Medien aus Lanz & Precht
1695 Medien aus 242 Episoden · Seite 7 von 34
Artikel von Bernd Ulrich
Bernd Ulrich
Wie kann es sein, dass wir alles über die Klimakrise wissen und trotzdem so wenig dagegen unternehmen? Es hat mit Stolz, Ehre und der Idylle der Normalität zu tun.
Artikel von Gustav Gressel in der Welt
Gustav Gressel
Der Militärexperte Gustav Gressel warnt in einem Interview mit dem STANDARD vor einer existenziellen Bedrohung für Europa durch den Rückzug der USA unter Präsident Trump. Gressel argumentiert, dass die Destabilisierung der Weltordnung durch Trump Russland ermöglicht, sich auf einen größeren bewaffneten Konflikt in Europa vorzubereiten. Die zentrale These ist, dass europäische Sicherheit fundamental von der US-amerikanischen Sicherheitsgarantie abhängt und deren Wegfall zu katastrophalen Folgen führen könnte.
Artikel von Ivan Krastev zur Ukraine-Krise
Ivan Krastev
Ivan Krastev untersucht in seinem Gastbeitrag Putins strategisches Ziel jenseits des militärischen Konflikts: die Zersetzung der westlichen Allianz und der NATO. Der Autor illustriert dies mit einer historischen Anekdote aus dem Ersten Weltkrieg, wonach ein deutscher General den Lagelagebericht an österreichische Verbündete mit „ernst, aber nicht katastrophal" zusammenfasste, während die Österreicher antworteten: „Hier ist die Lage katastrophal, aber nicht ernst." Diese Gegenüberstellung veranschaulicht die fragmentierte und widersprüchliche Reaktion Europas auf die Ukraine-Krise. Krastev argumentiert, dass Putins Strategie über direkte militärische Mittel hinausgeht und Desinformation, Cyberattacken sowie Energiepolitik als Werkzeuge zur Destabilisierung des Westens einsetzt. Der Artikel zeigt, wie die asymmetrische Kriegsführung auf europäische Widersprüche und innere Bruchlinien abzielt.
Artikel von Joschka Fischer im Stern
Joschka Fischer
Ex-Außenminister Joschka Fischer unterstützt Cem Özdemir in Baden-Württemberg. Ausgerechnet den grünen Parteifreund, der ihm mal beinahe alles vermasselt hätte.
Artikel von Leon Panetta über Autokratie vs. Demokratie
Leon Panetta
Leon Panetta, früherer US-Verteidigungsminister und CIA-Chef unter Barack Obama, warnt in dem Interview vor dem Scheitern westlicher Demokratien angesichts globaler autoritärer Machenschaften. Der Ukraine-Krieg stellt für Panetta einen entscheidenden Wendepunkt dar, der über die geopolitische Ordnung des 21. Jahrhunderts entscheidet. Er fordert konkret eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine sowie einen Waffenstillstand im Nahen Osten als Lösungsansätze. Panetas zentrale These lautet, dass der Westen durch Stärkedemonstration Tyrannen abschrecken müsse, andernfalls würde er ihnen weitere Handlungsspielräume eröffnen. Der Artikel adressiert damit die geopolitischen Spannungen zwischen liberalen Demokratien und autoritären Systemen, die zunehmend an Schärfe zunehmen.
Artikel von Miriam Holstein über Precht und Welzer
Miriam Holstein
Miriam Holstein kritisiert in ihrem Artikel Richard David Precht und Harald Welzer, die mit ihrem Buch 'Die vierte Gewalt' (2022) die Medien und den Qualitätsjournalismus pauschal angreifen. Holstein ordnet die beiden Autoren dem Schwurbler- oder Querdenker-Milieu zu, da ihre Medienkritik strukturelle Ähnlichkeiten zu Verschwörungsnarrativen aufweise. Precht reagierte empört darauf, weil Holstein diese Einordnung vornahm, bevor das Buch überhaupt erschienen war. Der Artikel ist ein Beispiel für den Konflikt zwischen etablierten Medien und den von Precht/Welzer geübten Pressekritikern.
Artikel zum Ende des Westens
Stefan Kornelius
Deutsche Leser kritisieren in dieser SZ-Leserbriefe-Sammlung Trumps Politik als autoritär und zerstörerisch für die westliche Allianz. Andreas Niedermeier fordert Europa auf, sich unabhängig zu machen, da Trump 80 Jahre amerikanischer Außenpolitik leugnet und die Ukraine sowie Europa verrät. Weitere Leser ziehen Parallelen zu Hitlers Aufstieg in der Weimarer Zeit und werfen Trump vor, als autoritärer Faschist ohne Grenzen zu agieren, der Krieg statt Frieden schafft. Ein Leser kritisiert, dass Trump wie ein Elefant im Porzellanladen in das fein austarierte Netzwerk internationaler Beziehungen platzt und die strategischen Grundlagen der Nachkriegsordnung zerstört.
Artikel zur AfD und Meinungsfreiheit
Andreas Rosenfelder
Der WELT-Artikel von Andreas Rosenfelder kritisiert die parlamentarische Ausgrenzung der AfD, die trotz ihrer Stellung als zweitstärkste Fraktion mit 152 Abgeordneten von Ämtern und Würden ferngehalten wird. Rosenfelder argumentiert, dass diese Strategie der übrigen Parteien den demokratischen Spielregeln widerspricht. Im Fokus steht auch die Frage, inwieweit die Einstufung der AfD als rechtsextrem die Meinungsfreiheit berührt. Rosenfelders Methode zeigt auf, dass auch Positionen der AfD in seriöser Sprache und sachlicher Form formulierbar sind, ohne dass der inhaltliche Kern verloren geht.
Artikel zur Romantisierung von Krieg
Diana Kindert
Diana Kindert beschreibt in dem Beitrag eine kulturelle Ästhetisierung und Romantisierung von Krieg, Gefecht und Kampf in sozialen Medien. Sie beobachtet Influencer, die mit Sturmhauben und Karnevalswaffen posieren und Krieg als etwas Aufregendes oder Heroisches inszenieren. Kindert zieht daraus den Schluss, dass die Gesellschaft kulturell längst kriegsbeteiligt sei, noch bevor ein offizieller Kriegszustand eintritt. Der Artikel ist relevant als Zeitdiagnose zur medialen Kriegsnormalisierung im gegenwärtigen geopolitischen Kontext.
Artikel über 34.500 Studenten ohne Wohnheimplatz
Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks, Matthias Anbuhl, prangert den Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studierende in Hochschulstädten als dringende soziale Frage an. Zum September 2024 warteten rund 34.500 Studienanfänger auf einen Wohnheimplatz, deutlich mehr als im Vorjahr. Die steigenden Mieten führen nach Anbuhl zu einer neuen Form der sozialen Auslese und erschweren insbesondere Studierenden aus einkommensschwachen Familien den Zugang zur Hochschulbildung erheblich.
Artikel über Alfred Herrhausen
Carolin Emcke
Carolin Emcke, renommierte Journalistin, beschäftigt sich in einem neuen Buch mit der Ermordung ihres Patenonkels Alfred Herrhausen durch RAF-Terroristen während des Deutschen Herbsts. Sie war damals 22 Jahre alt. Der ZEIT-Artikel präsentiert ein Interview, in dem Emcke ihre Perspektive als Angehörige eines Opfers schildert und die Forderung erhebt, dass die Täter endlich sprechen und Aufklärung über die politisch motivierten Morde geben sollten. Das Thema berührt das bis heute ungeklärte Leid von Hinterbliebenen, die Jahrzehnte nach den Attentaten des Deutschen Herbsts keine abschließende Aufklärung und Gerechtigkeit erhalten haben.
Artikel über Annalena Baerbock und ihre Generation
Uli Schulte
Uli Schulte analysiert Annalena Baerbock als Repräsentantin einer Generation, deren Eltern schon die bloße Existenz ihrer Kinder als Sensation feierten. Diese übermäßige elterliche Bestätigung führt laut Schulte dazu, dass Betroffene ihre eigene Mittelmäßigkeit irgendwann für Genialität halten. Der Artikel entstand im Kontext des Plagiats- und Biografiestreits um Baerbock während des Bundestagswahlkampfs 2021. Schulte nutzt Baerbock als Fallbeispiel für eine gesellschaftliche Prägung durch übertriebenes Lob und fehlende kritische Rückmeldung.
Artikel über Ausladungen an Universitäten
Ronan Steinke
Der Artikel von Ronan Steinke untersucht anhand von drei konkreten Fällen, wie deutsche Universitäten zunehmend Gastredner ausladen, wenn Empörung oder Sicherheitsbedenken entstehen. Steinke argumentiert, dass diese Praxis der akademischen Freiheit schadet und die Universitäten ihrer eigentlichen Funktion beraubt: der produktiven Auseinandersetzung mit Kontroverse und gegensätzlichen Positionen. Statt Ruhe durch Ausladungen zu bewahren, gefährden Universitäten damit ihr Selbstverständnis als Orte des freien Gedankenaustauschs.
Artikel über Bezos' Hochzeit in Venedig
Amazon-Gründer Jeff Bezos feiert seine Hochzeit in Venedig mit drei Tagen Festivitäten, geschätzten Kosten von 10-30 Millionen Euro, 90 Privatjets und 9 Jachten. Aktivisten wie Marta Sottoriva kritisieren massiv die Kommerzialisierung der historischen Stadt und den ökologischen Fußabdruck, während Bürgermeister Luigi Brugnaro und Regionalpräsident Luca Zaia das Event als wirtschaftliche und kulturelle Ehre für Venedig bezeichnen. Die geplante Trauung findet auf der Klosterinsel San Giorgio Maggiore statt, Luxushotels und historische Stätten wurden vollständig gemietet. Aktivisten planen Sitzblockaden während der Hochzeit. Der Konflikt spiegelt den Gegensatz zwischen Wohlstandselite und lokaler Bevölkerung sowie Fragen zu Nachhaltigkeit und Zugang zu kulturellem Erbe wider.
Artikel über Bidens Führerschein-Abgabe
Ein Kommentar auf Spiegel Online zieht eine Parallele zwischen Joe Biden und einem geliebten Großvater, dem die Familie den Führerschein wegnehmen muss – weil er selbst nicht einsieht, dass es Zeit ist aufzuhören. Der Text bezieht sich auf die Debatte um Bidens geistige Fitness und Eignung für ein weiteres Präsidentschaftsmandat. Das Bild des 'Opas mit dem Führerschein' funktioniert als eingängige Metapher für politisches Loslassen-Können. Der Artikel wurde von Markus Lanz in seiner Sendung als prägnante Zusammenfassung der Biden-Nachfolgediskussion zitiert.
Artikel über Bidens Rücktritt
Die New York Times forderte in einem vielbeachteten Leitartikel Präsident Joe Biden auf, aus der Präsidentschaftswahl 2024 auszusteigen. Nach Bidens schwachem Auftritt beim ersten TV-Duell im Juni 2024 intensivierte die NYT ihre Berichterstattung massiv – Leitartikel, Meinungsbeiträge und Nachrichtenartikel drängten Biden zum Rückzug. Diese Kampagne gilt als Beispiel für den medialen Druck, der letztlich zum Rückzug Bidens im Juli 2024 führte. Die Berichterstattung wurde von Medienkritikern als ungewöhnlich einseitig und koordiniert wahrgenommen.
Artikel über Chatbots und Einsamkeit im New Yorker
Paul Bloom
Der Psychologie-Professor Paul Bloom untersucht in seinem New-Yorker-Artikel die Rolle von künstlicher Intelligenz bei der Bekämpfung von Einsamkeit. Er argumentiert, dass KI-Chatbots in bestimmten Fällen, insbesondere bei chronischer Einsamkeit, therapeutisch wirken können. Allerdings warnt Bloom davor, dass das Gefühl von Einsamkeit auch ein wichtiger natürlicher Antrieb ist, um aktiv soziale Kontakte zu pflegen.
Artikel über Corona in der Zeit
Alexander Kekulé
Alexander Kekulé, Virologe und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Uni Halle, analysiert die Corona-Pandemie und plädiert für eine konsequent vorsichtige Haltung gegenüber dem Virus. Kekulé war eine der meistzitierten wissenschaftlichen Stimmen der Pandemie in Deutschland und betonte stets die Notwendigkeit evidenzbasierter Maßnahmen. In der öffentlichen Debatte geriet er zeitweise in die Kritik, zu konservativ oder alarmistisch zu sein – was Markus Lanz in seinem Podcast als ungerecht zurückweist. Kekulés Veröffentlichungen in der Zeit belegen seine konsistente, wissenschaftlich fundierte Haltung.
Artikel über Elitenbeschimpfung
Jagoda Marinić
Jagoda Marinić plädiert dafür, Eliten konstruktiv und öffentlich zu kritisieren, anstatt dieses Feld den Rändern und Rechtspopulisten zu überlassen. Ihre zentrale These: Je deutlicher die gesellschaftlichen und politischen Führungsschichten legitim kritisiert werden, desto weniger Zulauf erhalten ultrapopulistische Bewegungen. Wer schweigt oder Kritik an der Elite meidet, überlässt das Narrativ den Extremen. Der Beitrag erschien im Stern und wurde in der Sendung Lanz & Precht als intellektuell stimulierender Impuls aufgegriffen.
Artikel über Empathie und Einsamkeit im New Yorker
Paul Bloom · 2025
Paul Bloom, Psychologieprofessor und Autor von 'Against Empathy', argumentiert in diesem New-Yorker-Artikel, dass Menschen systematisch unterschätzen, wie viel Empathie andere für sie empfinden. Diese kognitive Verzerrung führt dazu, dass wir uns sozial zurückziehen und weniger Verbindung suchen – was Einsamkeit verstärkt, obwohl die Bereitschaft zur Empathie bei anderen durchaus vorhanden wäre. Bloom verbindet aktuelle Forschungsbefunde aus der Sozialpsychologie mit der gesellschaftlichen Einsamkeitsepidemie und zeigt, dass das Problem weniger im Mangel an Empathie liegt als in unserer Unfähigkeit, sie bei anderen wahrzunehmen.
Artikel über Erbschaftssteuer und Omas Häuschen
Die verbreitete Erzählung, dass die Erbschaftssteuer vor allem Durchschnittsfamilien mit geerbten Eigenheimen trifft, stimmt laut diesem Spiegel-Stück nicht. Der Artikel dekonstruiert den politisch wirkmächtigen Mythos vom bedrohten 'Omas Häuschen' und zeigt, dass Eigenheime im deutschen Steuerrecht weitgehend geschützt sind. Kernthese: Die Empörung über die Erbschaftssteuer wird gezielt genutzt, um Steuervorteile für große Vermögen zu verteidigen, obwohl die tatsächliche Belastung kleiner Erbschaften minimal ist.
Artikel über FDP-Strategiepapier
Robert Pausch
Die FDP hatte den Bruch der Ampelkoalition offenbar strategisch vorgeplant. Ein internes Strategiepapier belegt, dass die Partei den Ausstieg aus der Regierung nicht spontan vollzog, sondern ihn systematisch vorbereitete. Robert Pausch rekonstruiert in der ZEIT, wie die FDP den Koalitionsbruch als kalkulierten Schritt inszenierte. Der Artikel enthüllt, dass der öffentlich dargestellte Konflikt um den Haushalt als Auslöser diente, der eigentliche Entschluss aber bereits früher gefallen war.
Artikel über Geld und Glück (DIW-Studie)
Marcel Fratscher
Marcel Fratscher, Ökonom und DIW-Präsident, bespricht eine neuere Studie, die die weit verbreitete These widerlegt, dass Geld ab etwa 60.000–75.000 Euro jährlich nicht mehr zum Glück beitrage. Die Studie zeigt, dass höheres Einkommen auch darüber hinaus mit steigendem Wohlbefinden korreliert. Fratscher ordnet die Ergebnisse volkswirtschaftlich ein und diskutiert, was das für Umverteilung und Sozialpolitik bedeutet. Der Artikel ist relevant, weil er eine populäre psychologische Faustregel – bekannt aus Kahneman/Deaton – mit aktuelleren Daten herausfordert.
Artikel über Gier
Richard David Precht
Richard David Precht schrieb einen philosophischen Essay über Gier für das ZEIT Magazin, möglicherweise im Kontext eines Kalender-Projekts des Magazins. Der Text behandelt die systemische Funktion von Gier – also warum Gier nicht nur ein individuelles Laster ist, sondern eine strukturelle Rolle im Wirtschaftssystem spielt. Precht konnte sich in einem Gespräch mit Markus Lanz nicht mehr erinnern, ob der Text ursprünglich als Magazin-Artikel oder als Beitrag für ein Kalender-Projekt entstand. Der Essay dürfte im Umfeld der Finanzkrise entstanden sein, als die gesellschaftliche Debatte über Gier als Systemtreiber besonders intensiv war.
Artikel über Grundschule Gräfenauschule in Ludwigshafen
Die Nachricht machte 2023 bundesweit Schlagzeilen: An der Gräfenauschule in Ludwigshafen mussten rund 35 Kinder die erste Klasse wiederholen. Was ist aus diesen Kindern geworden?
Artikel über Impfgegner bei Masern
Vor sieben Monaten geriet ein bayrischer Arzt in Verdacht, weil er in mehr als 1.200 Fällen Masern-Impfpässe ausgestellt haben soll, ohne die Kinder geimpft zu haben. Blutproben bestätigen nach Informationen von NDR, WDR und SZ nun, dass Kinder keinen Schutz hatten.
Artikel über Iran-Sanktionen und Erdölexporte
Natalie Amiri
Natalie Amiri kritisiert in diesem Gastbeitrag der Süddeutschen Zeitung die Doppelmoral der deutschen Iran-Politik angesichts des iranischen Drohnenangriffs auf Israel. Sie argumentiert, dass wirtschaftliche Interessen wie Energiepreise Menschenrechtsbedenken in den Hintergrund drängen, wenn es um die Sanktionspolitik gegenüber dem Iran geht. Der Artikel wird durch die Beobachtung eingeleitet, dass von den 170 vom Iran abgeschossenen Drohnen keine im israelischen Luftraum ankam, was die Ineffektivität des Angriffs demonstriert. Amiri beleuchtet die Verstrickung deutscher und westlicher Politik mit iranischen Erdölexporten und der Rolle Chinas in diesem geopolitischen Gefüge, um die Widersprüche zwischen verkündeten Werten und tatsächlicher Außenpolitik offenzulegen.
Artikel über Iran-Sanktionen und Ölexporte
Natalie Amiri
Artikel von Natalie Amiri in der Süddeutschen Zeitung über die Wirksamkeit westlicher Sanktionen gegen den Iran angesichts von Chinas andauernden Ölimporten. Amiri untersucht die geopolitische Frage, ob Sanktionen überhaupt greifen können, wenn China den Iran weiterhin beliefert.
Artikel über KI-Herausforderungen für Juristen
Der Artikel behandelt die zunehmende Nutzung von KI-Tools in der juristischen Praxis. Während 87 Prozent der Juristen bereits KI-Systeme einsetzen, stellt sich die zentrale Herausforderung, dass diese zwar zu Ergebnissen gelangen, aber die für Rechtswissenschaft und Gerichtsbarkeit unverzichtbare Begründungsarbeit nicht transparent nachvollziehbar machen können. Dies widerspreche einem Kernprinzip juristischen Arbeitens, bei dem jede Entscheidung argumentativ hergeleitet und nachvollziehbar sein muss.
Artikel über KI-gestützte Zielerfassung im Ukraine-Krieg
Im Ukraine-Krieg wird künstliche Intelligenz eingesetzt, um militärische Ziele automatisch zu identifizieren und zu priorisieren. Soldaten bestätigen oder verwerfen diese Ziele über eine Tinder-ähnliche Wischoberfläche – schnell, intuitiv, ohne tiefes technisches Verständnis. Während früher ein Team 24 Ziele pro Tag verarbeiten konnte, ermöglicht das KI-System die Erfassung von mehreren hundert Zielen täglich. Der Artikel wirft ethische und militärische Fragen auf: Wer trägt die Verantwortung, wenn Algorithmen über Leben und Tod entscheiden, und wie verändert die Gamifizierung des Tötens die moralische Schwelle der Beteiligten?
Artikel über Kamala Harris
Jörg Wimalasena
Aus Oakland in den Senat - und dann ins Weiße Haus? Die Laufbahn von Kamala Harris ist bemerkenswert. Wirklich bekannt wurde die Politikerin, als sich Präsident Obama einst für einen Spruch über sie entschuldigen musste.
Artikel über Kanada, Trump und die historische Allianz
Joachim Käppner
Joachim Käppner analysiert in seinem Meinungsartikel die neue Außenpolitik der Trump-Regierung gegenüber Kanada. Er kontrastiert die historisch tiefe Verbundenheit der beiden Länder mit der gegenwärtigen Behandlung Kanadas durch Washington, das die ehemals enge Beziehung jetzt brüskiert behandelt. Käppner erinnert dabei an das historische Kriegsverbrechen in der Normandie 1944, bei dem 156 kanadische Soldaten von deutschen SS-Einheiten nach dem D-Day getötet wurden. Mit diesem historischen Rückblick unterstreicht der Autor, wie beispiellos und zerstörerisch Trumps disruptive Außenpolitik für ein traditionsreiches Bündnis wirkt.
Artikel über Kants 'Zum ewigen Frieden'
Heribert Prantl
Heribert Prantl analysiert in seinem Kommentar zum 300. Geburtstag von Immanuel Kant dessen 1795 veröffentlichte Friedensschrift und arbeitet ihre juristischen Forderungen heraus: kein Kriegskredite, keine gewaltsame Einmischung in andere Staaten, Abschaffung stehender Heere und republikanische Verfassungen. Der Friedensphilosoph wird feierlich begangen, doch die konkreten Forderungen gelten heute als weltfremd, während Pazifisten als naive Narren der Nationen abgetan werden. Prantl stellt die provokative Frage, wo denn die politisch Mutigen sind, die sich zu diesen radikalen Positionen bekennen würden.
Artikel über Klimaschutz und Diktatur
Richard David Precht
Richard David Precht argumentiert in diesem Stern-Artikel, dass liberale Demokratien beim Klimaschutz strukturell benachteiligt sind, weil kurzfristige Wahlzyklen und gesellschaftliche Kompromisse radikale Maßnahmen verhindern. Seine zentrale These: Scheitern westliche Demokratien an dieser Aufgabe, werden autoritäre oder diktatorische Regime die notwendigen Einschnitte mit Zwang durchsetzen. Precht stellt damit die unbequeme Frage, ob Klimaschutz mit den Mitteln liberaler Demokratien überhaupt noch zu erreichen ist.
Artikel über Meinungsfreiheit an Universitäten
Ronan Steinke
Ronan Steinke dokumentiert in der Süddeutschen Zeitung Fälle von ausgeladenen Rednern an deutschen Universitäten und zeigt, wie der akademische Diskursraum zunehmend eingeschränkt wird. Am Beispiel des israelischen Historikers Benny Morris an der Uni Leipzig verdeutlicht er die Grenzen der Meinungsfreiheit im Hochschulbereich.
Artikel über Meinungsfreiheit in Deutschland
The Economist
Der Economist kritisiert Deutschlands restriktive Meinungsfreiheitsgesetze, insbesondere das Gesetz zur Beleidigung von Politikern (§ 188 StGB), als unvereinbar mit liberalen Grundsätzen. Während Holocaust-Leugnung angesichts der deutschen Geschichte als nachvollziehbare Ausnahme gilt, geht das Verbot der Politikerbeleidigung nach Ansicht des Blatts deutlich zu weit. Deutschland schützt damit Amtsträger stärker vor Kritik als Normalbürger, was demokratietheoretisch bedenklich ist. Der Artikel setzt sich mit dem Spannungsfeld zwischen historisch begründeter Einschränkung der Redefreiheit und dem liberalen Ideal offener politischer Debatte auseinander.
Artikel über Merkel und gesellschaftliche Veränderungen
Susanne Gaschke
Susanne Gaschkes Artikel untersucht Merkels Vermächtnis für die deutsche Debattenkultur als Teil der Artikelserie "Die Merkel-Republik". Mit humorvoller Ironie listet Gaschke zunächst Gesellschaftsveränderungen auf, für die die Kanzlerin nicht verantwortlich ist – etwa der Anstieg der Tätowierten oder der Rückgang von Kirchenmitgliederzahlen – um dann zum Kern des Arguments zu kommen: Merkels autoritärer Regierungsstil, der Politik als Obrigkeit verkündet statt sie zu debattieren, hat die politische Debattenkultur in Deutschland nachhaltig verändert und geschwächt. Gaschke argumentiert, dass diese Veränderung der Diskussionskultur ein düsteres Resultat der 16 Kanzlerjahre darstellt.
Artikel über Ostermärsche
Kritische Analyse der deutschen Ostermärsche und Friedensparolen im Licht des Ukraine-Kriegs. Der Autor argumentiert, dass traditionelle Friedensparolen wie "Frieden schaffen ohne Waffen" angesichts des russischen Angriffs naiv wirken und letztlich Putins Interessen dienen – eine scharfsinnige Debatte über die Grenzen pazifistischer Rhetorik.
Artikel über Peter Magyar in Die Zeit
Peter Magyars neue Partei Tisza positioniert sich als eine unkorruptere Alternative zu Viktor Orbans Fidesz, teilt aber dessen politische Kernausrichtung. Der Artikel erörtert diese Nähe anhand des Selbstverständnisses der ungarischen Oppositionspartei, die inhaltlich konservativ bleibt, aber mit dem Korruptionsapparat der etablierten Regierungspartei abrechnen will. Das Zitat "Fidesz ohne Korruption" fasst zusammen, wie Magyar eine Rechtspolitik ohne Kleptokratie anstrebt – ein Phänomen, das die gegenwärtige ungarische Oppositionslandschaft charakterisiert.
Artikel über Politik als Serviceleistung
Bernd Ulrich
Bernd Ulrich argumentiert, dass in Deutschland der Gedanke verloren gegangen ist, dass Politik mehr sein muss als die bloße Umsetzung von Umfragewerten. Politiker sollten nicht wie Servicekräfte handeln, die den vermeintlichen Willen des Volkes abfragen und sofort erfüllen. Stattdessen müsse Politik gestalten, führen und auch unbequeme Entscheidungen treffen. Der Text greift eine zentrale Debatte über das Verhältnis von Demokratie, Populismus und politischer Verantwortung auf.
Artikel über Precht/Welzer-Buchankündigung im Tagesspiegel
Joachim Huber
Der Philosoph Richard David Precht und der Soziologe Harald Welzer veröffentlichen das Buch "Die vierte Gewalt", in dem sie Medienunternehmen scharf kritisieren. Sie argumentieren, dass sich die Medienlandschaft selbstgleichgeschaltet habe und damit die Unabhängigkeit der vierten Gewalt verloren gegangen sei. Bereits vor der Buchveröffentlichung erscheinen kritische Artikel wie im Tagesspiegel, was Precht als Vorverurteilung des noch ungelesenen Werkes kritisiert. Die frühe mediale Kritik illustriert die Polarisierung der öffentlichen Debatte über Medienfreiheit und journalistische Unabhängigkeit.
Artikel über Silvester-Gewalt und Subkulturen der Gescheiterten
Güner Balcı
Güner Balcı, Integrationsbeauftragte in Neukölln, analysiert die Silvester-Ausschreitungen als Ausdruck eines tief verwurzelten Anti-Staat-Reflexes in abgehängten Milieus. Sie prägt den Begriff 'Subkulturen der Gescheiterten' für Gruppen, die sich pauschal gegen staatliche Institutionen positionieren. Balci argumentiert, dass hinter der Silvester-Gewalt keine politische Ideologie steckt, sondern ein simples 'Die sind vom Staat, wir sind gegen die'. Der Text beleuchtet die sozialen Ursachen dieser Haltung in segregierten Stadtteilen wie Neukölln.
Artikel über Steueroptimierung von Tech-Milliardären
Kurz vor Jahresende 2021 verkauften mehrere Tech-Milliardäre, darunter Mark Zuckerberg, massenhaft Aktien ihrer eigenen Unternehmen. Hintergrund war die von der Biden-Regierung geplante Erhöhung des Kapitalertragssteuersatzes. Zuckerberg soll durch diesen Schritt rund 320 Millionen Dollar an Steuern gespart haben. Der Artikel beleuchtet die legale Steueroptimierungsstrategie der Superreichen und die politische Debatte über eine gerechtere Besteuerung von Kapitalgewinnen.
Artikel über Syriens Interimsverfassung
Hackensberger
Syriens Interims-Präsident al-Sharaa besucht Deutschland, wo die Regierung auf wirtschaftliche Impulse hofft, um syrische Flüchtlinge zur Rückkehr zu bewegen. Allerdings sind substanzielle ökonomische Verbesserungen im Land erforderlich. Parallel wird kritisiert, dass die neue syrische Verfassung dem Präsidenten undemokratische Machtkonzentrationen ermöglicht: Er bestimmt ein Drittel der Volksversammlung direkt und wählt den Ausschuss für die restlichen Abgeordneten, was eine ideale Grundlage für eine Autokratie bietet. Der Journalist Alfred Hackensberger weist zudem darauf hin, dass al-Sharaa Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, wobei diese Vorwürfe nicht gänzlich unbegründet sind.
Artikel über Trumps Disruption und historische Parallelen zu 1919
Joachim Käppner
Joachim Käppner kommentiert in der Süddeutschen Zeitung Trumps geopolitische Disruption und argumentiert, dass die neue US-Administration Verbündete wie Kanada feindselig behandelt, obwohl diese historisch eng mit Amerika verbunden sind. Der Autor sieht in dieser Politik ein historisch beispielloses Szenario, das an die fragile und instabile Weltordnung nach dem Ersten Weltkrieg 1919 erinnert – ein Warnsignal für potenzielle globale Konsequenzen. Die Analyse zeigt, wie der systematische Bruch mit bewährten Bündnisstrukturen und Zollkonflikte die internationale Stabilität fundamental gefährden könnten.
Artikel über Trumps Zölle und deutsche Automobilindustrie
Alain Posner
Alain Posner analysiert in der ZEIT, warum die US-Importzölle unter Trump für die deutsche Automobilindustrie zwar schmerzhaft sind, aber nicht die eigentliche Ursache ihrer Krise darstellen. Deutschland produziert im internationalen Vergleich zu teuer, die Wettbewerbsfähigkeit hat strukturell gelitten. Die Zölle fungieren als Brennglas, das ein bereits vorhandenes Produktivitätsproblem schonungslos offenlegt. Posners These: Wer die Zölle als Hauptproblem betrachtet, verkennt die tieferliegende wirtschaftliche Schwäche des deutschen Automobilstandorts.
Artikel über Verzicht als Vokabel der Stunde
Dirk Kobiewald
Dirk Kobiewald analysiert in diesem Spiegel-Beitrag, warum Verzicht zum zentralen Begriff der gesellschaftlichen Debatte geworden ist. Er untersucht, wie Wohlstandsverlust und die Notwendigkeit zu Konsumverzicht die öffentliche Diskussion prägen. Der Text dient als kulturkritische Einordnung eines Stimmungswandels in der deutschen Gesellschaft, in der Verzicht nicht mehr als moralische Tugend, sondern als ökonomische Realität diskutiert wird.
Artikel über atomare Bedrohung
Georg Mascolo
Im Kontext der Putinschen Atomdrohungen analysiert Journalist Georg Mascolo, wie Medien mit der wiederkehrenden Furcht vor einem Nuklearkrieg umgehen. Der Artikel untersucht den schmalen Grat zwischen berechtigter Informationsvermittlung und Panikmache, die Quote und Auflage treibt. Mascolo weist darauf hin, dass die atomare Bedrohung zwar erneut mit Macht zurückgekehrt ist, aber die Geschichte zeigt, dass ein tatsächlicher Atomkrieg trotz wiederholter Zuspitzungen bislang immer verhindert wurde. Der Artikel hinterfragt damit die Verantwortung von Medien bei der Berichterstattung über existenzielle Risiken.
Artikel über ausgestorbene Berufe
Immer wieder werden Berufe überflüssig, weil Computer und Maschinen die Arbeit übernehmen. Was man von Fackeljungen, Sündenböcken und Pipi-Sammlern lernen kann.
Artikel über das Risiko eines Trump-Crashs
Henrik Müller
Der neue Präsident und seine Leute können derzeit vor Kraft kaum laufen. Dabei steht die US-Wirtschaft auf wackligen Beinen.