Artikel aus Unter Pfarrerstöchtern
208 Artikel aus 170 Episoden · Seite 4 von 5
Nur zwei Prozent sind hochbegabt
Christian Weber
Nicholas Hudson von der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation geht der Frage nach, ob sich künstlerische Qualität in Musik objektiv messen lässt. Anhand von digitaler Komprimierung untersuchte er, wie gut sich verschiedene Musikgenres ohne Informationsverlust verdichten lassen – klassische Meisterwerke wie Beethovens 3. Symphonie ließen sich dabei auf 40 Prozent reduzieren, während Pop und Rock etwa 60 Prozent benötigten und reiner Zufallslärm 86 Prozent. Hudson folgert daraus, dass musikalische Schönheit auf einem objektiven Prinzip basiert: das menschliche Gehirn empfindet es besonders angenehm, wenn es in komplexen Signalen einfache Muster erkennt – ein evolutionärer Vorteil seit der Urzeit. Damit hätte Musik eine rationalere Grundlage als lange angenommen, nämlich das Komplexitätsgefälle zwischen anfänglicher Wahrnehmung und kognitiver Auflösung.
Paulus, unser wahrer Zeitgenosse
Kurt Riechelmann
Der Artikel behandelt Alain Badious philosophische Interpretation des Apostels Paulus. Badiou stellt Paulus als Vorläufer revolutionären Denkens dar und widerlegt damit Nietzsches Kritik an der Paulusgestalt. Der Text arbeitet die Auseinandersetzung zwischen Badious Ansätzen und den Positionen Nietzsches sowie Heideggers zu Paulus heraus.
Philosophical Transactions of the Royal Society
Die "Philosophical Transactions of the Royal Society of London" ist eine der ältesten englischsprachigen wissenschaftlichen Zeitschriften, die seit 1665 in London veröffentlicht wird und auch als meteorologisches Archiv Britanniens diente. 1887 wurde die Zeitschrift in zwei separate Reihen aufgeteilt: Teil A für Mathematik, Physik und Ingenieurwissenschaften sowie Teil B für Biologie, die bis heute fortgeführt werden. Die Royal Society stellt alle 177 Bände vor dem Split von 1665 bis 1886 kostenlos online zur Verfügung, während weitere historische Jahrgänge über mehrere digitale Archive wie HathiTrust, Google Books, JSTOR, Gallica und das Internet Archive zugänglich sind. Dadurch wird ein umfassendes digitales Archiv der wissenschaftlichen Publikationen über mehr als zwei Jahrhunderte ermöglicht.
Politischer Fragebogen (Norbert Blüm)
Der Politische Fragebogen der ZEIT mit Norbert Blüm wurde posthum veröffentlicht, obwohl der ehemalige Arbeitsminister die Fragen noch zu Lebzeiten beantwortet hatte. In 30 Antworten reflektiert Blüm über zentrale Fragen zu Sinn und Lebenszweck, insbesondere die Rolle der Bibel als politisches Buch. Der Text präsentiert die Gedanken des charismatischen Politikers zu seinen tiefsten persönlichen und politischen Überzeugungen.
Psychologie Heute – Interview über Größenwahn
Theodor Itten
Der Therapeut Theodor Itten beleuchtet in diesem Interview das Phänomen des Größenwahns bei Politikern und Managern. Er erörtert, wo die Grenze zwischen normalem Selbstbewusstsein und pathologischem Größenwahn verläuft und welche psychologischen Mechanismen dahinter stecken. Der Artikel bietet Einblick in die therapeutische Perspektive auf narzisstische Persönlichkeitszüge bei einflussreichen Entscheidungsträgern.
Reportage aus dem Paradies (Garten Eden im Irak)
Andrea Böhm · 2017
Die ZEIT-Reportage folgt Andrea Böhms Reise zum biblischen Garten Eden im Irak. An der Stelle, wo Euphrat und Tigris zusammenfließen, erkundet sie die historische Stadt Kurna und den legendären Baum der Erkenntnis. Im Gespräch reflektieren ein Rabbiner, eine Pastorin und ein Imam über das Paradies aus ihren jeweiligen religiösen Perspektiven und philosophischen Fragen zum Jenseits.
Reportage über Arthur Ruppin und Pinchas Wallerstein / Das Ruppin-Prinzip
Bastian Berbner
Die Reportage von Bastian Berbner erzählt die Geschichte der israelischen Staatsgründung anhand zweier gegensätzlicher Figuren: Arthur Ruppin, Verfechter des kooperativen Zionismus, und Pinchas Wallerstein, Vertreter aggressiver Siedlungspolitik. Die Darstellung zeigt, wie historische Strukturen bis heute nachwirken und sich in biblischen Texten spiegeln.
Reportage über Missionare bei den Maasai in Tansania
Sabine Rückert
Mission in Afrika - bei dem Thema reagieren so manche Kritiker, auch Journalisten, empfindlich. Vielleicht deswegen, weil die wenigsten Kritiker Missionare überhaupt kennen. Eine ARD-Sendung über die Missionarin Angelika Wohlenberg - besser bekannt unter dem Namen "Mama Massai" - gab am Sonntag differenzierte Einblicke in die Welt der Mission in Afrika.
Reportage über Schwester Giovanna Calabria im Südsudan
Andrea Böhm
Der Artikel porträtiert Ordensschwester Giovanna Calabria, die im Südsudan traumatisierte ehemalige Kindersoldaten der Lord's Resistance Army betreut und beschützt. Die Reportage zeigt ihre humanitäre Arbeit unter gefährlichen Bedingungen und ihren Einsatz gegen Terror und Ausbeutung. Der Beitrag verbindet das persönliche Schicksal der Kinder mit übergeordneten Fragen von Rettung und Hoffnung.
Rezension zu C.G. Jungs Rotem Buch
Christoph Türcke
Christoph Türckes Rezension in der Süddeutschen Zeitung analysiert C.G. Jungs Rotes Buch. Der Philosoph interpretiert Jungs Visionen als psychologische Abwehrmechanismen gegen Schizophrenie. Eine intellektuelle Einordnung eines Klassikers der analytischen Psychologie.
Rezension zu Messiah
Die Jüdische Allgemeine bespricht die Netflix-Serie Messiah, die das Kommen des Gesalbten in die heutige Zeit versetzt. Der Rezensent untersucht die religiösen und kulturellen Dimensionen der Serie und widmet sich der Frage, wie die Welt auf eine Person reagieren würde, die als Messias auftritt. Der Artikel würdigt das Werk überraschend positiv und beschreibt diese zentrale Fragestellung als faszinierend.
Russland wird glücklich sein
Alexej Nawalny
Der Artikel präsentiert eine Gerichtsrede des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny, die von einem gerechteren und glücklicheren Russland träumt. Die Rede ist ein Auszug aus seinem Buch „Schweigt nicht" und wurde am 22. Juli 2021 als Vorabdruck in der ZEIT veröffentlicht. Sie dokumentiert Nawalnys eindringliche Worte vor Gericht, in denen er seine Vision für eine gerechtere Zukunft artikuliert.
Simplicissimus
Simplicissimus, novel by Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen, the first part of which was published in 1669 as Der abentheurliche Simplicissimus Teutsch (“The Adventurous Simplicissimus Teutsch”). Considered one of the most significant works of German literature, it contains a satirical and
Spiegel-Artikel über Gott und Physik
Das Universum spielt seit 15 Milliarden Jahren Lotterie. War das Ergebnis unvermeidlich? Ist der Mensch nur ein Produkt des Zufalls? Der amerikanische Astrophysiker GEORGE V. COYNE, Leiter des Observatoriums im Vatikan, über das Verhältnis von Wissenschaft und Religion.
Spiegel-Interview mit Anton Hofreiter
Hat CDU-Chef Merz die Wähler getäuscht? Im SPIEGEL-Talk streiten Ines Schwerdtner, Thorsten Frei, Anton Hofreiter und Lothar Domröse über Wahlversprechen, Schwachstellen des geplanten Sondervermögens und die Aufrüstung Deutschlands.
Surfer
Artikel aus dem US-Surf-Magazin Surfer über die Kraft der Intuition im Extremsurfen. Laird Hamilton überlebt 2000 vor Tahiti die legendäre Millennium Wave, indem er instinktiv gegen alle Surfregeln verstößt und sich in einer unmöglichen Position auf dem Brett hält. Der damalige Chefredakteur Sam Church beschreibt diese paradoxe Reaktion als ausschlaggebend für Hamiltons Überleben in einer der größten Wellen der Welt.
Symposium über jüdische Auserwähltheit
Commentary Magazine
Der Artikel untersucht die jüdische Vorstellung der Auserwähltheit und ihre Bedeutung im modernen Judentum. Ein Symposium des Commentary Magazine zeigte, dass liberale und nicht-orthodoxe Rabbiner diese Konzeption zunehmend ablehnen oder kritisch hinterfragen. Der Beitrag beleuchtet die Spannung zwischen traditioneller religiöser Lehre und aufgeklärten Wertvorstellungen in der zeitgenössischen jüdischen Gesellschaft.
Text in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (23. Dezember 2023)
Saša Stanišić
Das Leben als Proberaum: Saša Stanišićs neues Buch präsentiert den bosnisch-deutschen Schriftsteller Saša Stanišić mit einer Veröffentlichung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Text ist der Abdruck seiner Rede anlässlich des Nelly-Sachs-Preises und behandelt Stanišićs künstlerisches Schaffen sowie seinen Lebensweg. Die Rede reflektiert über den Schaffensprozess mit Bezügen zur biblischen Metapher des Salzes der Erde.
Text über seinen Schlaganfall
Hans Zippert
Hans Zippert schildert in diesem humorvollen Essay seinen Schlaganfall, der ihn beim Fahrradfahren in Berlin traf. Mit Galgenhumor und Witz verarbeitet er das traumatische Ereignis und demonstriert, wie sich schwere Lebenssituationen durch Humor bewältigen lassen. Der Text wird als Meisterstück der ironischen Auseinandersetzung mit einer existenziellen Krise gewürdigt.
The Guardian
Artikel aus The Guardian zur Gründung Israels 1948. Die britische Tageszeitung berichtete über die sofortige Anerkennung Israels durch US-Präsident Truman und würdigte das historische Recht der Juden auf ein eigenes Land.
The Helmsman of Lake Erie
Augustus Fuller, Steuermann des Dampfschiffes Erie, starb am 9. August 1841 im Alter von 23 Jahren bei einem Schiffsbrand auf dem Lake Erie nahe Buffalo, New York. Er blieb heroisch an seinem Posten am Steuerrad, bis er in den Flammen umkam – ein Akt, den Kapitän T. J. Titus als Augenzeuge lobte und der ihn später als „resolute man in obeying orders" charakterisierte. Die Presse berichtete fehlerhaft über seinen Namen als „Luther Fuller" statt des korrekten „Augustus Fuller". Das Unglück inspirierte zahlreiche literarische Werke über Jahrzehnte hinweg, darunter Balladen von Benjamin Brown French, Horatio Alger Jr. und dem deutschen Dichter Theodor Fontane. Fontanes Version wurde besonders berühmt und ist bis heute Pflichtlektüre im deutschen Schulunterricht, weshalb die Stadt Buffalo 1998 eine Gedenktafel für Fuller aufstellen ließ.
Time 100: The Most Important People of the Century
Das TIME Magazine stellt in dieser Juni-1999-Ausgabe eine Liste der 100 einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts zusammen. Die Auswahl umfasst Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Bereichen: Sportler wie Muhammad Ali und Pelé, politische Figuren wie die Kennedys und Rosa Parks, Künstler wie Marilyn Monroe und Bruce Lee, Aktivisten wie Harvey Milk und Emmeline Pankhurst, sowie humanitäre Ikonen wie Mutter Teresa und Anne Frank. Die Liste dokumentiert damit Personen, die in den Bereichen Sport, Politik, Bürgerrechte, Kultur, Wissenschaft und Humanitarismus das 20. Jahrhundert nachhaltig geprägt haben.
Time Magazine Umfrage (Oktober 2006)
Der Artikel behandelt eine Umfrage des Time Magazine von Oktober 2006, bei der die Befragten nach ihrer Einstellung zum Verhältnis von Glaube und Wissenschaft befragt wurden. Das zentrale Ergebnis: 64 Prozent der Teilnehmer würden an ihrem religiösen Glauben festhalten, auch wenn dieser durch wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegt würde. Die Studie dient als empirischer Beleg für die biologische Verankerung von Religiosität bei Menschen.
Titel über Utopien und Dystopien
Thomas Assheuer
Der Artikel von Thomas Assheuer untersucht das klassische Werk "Utopia" von Thomas Morus und diskutiert die Bedeutung von utopischem Denken in der heutigen Zeit. Er argumentiert, dass Utopien als politische Hoffnungsbilder kaum noch funktionieren und dass die wichtigste Aufgabe moderner Gesellschaften darin besteht, das Schlimmste zu verhindern, anstatt bessere Welten zu entwerfen.
Titelgeschichte über den Weltuntergang
Malte Henk
Der Artikel untersucht, wie Menschen mit dem Wissen um existenzielle Krisen umgehen. Malte Henk verbindet die moderne Wahrnehmung des Weltuntergangs mit historischen Perspektiven wie Isaac Newtons Bibelforschung und argumentiert, dass apokalyptisches Bewusstsein jeden Moment wertvoll macht. Diese innere Haltung hilft uns, das Leben intensiver wahrzunehmen und zu schätzen.
Träume für 2024
Edith Ohel
Edith Ohel schreibt in der ZEIT-Neujahrsausgabe 2024 über ihren Traum für das neue Jahr. Die Mutter eines von der Hamas entführten Pianisten reflektiert, wie sie trotz tiefsten Leids an Freundlichkeit und Licht festhält. Ein Beitrag, der innere Widerstandskraft angesichts von Tragödie bezeugt.
Und wenn alles ganz anders war
Der Artikel erörtert die definitorischen und beweistechnischen Schwierigkeiten bei der Verfolgung von Kindesmissbrauch. Experten wie der Erziehungswissenschaftler Reinhart Wolff und der Forensiker Udo Undeutsch zeigen auf, dass es weder standardisierte Testverfahren noch eindeutige Symptome gibt, die sexuelle Misshandlung sicher nachweisen. Besonders bei Jahrzehnte zurückliegenden Fällen sind Zeugenberichte durch Erinnerungslücken, Suggestionen und nachträgliche Rekonstruktionen so kompromittiert, dass die Wahrheit oft nicht zu ermitteln ist. Der Autor warnt daher vor voreiligen öffentlichen Urteilen gegen Institutionen und Personen auf Grundlage unbewiesener Vorwürfe und fordert stattdessen zunächst eine wissenschaftlich fundierte Darstellung der Vorgänge.
Unverdient
Heribert Prantl
Marlene Engelhorn, eine 31-jährige Wienerin und Erbin von 25 Millionen Euro aus der BASF-Familie, hat den größten Teil dieses Vermögens über einen von ihr organisierten Bürgerrat an 77 Organisationen verteilt. Nach sechswöchigen Beratungen entschieden 50 Bürger aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen über die Verteilung der Gelder. Heribert Prantl argumentiert in seinem Meinungsartikel, dass die Erbschaftssteuer eine zentrale Gerechtigkeitsfunktion hat: Sie soll verhindern, dass sich Gesellschaft in immer reichere und ärmere Schichten spaltet. Engelhorns freiwillige Umverteilung demonstriert, dass Sozialstaat und Demokratie zusammenhängen – wer extrem ungleich verteilte Vermögen zulässt, gefährdet die demokratische Stabilität.
Verteidigung der Franklin-Expedition in Household Words
Charles Dickens
Charles Dickens verteidigte die Ehre der gescheiterten Franklin-Expedition von 1854, indem er die Kannibalismusvorwürfe des Polarforschers Dr. Rae anzweifelte. Während Rae seine Aussagen auf Berichte von Inuit stützte, argumentierte Dickens, dass diese Informationen nur über unzuverlässige Interpreter und mehrfache Zweithandquellen weitergegeben worden waren. Die Sprachbarrieren und fehlende Direktbeobachtung machten Raes Schlussfolgerung nach Dickens höchst fragwürdig. Dickens respektierte Raes Charakter und Pflichterfüllung, lehnte aber ab, dass solch tapfere Seeleute und Offiziere sich zu dieser grausamen Handlung verpflichtet hätten.
Viele enttäuschte Hoffnungen
Unternehmen und Selbstständige in Deutschland werden seit Wochen aufgefordert, ihre Corona-Hilfen nachzuweisen oder diese zurückzustattern – ausgerechnet während der umsatzstarken Vorweihnachtszeit, wenn sie durch steigende Infektionszahlen erneut mit Ausfällen kämpfen. Die Politik hatte die Hilfsmaßnahmen schnell, unbürokratisch und großzügig gestaltet, um den wirtschaftlichen Schaden zu minimieren. Nun treffen die Rückforderungen viele Betriebe hart und stellen sie in einer ohnehin angespannten Situation vor erhebliche finanzielle Belastungen. Der Artikel von Christiane Kaiser-Neubauer beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen der damaligen Hilfsbereitschaft und den heutigen Abrechnungsforderungen für den Mittelstand.
Viele junge Männer leben gesünder und sind fitter als ihre Vorgänger
Der Artikel der FAZ untersucht das Phänomen junger Männer, die zwar körperlich fitter und gesünder leben als frühere Generationen, gleichzeitig aber mit deutlich größeren psychischen Problemen kämpfen. Der Text dokumentiert einen Widerspruch: intensive Körperoptimierung korreliert mit erhöhter seelischer Belastung. Die Analyse zeigt, wie Perfektionismus im Fitnessbereich zu psychischen Belastungen führen kann.
Von guten Mächten wunderbar geborgen
Volker Weidermann
Volker Weidermann zeichnet die Lebensgeschichte des evangelischen Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer nach und beleuchtet die Entstehung seines berühmten Gedichts „Von guten Mächten wunderbar geborgen", das er 1944 in der Gestapo-Zelle schrieb. Der Artikel zeigt, wie dieses Gedicht zum zeitlosen Trostlied wurde und analysiert gleichzeitig, wie es in der heutigen Zeit von politischen Kräften vereinnahmt wird, die Bonhoeffers Vermächtnis widersprechen.
Vorarlberger Volksblatt, Weihnachtsausgabe 1886
Die Weihnachtsausgabe des Vorarlberger Volksblatts von 1886 berichtet über eine dramatische Rettungsaktion am Flexenpass, bei der 44 Männer während eines Schneesturms nach einem verschütteten Fuhrmann gruben. Aufgrund der lebensgefährlichen Schneeverhältnisse mussten die Helfer die Suche unterbrechen und erst am Morgen des 22. Dezember fortsetzen. Der Artikel dokumentiert ein historisches Bergrettungseinsatz aus der Vorarlberger Talgeschichte.
Vordrängela Merkel
Stefan Kuzmany
Diese satirische Glosse von Stefan Kusmani behandelt das Dilemma von Kanzlerin Merkel während der Corona-Impfkampagne. Unabhängig von ihrer Entscheidung beim Impfen steht die Bild-Zeitung mit einer vernichtenden Schlagzeile bereit. Der Artikel zeichnet humorvoll nach, wie Merkel in einer unmöglichen Situation steckt, in der jede Handlung kritisiert wird — ähnlich wie die Israeliten, die Moses in der Wüste ständig murren.
Warnung vor der Stärke
Ein starkes Erdbeben der Stärke 7,4 hat am Morgen die südphilippinische Provinz Davao Oriental auf der Insel Mindanao erschüttert. Das Beben trat in 58 Kilometern Tiefe auf, wenige Tage nachdem ein Beben der Stärke 6,9 in der Provinz Cebu mindestens 74 Menschen getötet hatte. Phivolcs-Direktor Teresito Bacolcol warnte vor Nachbeben und weiteren Schäden. Gebäude wurden beschädigt, Stromausfälle gemeldet, und Augenzeugen berichteten von Panik und einstürzenden Decken. Eine Tsunami-Warnung wurde zunächst ausgegeben, dann jedoch aufgehoben. Die Philippinen liegen auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde mit häufigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen.
Warum so ernst?
Jens Jessen
ZEIT-Titelgeschichte von Jens Jessen über Generationenungerechtigkeit. Die provokante Abhandlung wird mit dem biblischen Gleichnis der Arbeiter im Weinberg verknüpft und hinterfragt die Gerechtigkeit zwischen Generationen.
Warum wir den Zweifel brauchen
Evelyn Finger · 2018
Der Artikel von Evelyn Finger befasst sich mit der Bedeutung des religiösen Zweifels und der Religionskritik in der deutschen Aufklärungstradition. Finger untersucht, wie Zweifel als wichtiges Element des religiösen Denkens und der intellektuellen Auseinandersetzung mit Glaubensfragen fungiert.
Warum wuchs im Paradies ein Baum mit verbotenen Früchten?
Evelyn Finger
Der Artikel untersucht die Bedeutung des Zweifels in Religion und deutscher Geistesgeschichte. Evelyn Finger zeigt anhand der biblischen Paradieserzählung, Nietzsches Philosophie und des Apostels Thomas, wie der Zweifel ein zentraler Bestandteil religiösen Nachdenkens ist. Ein Essay über das Verhältnis zwischen Glaube und kritischer Infragestellung.
Wer liebt hier eigentlich das Leben?
Matthias Iken
Matthias Ikens Artikel aus dem Hamburger Abendblatt zum 90. Geburtstag seines Vaters kontrastiert die Lebensfreude der älteren Generation mit moderner Selbstoptimierungskultur. Der Text hinterfragt, ob Gesundheitsfanatismus und Körperkult wirklich zu Lebensqualität führen oder ob sie sie vielmehr erschweren.
Werden unsere Gebete erhört?
Daniel Neumann
Als Waise (auf das deutsche und niederländische Sprachgebiet beschränkte Wort mhd. weise, ahd. weiso, zu wīsan, meiden, verlassen, immer im Femininum) oder Waisenkind wird ein Kind bezeichnet, das einen oder beide Elternteile verloren hat. Hierbei wird zwischen Vollwaisen (bei denen beide Eltern gestorben sind) und Halbwaisen (bei denen ein Elternteil gestorben ist) unterschieden.
Wettersegen
Lorenz Jäger
Artikel des Journalisten Lorenz Jäger über die Reaktion des orthodoxen Patriarchen Kyrill I. auf die Dürrekatastrophe in Russland im Sommer 2010. Der Patriarch bezieht sich dabei auf den Propheten Elia und dessen biblische Rolle im Zusammenhang mit Wetterereignissen. Der Text behandelt die religiöse Deutung dieser Naturkatastrophe durch die russisch-orthodoxe Kirche.
Wichtiger als ich
Die Titelgeschichte "Wichtiger als ich" aus der ZEIT von 2014 porträtiert Menschen, die selbstlose Opfer für Fremde bringen. Die Reportage zeigt beispielhafte Lebensgeschichten von Personen, die sich uneigennützig für andere eingesetzt haben, darunter historische Figuren wie Werner Forssmann und Luise Meyer. Ein Editorial-Projekt, das menschliche Solidarität und Selbstlosigkeit im Fokus hatte.
Wie Rupin ein Land erbaute
Bastian Berbner
Das ZEIT-Dossier erzählt die Geschichte Arthur Rupins, eines deutschen Juden aus Magdeburg, der als einer der praktischen Gründer des Staates Israel gilt. Der Artikel, erschienen anlässlich des 70. Geburtstags Israels, beschreibt Rupins Vision und seinen unermüdlichen Einsatz beim Aufbau des jüdischen Staates. Wie die biblische Figur Moses war Rupin getrieben von einer visionären Idee und setzte sich beharrlich gegen zahlreiche Widerstände durch.
Wie dieser Elefant die Reformation anfachte
Alexander Brüggemann
Papst Leo X. aus der Medici-Familie, ein prunkliebender Renaissancefürst, erhielt 1514 vom portugiesischen König ein seltenes Geschenk: den Elefanten Hanno. Der junge, verwöhnte Papst war begeistert und machte das Tier zu seinem persönlichen Liebling, überhäufte es mit Geschenken und verhätschelte es. Doch der Elefant starb bereits 1516 erbärmlich. Die opulente Zurschaustellung exotischer Tiere und der verschwenderische Lebensstil des Vatikans wurden von Kritikern zunehmend als Zeichen der Korruption wahrgenommen und trugen zur wachsenden Empörung bei, die schließlich die Reformation befeuerte.
Wie gut ist der Mensch
Wolfgang Uchatius
Der Artikel von Wolfgang Uchatius untersucht die grundlegende Frage, ob der Mensch von Natur aus gut ist. Dabei spannt die Recherche einen Bogen von den ältesten literarischen Werken über religiöse Traditionen bis zur modernen Frage von Uneigennützigkeit. Der Text wirft Licht auf den scheinbaren Widerspruch zwischen menschlicher Grausamkeit wie Mord und Krieg einerseits und Altruismus, Großzügigkeit und Mitgefühl andererseits.
Wie klug ist unser Bauch?
Sabine Rückert
Der Artikel untersucht, wie zuverlässig unser Bauchgefühl bei alltäglichen Entscheidungen ist. Er behandelt die wissenschaftliche Debatte zwischen Intuitions-Skeptikern wie Kahnemann und Befürwortern wie Gigerenzer, die der Intuition hohe Trefferquoten zutrauen. Die Autorin verbindet diese psychologische Perspektive mit biblischen Beispielen von Menschen, die sich von inneren Eingebungen leiten lassen.
Wie verhext
Angela Köckritz
Der Artikel behandelt Zauberei, Flüche und Aberglauben im westafrikanischen Senegal. Die Autorin Angela Kökritz, Afrika-Korrespondentin der Zeit, beschreibt, wie Flüche und Segen in Großfamilien die zwischenmenschlichen Beziehungen prägen. Sie zieht Parallelen zu biblischen Erzählungen, in denen ähnliche Dynamiken von Familie, gegenseitigem Misstrauen und familiärem Druck eine zentrale Rolle spielen.
Wikipedia (Artikel zur Belagerung Jerusalems)
Die Belagerung Jerusalems vom 7. Juni bis 15. Juli 1099 war der entscheidende Wendepunkt des Ersten Kreuzzugs. Unter Führung von Gottfried von Bouillon und Raymond IV. von Toulouse zwangen etwa 13.500 Kreuzfahrer die fatimidische Garnison zur Kapitulation und eroberten die Stadt. Nach der Einnahme verübten die Kreuzritter Massaker an der muslimischen und jüdischen Bevölkerung, wobei mindestens 40.000 Menschen getötet wurden. Mit der Eroberung des Heiligen Grabes entstanden das christliche Königreich Jerusalem und eine dauerhafte europäische Präsenz im Heiligen Land.
Wir sehen uns
Andreas Lebert
Andreas Lebert von der ZEIT schreibt einen poetischen Brief an den Sternhaufen M13, den er seit fast 30 Jahren durchs Teleskop beobachtet – seit dem Tod seines Vaters. Der Text verbindet Astronomie mit persönlicher Trauer und philosophischen Fragen und schafft eine berührende Meditation über Vergänglichkeit, Trost und die menschliche Sehnsucht nach dem Unendlichen.
Woher kommt der Mut?
Sabine Rückert, Johanna Haberer · 2022
Artikel aus der ZEIT-Pfingstausgabe, der biblische und moderne Mutgeschichten verbindet. Von David gegen Goliath über den Tankman bis zu Selenskyj und Nawalny erkundet der Text, woher Menschen in ausweglosen Situationen ihren Mut beziehen.