Episoden von ZEIT Verbrechen
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Wie das Jugendamt den ahnungslosen Müllers ihr Kind entriss
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In Saarlouis lebt eine Bundeswehr-Offiziersfamilie ein unauffälliges Leben — Vater, Mutter, zwei Kinder, Einfamilienhaus. Dann wendet sich der Vater an Sabine Rückert, die damals regelmäßig Fälle recherchierte, in denen unschuldige Menschen ins Räderwerk der Strafjustiz gerieten. Es ist der Auftakt zu einer Geschichte, über die Rückert noch Jahre später mit echter Wut spricht.
Wie Stefan H. unschuldig in die Fänge der Justiz geriet
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Am Abend des 2. Oktober 2002 schläft Stefan H., ein junger Maschinenführer aus Deckendorf in Bayern, beim Champions-League-Spiel PSV Eindhoven gegen Borussia Dortmund ein — seine fünf Monate alte Tochter Laura im Arm. Als er aufwacht, liegt sie leblos auf dem Laminatboden. Was als möglicher plötzlicher Kindstod gilt und eine Obduktion nach sich zieht, wird zum Beginn eines Justizirrtums, der einen liebenden Vater in die Fänge der Ermittlungsbehörden treibt.
Warum Mediziner so oft Morde übersehen
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Wenn ein Mensch stirbt, muss in Deutschland ein Arzt zur Leichenschau — doch Gerichtsmediziner sprechen lieber von 'Leichenscheu': Immer wieder landen Tote mit Messerstichen oder Vergiftungsspuren auf dem Obduktionstisch, während im Totenschein 'natürlicher Tod' steht. Sabine Rückert nimmt als Aufhänger einen westfälischen Bauernhof, auf dem ein junger Mann seinen Vater wegen Körperverletzung anzeigte — und nebenbei erwähnte, dass dort zwei Jahre zuvor ein Freund tot auf dem Eis gefunden worden war.
Gib es endlich zu!
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Anknüpfend an die Folge über Serienmörder Otto Debisch dreht sich alles um das Geständnis — die Königin der Beweismittel. Sabine Rückert erklärt, wann Ermittler darauf angewiesen sind und wann nicht: Während Wirtschaftsstraftäter ihre Vergehen oft selbst per E-Mail dokumentieren, gibt es Fälle, die ohne Geständnis nicht lösbar sind. Als Beispiel dient ein erschütternder Fall vom Ostersonntag 2008, bei dem ein Mann einen sechs Kilogramm schweren Holzklotz von einer Autobahnbrücke warf und eine Frau tötete.
Mein Freund, der Serienmörder
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Hans-Jofs Jöris, blutjunger Praktikant bei der Mordkommission Mönchengladbach, wird zu einem der grausamsten Tatbilder seiner Karriere gerufen: In einem Abbruchhaus liegt die aufgeschnittene Leiche eines zwölfjährigen Jungen, Sohn eines britischen Besatzungssoldaten — der Täter hatte so gewütet, dass ihm das Messer abbrach. Sabine Rückert erzählt, wie aus diesem ersten Fall eine jahrelange, fast unheimliche Verbindung zwischen Jöris und dem Serienmörder entstand, die im ZEIT-Kriminalmagazin unter dem Titel 'Todfreunde' erschienen ist.
Warum lügen sie
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Eine Frau namens Jasmin B. schreibt nach 26 Jahren einen Brief an die Polizei: Sie habe als Kind mitangesehen, wie ihre Tante den vierjährigen Markus am Bahndamm erdrosselt hat — und habe geschwiegen, weil die Tante sie mit dem Tod bedrohte. Sabine Rückert schildert, wie Jasmins Aussage vor dem Landgericht Oldenburg so detailreich und überzeugend war, dass Ermittler und Richter kurz davor standen, einen 26 Jahre alten Cold Case für gelöst zu erklären.
Wie Frau L. ihren Mann umbringen ließ
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Valerie L. ließ ihren Mann erschießen — und Sabine Rückert, die den Fall damals für die Zeit aufschrieb, wollte genau das herausarbeiten: dass man als Leserin versteht, warum. Jahrelang war Valerie Opfer eines prügelnden, demütigenden Mannes, bevor sie den Ausweg wählte, der sie selbst zur Täterin machte. Den Rahmen setzt eine erschreckend nüchterne Statistik: Das eigene Zuhause ist der gefährlichste Ort der Welt — 80 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt sind Frauen.