Die sogenannte Gegenwart – Wird Europa zu einem Museum
#134

Wird Europa zu einem Museum

Die sogenannte Gegenwart / 20. April 2026 / 30 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Zwei Wochen Paris, mehrere Wochen Rom — die Reise-Erfahrungen des Sommers werden zum Anlass, über Overtourism und die selbstgefällige Distinktion zwischen Urlauber und Reisendem nachzudenken. Die zentrale Frage: Verkommt Europa zum begehbaren Museum, in dem die Einheimischen nur noch wie Aufseher auf samtroten Polsterstühlen sitzen und aufpassen, dass nichts geklaut wird? Und wäre das eigentlich so schlimm?

„Wie kann man die eigene Lebensform aufwerten und absetzen von den Millionen, die um einen herum sind, indem man sich selber dann ein Reisender nennt?“
🗣 Ijoma Mangold

Erwähnte Medien (30)

Bleibefreiheit

Bleibefreiheit

Eva von Redecker

Das von der Forschung vernachlässigte und kontrovers diskutierte späte Gedicht Hölderlins An die Madonna ist eine elegische Hymne, in der Hölderlin seiner Dichtung eine poetologische Neuorientierung gibt, die dem Geist der Zeit zwischen 1800 und 1805/06 entspricht. Die Studie weist nach, dass Hölderlin dem Lyrischen die neue Aufgabe zuweist, im Bild der Madonna als neue „Mythe“ die Ideale der Französischen Revolution mit der geschichtlichen Realität zu „versöhnen“ gegen eine sich immer regressiv...

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:04:41 „Eva von Redecker führt da diese These, die sehr beliebte These nochmal vor, dass der Faschismus sich heute auch in Form eines exzessiven Kapitalismus wieder in Szene gesetzt hat.“

Mangold nennt Eva von Redecker als prominente Vertreterin der These, dass heutiger Kapitalismus eine Form von Faschismus sei. Er ordnet das skeptisch als linkes Standardrepertoire ein, was Weisbrod ihm gleich darauf vorhält.

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Die Juden und Europa

Die Juden und Europa

Max Horkheimer

Essay von Max Horkheimer über die strukturelle Verbindung zwischen Kapitalismus und Faschismus. Kernthese: Wer von den kapitalistischen Wurzeln des Faschismus nicht sprechen will, sollte auch vom Faschismus schweigen. Eine grundlegende Schrift der Kritischen Theorie zum Verhältnis von Wirtschaftssystem und autoritärer Ideologie.

🗣 Ijoma Mangold zitiert daraus bei ⏱ 00:05:18 „Oder ich fühle mich dabei natürlich auch an Horkheimer erinnert von dem, der berühmte Satz lautet, wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen.“

Mangold zitiert den berühmten Horkheimer-Satz aus dessen Essay 'Die Juden und Europa', um die linke These zu stützen, dass Faschismus und Kapitalismus strukturell zusammenhängen. Es ist Teil seiner Erklärung, warum der Begriff 'Faschisierung' in der Tradition kritischer Theorie steht.

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Was ist Faschisierung?

Was ist Faschisierung?

Der Merkur-Essay untersucht den Begriff der „Faschisierung" – das Phänomen, wie demokratische Gesellschaften zunehmend faschistische Strukturen und Logiken übernehmen, ohne dabei in einen klassischen Faschismus zu verfallen. Der Text ist relevant, weil der Terminus derzeit in akademischen Debatten Konjunktur hat und für die Analyse gegenwärtiger politischer Verschiebungen zentral geworden ist.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:05:57 „Es gab da so einen Merkur-Essay, der neulich rumging, der eben hieß, was ist Faschisierung? Und ich sah dann beim Googlen aber auch ein Surkamp-Buch, was demnächst erscheint, was Faschisierung heißt. Also da bist du anscheinend ganz nah am Puls der Zeit.“

Weisbrod bestätigt Mangolds Beobachtung, dass der Begriff 'Faschisierung' aktuell Konjunktur hat, indem er auf einen jüngst erschienenen Merkur-Essay mit diesem Titel verweist. Der Essay wird als Beleg dafür angeführt, dass der Begriff gerade in akademischen Debatten ankommt.

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List of inventors killed by their own inventions

List of inventors killed by their own inventions

Sammlung von Fällen, in denen Erfinder durch ihre eigenen Erfindungen ums Leben kamen. Der Artikel dokumentiert tragische Ereignisse wie den Unfall des Segway-Erfinders, der mit seinem revolutionären Transportmittel tödlich verunglückte. Eine faszinierende historische Übersicht, die zeigt, wie Innovationen auch unerwartete Risiken bergen können.

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:11:38 „Der Segway hat ja dann nochmal einen historischen Rückschlag erlitten, wenn ich das richtig erinnere, weil sein Erfinder selber gestorben ist in der Ausnutzung seines Verkehrsmittels. Er wurde leider ein Eintrag in der Wikipedia-Liste Inventors killed by their own inventions, die ich manchmal ansteuere, weil sie natürlich sehr interessant ist.“

Im Gespräch über das elektrische Einrad und seine Vorgänger Segway erinnert Weisbrod daran, dass der Segway-Erfinder selbst mit seinem Gerät tödlich verunglückte — und outet sich nebenbei als gelegentlicher Leser der Wikipedia-Liste über Erfinder, die durch ihre eigenen Erfindungen starben.

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Fluch der Karibik

Fluch der Karibik

· 2003

Im 17.Jahrhundert sucht der Pirat Jack Sparrow nach einem sagenumwobenen Schatz in der Karibik, als ihn das Schicksal mit dem jungen Will Turner zusammenführt, der aus anderen Gründen auf derselben Fährte ist: nämlich den berüchtigten Captain Barbossa und seine Crew abzufangen, die Wills große Liebe Elizabeth, die Tochter des britischen Gouverneurs entführt haben.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:15:00 „Du kriegst ihn so wie der berühmte Pirat Jack Sparrow, auf den ich gleich nochmal zurückkommen muss im Laufe der Folge, wie er am Anfang von Fluch der Karibik an Land geht. Sein Boot geht unter. Und es sinkt ganz langsam, aber es hat noch Geschwindigkeit und fährt auf den Hafen zu und er steht ganz oben am Mast und in dem Moment, wo das letzte Stückchen vom Mast versinkt, tritt er ganz lässig einfach vom Mast auf den Steg.“

Weisbrod nutzt die Anfangsszene aus 'Fluch der Karibik' als Bild dafür, dass Mangolds 'Bro'-Beobachtung als Gegenwartscheck-Punkt gerade noch durchgeht — wie Jack Sparrow, der mit dem letzten Moment seines sinkenden Schiffs lässig auf den Steg tritt.

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Ratatouille

Ratatouille

Brad Bird / Pixar · 2007

Der kleine Remy träumt davon, ein berühmter Chefkoch zu werden. Dabei hat er nicht nur mit den Vorurteilen seiner Familie zu kämpfen, sondern auch mit dem offenkundigen Problem, dass es sich bei dem angepeilten Berufszweig um ein eher nagetierfeindliches Gewerbe handelt: Remy ist eine Ratte! Als das Schicksal Remy nach Paris verschlägt und er ausgerechnet im Restaurant von Star-Koch Auguste Gusteau – seinem großen Idol – landet, erfährt er am eigenen Fell, welche Gefahren Haute Cuisine für einen...

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:27:08 „Ich hatte keine Angst vor ihr, keinen Ekel. Ein silbrig-weiß-glänzendes Fell, fast albinohaft-schick. Ein wunderschöner Schwanz. Da denkt man sich auch sofort an Ratatouille, diesen Film, wo die Ratte da kocht und findet das alles ganz passend zu Paris.“

Weisbrod beschreibt die ungewöhnlich hübschen Ratten auf Pariser Spielplätzen und assoziiert sie sofort mit dem Pixar-Film 'Ratatouille' — passend zur Stadt, in der die kochende Ratte ja auch spielt.

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Die Rättin

Die Rättin

Günter Grass

Experimenteller Roman, in dem Ratten eine zentrale Rolle spielen. Der Text unternimmt den Versuch, die Ratte als Symbol zu rehabilitieren, scheitert aber wegen seiner manierierten Satzstrukturen und extremen stilistischen Gewagtheiten.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:27:30 „Ich muss sagen, Günther Gras... Roman denken, die retten. Zu Weihnachten wünschte ich eine Rettin mir. Das war schon einmal in den 80er Jahren der Versuch einer Rehabilitation der Ratte. Ist aber Missglück. Der Roman galt generell als ästhetisch misslungen. Nämlich wegen seiner manierierten Satzumstellungen.“

Mangold kontert Weisbrods Pariser Ratten-Lob mit einem literarischen Gegenbeispiel: Günter Grass habe in 'Die Rättin' (1986) schon einmal versucht, die Ratte zu rehabilitieren — sei dabei aber wegen seines manierierten Stils gescheitert. Eine kleine Pointe gegen die Verklärung der Pariser Spielplatzratten.

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Trompe-l'œil-Kuppel und Deckenfresken in Sant'Ignazio di Loyola

Trompe-l'œil-Kuppel und Deckenfresken in Sant'Ignazio di Loyola

Andrea Pozzo

Die Sant'Ignazio di Loyola in Rom beherbergt Andrea Pozzos berühmte Trompe-l'œil-Deckenmalereien aus dem Barock, ein kunstgeschichtliches Meisterwerk. Der Artikel zeigt, wie ein Spiegel die Touristenzahlen erhöhte, indem er bessere Selfie-Möglichkeiten schuf – ein Beispiel dafür, dass heutzutage Fotogenität wichtiger ist als künstlerische Qualität.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:31:18 „San Ignacio di Loyola hat sehr bedeutende Deckenfresken und auch so eine Tromteu-Kuppel, also die sieht wie eine Kuppel aus, aber das ist optische Täuschung, des Barockmalers Andrea Pozzo. Wunderschön, kunstgeschichtlich sehr bedeutend, hatte aber jetzt nie besonders viele Leute gezogen.“

Ijoma erläutert am Beispiel der Jesuitenkirche Sant'Ignazio di Loyola in Rom, wie Touristen-Attraktivität durch Selfie-Möglichkeiten geschaffen wird. Andrea Pozzos berühmte Trompe-l'œil-Kuppel und seine Deckenfresken aus dem Barock werden als kunstgeschichtlich hochbedeutend beschrieben, zogen aber erst durch einen platzierten Spiegel größere Touristenmassen an.

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Common People

Common People

Pulp

Pulp sind eine britische Alternative-Rock-Band, die 1978 von Jarvis Cocker in Sheffield unter dem Namen "Arabicus Pulp" gegründet wurde. Die Band schaffte es während vieler Jahre nicht, größere Bekanntheit zu erlangen. Nach der Veröffentlichung von 'Freaks' und internen Turbulenzen hatte die Band gegen 1987 ein stabiles Line-Up. Jarvis Cocker zog 1988 nach London und begann, Film am St. Martin's College zu studieren. Mit 'Separations' entstand in dieser Zeit eine weitere Platte, wurde aber erst 1992 veröffentlicht.

🗣 Lars Weisbrod zitiert daraus bei ⏱ 00:36:11 „Ich muss dann immer an den berühmten Pulpsong Common People denken. Da singt Jarvis Cocker, dann bringt es einfach auf den Punkt, because everybody hates a tourist. Und in diesem Lied geht es eben nicht um den offensichtlichen Deppen... Sondern bei Jarvis Cocker geht es eben um jemanden, der sich extra anwanst, um möglichst authentisch eine fremde Welt zu erleben.“

Weisbrod nutzt den Pulp-Klassiker, um die Dialektik des Tourismus zu illustrieren: Niemand will ein Tourist sein, alle schämen sich dafür. Cockers Zeile 'everybody hates a tourist' bringt für ihn das Phänomen auf den Punkt — und der Song handelt gerade vom Distinktionswillen dessen, der sich ärmer stellt, um eine vermeintlich authentische Unterschichtswelt zu erleben.

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Eine Theorie des Tourismus

Eine Theorie des Tourismus

Hans Magnus Enzensberger

Enzensbergers klassischer Essay analysiert die Dialektik des Tourismus als Massenbetrug und Ausdruck falscher Gesellschaftsordnung. Er verteidigt das Phänomen zugleich gegen elitäre Verachtung und eröffnet damit eine grundlegende kulturtheoretische Debatte im Sinne der kritischen Theorie.

🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:36:57 „Aber ich will ihn empfehlen zu dieser Frage. Er ist von Hans Magnus Enzensberger. Geschrieben schon in den 50er-Jahren, 58 ist er in seiner ersten Fassung erschienen. 58 in der Zeitschrift Merkur, wo er dankenswerterweise auch frei zugänglich auf der Website steht. Deswegen können wir das einfach unten verlinken. Und der beschäftigt sich schon 58 mit dieser Dialektik des Tourismus.“

Weisbrod empfiehlt Enzensbergers Aufsatz als zentralen Text zur Frage, was der Tourismus eigentlich ist. Er hebt hervor, dass Enzensberger den Tourismus zwar als Ausdruck einer falschen Gesellschaftsordnung kritisiert, ihn aber gleichzeitig gegen das bloße Naserümpfen verteidigt — eine Lesart im Sinne der kritischen Theorie. Weisbrod zitiert die Formel 'Tourismus ist Freiheit als Massenbetrug' analog zu Adorno/Horkheimers Kulturindustrie-Diktum.

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Dialektik der Aufklärung

Dialektik der Aufklärung

Theodor W. Adorno, Max Horkheimer · 2010

Die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfasste »Dialektik der Aufklärung« ist der wichtigste Text der Kritischen Theorie und zugleich eines der klassischen Werke der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Philosophische Kritik, Auseinandersetzung mit dem Faschismus und die Resultate langjähriger empirischer Untersuchungen in den USA verschmelzen hier zu einer Theorie der modernen Massenkultur.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:37:39 „Da gibt es eine tolle Formulierung, so wie Adorno und Horkheimer die Kulturindustrie beschreiben als, sagen Kulturindustrie ist Aufklärung als Massenbetrug, schreibt hier Enzensberger, Tourismus ist Freiheit als Massenbetrug.“

Um Enzensbergers Tourismuskritik einzuordnen, greift Weisbrod auf Adornos und Horkheimers berühmtes Diktum 'Kulturindustrie. Aufklärung als Massenbetrug' aus der Dialektik der Aufklärung zurück. Enzensberger habe diese Formel auf den Tourismus übertragen — Freiheit als Massenbetrug — und damit das gleiche Verhältnis von emanzipatorischem Versprechen und realer Vereinnahmung beschrieben.

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The Enigma of Arrival

The Enigma of Arrival

V. S. Naipaul

V.S. Naipauls autobiografischer Roman beschreibt die Anstrengung und das Mysterium des Ankommens in einem fremden Land – die existenzielle Erfahrung von Fremdheit und kultureller Dislokation. Der Podcast setzt ihn kontrastiv zur heutigen Reisepraxis ein, in der digitale Technologien (iPhone, eSIM, Uber, Airbnb) jede Fremdheitserfahrung eliminieren und die Welt überall lebensweltlich identisch machen. Naipauls Roman wird damit zum historischen Zeugnis einer Welt, in der echtes Ankommen noch möglich war – bevor das Reisen zur nahtlosen, kulturell entwurzelten Erfahrung wurde.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:41:00 „Also es gibt quasi überhaupt keinen tollen Roman von Naipaul, The Enigma of Arrival. Es gibt überhaupt kein Mysterium oder Hindernis des Ankommens mehr, keine Übersetzungsleistung, keine Transition, sondern das ist, wie sagt man heute immer, seamless.“

Mangold beschreibt am Beispiel seiner Reise nach El Salvador, wie iPhone, eSIM, Uber und Airbnb jede Fremdheitserfahrung beim Reisen abschleifen. Naipauls Roman dient ihm als Kontrastfolie: Die titelgebende Anstrengung und das Mysterium des Ankommens existieren in der heutigen, 'seamlessen' Reisepraxis nicht mehr — die Welt ist überall lebensweltlich identisch geworden.

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T Magazin

Travel and Leisure

Travel and Leisure ist ein führendes amerikanisches Reisemagazin, das sich auf Reiseziele, Lifestyle und Kultur konzentriert. Seine prestigeträchtigen Auszeichnungen wie »schönstes Dorf der Welt« prägen Reisetrends weltweit und beeinflussen den globalen Tourismus nachhaltig. Das Magazin richtet sich an wohlhabende und kulturinteressierte Leser.

🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:52:34 „In Gord kommen auf einen Einwohner 500 Gäste. Da gibt es also überhaupt gar kein reales Leben mehr. Travel and Leisure, das amerikanische Reisemagazin, hat Gord zum schönsten Dorf der Welt erklärt. Damit war sein Schicksal besiedelt.“

Mangold illustriert die zerstörerische Dynamik des Overtourism am Beispiel des provenzalischen Dorfs Gordes: Eine Auszeichnung des US-Reisemagazins Travel and Leisure als 'schönstes Dorf der Welt' habe das Verhältnis von Einwohnern zu Touristen auf 1:500 kippen lassen. Die mediale Adelung wird so selbst zum Auslöser der Disneyfizierung.

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Sixtinische Kapelle

Sixtinische Kapelle

Michelangelo

Die Sixtinische Kapelle ist eines der bedeutendsten Kunstwerke der Menschheit und wird als prototypisches Beispiel für Kunst betrachtet, das noch in Jahrtausenden in Erinnerung bleiben wird. Im Gegensatz zu klassischen Museumsexponaten handelt es sich um die Privatkapelle der Päpste, bei der Michelangelos Fresken direkt auf die Architektur gemalt wurden und somit Kunst und Gebäude eine untrennbare Einheit bilden.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:53:37 „Nur die Kunstwerke dort sind auch die Beispiele, wenn man sich in 5000 Jahren an Kunst erinnern wird, wird einem noch die Sixtinische Kapelle und die Mona Lisa einfallen. Deswegen dachte ich jetzt, also die Kunstwerke sind so sehr prototypisch für Kunst.“

Lars argumentiert, dass die Vatikanischen Museen prototypische Kunst beherbergen, die in Jahrtausenden noch erinnert werden wird. Ijoma kontert daraufhin, dass die Sixtinische Kapelle gar kein Museumsexponat sei, sondern als Privatkapelle der Päpste mit Fresken al fresco direkt auf die Wand gemalt wurde — also Architektur mit Kunst verbunden, kein klassisches Museum.

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Mona Lisa

Mona Lisa

Leonardo da Vinci

Ölmalerei von Leonardo da Vinci aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das berühmte Porträt zeigt eine Frau und folgt den stilisierten Schönheitsidealen der Renaissance mit charakteristischen Merkmalen wie dünnen Augenbrauen und feinen Gesichtszügen. Das Werk exemplifiziert die porträtistische Konvention seiner Epoche, in der viele Frauenporträts einem standardisierten Schönheitskanon folgten. Es zählt zu den weltweit bekanntesten Kunstwerken der Malerei.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:53:37 „wenn man sich in 5000 Jahren an Kunst erinnern wird, wird einem noch die Sixtinische Kapelle und die Mona Lisa einfallen.“

Lars nennt die Mona Lisa als prototypisches Kunstwerk, das in Jahrtausenden noch als Kunst-Inbegriff gelten wird. Später taucht sie nochmal auf, als Ijoma fragt, ob die Kommunistische Partei Chinas nicht problemlos sagen könnte: 'Wir zeigen die Mona Lisa in Peking.'

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Die Schule von Athen

Die Schule von Athen

Raffael

Raffaels Fresko "Die Schule von Athen" ist eines der bedeutendsten Kunstwerke der Renaissance und zeigt eine Versammlung antiker Philosophen wie Platon und Aristoteles in der Vatikanischen Apostolischen Palast. Das monumentale Wandgemälde gilt als Meisterwerk der Perspektive und philosophischen Ikonographie und hat die europäische Kunstgeschichte nachhaltig geprägt. Der Podcast-Bezug entsteht durch Prechts Besuch der Vatikanischen Museen, wo er diese historischen Stanzen bewundern wollte.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:54:55 „Und auch Raphaels Säle, wo die berühmte Schule von Athen und die umgekehrte Kreuzigung von Paulus auch wieder an die Wand gemalt sind. Das sind ja die Privatgemächer von Papst Julius II., dem roberen Papst.“

Ijoma erklärt am Beispiel der Stanzen des Vatikans, dass auch ikonische Werke wie Raffaels Schule von Athen keine Museumsexponate sind, sondern Wandfresken in den Privatgemächern von Papst Julius II. Die Vatikanischen Museen seien also keine platonische Idealidee eines Museums, sondern eine 'Funktionsarchitektur, die aus Repräsentationszwecken aufgeladen ist mit Kunst'.

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Die Kreuzigung Petri

Die Kreuzigung Petri

Raffael

Raphael schuf in den Stanzen des Vatikans ein ikonisches Wandfresko, das die umgekehrte Kreuzigung des Apostels Petrus darstellt. Das Werk befindet sich nicht in einem Museum, sondern ist direkt in die Architektur der Privatgemächer Papst Julius' II. integriert. Die Darstellung zeigt Raphaels Meisterschaft in der Verschmelzung von künstlerischer Vision und Raumgestaltung und dokumentiert eine zentrale Szene der christlichen Ikonographie in ihrer ursprünglichen architektonischen Umgebung.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:54:55 „Und auch Raphaels Säle, wo die berühmte Schule von Athen und die umgekehrte Kreuzigung von Paulus auch wieder an die Wand gemalt sind.“

Ijoma nennt die umgekehrte Kreuzigung (er sagt versehentlich 'von Paulus', gemeint ist Petrus) als zweites Beispiel für ein Wandfresko in den Privatgemächern Julius II. — auch hier kein Museumsobjekt, sondern Architektur mit Kunst verschmolzen.

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Laokoon-Gruppe

Laokoon-Gruppe

Die Laokoon-Gruppe ist eine antike Marmorskulptur, die 1506 in Rom ausgegraben wurde und Michelangelo unmittelbar bei der Gestaltung der Sixtina inspirierte. Julius II. präsentierte sie öffentlich in den Vatikanpalästen, um sie als künstlerisches Vorbild für andere Künstler zugänglich zu machen. Damit markierte sie die Geburtsstunde des Museums als Institution zur Vermittlung künstlerischer Vorbilder.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:56:11 „Michelangelo ist dabei, wenn die da aus der Erde gegraben wird und die sind nun alle in der antiken Begeisterung, deswegen ja auch Renaissance und Julius II. sagt, okay, wir schaffen in den Papstpalästen einen Ort für die Laocoon-Skulptur, damit andere Künstler kommen können und Maß nehmen können an dieser Skulptur. Der Laocoon steht gewissermaßen am Anfang der Museumswerdung der Vatikanischen Paläste.“

Ijoma erzählt die Entstehungsgeschichte der Laokoon-Skulptur: Bei Grabungen am Esquilin in Rom (heute Stazione Termini) wurde sie in Anwesenheit Michelangelos ausgegraben. Julius II. ließ daraufhin in den Papstpalästen einen Ort schaffen, wo Künstler an ihr Maß nehmen konnten — Michelangelo orientierte sich dann an ihr für die Figuren der Sixtina. Damit markiere die Laokoon-Gruppe die Geburtsstunde des Museums.

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Geflügelte Siegesgöttin (Nike von Samothrake)

Geflügelte Siegesgöttin (Nike von Samothrake)

Die Nike von Samothrake ist eine der berühmtesten antiken Skulpturen und ein Hauptwerk des Louvre. Das über zwei Meter hohe hellenistische Meisterwerk zeigt die Siegesgöttin Nike mit ausgebreiteten Flügeln in dynamischer Pose. Im Podcast wird das Kunstwerk als Beispiel für weltberühmte Museumsexponate angeführt, die wegen Overtourism und Ticketmangel nicht mehr spontan besucht werden können — selbst in Paris muss man mittlerweile Wochen im Voraus planen.

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:58:20 „Dass ich eben nicht wie ein Pauschaltourist mir zwei Wochen vorher überlegen will, ah, da könnte ich vielleicht mir mal gerne, weiß ich nicht, die geflügelte Siegesgöttin angucken wollen oder so, sondern ich kann einfach reingehen.“

Lars nennt die Geflügelte Siegesgöttin (Nike von Samothrake) als Beispiel für ein berühmtes Louvre-Objekt, das man als Städter spontan anschauen können sollte — was wegen Overtourism aber nicht mehr funktioniert. Ein Ticket bekam er nur knapp drei Wochen vorher.

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Napoleon im verschneiten Russland (Russland-Feldzug)

Napoleon im verschneiten Russland (Russland-Feldzug)

Monumentalgemälde, das Napoleons verheerendes Scheitern im Russland-Feldzug darstellt. Das Werk visualisiert die historische Niederlage und das Leid der Grande Armée im schneebedeckten Russland. Die Beobachtung eines chinesischen Besuchers im Louvre zeigt, dass europäische Kunstwerke weiterhin echtes intellektuelles Engagement bei Menschen aus aufstiegenden Weltregionen wecken und die Bedeutung historischer Erinnerungskultur unterstreichen.

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:59:13 „Und der Großvater erklärte sehr engagiert etwas vor einem großen Monumentalgemälde, dessen Titel ich jetzt nicht mehr weiß, aber das zeigte Napoleon im verschneiten Russland auf dem Russland-Feldzug. Und er erklärte seiner Familie sehr engagiert etwas.“

Lars erzählt eine Beobachtung aus dem Louvre: Ein chinesischer Großvater erklärte seiner Familie engagiert ein Monumentalgemälde des Russland-Feldzugs Napoleons. Lars findet das eine schöne Szene und gegen die These 'Europa wird nur noch Museum' — es entstehe echtes intellektuelles Interesse bei Besuchern aus aufsteigenden Weltregionen.

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Codex Hammurabi

Codex Hammurabi

König Hammurabi von Babylon

Antike babylonische Stelenplatte mit dem Kodex Hammurabi (ca. 1750 v.Chr.) — einer der frühesten bekannten Gesetzes-Kodexe der Welt. Der gravierte Stein dokumentiert rechtliche Normen und Strafbestimmungen und gilt als Meilenstein der Rechtsgeschichte. Kulturerbe im Pariser Louvre.

🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:02:48 „Also, ich war sehr scharf auf den Crudex Hammurabi. Eine, ich glaube, 3500 Jahre alte Stele, auf der sehr viel Text draufsteht. Das ist eigentlich der Anfang des Gesetzes und ich habe ja spätestens seit Corona immer so anarchistischen Impetus und allein deswegen da... Da habe ich gesagt, da will ich jetzt mal gehen. Das hat begonnen. Seit 3500 Jahren verfolgt uns dieses Zeug da und das ist vielleicht auch gar keine gute Idee gewesen.“

Lars beschreibt seinen Wunsch, im Louvre den Codex Hammurabi zu sehen — eine der frühesten Verschriftlichungen von Gesetzen. Er knüpft daran seine anarchistische Anti-Bürokratie-Position und erzählt amüsiert, dass seine Kinder fasziniert von Strafen wie Handabhacken bei Vatersschlag waren. Daraus entwickelt sich die Frage, ob das Objekt nicht eigentlich nach Babylon/Irak gehört statt nach Paris.

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Die Bibel

Die Bibel

Die Bibel als Klassiker der Weltliteratur und religiöses Fundament – ein Werk, das in westlichen Kulturen ständig zitiert wird, vielen Menschen aber weitgehend unbekannt bleibt. Jan Böhmermann nennt sie als eine seiner größten Wissenslücken und beschreibt das Unbehagen, nicht mitreden zu können, wenn andere Bibelreferenzen einbauen. Eine Anleitung zum Nachschlagen für alle, die ihre Kulturkompetenz erweitern möchten.

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:04:42 „Babylon, ich meine, kommt in der Bibel vor. [...] Die wir abstammen von den abrahamitischen Schriftreligionen, für die spielt er alle, für den Islam, wie für das Judentum, für das Christentum, ist ja Babylon eine zentrale Bezugsgröße für frühe Urbanisierung.“

In der Debatte, wem der Codex Hammurabi gehört, argumentiert Ijoma, dass Babylon zentral für die abrahamitischen Schriftreligionen sei und das Auge-um-Auge-Prinzip aus dem Codex auch biblisch wurde. Damit wird der Codex aus seiner Sicht eben doch zu 'unserer' Geschichte — nicht nur Vorgeschichte.

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Frankenstein

Frankenstein

Mary Shelley

*Frankenstein; or, The Modern Prometheus* is an 1818 novel written by English author Mary Shelley. Frankenstein tells the story of Victor Frankenstein, a young scientist who creates a sapient creature in an unorthodox scientific experiment. Shelley started writing the story when she was 18, and the first edition was published anonymously in London on 1 January 1818, when she was 20. Her name first appeared in the second edition, which was published in Paris in 1821.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:08:47 „Wir haben doch in unserer Folge über Frankenstein relativ viel, wobei dir immer noch zu wenig über Paradise Lost von Milton geredet.“

Lars verweist auf eine frühere Folge des Podcasts, in der Mary Shelleys 'Frankenstein' diskutiert wurde, insbesondere die intertextuelle Verbindung zu Miltons 'Paradise Lost'. Der Bezug taucht auf, als er im Louvre ein Gemälde zu Paradise Lost entdeckt und an die Frankenstein-Diskussion erinnert wird.

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Paradise Lost

Paradise Lost

John Milton · 2003

Since its publication by Odyssey Press in 1935, Hughes' richly annotated edition -- revised in 1962 -- remains the preferred text of many instructors.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:09:11 „Und ich stolperte einfach zufällig über ein mir völlig unbekanntes Werk, das den Teufel und seine Armeen aus Paradise Lost zeigte von einem englischen Maler. Und das hat mich komplett fasziniert, weil es in so einer wirklichen Fantasy-Ästhetik gemalt war, wo der Teufel so ein römischer Feldherr war, der vor einer riesigen Teufelsburg stand, wie aus Herr der Ringe.“

Lars erzählt, dass er im Louvre zufällig auf ein Gemälde gestoßen sei, das den Teufel und seine Armeen aus Miltons Paradise Lost in Fantasy-Ästhetik zeigt. Das fand er extrem faszinierend und will sich weiter damit beschäftigen. Für ihn funktionieren solche Werke als Anlass, Geschichten zu erzählen — auch seinen Kindern gegenüber.

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Der Teufel und seine Armeen (nach Paradise Lost)

Der Teufel und seine Armeen (nach Paradise Lost)

Anonymes Gemälde eines englischen Malers, das die dämonischen Heerscharen aus John Miltons Epos Paradise Lost darstellt. Das Werk zeigt den Teufel als antiken Feldherrn vor einer burgenähnlichen Festung, umgeben von fantastischen Monstern in einer Fantasy-Ästhetik. Es demonstriert, wie literarische Klassiker in der bildenden Kunst neu interpretiert werden und wie Museen durch visuelles Storytelling auch Laien fesseln können.

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:09:11 „Und ich stolperte einfach zufällig über ein mir völlig unbekanntes Werk, das den Teufel und seine Armeen aus Paradise Lost zeigte von einem englischen Maler. Und das hat mich komplett fasziniert, weil es in so einer wirklichen Fantasy-Ästhetik gemalt war, wo der Teufel so ein römischer Feldherr war, der vor einer riesigen Teufelsburg stand, wie aus Herr der Ringe.“

Lars beschreibt das anonyme Gemälde eines englischen Malers, das ihn im Louvre fasziniert hat: Es zeigt den Teufel und seine Heerscharen aus Miltons Paradise Lost in Fantasy-Ästhetik, mit Orks-ähnlichen Truppen vor einer Teufelsburg. Es war für ihn der Beweis, dass Museen auch für Laien als Geschichten-Anlässe funktionieren.

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Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe

J. R. R. Tolkien

Ein ungewöhnlicher Held. Eine Reise voller Gefahren. Das größte Abenteuer aller Zeiten. In einem ruhigen Dorf im Auenland bekommt der junge Frodo ein Geschenk, das sein Leben für immer verändern wird – den Einen Ring, der seit Jahrhunderten als verschollen galt. Ein mächtiges und furchterregendes Ding, mit dem der Dunkle Herrscher einst Mittelerde versklavte.

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:09:11 „Ich stolperte einfach zufällig über ein mir völlig unbekanntes Werk, das den Teufel und seine Armeen aus Paradise Lost zeigte von einem englischen Maler. Und das hat mich komplett fasziniert, weil es in so einer wirklichen Fantasy-Ästhetik gemalt war, wo der Teufel so ein römischer Feldherr war, der vor einer riesigen Teufelsburg stand, wie aus Herr der Ringe, wo dann sozusagen seine Herrscharen wie die Orks befähigte.“

Lars beschreibt im Louvre ein Gemälde, das Szenen aus Milton's Paradise Lost zeigt, und vergleicht dessen Fantasy-Ästhetik mit Tolkiens 'Herr der Ringe'. Die Burg des Teufels und seine Heerscharen erinnern ihn an die Orks aus Tolkiens Welt – ein Hinweis darauf, wie tief Tolkiens Bildwelt in der populären Vorstellung von Fantasy verankert ist.

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B Buch

Bereicherung. Eine Kritik der Ware

Luc Boltanski, Arnaud Esquerre

Soziologische Analyse der französischen Wirtschaftsstrategie: Anreicherung von Orten und Marken durch Luxusgüter und geschützte Herkunftsbezeichnungen als Avantgarde-Ökonomie. Der theoretische Rahmen für Konzerne wie LVMH und Kering.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:12:55 „Wie toll Frankreich darin ist, da gibt es dieses dicke Buch, was ich bis heute nicht gelesen habe. Es heißt Bereicherung und ist mal bei Surkamp auf Deutsch erschienen. Und Bereicherung ist so ein Wortspiel in dem Fall, weil damit gemeint ist, Frankreichs Wirtschaft ist Avantgarde in dem Sinne, dass es sich bereichert, also reich wird, damit, dass es Anreicherungen, so würde ich auf Deutsch sagen, von Orten und Marken schafft.“

Lars verweist auf Boltanskis Soziologie-Buch, um Frankreichs ökonomische Strategie zu erklären: Anreicherung von Orten und Marken (geschützte Herkunftsbezeichnungen, Luxusgüter) als Wirtschaftsmodell. Er gibt zu, das dicke Buch nie gelesen zu haben, hält die These aber für die theoretische Grundlage von Konzernen wie LVMH und Kering.

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Die Gesellschaft der Singularitäten

Die Gesellschaft der Singularitäten

Andreas Reckwitz

Andreas Reckwitz untersucht in diesem Werk, wie die Digitalisierung traditionelle Rollen aufgelöst hat: Durch Smartphones und Internetplattformen kann heute jeder zum Kulturproduzenten werden, nicht nur passiv konsumieren. Diese Demokratisierung führt zu einer beispiellosen Überproduktion digitaler Inhalte und stellt zentrale Fragen zur kulturellen Wertbildung in der Spätmoderne. Das Buch bietet einen kritischen, soziologischen Blick auf die Konsequenzen dieser technologischen Verschiebung für Gesellschaft und Kultur.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:17:12 „all das, was wir jetzt besprochen haben, sind ja Fragen und Phänomene der Singularität, wie Reckwitz sie nennt, der Singularitäten, der Versuch, einzigartige Erlebnisse oder Orte und so weiter zu schaffen. Und das ist ja ein Phänomen unserer Mittelschicht, da unterscheidet Reckwitz ja zwei verschiedene Mittelschichten, unserer neuen Mittelschicht, kreativen Wissensarbeiter-Mittelschicht.“

Lars nutzt Reckwitz' Singularitäten-Konzept, um den Kontrast zwischen Louvre-Besuchern (kreative Wissensarbeiter-Mittelschicht) und Disneyland-Besuchern (kulturell abgehängte Mittelschicht) zu erklären. Beide suchten Singularitäten, aber unterschiedliche — die einen die Laokoon-Gruppe, die anderen Cruella de Vil als Identifikationsfigur.

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Alice im Wunderland

Alice im Wunderland

Lewis Carroll · 2024

Mit "Alice im Wunderland" schuf Lewis Carroll eine der berühmtesten Geschichten der Weltliteratur. Die Erzählung über Alice und ihre Begegnungen mit skurrilen Figuren wie dem Hutmacher, der Grinsekatze und der Herzkönigin begeistern Kinder und Erwachsene bis heute. Erstmals erschienen 1865. Hier in der vielgelesenen Übersetzung von Antonie Zimmermann. Mit den bekannten s/w-Illustrationen von John Tenniel. Frisch aufgelegt in gut lesbarer Schriftgröße. Lewis Carroll. Alice im Wunderland.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:18:44 „Ich habe da natürlich auch so ein bisschen Ressentiment in dem Park gehabt, weil ich will mit meinen Kindern jetzt da durch den Alice im Wunderland Irrgarten und ich verstehe nicht, warum ich jetzt drei Frauen ohne Kinder im Alter da alles verstopfen müssen.“

Lars erzählt von seinem Disneyland-Paris-Besuch und einer Attraktion, die auf Lewis Carrolls 'Alice im Wunderland' basiert – ein Irrgarten zum Thema. Er beschwert sich, dass kinderlose Erwachsene den Familien den Park verstopfen. Der Bezug zum literarischen Original von Carroll wird über die Themenpark-Adaption hergestellt.

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Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Die Terrakotta-Armee ist eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen Chinas und besteht aus tausenden lebensgroßen Ton-Kriegerfiguren, die vor etwa 2.000 Jahren für das Mausoleum des Kaisers Qin Shi Huang geschaffen wurden. Die Grabanlage nahe Xi'an zählt zu Chinas meistbesuchten Museen und gilt als Symbol der künstlerischen und militärischen Raffinesse der Qin-Dynastie. Für Reisende in China ist sie ein unverzichtbarer Kulturort und Zeugnis der frühchinesischen Hochzivilisation.

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:20:47 „Du bist nur viel gereist, aber du bist jetzt nie, du sagst jetzt nie, in der verbotenen Stadt hast du dir die Terrakotta-Armee anguckt.“

Lars fragt Ijoma, ob er die Terrakotta-Armee schon einmal in China gesehen hat — als Beispiel für ikonische chinesische Kulturgüter, die man als Reisender besucht haben könnte. Ijoma verneint, das Gespräch dreht sich um die chinesische Museumslandschaft.

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