gefälschte Reichweite.
Artikel über einen Besuch in Auschwitz
Emilia Smechowski
Emilia Smechowski beschreibt einen Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und beobachtet, wie Schulklassen durch das ehemalige Vernichtungslager ziehen – Cola trinkend, Kaugummis klebend, ohne erkennbare Betroffenheit. Der Text thematisiert den Widerspruch zwischen der historischen Schwere des Ortes und dem touristisch-gleichgültigen Verhalten mancher Besucher. Smechowski, die als polnisch-deutsche Journalistin einen persönlichen Bezug zu diesem Thema hat, stellt die Frage, was Erinnerungskultur an einem solchen Ort noch leisten kann. Der Artikel erschien im Zeitmagazin und wurde von Redakteurin Sabine Rückert als Beleg für Smechowskis außergewöhnliche journalistische Qualität hervorgehoben.
Artikel über einen jungen russischen Polizisten in Moskau
Michael Thumann
Ein junger Mann vom russischen Land bewirbt sich an der Moskauer Polizeischule und wird aufgenommen. Dort erlebt er, wie tief Korruption und Kriminalität in den Sicherheitsapparat eingebettet sind. Das System zieht ihn hinein, macht ihn selbst zum Teil des Verbrechens. Am Ende flieht er nach Georgien. Michael Thumann nutzt diese persönliche Geschichte, um zu zeigen, wie der russische Staat seine eigenen Bürger korrumpiert und wie schwer es ist, sich dem zu entziehen.
Artikel über einen US-Drohnen-Operator
Die Quelle für die Behauptung, in einer Simulation der US Air Force sei der Operator von einer KI für Punkte eliminiert worden, hat sich "falsch ausgedrückt".
Artikel über Elitenbeschimpfung
Jagoda Marinić
Jagoda Marinić plädiert dafür, Eliten konstruktiv und öffentlich zu kritisieren, anstatt dieses Feld den Rändern und Rechtspopulisten zu überlassen. Ihre zentrale These: Je deutlicher die gesellschaftlichen und politischen Führungsschichten legitim kritisiert werden, desto weniger Zulauf erhalten ultrapopulistische Bewegungen. Wer schweigt oder Kritik an der Elite meidet, überlässt das Narrativ den Extremen. Der Beitrag erschien im Stern und wurde in der Sendung Lanz & Precht als intellektuell stimulierender Impuls aufgegriffen.
Artikel über Eltern-Stress
Eltern in westlichen Ländern erleben einen dramatisch gestiegenen Stresslevel – messbar an einem Cortisol-Anstieg von bis zu 213 Prozent. Der Artikel untersucht gesellschaftliche und kulturelle Ursachen für dieses Phänomen, das besonders Deutschland und andere westliche Länder betrifft. Im Fokus stehen veränderte Erwartungen an Elternschaft, Perfektionsdruck und strukturelle Faktoren wie fehlende Unterstützungssysteme. Der Artikel diente als Grundlage für eine Podcast-Diskussion über modernen Erziehungsstress.
Artikel über Empathie und Einsamkeit im New Yorker
Paul Bloom · 2025
Paul Bloom, Psychologieprofessor und Autor von 'Against Empathy', argumentiert in diesem New-Yorker-Artikel, dass Menschen systematisch unterschätzen, wie viel Empathie andere für sie empfinden. Diese kognitive Verzerrung führt dazu, dass wir uns sozial zurückziehen und weniger Verbindung suchen – was Einsamkeit verstärkt, obwohl die Bereitschaft zur Empathie bei anderen durchaus vorhanden wäre. Bloom verbindet aktuelle Forschungsbefunde aus der Sozialpsychologie mit der gesellschaftlichen Einsamkeitsepidemie und zeigt, dass das Problem weniger im Mangel an Empathie liegt als in unserer Unfähigkeit, sie bei anderen wahrzunehmen.
Artikel über Engel in der Süddeutschen Zeitung
Kratzer
Der Artikel von Paul Kratzer in der Süddeutschen Zeitung greift die mittelalterliche scholastische Frage auf, wie viele Engel auf dem Kopf einer Nadel Platz haben – eine Frage, die als Sinnbild für nutzlose theologische Spekulation gilt. Kratzer beleuchtet die Vorstellung, dass Engel als immaterielle Wesen unbegrenzt an einem Ort existieren könnten. Der Artikel dient als Einstieg in das weitreichende Thema der Engelslehre (Angelologie) und der gefallenen Engel bzw. des Teufels in der christlichen Tradition.
Artikel über Erbschaftssteuer und Omas Häuschen
Die verbreitete Erzählung, dass die Erbschaftssteuer vor allem Durchschnittsfamilien mit geerbten Eigenheimen trifft, stimmt laut diesem Spiegel-Stück nicht. Der Artikel dekonstruiert den politisch wirkmächtigen Mythos vom bedrohten 'Omas Häuschen' und zeigt, dass Eigenheime im deutschen Steuerrecht weitgehend geschützt sind. Kernthese: Die Empörung über die Erbschaftssteuer wird gezielt genutzt, um Steuervorteile für große Vermögen zu verteidigen, obwohl die tatsächliche Belastung kleiner Erbschaften minimal ist.
Artikel über Falschbeschuldigungen in den USA
In den USA sind laut einer Statistik 59 Prozent aller Fehlurteile auf Falschbeschuldigungen zurückzuführen. Das zeigt, wie fehleranfällig das amerikanische Strafjustizsystem ist und dass Justizirrtümer kein Einzelfall sind. Falsche Zeugenaussagen und bewusste oder unbewusste Anschuldigungen Unschuldiger gelten als eine der häufigsten Ursachen für die Verurteilung Unschuldiger. Der Artikel beleuchtet die systemischen Schwächen der Strafjustiz und die verheerenden Folgen für die Betroffenen.