Rede zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges (8. Mai 1985)
Richard von Weizsäcker
Bundespräsident Richard von Weizsäckers Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes definierte den 8. Mai 1985 als "Tag der Befreiung" statt Niederlage – eine wegweisende Umdeutung für die deutsche Erinnerungskultur. Die Rede löste heftige Debatten aus und wird bis heute als zentral für das deutsche Geschichtsverständnis der Nachkriegszeit diskutiert.
Erwähnungen (6)
„Ich frage es deshalb, weil ich ihn einerseits bewundere bis heute für seine Reden und seine Rede von 1985 hat mich als Elfjähriger damals auch wirklich geprägt.“
Christoph Amend erwähnt Richard von Weizsäckers berühmte Rede vom 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Kriegsendes als persönlich prägendes Erlebnis. Die Rede dient als Einstieg in die Frage, wie Weizsäcker als Chef war – Amend kontrastiert seine Bewunderung für den Redner mit der Erfahrung, dass Weizsäcker auch arrogant sein konnte.
„Weizsäcker, bekannteste Rede ab 1984, der damals, wenn du dich erinnerst, vom Tag der Befreiung gesprochen hat.“
Im Rahmen eines Durchgangs durch alle Bundespräsidenten sprechen Lanz und Precht über Weizsäckers historische Rede, in der er das Kriegsende als 'Tag der Befreiung' bezeichnete. Precht ordnet ein, dass dies ein wichtiges Signal gegen die 'Stahlhelm-Fraktion' in der CDU war, die das Kriegsende als Niederlage empfand, und erklärt damit die parteiübergreifende Anerkennung.
„Das hatte Weizsäcker, CDU-Politiker auch, sein Parteifreund, gerade in der Rede gesagt. Der 8. Mai war der Tag der Befreiung.“
Precht erwähnt Weizsäckers berühmte Rede als Kontrastfolie zu Alfred Dreggers Haltung, der den 8. Mai 1945 nicht als Befreiung, sondern als Niederlage empfand. Die Rede dient als Beispiel für die innerparteilichen Spannungen in der CDU der 1980er Jahre und die damalige verzerrte wechselseitige Wahrnehmung der großen Parteien.
„Ich erinnere nochmal an Leute wie Alfred Dregger, die also sich unter anderem mit Veteranen der SS getroffen haben, die gesagt haben, der Zweite Weltkrieg war für mich nicht der Tag der Befreiung, wie Richard von Weizsäcker, der Bundespräsident, damals gesagt hat, sondern das war eine Niederlage.“
Precht beschreibt die historische Bandbreite der CDU und wie das Rechtsautoritäre früher Teil des Markenkerns der Union war. Er kontrastiert die Position von Alfred Dregger, der den Kriegsausgang als Niederlage empfand, mit der berühmten Rede von Bundespräsident Weizsäcker, der den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung bezeichnete.
„Alfred Dregger hat, nachdem Richard von Weizsäcker 1985 zum 8. Mai seine berühmte Rede gehalten hat, der damalige Bundespräsident, und gesagt, dieser Tag war ein Tag der Befreiung und nicht der Niederlage. Da hat der damalige Hessen-CDU-Vorsitzende Alfred Dregger gesagt, er wäre Leutnant gewesen im Zweiten Weltkrieg und für ihn wäre das eine Niederlage gewesen und keine Befreiung.“
Precht vergleicht die heutige Debatte um Alice Weidels Aussage, der 8. Mai sei eine Niederlage gewesen, mit einer historischen Kontroverse: 1985 hielt Bundespräsident Richard von Weizsäcker seine berühmte Rede, in der er den 8. Mai als 'Tag der Befreiung' bezeichnete. CDU-Politiker Alfred Dregger widersprach damals offen – und war dennoch Teil des demokratischen Spektrums. Precht nutzt die Parallele, um zu argumentieren, dass eine Demokratie auch unbequeme Positionen aushalten muss.
„Ein Dräger hat gesagt, der 8. Mai, das Kriegsende, das war für mich keine Befreiung, das war eine Niederlage, ich war ein Leutnant und so weiter. Er hat also als Reaktion auf die berühmte Weizsäcker-Rede diesen Begriff Befreiung nicht akzeptiert. Es war nicht die Befreiung vom Faschismus, es war die Niederlage Deutschlands.“
Precht beschreibt das politische Spektrum der alten Bundesrepublik und wie weit rechts manche CDU-Politiker standen. Alfred Dregger lehnte Weizsäckers berühmte Rede ab, in der das Kriegsende als Befreiung bezeichnet wurde – Positionen, die heute als rechtsextrem gelten würden, waren damals innerhalb der CDU integrierbar.
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