Leben des Galilei
Bertolt Brecht
Brechts Drama über Galileo Galilei und den Konflikt zwischen wissenschaftlicher Wahrheit und gesellschaftlicher Macht. Das Stück hinterfragt moralischen Mut und die Verantwortung des Einzelnen in Zeiten, die Helden brauchen.
Erwähnungen (3)
„Dann kommen die alten Sprüche, glücklich das Land, das keine Helden hat und so weiter und so weiter. Plötzlich merken wir aber, es gibt Menschen, die wollen gar keine Helden sein, aber die wollen auch keine Sklaven sein.“
Gauck spricht über die Verachtung mancher linker Intellektueller gegenüber Heldentum und zitiert dabei den berühmten Satz aus Brechts Drama. Er nutzt das Zitat, um es im Kontext des ukrainischen Widerstands gegen Russland zu kontrastieren und zu zeigen, dass Menschen manchmal über sich hinauswachsen müssen.
„Also ja, frei nach Brecht, es gibt Konstellationen, Freund Machiavelli würde sagen, Qualità dei Tempi, in denen ein Land Helden nötig hat. Russland hat es zur Zeit besonders nötig, auch wenn die Helden nichts bewirken, siehe Navalny.“
Münkler paraphrasiert die berühmte Sentenz aus Brechts 'Leben des Galilei' – 'Unglücklich das Land, das Helden nötig hat' – und wendet sie auf das heutige Russland und den Mut von Dissidenten wie Nawalny an, deren Heldentum tragischerweise wirkungslos bleibt.
„Das fängt mich so auch rechts lebendes Galilei an, dass er ist, jetzt musst du mir helfen, er ist an der Uni Padua und er ist glaube ich nur da, weil er da sein Zeug machen darf“
Ijoma Mangold verweist auf Brechts Theaterstück, um die historische Dimension der Wissenschaftsfreiheit zu illustrieren – Galilei konnte in Padua frei forschen
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