Episoden von Was liest du gerade?
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Die Sprache der Liebe
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
In dieser Folge dreht sich alles um den Preis der Freiheit: Ein Zitat aus einer aktuellen Neuerscheinung wirft die Frage auf, ob man berechnen kann, was es kostet, aus seinem Leben auszubrechen. Die Hosts debattieren, ob Freiheit wirklich eine Frage des Geldes ist oder ob der wahre Preis in dem liegt, was man zurücklässt — Partner, Stadt, Job —, ohne je sicher zu wissen, ob sich der Tausch gelohnt hat.
Hilft jetzt nur noch Alkohol
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Zum Auftakt 2025 ist Maja Beckers frisch aus der Elternzeit zurück, und die beiden nehmen sich gleich vier Bücher vor: Robert Habecks Wahlkampfbuch »Den Bach rauf«, das als Best-of bekannter Habeck-Gedanken eher enttäuscht, ein wissenschaftlich fundiertes Plädoyer gegen Alkohol, Caroline Darions erschütternden Familienroman sowie Mike Davis' Klassiker »City of Quartz« über Los Angeles.
Große Wohnungen, kleine Gefühle
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Die Runde startet mit einer väterlichen Lebensweisheit übers Abwarten und Bis-tausend-Zählen vor großen Entscheidungen — und landet schnell bei Machiavelli, Baltasar Gracián und Niklas Luhmanns Asymmetrie des Sprechens: Was einmal gesagt ist, lässt sich nicht zurücknehmen. Doch wann ist Schweigen Gold, und wann muss man sofort widersprechen?
Droht uns ein neues 1933
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Schriftstellerin Nora Bossong spricht über die Grenze zwischen Fiktion und Sachbuch — und warum manche Stoffe nach Realität verlangen. Anlass ist ihr Bestseller-Roman »Reichskanzlerplatz« über das Umfeld von Magda Goebbels, aber auch ihre Sachbücher »Rotlicht« und »Die Geschmeidigen«, das ausgerechnet am Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine erschien.
Vom Alltag in der Schwerelosigkeit
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
In der Weihnachtsausgabe dreht sich das Zitat der Woche um einen ersten Kuss im Neonlicht einer Notaufnahme — Anlass für eine lebhafte Debatte über echte Romantik versus kommerzialisierte Gefühlsinszenierung. Die Pointe: Gerade das radikal Unromantische, der existenzielle Überrumpelungsmoment ohne Kerzenlicht und Vorbereitung, könnte der eigentlich romantische Augenblick sein — doch selbst dieses Gegenprogramm droht bereits wieder zum Kitsch zu werden.
Kennen wir sie
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Eine Sonderausgabe, die das übliche Format bricht: Statt vier Bücher steht nur eines im Zentrum — Angela Merkels Memoiren "Freiheit". Der Soziologe Heinz Bude, selbst Jahrgang 1954 wie Merkel und als Generationenforscher prädestiniert für diese Analyse, diskutiert mit Alexander Cammann das 730-Seiten-Werk, das am Erscheinungstag bereits 40.000 Mal über die Ladentheke ging und weltweit in 30 Ländern gleichzeitig erschien.
Zauberberg an der Ostsee
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Die Folge kreist um die Kunst des Urteilens und dessen Tücken: Ein rätselhaftes Zitat über einen selbsternannten Moralisten, der anderen auf die Füße tritt, führt zu einem offenen Gespräch über eigene Fehlurteile. Iris Radisch beichtet eine frühe Verriss-Sünde am Schweizer Autor Paul Nizon, den sie als junge Kritikerin für kitschig und unlesbar erklärte — und dem sie heute öffentlich Abbitte leistet.
Was genau ist mit Thomas Gottschalk los
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Thea Dorn springt als Gast für die Sachbuchfolge ein und nimmt sich mit Alexander Cammann drei Bücher vor: Svenja Flaßpöhlers Essay "Streiten", der den Affekt im Streit rehabilitiert und mit der Anekdote einer eigens angeschafften Streitcouch glänzt, Thomas Gottschalks "Ungefiltert", das Thea Dorn als Tragödie eines alternden Entertainers liest, der zwischen Minderwertigkeitskomplex und betulichen Latein-Zitaten nicht an den eigentlichen Schmerzpunkt kommt, sowie Hannah Arendts Klassiker "Über die Revolution", dessen radikale Demokratiekritik beide so elektrisiert, dass die US-Wahl wenige Tage später fast zur Nebensache wird.
Vier Bücher, um die US-Wahlen zu verstehen
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Vier Sachbücher sollen helfen, die US-Wahlen zu durchdringen: Steven Levitsky und Daniel Ziblatt analysieren, wie eine Minderheit die amerikanische Demokratie aushöhlt, Matthew Desmond seziert die soziale Katastrophe des Landes, und Judith Shklar liefert mit ihrem Klassiker «Liberalismus der Rechte» das theoretische Fundament. Als Einstieg dient J.D. Vances «Hillbilly-Elegie» — einst Bestseller-Erklärstück für Trumps Aufstieg, nun brandaktuell, seit Vance selbst als Vizepräsidentschaftskandidat ins Rennen geht.
Die Berlin-Paris-Connection
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Live von der Frankfurter Buchmesse diskutieren die Hosts drei Bücher, die alle um Überlebenskünstler kreisen: Han Kangs erschütterndes "Menschenwerk" über das Gwangju-Massaker, das der frischgebackenen Nobelpreisträgerin als Ursprungstrauma dient; Katja Lange-Müllers "Unser Ole" über zwei herzlose, aber schlagfertige Berliner Seniorinnen aus Ost und West mit einem autistischen Enkel; und Patrick Modianos melancholisches "Memory Lane" über eine Pariser Gesellschaft, die noch Cabrio fährt, aber keinen Strom mehr hat. Als Klassiker rundet Brechts "Die unwürdige Greisin" den Bogen — eine 72-Jährige, die nach dem Tod ihres Mannes den Hedonismus entdeckt.