Episoden von Alles gesagt?
125 Episoden · Seite 8 von 13
Jens Spahn, was werden wir uns alles verzeihen müssen
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Jens Spahn sitzt locker im Hemd im Wohnzimmerstudio und erklärt sich für ausrecherchiert — nach zwanzig Investigativ-Teams in der Pandemie-Zeit könne ihn nichts mehr schocken. Zwischen Bekenntnissen zu Kernenergie, Deutschlandflaggen und dem Satz, dass auch die Ökonomie Leben rette, zeigt sich ein CDU-Mann, der die Konfrontation sucht und das Wort *Call me opposition* als Selbstbeschreibung setzt.
Joachim Gauck, warum braucht Deutschland einen Bundespräsidenten
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Joachim Gauck spricht über seine Ankunft in Berlin-Schöneberg, das bayerische Viertel und seine bewusste Entscheidung, nicht nach Prenzlauer Berg zu ziehen, wo sich die Westdeutschen sammelten. Er schlägt einen Bogen zu den Folgen von 1989 und wundert sich über die depressive Stimmung im vereinten Deutschland, während er Menschen in der Ukraine und Estland als lebendiger erlebt. Zwischendrin blitzt seine Freude über einen Eisvogel an der Krummen Lanke auf — ein Tier, das er seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatte.
Armin Laschet, wie wären Sie heute als Kanzler
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Armin Laschet reflektiert über seinen verlorenen Kanzlerwahlkampf und die Rolle als Feindbild, die ihm selbst fremd geblieben ist. Er argumentiert, die Öffentlichkeit würde identische Aussagen und Entscheidungen bei Olaf Scholz völlig anders bewerten als bei ihm, und deutet an, irgendwann ein Buch über die Corona-Zeit schreiben zu wollen.
Christian Boros, was ist die Kunst des Bösen
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Christian Boros spricht über die Faszination des Bösen — von Bond-Schurken bis zu Putins missverstandener Bond-Rezeption — und darüber, warum Gesellschaften nur durch Regelbrüche vorankommen. Er erzählt Anekdoten über Thurn und Taxis, über zwei Koffer auf der Flucht nach Westdeutschland und über seine Ehe mit einer Frau, die er bis heute nicht versteht.
Olga Grjasnowa, verstehen Sie die Russen
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Die Schriftstellerin Olga Grjasnowa spricht über die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs, über ihre jüdische Identität als kulturelle Zugehörigkeit ohne Gläubigkeit und über die absurden Erfahrungen als Eingewanderte in Deutschland — etwa den Moment, als ihre Staatsbürgerschaft versehentlich aus dem Computer gelöscht wurde. Dabei bewegt sie sich mühelos zwischen politischer Analyse, persönlichen Anekdoten und der Frage, was Mehrsprachigkeit mit einem Menschen macht.
Kevin Kühnert, wie groß ist diese Zeitenwende
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Wiederholung eines Gesprächs vom März 2022, anlässlich Kevin Kühnerts Rücktritt als SPD-Generalsekretär im Oktober 2024. Kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine spricht der damalige SPD-Hoffnungsträger über Putin als Diktator, den Umgang mit Gerhard Schröder und die unbequeme Einsicht, dass manches Gräuel nur mit Gewalt zu beenden ist. Persönlich wird es, wenn Kühnert erzählt, wie er sich durch beschissene politische Jahre am Gedanken an den Sommer-Wanderurlaub festhält.
Maxim Biller, warum suchen Sie Streit
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Maxim Biller gibt sich von der ersten Sekunde als das, was er ist: ein brillanter Provokateur, der Streit nicht sucht, sondern Argumente durch Polemik schärft. Er spricht über jüdisches Schreiben in Deutschland, seine literarischen Fehden und die Frage, woher sein notorischer Mut kommt — und dreht sie elegant um. Aufgenommen unter Pandemie-Bedingungen in einem fremden Studio, beginnt das Gespräch mit so vielen Disclaimern und Seitenhieben, dass man kaum zur Literatur kommt.
Aline Abboud, wie war es, vor einem Krieg zu fliehen
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Aline Abboud erzählt, wie sie als Kind den Libanonkrieg 2006 erlebte — vom sorglosen Strandtag bis zum panischen Anruf der Großmutter und der chaotischen Flucht, bei der die deutsche Botschaft versagte. Die Tagesthemen-Moderatorin spricht über ihre drei Identitäten — libanesisch, ostdeutsch und die der Wiedervereinigung — und darüber, was es bedeutet, in einem Land aufzuwachsen, das sich über Nacht komplett verändert hat.
Günther Jauch, was bedeutet Ihnen Ihr Glaube
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Günther Jauch spricht über seinen katholischen Glauben, die Rolle der Kirche und warum er das Zölibat für falsch hält. Nebenbei erklärt er, warum Deutschland nicht zu einem großen Berlin werden sollte, und erinnert sich an legendäre Verhandlungsmomente, bei denen 30.000 Mark pro Sendung im Raum standen.
Thea Dorn, warum werden Sie durch die Pandemie religiös
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Thea Dorn plädiert dafür, angesichts der nächsten Corona-Wellen ernsthaft über eine Impfpflicht nachzudenken, und warnt davor, die Impfung als Allheilmittel zu verklären. Zwischen Überlegungen zu Religionsersatz in der Musik, Talkshow-Erfahrungen und Feng-Shui-Diskussionen über offene Türen zeigt sich die Schriftstellerin als streitbare Gesprächspartnerin, die auch mal astreine Kriegsführung im Fernsehstudio diagnostiziert.