Jenseits von Schuld und Sühne

Jean Améry · 1997

Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwältigten ist eine autobiographische Essaysammlung des österreichischen Schriftstellers und Auschwitz-Überlebenden Jean Améry. Das Werk gehört zu den zentralen Texten der deutschsprachigen Holocaustliteratur und ist gekennzeichnet durch eine radikale Selbstbefragung des Autors, welche auf eine „Wesensbeschreibung der Opfer-Existenz“ zielt.

Jenseits von Schuld und Sühne

Erwähnungen (2)

Was liest du gerade?
🗣 Alexander Cammann erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:01:46
„Wir hatten ja neulich schon mit dem Jean Améry, den wir hier mal diskutiert haben, wo ich auch gedacht habe, Mann, was waren das für starke Kraft des Wortes, die sich dann in Essays niederschreiben. Und mit Susan Sonntag.“

Cammann vergleicht die stilistische Brillanz von Kunderas Essay mit anderen großen Essayisten. Er erinnert an eine frühere Folge, in der Jean Améry besprochen wurde, und beklagt, dass heutige Essays selten diese Kraft des Wortes erreichen.

Lanz & Precht
🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:50:35
„Der österreichische Schriftsteller, Widerstandskämpfer Jean Amary ist 1943 in Belgien Mitglied einer Widerstandsgruppe. Und die drucken dort in einer konspirativen Wohnung offensichtlich Flugblätter. Und dann beschreibt er diesen irren Moment, wie dieser SS-Mann, sein Todfeind, der steht vor ihm, staucht ihn zusammen, aber er spricht mit österreichischem Akzent. Und er hat plötzlich das Gefühl, das ist ein Freund von mir.“

Lanz erzählt eine Episode aus Jean Amérys Werk, die er über Harald Welzers Buch kennt: Ein Widerstandskämpfer erkennt im österreichischen Dialekt eines SS-Manns ein Heimatgefühl und empfindet plötzlich Verbundenheit mit seinem Todfeind. Die Geschichte dient als eindringliches Beispiel dafür, wie tief Sprache und Dialekt als Heimatmarker wirken — selbst in lebensbedrohlichen Situationen.

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