Episoden von Was liest du gerade?
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Trost in finsteren Zeiten
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Ein Eröffnungszitat über die Überforderung moderner Kinder — Kleidungsethik, Ernährungsfragen, Geschlechtsidentität — gibt den Ton vor: Freiheit als Bürde. Die Hosts diskutieren die Dialektik der Befreiung: Wie das Ende restriktiver bürgerlicher Normen zwar eindeutig ein Gewinn ist, aber eine lähmende Optionalität erzeugt, in der Freiheit als neue Form der Unfreiheit erlebt wird.
Sommer, Sonne, Sachbücher
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Alexander Cammann und Maja Beckers präsentieren ihre Sachbuch-Empfehlungen für die Sommerferien: Tilman Lahmes neue Thomas-Mann-Biografie, Sophie Gilberts kulturkritisches 'Girl vs. Girl' über Popkultur und Feminismus seit den 90ern sowie Rainer Wielands Klassiker über Deutschlandreisen aus fremder Perspektive. Den Auftakt macht die Rubrik 'Der erste Satz' mit einem provokanten Auszug aus Ute Kohns 'Glamour', der Glamour als Privileg der Besitzenden entlarvt.
Berliner und anderes Liebeslieben
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Das monatliche Zitat lautet: 'Kommunisten sind die einzigen Menschen auf der Welt, denen Literatur wichtig ist' — und der Satz entfaltet eine überraschende Diskussion. Adam Soboczynski konzediert die quasi-religiöse Lesewut linker Zirkel, hält aber dagegen, dass echte Kommunisten Literatur meist nur als Abbild gesellschaftlicher Strukturen lesen, nicht um der Schönheit eines Satzes willen. Iris Radisch ergänzt, was DDR-Schriftsteller nach der Wende schmerzhaft lernten: Plötzlich rief kein Staatsmann mehr an.
Wohnst du noch, oder liest du schon?
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
In der Sachbuch-Ausgabe stellen Alexander Cammann und Maja Beckers drei Bücher vor: Karolina Zulejs 'Persönliche Dinge' über Kleidung aus NS-Lagern, David Grahams Analyse des Trump-Netzwerks sowie einen Klassiker zur Papstgeschichte. Den Auftakt macht die 'Der erste Satz'-Rubrik mit Doris Dörris neuem Buch über das Wohnen — und der Frage, wie sehr die Kindheitswohnung uns bis heute prägt.
Ein weiblicher Houellebecq
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Zum Auftakt wird das hundertjährige Jubiläum von F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby" gefeiert — frisch übersetzt von Bernhard Robben im Manesse Verlag. Am Eröffnungszitat über große und kleine Partys entspinnt sich eine Debatte über Intimität und soziale Kontrolle: Warum man ausgerechnet in flüchtigen Sekundengesprächen authentischer ist als im kontrollierten Rahmen kleiner Runden. Fitzgerald wird dabei als hellsichtiger Chronist einer Aufsteiger-Kultur gelesen, die verblüffend an das heutige Amerika erinnert.
Wir und die Außerirdischen
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Von Osterhasen bis Marsmenschen: Die Sachbuchausgabe stellt vier Bücher vor – Chloe Daltons berührende Begegnung in „Hase und ich
Schneller Sex
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Die Episode kreist um zwei Neuerscheinungen von Roland Schimmelpfennig und Christian Kracht. Zum Einstieg entspinnt sich an einem Zitat über Authentizität eine lebhafte Debatte: Kann man sich vornehmen, echt zu sein, oder ist schon der Vorsatz eine Inszenierung? Die Diskussion mündet in die Frage nach Vertrauen als knapper Ressource in einer Gesellschaft, die von Grundmisstrauen geprägt ist.
Endlich wird es Frühling!
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
In der Sachbuchausgabe diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann drei Neuerscheinungen: Dieter Thomäs sprachphilosophischen Essay "Post – Nachruf auf eine Vorsilbe", Patricia und Hertha Luegers "Bardame gesucht, Zimmer vorhanden" sowie den wiederentdeckten Naturklassiker "Stunden auf dem Land" von Susan Fenimore Cooper. Zum Einstieg sezieren sie Douglas Rushkoffs "Survival of the Richest" – ein Buch von 2022, das angesichts von Elon Musks Regierungseinfluss geradezu prophetisch wirkt.
Die sogenannte Wirklichkeit
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
In dieser Folge geht es um Helene Hegemanns Roman «Striker», der ein katastrophisches Lebensgefühl in einem trashigen Berlin beschreibt. Anhand des ersten Satzes über Intervalltraining und die ständige Versuchung, alles abzubrechen, entspinnt sich eine Diskussion über Verzweiflung als Lebensmotto und die Frage, ob man jede dritte Sekunde den Impuls haben kann, mit allem aufzuhören, ohne bereits seelisch krank zu sein.
Extrem rechts, extrem erfolgreich
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Am Tag vor der Bundestagswahl diskutieren die beiden Sachbuch-Neuerscheinungen: Volker Weiß' Analyse der extremen Rechten in "Das deutsche demokratische Reich" und Bill Gates' Memoiren "Source Code". Dazu gibt es einen Klassiker von Thomas Mann zu dessen 150. Geburtstag — und den ersten Satz aus Elke Heidenreichs Mega-Bestseller "Altern", der mit über 700.000 verkauften Exemplaren das meistverkaufte Buch 2024 wurde.