Können Männer lustig sein
Lars Weisbrod, Ijoma Mangold
Nach über 250 Folgen Aufschub widmen sich die beiden endlich dem amerikanischen Komiker Louis C.K. — ein Thema, das Lars seit der dritten Folge machen wollte, aber aus emotionaler Überwältigung immer wieder verschob. Es geht um Männlichkeit, Comedy und die Frage, was Louis C.K.s Werk für die Gegenwart noch bedeutet, nachdem seine große Zeit ein jähes Ende fand.
„Mir so viel bedeutet, dass ich mich deswegen immer drumherum gedrückt habe, mich überhaupt mal irgendwie feuilletonistisch an ihm abzuarbeiten.“
Erwähnte Medien (31)
Wer noch nie ein Grau gedacht
Peter Sloterdijk · 2022
Solange man kein Grau gemalt habe, sagte Paul Cézanne einmal, sei man kein Maler. Wenn Peter Sloterdijk diesen Satz auf die Philosophie überträgt, mag dies wie eine maßlose Provokation klingen. Warum sollten Philosophen eine einzelne Farbe denken, anstatt sich mit Ethik, Metaphysik oder Logik zu beschäftigen? »Ist Lebenskunst nicht mehr als ein leicht gesagtes Wort für die schwer zu erwerbende Disziplin der Grauzonenkunde?«, fragt Peter Sloterdijk und folgt dem grauen Faden durch die Philosophie...
🗣 Lars Weisbrod referenziert „Sloterdijk hat ein Buch geschrieben über die Farbe Grau... Wäre noch kein Grau gedacht, so heißt das Buch von Sloterdijk, das neue.“
Im Gegenwartscheck diskutiert Lars Weisbrod das Phänomen des 'neuen Grau' als Trendfarbe, besonders bei Elektroautos. Als zusätzlichen Beleg für die kulturelle Relevanz der Farbe Grau erwähnt er ein neues Buch des Philosophen Peter Sloterdijk über die Farbe Grau, das gerade erscheint. Er hat es allerdings noch nicht gelesen.
Grau (Gemäldeserie)
Gerhard Richter
Gerhard Richters Gemäldeserie Grau umfasst monochrome Arbeiten in verschiedenen Grautönen, die sich mit der Farblichkeit und Materialität von Malerei auseinandersetzen. Die Serie prägt das abstrakte Werk des deutschen Künstlers und gilt als kulturgeschichtlich bedeutsam für die Rezeption von Grau als eigenständiger künstlerischer Ausdrucksmittel. Richters systematische Erkundung der Grau-Palette hat das zeitgenössische Verständnis von minimalistischer Farbästhetik nachhaltig beeinflusst und dient als kunsthistorischer Referenzpunkt für den Diskurs um Monochromatik in der modernen Kunst.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:05:17 „Ich erinnere vor allem an die sehr, sehr eindrucksvolle Serie Grau von Gerhard Richter“
Ijoma verweist auf Richters monochrome Grau-Serie als kulturgeschichtlichen Vorläufer des Grau-Trends
Grau (Bilderserie)
Gerhard Richter
Gerhard Richters monochrome Grau-Serie zeigt abstrakte Flächen aus verschiedenen Grautönen, die trotz ihrer Reduziertheit eine große künstlerische Vielfalt entfalten. Die Serie belegt die kunsthistorische Tradition der Auseinandersetzung mit Grau und dessen künstlerischem Potenzial. Im Kontext der gegenwärtigen Beschäftigung mit Grau als kulturelles Phänomen wird Richters Werk als bedeutender künstlerischer Bezugspunkt relevant, der zeigt, dass die intensive Erkundung dieser scheinbar einfachen Farbe in der modernen Kunst eine lange Geschichte hat.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:05:45 „Ich erinnere vor allem an die sehr eindrucksvolle Serie Grau von Gerhard Richter. Allerdings kann ich jetzt nicht sagen, aus welchem Jahr die ist. Ich würde vermuten, aus den 90er Jahren. Das sind monochrome Flächen von Grau und da wird sehr viel lebendig in diesem Grau.“
Im Gespräch über das 'neue Grau' als Gegenwartsphänomen ergänzt Ijoma Mangold die kulturgeschichtliche Dimension. Er verweist auf Gerhard Richters berühmte monochrome Grau-Serie als Beleg dafür, dass die Auseinandersetzung mit Grau in den Künsten eine lange Tradition hat.
The Man Who Explains Everything (Porträt über Adam Tooze)
Das Porträt stellt den Wirtschaftshistoriker Adam Tooze vor, der sich als führende Stimme in der Erklärung gegenwärtiger globaler Krisen wie Corona, Krieg und Klima etabliert hat. Das New York Magazine würdigt seinen intellektuellen Einfluss und untersucht auch die Zusammensetzung seiner Anhängerschaft.
🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:11:51 „Bestätigt wurde das gerade vom wie immer sehr trendaffinen New York Magazine. Und beim New York Magazine hat man tatsächlich auf dem Titel jetzt Adam Tooze, ich glaube die Zeile ist The Man Who Explains Everything oder so.“
Lars Weisbrod stellt den Wirtschaftshistoriker Adam Tooze als Gegenwartsfigur vor. Als Beleg für dessen kulturelle Relevanz verweist er auf ein aktuelles Titelporträt im New York Magazine, das Tooze als den Mann beschreibt, der die aktuelle Polykrise aus Corona, Krieg und Klima erklären kann. Das Porträt thematisiert auch, ob Toozes Fangemeinde nicht vor allem aus Männern besteht.
The Man Who Explains Everything (Adam Tooze Porträt)
Ein Titelporträt des New York Magazine über Adam Tooze, einen einflussreichen Intellektuellen und Wirtschaftshistoriker. Der Artikel würdigt Tooze als den Mann, der komplexe globale Krisen und Zusammenhänge verständlich erklärt, insbesondere die sogenannte Polykrise – die gleichzeitige Entfaltung mehrerer systemischer Krisen. Das Magazine präsentiert ihn als einen der wichtigsten zeitgenössischen Denker für das Verständnis unserer gegenwärtigen Welt.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:12:42 „beim New York Magazine hat man tatsächlich auf dem Titel jetzt Adam Tooze, ich glaube die Zeile ist The Man Who Explains Everything oder so“
Ein Titelporträt im New York Magazine über Adam Tooze als den Intellektuellen, der die Polykrise erklärt
Crashed
Adam Tooze · 2018
Alles über die Finanzkrise und ihre dramatischen Folgen für Europa und die Welt Als die US-Großbank Lehman Brothers im September 2008 zusammenbrach, war dies der Tiefpunkt der Banken- und Finanzkrise. Und obwohl der totale Kollaps der Weltwirtschaft damals verhindert wurde, ist die Finanzkrise noch lange nicht Geschichte, wie der britische Historiker Adam Tooze zeigt. Er schildert, wie es zu dieser Krise der Finanzmärkte kam und welche dramatischen Folgen sie bis heute hat.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:16:32 „Die Art der Rekonstruktion, was in der Finanzkrise 2008 passiert ist, hat er in dem dicken Buch Crashed sehr gut beschrieben.“
Im Rahmen der Diskussion über Adam Tooze als zentrale Gegenwartsfigur empfiehlt Ijoma Mangold dessen Buch über die Finanzkrise 2008. Mangold lobt die Qualität der Rekonstruktion, auch wenn er Toozes grundsätzliche wirtschaftspolitische Überzeugungen – etwa die Befürwortung starker Zentralbank-Interventionen – nicht in jedem Punkt teilt.
Shutdown
Adam Tooze · 2021
"This book’s great service is that it challenges us to consider the ways in which our institutions and systems, and the assumptions, positions and divisions that undergird them, leave us ill prepared for the next crisis."—Robert Rubin, The New York Times Book Review "Full of valuable insight and telling details, this may well be the best thing to read if you want to know what happened in 2020." --Paul Krugman, New York Review of Books Deftly weaving finance, politics, business, and the global hu...
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:16:43 „Und sein jüngstes Buch, ich weiß gar nicht, wie es im Deutschen heißt, Lockdown oder so? Shutdown heißt es, glaube ich. Shutdown beschreibt gewissermaßen nicht so sehr die virologische Seite von Corona, sondern eben die ökonomisch-wirtschaftspolitische Seite.“
Mangold erwähnt Toozes zweites großes Buch, das die ökonomischen und wirtschaftspolitischen Folgen der Corona-Pandemie analysiert. Besonders beeindruckt ihn Toozes Analyse der Gefahren im Anleihenmarkt, der im März 2020 fast kollabiert wäre – ein Thema, das in der öffentlichen Debatte seiner Meinung nach zu wenig Beachtung findet.
Wohlstand für alle
Wir, Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt, sprechen wöchentlich über Geld. Jeden Mittwoch behandeln wir in "Wohlstand für Alle" ein Wirtschaftsthema und werfen dabei einen anderen Blick auf ökonomische Zusammenhänge. Impressum (Angaben gemäß § 5 TMG): Bitte keine Fanpost/Anfragen an folgende Adresse! Wolfgang M.
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:17:49 „hier verweise ich an die Kollegen von Wohlstand für Alle, die einen Wirtschafts-Podcast haben“
Ijoma empfiehlt den Wirtschafts-Podcast, in dem Adam Tooze zu Gast war und auf Deutsch sprach
Wohlstand für Alle (Podcast-Folge mit Adam Tooze)
Deutschsprachiger Wirtschafts-Podcast mit prominenten internationalen Gästen wie dem Wirtschaftshistoriker Adam Tooze. Tiefgehende Diskussionen zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen und geopolitischen Analysen mit renommierten Experten.
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:17:59 „Hier verweise ich an die Kollegen von Wohlstand für Alle, die einen Wirtschafts-Podcast haben... Unter anderem auch einer Folge, wo sie Adam Tooze zu Gast hatten, weil Tooze seinerseits nämlich, ich glaube sogar, in meiner Heimatstadt Heidelberg studiert hat und sehr, sehr gut Deutsch spricht.“
Mangold empfiehlt eine konkrete Folge des Wirtschafts-Podcasts 'Wohlstand für Alle', in der Adam Tooze auf Deutsch zu Gast war. Er betont, dass Tooze sehr gut Deutsch spricht und seine eloquente Wissensvermittlung auch ins Deutsche übertragen kann. Trotz inhaltlicher Differenzen mit den Hosts des Podcasts (MMT-Überzeugungen) lauscht Mangold ihnen gerne.
Die Gesellschaft der Singularitäten
Andreas Reckwitz
Andreas Reckwitz untersucht in diesem Werk, wie die Digitalisierung traditionelle Rollen aufgelöst hat: Durch Smartphones und Internetplattformen kann heute jeder zum Kulturproduzenten werden, nicht nur passiv konsumieren. Diese Demokratisierung führt zu einer beispiellosen Überproduktion digitaler Inhalte und stellt zentrale Fragen zur kulturellen Wertbildung in der Spätmoderne. Das Buch bietet einen kritischen, soziologischen Blick auf die Konsequenzen dieser technologischen Verschiebung für Gesellschaft und Kultur.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:23:41 „Ich habe in diesem Podcast viel zu lange nicht mehr auf den Soziologen Andreas Reckwitz hingewiesen, auch dies scheint mir ein Singularisierungsphänomen zu sein.“
Im Gespräch über die Marketingstrategie, Produktnamen durch absichtliche Falschschreibung zu individualisieren, verweist Mangold auf den Soziologen Andreas Reckwitz und dessen Konzept der Singularisierung. Das Werk wird nicht namentlich genannt, aber die Referenz auf das 'Singularisierungsphänomen' verweist klar auf Reckwitz' Hauptwerk.
Stand-Up-Programm 2013
Louis C.K.
Stand-Up-Comedy-Special von Louis C.K. aus dem Jahr 2013. Das berühmte „of course… but maybe"-Bit präsentiert seinen charakteristischen Humor: scharfsinnige Beobachtungen alltäglicher Absurditäten und Widersprüche, gepaart mit philosophischer Tiefe. Ein Beispiel für C.K.s Talent, Comedy mit nachdenklich stimmenden Reflexionen zu vereinen.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:24:48 „Das war ein Ausschnitt aus Louis C.K.'s Stand-Up-Programm aus dem Jahr 2013“
Ein eingespielter Ausschnitt aus Louis C.K.s Stand-Up-Special von 2013, das den 'of course... but maybe'-Bit enthält
Oh My God (Stand-Up-Special 2013, 'Of course... but maybe'-Bit)
Louis C.K.
Stand-Up-Comedy-Special von Louis C.K. aus 2013, bekannt für das virale „Of course... but maybe"-Bit über Erdnussallergien. Das Bit wird als Einstieg zu einer größeren, absurden Geschichte verwendet und demonstriert Stand-Up als eigenständige Kunstform, die visuelle und performative Elemente erfordert.
🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:25:29 „Das war ein Ausschnitt aus Louis C.K.'s Stand-Up-Programm aus dem Jahr 2013. Und dieser kleine Ausschnitt gehört sicher zu den bekanntesten Bits, wie wir Comic-Nerds ja sagen, zu den bekanntesten Bits, die er in seinen Stand-Ups hat.“
Als Einstieg ins Hauptthema der Folge spielen die Hosts einen Ausschnitt aus Louis C.K.s Stand-Up-Programm von 2013 ein – das berühmte 'Of course... but maybe'-Bit über Erdnussallergien. Weisbrod erklärt, dass dieses Bit nur der Einstieg in eine viel größere, seltsamere Geschichte sei, die bis zur Sklaverei reiche, und dass Stand-Up als Kunstform nicht auf die Audiospur reduziert werden dürfe.
Seinfeld
Larry David, Jerry Seinfeld · 1989
Oft löst ein kleines Ereignis das größte Chaos aus. Jerry Seinfeld und seine drei Freunde Elaine, Kramer und George sind eine Chaotenclique: Ein Kampf um einen Sitzplatz im Restaurant, ein illegaler Kabelanschluss, die Frage nach der richtigen Höhe des Trinkgeldes oder auch nur eine falsche Bemerkung auf dem Anrufbeantworter der neuen Flamme...
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:28:39 „Du hast jetzt gesagt, political correctness in den Nullerjahren, das war schon Seinfelds Thema 1989 oder so. Also würde ich jetzt hinzufügen.“
Lars Weisbrod korrigiert Ijoma Mangolds Einordnung, Louis C.K. habe sich vor allem an der Political Correctness der Nullerjahre abgearbeitet. Er verweist darauf, dass dieses Thema in der Comedy-Tradition schon viel älter ist und bereits bei Seinfeld Ende der 80er Jahre eine Rolle spielte.
New York Times MeToo-Artikel über Louis C.K.
Der investigative Artikel der New York Times von November 2017 dokumentiert Vorwürfe mehrerer Frauen gegen den Comedian Louis C.K. wegen sexueller Übergriffe. Die Reportage prägt die öffentliche Debatte zur #MeToo-Bewegung und führt zu Konsequenzen für den bekannten Künstler in der Unterhaltungsindustrie.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:29:07 „Da veröffentlichte die New York Times einen Text, in dem mehrere Frauen ihn beschuldigten der sexuellen Übergriffe“
Der investigative Artikel der New York Times von Herbst 2017, der die Vorwürfe gegen Louis C.K. öffentlich machte
I Love You, Daddy
Louis C.K. · 2017
I Love You, Daddy ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 2017, die von Louis C.K. geschrieben und inszeniert wurde. und mit C.K., Chloë Grace Moretz, Rose Byrne, Charlie Day, Edie Falco, Pamela Adlon, Ebonée Noel, Helen Hunt und John Malkovich. Co-Produzent Vernon Chatman hat die Geschichte gemeinsam mit C.K. geschrieben. Es ist der zweite Film von C.K. Regie nach Pootie Tang.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:29:48 „Louis C.K. war gerade so ein bisschen auf dem Höhepunkt seines Ruhms, es kam gerade sein erster, gar nicht sein erster Spielfilm, aber sein erster Spielfilm, als er dann berühmt war, er hat früher schon mal welche gemacht, der mir sehr wichtig war, richtiger Film, kam raus, sollte rauskommen.“
Lars Weisbrod erwähnt den Spielfilm im Zusammenhang mit dem Herbst 2017, als die New York Times die Vorwürfe gegen Louis C.K. veröffentlichte. Der Film sollte gerade erscheinen, wurde aber nach dem Skandal nie regulär veröffentlicht. Der Titel wird nicht explizit genannt, es handelt sich aber um 'I Love You, Daddy', Louis C.K.s einzigen Spielfilm aus dieser Phase.
New York Times-Artikel über Louis C.K.
Die New York Times veröffentlichte 2017 einen Artikel, in dem mehrere Frauen Komiker Louis C.K. sexueller Übergriffe beschuldigten. Der Bericht führte zu umfangreichen Konsequenzen für C.K., einschließlich seines Ausschlusses von Plattformen. Der Artikel markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere und trug zur Debatte über Machtmissbrauch in der Unterhaltungsindustrie bei.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:30:00 „Da veröffentlichte die New York Times einen Text, in dem mehrere Frauen ihn beschuldigten der sexuellen Übergriffe. Ich versuche gerade mal kurz zu umreißen, worum es da ging.“
Lars Weisbrod schildert den entscheidenden Wendepunkt in Louis C.K.s Karriere: Im Herbst 2017 veröffentlichte die New York Times den Artikel, in dem mehrere Frauen Louis C.K. sexueller Übergriffe beschuldigten. Dieser Artikel führte dazu, dass Louis C.K. von allen Plattformen gedroppt wurde und seine Karriere einen tiefen Einschnitt erlebte.
Louie
Louis C.K. · 2010
Surreale New-York-Comedy über einen Stand-up-Komiker, der alltägliche soziale Situationen in absurde, unbehagliche Abenteuer verwandelt. Düsterer Humor, introspektiv und skurril, voller gescheiterter Dates und menschlicher Unbehagen.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:33:20 „In der Vorbereitung unseres Podcasts wollte ich natürlich sehr gerne diese Serie anschauen, die dich so geprägt hat, die du so toll findest. Die heißt Louis, aber anders geschrieben, mit so einem E hintendran. Das ist außer bei irgendwelchen Piratenplattformen im Darknet nicht mehr abrufbar.“
Die Serie 'Louie' ist das zentrale Werk, um das sich die gesamte Episode dreht. Ijoma Mangold wollte sie zur Vorbereitung schauen, konnte sie aber nirgends legal finden, da FX und alle Plattformen sie nach den Vorwürfen gegen Louis C.K. 2017 aus dem Programm genommen haben. Das führt zu einer Diskussion darüber, ob es vertretbar ist, dass das Werk eines bedeutenden Künstlers einfach nicht mehr zugänglich ist.
The Daily Show
Jon Stewart, Trevor Noah · 1996
Satirische Nachrichtensendung, in der Moderator Trevor Noah und Team das aktuelle Zeitgeschehen kommentieren und ihren ganz eigenen Blick auf die Nachrichten des Tages werfen. Die „Fake-Newsshow“ ist mit zahlreichen Emmys ausgezeichnet und erzielt beim jungen US-Publikum oft höhere Einschaltquoten als die echten Nachrichten. Die Show wurde ursprünglich von Craig Kilborn, dann lange Jahre von Jon Stewart moderiert.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:36:18 „Und er war zu Gast in der Daily Show mit Jon Stewart, über die wir hier im Podcast ja auch schon mal gesprochen haben, die ich immer geschaut habe, ja, so eine linksliberale Nachrichtensatire, die ich damals sehr toll fand.“
Lars Weisbrod erzählt, wie er Louis C.K. zum ersten Mal im Sommer 2012 als Gast in der Daily Show wahrgenommen hat. Die Sendung dient als Kulisse für seine erste – zunächst ablehnende – Begegnung mit Louis C.K., der dort über Rape-Jokes diskutierte und den smarten Jon Stewart gegenübersaß.
Karikaturen von Greser und Lenz
Greser und Lenz
Satirische Karikaturen der FAZ-Zeichner Greser und Lenz seit den 1990er Jahren. Ihre scharfsinnigen, humorvollen Kommentare zur Politik und Gesellschaft zeichnen sich durch pointierten Witz und prägende Wirkung auf die deutsche Satiretradition aus.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:41:33 „Erinnert mich übrigens an zwei Komiker, die mich sehr geprägt haben, nämlich Greza und Lenz, die seit den 90er Jahren für die FAZ ihre Karikaturen malen“
Ijoma vergleicht Louis C.K.s 9/11-Witz mit einer ähnlichen Idee der FAZ-Karikaturisten Greser und Lenz
Karikaturen für die FAZ
Greser & Lenz
Karikatur von Greser & Lenz aus der FAZ: Eine Figur isst trotzig Schweinshaxen nach 9/11 als alltägliche Bewältigungsstrategie gegen Terror und Angst. Die provokative Symbolik nutzt kulturelle Tabus als Form des Widerstands.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:42:59 „Erinnert mich übrigens an zwei Komiker, die mich sehr geprägt haben, nämlich Greza und Lenz, die seit den 90er Jahren für die FAZ ihre Karikaturen malen. Da gibt es nämlich die gleiche Idee, wie jemand so Schweinshaxen ist nach den Anschlägen von 9-11, damit die Bösen nicht gewinnen, die Islamisten.“
Ijoma Mangold zieht nach Louis C.K.s berühmtem 9/11-Masturbationswitz eine Parallele zu den FAZ-Karikaturisten Greser & Lenz, die eine ähnliche Idee hatten: jemand isst trotzig Schweinshaxen nach 9/11, damit die Islamisten nicht gewinnen. Mangold sieht darin dieselbe Struktur des trotzigen Tabubruchs als Bewältigungsstrategie.
Sorry
Louis C.K.
Louis C.K.s Comedy-Special über seinen Skandal, präsentiert als performativer Widerspruch: Das illuminierte Wort „Sorry" auf der Bühne demonstriert, dass der Künstler nichts dazugelernt hat. Das Special thematisiert toxische Männlichkeit und Tabubruch als komödiantisches Prinzip.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:53:06 „Die heißt nämlich Sorry und er steht auch auf der Bühne und hinter ihm leuchten diese fünf Buchstaben S-O-R-R-Y, Sorry. Und es ist vollkommen klar, das ist natürlich ein performativer Widerspruch. Ein Sorry, das so stark illuminiert wird und vor dem sich der Künstler dann im Applaus seines Publikums badet und gefällt, kann kein aufrichtig gemeintes Sorry sein.“
Mangold analysiert Louis C.K.s jüngstes Comedy-Special als selbstbewussten Umgang mit seinem Skandal. Der Titel 'Sorry' wird als performativer Widerspruch gedeutet: Das groß illuminierte Wort auf der Bühne demonstriere gerade, dass der Künstler nichts dazugelernt habe. Mangold nutzt das Special, um die Frage nach toxischer Männlichkeit und dem Tabubruch als komödiantischem Prinzip zu diskutieren.
Chewed Up
Louis C.K. · 2019
"Chewed Up" ist ein Comedy Special, in dem Louis C.K. Sprachwahl und gesellschaftliche Normen kritisch hinterfragt. Der Podcast verweist auf eine längere Passage, in der sich der Komiker intensiv mit der Verwendung eines kontroversen Wortes auseinandersetzt. Das Special exemplifiziert Louis C.K.s Herangehensweise an tabubrechende Comedy und die Grenzen von Kunstfreiheit in der Unterhaltung.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:53:57 „Er tut das in dem aktuellen Special. Es gibt aber auch aus dem Shoot-Up, glaube ich, eine ganz lange Passage, wo er über das Wort spricht.“
Im Gespräch über Louis C.K.s Gebrauch des Wortes 'Faggot' verweist Weisbrod auf ein früheres Special, in dem eine ausführliche Passage diesem Thema gewidmet ist. Der im Transkript als 'Shoot-Up' verschriftlichte Titel ist vermutlich eine Transkriptionsverwechslung von 'Chewed Up' (2008).
Louis C.K. 2017
Louis C.K. · 2017
Netflix-Comedy-Special von Louis C.K., aufgezeichnet 2017. Im Special performt C.K. Stand-up-Comedy und spielt gezielt mit Tabus und gesellschaftlichen Grenzen, insbesondere durch die Imitation schwarzer Akzente. Der Podcast zitiert das Special als Beleg für C.K.s systematisches Borderlining, das Jahre vor seinem öffentlichen Skandal stattfand.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:57:14 „Es gibt schon in dem Netflix-Special von 2017 auch den Moment, wo er mit dieser Frage spielt, wird er jetzt die schwarze Stimme nachmachen oder nicht, also übertritt er dieses Tabu.“
Weisbrod verweist auf Louis C.K.s Netflix-Special von 2017, in dem dieser bereits mit dem Tabu spielt, den Akzent schwarzer Amerikanerinnen nachzuahmen – eine Art 'linguistisches Blackfacing'. Es wird als Beleg dafür angeführt, dass Louis C.K. dieses Spiel mit Grenzen schon vor seinem Skandal systematisch betrieb.
Funny Games
Michael Haneke · 2008
Ein arriviertes Ehepaar macht zusammen mit seinem Sohn Urlaub im schicken Domizil in den Hamptons. Völlig unvermittelt brechen zwei weiß behandschuhte junge Männer in die Idylle ein. Nach kurzem Smalltalk geben sie der Familie gewalttätig zu verstehen, dass sie es auf das Leben der hilflosen Menschen abgesehen haben - nicht ohne sie zuvor mit "komischen Spielen" gefoltert zu haben: Sie zwingen die Frau zu wählen, wer zuerst und auf welche Weise sterben soll. Die Situation ist ausweglos.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:59:32 „Das ist nicht das Hauptthema, aber es gibt zwei, drei Folgen, die sind fast wie, die haben so eine Qualität fast wie so ein Hanecken-Film. So wie Funny Games oder so, weil sie mit der Frage der Gewalt spielen und er steht unter Gewaltbedrohung, kann sich aber nicht wehren.“
Weisbrod vergleicht einzelne Folgen der Serie 'Louie' mit Michael Hanekes Film 'Funny Games', weil sie auf ähnlich verstörende Weise die Frage der Gewalt thematisieren. Louis C.K.s Figur stehe unter Gewaltbedrohung, könne sich aber nicht wehren – gerade dieses Versagen als Mann werde zur grausamen Pointe.
Maximen und Reflexionen (La Rochefoucauld)
François de La Rochefoucauld · 2008
Klassische Sammlung französischer Moralaphoritismen über menschliche Natur, Tugend und Laster. Die scharfsinnigen Reflexionen enthüllen die Heuchelei hinter moralischem Anschein und untersuchen Eigenliebe als treibende Kraft menschlichen Handelns.
🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 01:05:15 „ich glaube von Rochefoucault, dem großen französischen Moralisten, stammt der Satz. Die Heuchelei ist die Verbeugung des Lasters vor der Tugend.“
Ijoma zitiert La Rochefoucaulds berühmten Aphorismus, um Louis C.K.s Haltung als Anti-Heuchler zu reflektieren
Maximen
François de La Rochefoucauld · 2019
Dieser Titel aus dem De Gruyter-Verlagsarchiv ist digitalisiert worden, um ihn der wissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen. Da der Titel erstmals im Nationalsozialismus publiziert wurde, ist er in besonderem Maße in seinem historischen Kontext zu betrachten. Mehr erfahren Sie hier.
🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 01:06:47 „Vielleicht ist es eben, ich glaube von Rochefoucault, dem großen französischen Moralisten, stammt der Satz. Die Heuchelei ist die Verbeugung des Lasters vor der Tugend.“
Mangold zitiert La Rochefoucaulds berühmte Maxime, um einen Gedanken über Louis C.K. zu entwickeln: Vielleicht sei es moralisch besser, ein Heuchler zu sein – wer so tut, als sei er gut, erinnere sich im Ernstfall noch an normative Forderungen. Louis C.K. hingegen, das Gegenteil des Heuchlers, habe möglicherweise gerade deshalb seinen 'inneren Schweinehund von der Leine gelassen', weil er auf der Bühne nie etwas anderes als ein Schwein zu sein behauptet habe.
Das Kannibalische Glück (Autobiografie)
Ijoma Mangold · 2017
Ijoma Alexander Mangold lautet sein vollständiger Name; er hat dunkle Haut, dunkle Locken. In den siebziger Jahren wächst er in Heidelberg auf. Seine Mutter stammt aus Schlesien, sein Vater ist aus Nigeria nach Deutschland gekommen, um sich zum Facharzt für Kinderchirurgie ausbilden zu lassen. Weil es so verabredet war, geht er nach kurzer Zeit nach Afrika zurück und gründet dort eine neue Familie. Erst zweiundzwanzig Jahre später meldet er sich wieder und bringt Unruhe in die Verhältnisse.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:08:00 „Nein, Blödsinn, dein ganzes Buch, deine ganze Biografie. Nein, ja hier im Podcast nicht so, aber deine Biografie handelt ja nur von dir und deiner Familie.“
Lars erinnert Ijoma daran, dass dessen autobiografisches Buch ebenfalls persönliche und familiäre Themen behandelt, ähnlich wie Louis C.K. über seine Familie spricht
Yoga
Emmanuel Carrère · 2022
Named a Best Book of 2022 by The Guardian This is a book about yoga. Or at least, it was. Emmanuel Carrère is a renowned writer. After decades of emotional upheaval, he has begun to live successfully—he is healthy; he works; he loves. He practices meditation, striving to observe the world without evaluating it. In this state of heightened awareness, he sets out for a ten-day silent retreat in the French heartland, leaving his phone, his books, and his daily life behind.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:08:05 „Dieses Problem trifft sicher auch Leute wie deinen geliebten Karrier. Ein bisschen das Thema aus eurer Karrierefolge. Wie Careas Ex-Frau, wie ihr das erzählt habt, die irgendwie richtig festgelegt hat, nichts über mich in dem Buch.“
Im Gespräch über die ethische Frage, ob Künstler das Recht haben, über ihre Kinder und Familienmitglieder zu schreiben, ohne deren Einverständnis, verweist Lars Weisbrod auf Emmanuel Carrère als Parallele zu Louis C.K. Carrères Ex-Frau hatte vertraglich festlegen lassen, dass er nichts über sie schreiben darf – eine Kontroverse, die vor allem seinen Roman 'Yoga' betraf.
Min Kamp
Karl Ove Knausgård · 2012
Andra delen av Karl Ove Knausgårds mäktiga autofiktiva roman Min kamp är en studie i extremrealism genom blottläggandet av vardagligheter, av utanförskap och av självförödmjukelsens yttersta fascination. Fadersporträttet i första delen är här utbytt mot ett kompromisslöst sökande efter kärlek och vänskap. I centrum står också det egna författarskapet och konsekvenserna av att lämna Norge för en svensk anonymitet.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:08:11 „Dieses Problem trifft sicher auch Leute wie deinen geliebten Karrier. Ein bisschen das Thema aus eurer Karrierefolge. Oder auch, wie heißt der Norweger nochmal, der auch über sich schreibt? Knausgat.“
Weisbrod wirft die ethische Frage auf, ob autobiografisch arbeitende Künstler ihre Angehörigen zu Opfern ihres Werks machen. Neben Carrère nennt er Knausgård als Beispiel für Autoren, die über sich und ihre Familien schreiben – im direkten Vergleich zu Louis C.K., der auf der Bühne intime Details über seine kleinen Töchter erzählt, ohne deren Einverständnis.
Das Deutsche Krokodil
Ijoma Mangold · 2017
Ijoma Alexander Mangold lautet sein vollständiger Name; er hat dunkle Haut, dunkle Locken. In den siebziger Jahren wächst er in Heidelberg auf. Seine Mutter stammt aus Schlesien, sein Vater ist aus Nigeria nach Deutschland gekommen, um sich zum Facharzt für Kinderchirurgie ausbilden zu lassen. Weil es so verabredet war, geht er nach kurzer Zeit nach Afrika zurück und gründet dort eine neue Familie. Erst zweiundzwanzig Jahre später meldet er sich wieder und bringt Unruhe in die Verhältnisse.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:09:50 „Nein, blöd, in deinem ganzen Buch, in deiner ganzen Biografie. Nein, ja hier im Podcast nicht so, aber deine Biografie handelt ja nur von dir und deiner Familie.“
Im Gespräch über die Ethik autobiografischen Schreibens wendet Weisbrod die Frage direkt an Mangold: Dessen Biografie handle ja nur von ihm und seiner Familie. Der implizit gemeinte Titel ist Mangolds autobiografisches Buch, in dem er seine Kindheit und Familiengeschichte verarbeitet.
Fragebogen
Max Frisch · 2019
Max Frischs legendäre Sammlung von elf Fragebogen zu existentiellen Themen wie Freundschaft, Ehe, Heimat oder Humor wird hier in einer erweiterten Fassung vorgelegt: Hinzu kommen drei neu entdeckte und bislang unpublizierte Fragebogen aus dem Nachlass von Max Frisch zu Technik, Alkohol und Moral. Auch diese ebenso erhellenden wie amüsanten Fragebogen laden durch die Intensität der Fragestellungen dazu ein, über sich selbst nachzudenken und mit anderen ins Gespräch zu kommen.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:13:08 „Tatsächlich hat meine Frage ein berühmtes Vorbild, die steht ja so ungefähr im Fragebogen von Max Frisch. Ach, das wusste ich gar nicht, den habe ich lange nicht mehr gelesen.“
Weisbrod enthüllt, dass seine provokante Prognosefrage an Mangold – ob dieser in seinem Leben noch einmal eine Waffe gegen Menschen einsetzen werde – auf Max Frischs 'Fragebogen' zurückgeht. Dort werde sinngemäß gefragt, ob man schon einmal auf Menschen geschossen habe, und die eigentlich interessante Nachfrage laute: Wenn nein, wie erklärt man sich, dass das nicht passiert ist?