Libet-Experimente (Bereitschaftspotenzial-Studien)
Benjamin Libet
Benjamin Libets bahnbrechende Experimente untersuchten das Bereitschaftspotenzial und zeigen, dass das Gehirn unbewusst eine Armbewegung einleitet, bevor die bewusste Wahrnehmung dies registriert. Diese Forschung wurde zentral für die moderne Debatte über Willensfreiheit, wobei Libet selbst das Konzept des „freien Unwillens" prägte, um komplexe Entscheidungen von automatischen Bewegungen zu unterscheiden.
Erwähnungen (1)
„Benjamin Libet ist ein Hirnforscher gewesen, der Experimente gemacht hat und in diesen Experimenten nachgewiesen hat, dass ich eine bestimmte Armbewegung, die ich machen soll, ausführe, bevor mein Gehirn begriffen hat, dass der Arm den Befehl gekriegt hat, sie auszuführen. Unterbewusst. So, das sind die Libet-Experimente.“
Precht erklärt im Kontext der Willensfreiheits-Debatte die berühmten Experimente von Benjamin Libet zum Bereitschaftspotenzial. Er nutzt sie als zentrales Beispiel dafür, dass die neurobiologischen Argumente gegen den freien Willen auf zu simplen Versuchsanordnungen beruhen — ein Handgelenk zu bewegen sei etwas völlig anderes als die Entscheidung, Mathe zu studieren. Entscheidend: Precht weist darauf hin, dass Libet selbst gerade nicht gegen den freien Willen argumentierte, sondern den Begriff des 'freien Unwillens' prägte.
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