Thea Dorn, warum werden Sie durch die Pandemie religiös
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Thea Dorn, Philosophin und Gastgeberin des Literarischen Quartetts, spricht über die Pandemie, Impfpflicht und warum die Impfung zwar ein mächtiges, aber kein Allheilmittel sei. Schon vor dem offiziellen Start entspinnt sich ein lebhafter Schlagabtausch über offene Türen, imaginäre Kopfhörer bei Sven Regener und die Frage, ob Musik ein Religionsersatz sein darf — ein Satz, der laut Dorn garantiert einen Shitstorm auslöst.
„Ich habe manchmal den Eindruck, wenn man in so eine Talkshow geht, sollten die einem am Anfang die Miranda Rights lesen. Alles, was ich sagen kann, gegen sie verwendet werden.“
Erwähnte Medien (86)
Das Literarische Quartett
Marcel Reich-Ranicki
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:00:00 „seit März 2020 Gastgeberin des Literarischen Quartetts“
Vorstellung von Thea Dorn als Gastgeberin der ZDF-Literatursendung
Star Wars
George Lucas
🗣 Thea Dorn erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:05:15 „Ah ne, ich habe alle möglichen. Also eine rundrum Star Wars. Mein Bruder war totaler Star Wars Fan, aber das ist ein paar Jahre her.“
Thea Dorn und Christoph Amend unterhalten sich über Tassen mit Star-Wars-Motiven. Thea Dorn erwähnt, dass ihr Bruder ein großer Star-Wars-Fan war, und sie selbst verschiedene Tassen mit Figuren wie Luke Skywalker und Sturmtroopers besitzt.
Star Wars
George Lucas
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 00:05:17 „Also eine rundrum Star Wars. Stapeltassen kann man auf Amazon zum Beispiel kaufen“
Thea Dorn erwähnt Star-Wars-Tassen, ihr Bruder war Fan der Filmreihe
Interview mit Alexander Kekulé
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 00:16:31 „Also ich habe heute ein langes Interview mit Kekulé zum Beispiel gelesen, das hat mich wahnsinnig deprimiert. Weil das ist einfach ziemlich deprimierend, dass der sagt, im Grunde war diese Riesenhoffnung, die ja auch einige Politiker lautstark vertreten haben, die Pandemie ist für die Geimpften vorbei. Das scheint einfach nicht zu stimmen.“
Im Kontext der Corona-Debatte berichtet Thea Dorn von einem aktuellen Interview mit dem Virologen Alexander Kekulé, das sie deprimiert habe. Kekulé sage darin, dass auch unvorsichtige Geimpfte ein Problem seien und die Pandemie für Geimpfte keineswegs vorbei sei.
Die Känguru-Chroniken
Marc-Uwe Kling
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:18:52 „Also was für ein Erbe, wie toll ist das denn? Aktueller Roman, auch die Publikationsliste, ich kann die jetzt nicht wiedergeben. [...] alle, die jetzt nur das Känguru und Grönemeyer kennen und hier so rein stolpern, mögen wissen, dass Thea, also erstens mal, die Frau hat einen Lebenslauf.“
Jochen Wegner leitet die ausführliche Vorstellung von Thea Dorn ein und erwähnt beiläufig das Känguru als populärkulturelle Referenz, die viele Hörer kennen dürften – im Kontrast zu Thea Dorns eher bildungsbürgerlichem Profil.
Der Ring des Nibelungen
Richard Wagner
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:19:19 „Ich habe gestern Abend und vorgestern Abend in der letzten Vorbereitung viel Parsifal und Ring- und Winterreise gehört.“
Als Teil seiner Vorbereitung auf das Gespräch mit Thea Dorn hat Jochen Wegner Wagners Ring-Zyklus gehört. Thea Dorns Leidenschaft für Wagner ist offenbar so bekannt, dass die Gastgeber sich musikalisch auf das Gespräch einstimmen.
Winterreise
Franz Schubert
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:19:19 „Ich habe gestern Abend und vorgestern Abend in der letzten Vorbereitung viel Parsifal und Ring- und Winterreise gehört.“
Neben Wagners Opern hat Jochen Wegner auch Schuberts Winterreise als Vorbereitung auf das Gespräch gehört. Der Liederzyklus wird zusammen mit den Wagner-Werken als Teil von Thea Dorns musikalischer Welt genannt.
Trostbriefe an Max
Thea Dorn
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:21:04 „Aktueller Roman, auch die Publikationsliste, ich kann die jetzt nicht wiedergeben. Trostbriefe an Max, darüber reden wir vielleicht später noch.“
Jochen Wegner stellt Thea Dorns aktuellen Roman vor und kündigt an, später im Gespräch darauf zurückzukommen. Das Buch wird als Teil ihrer beeindruckenden Publikationsliste erwähnt.
Pippi Langstrumpf
Astrid Lindgren
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 00:28:33 „Logischerweise hatte ich auch meine Pipi-Langstrumpf-Phase. Und wenn ich jahrelang Pipi-Langstrumpf bin, dann war er, ich weiß auch nicht, ich glaube, er war sogar Annika.“
Thea Dorn erzählt von ihrer Kindheit und den Rollenspielen mit ihrem Vater. Sie hatte eine ausgeprägte Pippi-Langstrumpf-Phase, in der sie die Figur verkörperte und ihr Vater mitspielen musste – vermutlich als Annika.
Dialektik der Aufklärung
Max Horkheimer / Theodor W. Adorno
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 00:30:50 „Nee, das war nur Dialektik der Aufklärung. Die negative Dialektik habe ich erst später gelesen.“
Jochen Wegner konfrontiert Thea Dorn mit einer Behauptung aus der ZEIT, sie habe als 18-Jährige die 'Negative Dialektik' auf der Terrasse gelesen. Dorn korrigiert: Es war die 'Dialektik der Aufklärung', das deutlich zugänglichere Werk – die 'Negative Dialektik' sei viel komplizierter und kam erst später.
Die kleine Raupe Nimmersatt
Eric Carle
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 00:33:12 „Also ganz, ganz wichtiges Buch. Das ist ja immer noch, glaube ich, ein mega seller Kleine Raupe Nimmersatt.“
Thea Dorn erzählt von den Büchern ihrer Kindheit, mit denen ihre Mutter sie früh gefördert hat. Die kleine Raupe Nimmersatt nennt sie als eines der ersten wichtigen Bücher, das sie als Kind bekommen hat.
Ein Krokodil verlässt den Nil
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 00:33:21 „Aber mein erster totaler Liebling war Ein Krokodil verlässt den Nil. Eine wunderschöne Geschichte von einem kleinen Krokodil, das wohnt bei Oma und Opa und findet es zu Hause irgendwann nicht mehr erträglich und dann geht es auf Abenteuerreise. Das war eine ganz tolle Geschichte, die konnte ich auswendig.“
Thea Dorn beschreibt ihr absolutes Lieblingsbuch als Kleinkind. Sie konnte die Geschichte auswendig und hat sie Gästen 'vorgelesen', obwohl sie noch gar nicht lesen konnte – was sie als prägende Kindheitserinnerung schildert.
Berliner Aufklärung
Thea Dorn
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:44:50 „Biografisch extrem wichtig ist, ich hatte es nicht auf dem Schirm, dass Sie mit Krimis angefangen haben. Und das erste Buch, was Sie veröffentlicht haben, 1994, war Berliner Aufklärung, war ein Krimi, der natürlich an einem philosophischen Institut in Berlin spielt.“
Jochen Wegner spricht Thea Dorns Debütroman an, einen Krimi, der an einem philosophischen Institut in Berlin spielt. Dies führt zu einem ausführlichen Gespräch darüber, warum Dorn ausgerechnet mit dem Krimi-Genre begann – als bewusste Abkehr von ihren großen literarischen Vorbildern und als Ventil für Aggressionen.
Werke von Edgar Wallace
Edgar Wallace
🗣 Thea Dorn erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:45:33 „Also bei einem meiner Großväter stand schon so Zeug im Regal, so irgendwelche Edgar Wallaces und Agatha Christies und ich glaube auch sogar ein paar Frau Heismiths, ein paar.“
Thea Dorn erzählt, dass sie keine ausgeprägte Krimi-Leserin war, aber im Regal ihres Großvaters Edgar Wallace, Agatha Christie und Patricia Highsmith fand. Sie erklärt den Hintergrund, warum sie trotzdem als Autorin mit Krimis begonnen hat.
Das Literarische Quartett
Marcel Reich-Ranicki
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:54:55 „Können wir das nochmal festhalten? Also das wissen vielleicht nicht alle. Das heißt, der Studentenwitz von 1994, wo kann man das, so haben sie es ja selber. Das ist immer noch Theodor Dorn, die heute das Literarische Quartett moderiert.“
Wegner fasst für die Hörer zusammen, dass Thea Dorns Pseudonym — ein Studentenwitz von 1994 als Anspielung auf Adorno — bis heute ihr offizieller Name ist, unter dem sie auch das Literarische Quartett im ZDF moderiert. Die Sendung wird als Orientierungspunkt für Dorns heutige Bekanntheit genannt.
Donna Summer (Debütalbum/Single)
Donna Summer
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:01:14 „Donna Summer hieß mit Nachnamen anders und kam, also amerikanische Musikerin, in den 70er Jahren nach München, weil sie für das Hair Musical verpflichtet wurde“
Christoph Amend erzählt die Namensgeschichte von Donna Summer als Anekdote über Künstlernamen
Hair
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:02:25 „Donna Summer hieß mit Nachnamen anders und kam, also amerikanische Musikerin, in den 70er Jahren nach München, weil sie für das Hair Musical verpflichtet wurde und verliebte sich in einen Österreicher.“
Christoph Amend erzählt als Anekdote die Entstehungsgeschichte von Donna Summers Künstlernamen. Das Musical 'Hair' wird dabei als der Grund genannt, warum die Sängerin in den 1970ern nach München kam, wo sie ihren österreichischen Ehemann kennenlernte und über Umwege zum Namen 'Summer' kam.
Die Hirnkönigin
Thea Dorn
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:03:22 „Lobend erwähnen wollte ich noch ein völlig blutrünstiges Buch der alten Theodor-Krimi-Autorin Die Hirnkönigin. Das ist wirklich schwer zu lesen, weil so schon ganz schön brutal.“
Jochen Wegner spricht Thea Dorns frühere Krimi-Karriere an und hebt ihren Roman 'Die Hirnkönigin' als besonders brutales, aber lobenswertes Werk hervor. Das Buch dient als Überleitung zur Frage, warum Dorn vom Krimi-Genre zum essayistischen Schreiben gewechselt hat.
Die neue F-Klasse
Thea Dorn
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:03:36 „Sehr viel Aufsehen erregt hat, zum Beispiel die neue F-Klasse, das war dann schon kein feministisches Buch, aber ein Buch mit Frauen, die was zu sagen haben. Wie würden Sie das heute umschreiben?“
Wegner beschreibt Dorns Wandlung von der Krimi-Autorin zur Essayistin und nennt 'Die neue F-Klasse' als Beispiel für ein Buch, das großes Aufsehen erregt hat. Dorn erklärt daraufhin, es sei ein Versuch der generationellen Selbstverständigung über Feminismus gewesen — Interviews mit Frauen ihrer Generation, die zwischen den 60ern und 70ern geboren wurden.
Die Welt von gestern. Erinnerungen eines Europäers
Stefan Zweig
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 01:07:03 „Ich habe gerade Stefan Zweig noch mal gelesen und musste so lachen, dass er über seine Kindheit erzählt, also die 18er, 80er, 90er, wo Frauen ja quasi bei Todesstrafe so ungefähr keine Hosen tragen durften und er sich darüber lustig macht, dass die Prüderie so weit ging, dass Frauen noch nicht mal das Wort Hose aussprechen durften, sondern mussten Beinkleider sagen.“
Thea Dorn erzählt, sie habe kürzlich Stefan Zweig erneut gelesen. Die Passage über die Prüderie des 19. Jahrhunderts — Frauen durften das Wort 'Hose' nicht aussprechen — dient ihr als historische Einordnung, warum 'die Hosen anhaben' einmal ein emanzipatorischer Ausdruck war. Gemeint ist sehr wahrscheinlich 'Die Welt von Gestern', Zweigs Autobiografie über seine Kindheit im Wien der 1880er/90er.
Tatort
ARD
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:08:10 „Und dann irgendwie auf mehreren Verschlüssen, Sie haben auch Tatorte geschrieben, das wusste ich nicht.“
Jochen Wegner erwähnt beiläufig, dass Thea Dorn Drehbücher für die Krimireihe Tatort geschrieben hat — zwei Folgen, wie Dorn bestätigt. Es dient als weiteres Beispiel für Dorns Vielseitigkeit zwischen Krimi-Genre und essayistischem Schreiben.
New York Times Trump-Dokumentation
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:29:04 „Es gab zum Beispiel, New York Times hat ja dokumentiert, wie oft sagt er eigentlich Unsinn und wo können wir sogar nachweisen, dass er es selber besser weiß. Das wäre dann eine Lüge. Gab es eine lange Doku.“
Jochen Wegner verweist auf eine umfangreiche Dokumentation der New York Times, die systematisch Trumps Falschaussagen und nachweisbare Lügen aufgelistet hat. Er nutzt das Beispiel, um die Parallele zwischen dem Vorwurf des Aktivismus an liberale Medien in den USA und ähnlichen Vorwürfen an deutsche Medien in der Corona-Berichterstattung zu ziehen.
Zeugen des Jahrhunderts
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 01:32:26 „das ist mir sehr klar geworden, als ich dieses lange, lange Interview mit ihm für Zeugen des Jahrhunderts gemacht habe fürs ZDF. Da hat er wirklich kein Bewusstsein von, dass er relativ bald ein erheblicher Einflussfaktor geworden ist.“
Thea Dorn berichtet von ihrem ausführlichen ZDF-Interview mit Walser für die Reihe 'Zeugen des Jahrhunderts'. Dabei sei ihr aufgefallen, dass Walser sich trotz seines Einflusses weiterhin als kleiner Bub vom Bodensee inszeniert.
Coronavirus-Update
Christian Drosten / NDR
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 01:47:07 „Also ich finde das zum Beispiel bei Drosten immer, das ist wirklich, da kann man das sehr genau zeigen. Wenn man dem Mann in seinem Podcast zuhört, ist das fast immer vorbildlich differenziert, abwägend unter Unsicherheitsvorbehalt gestellt.“
Thea Dorn nutzt Drostens Podcast als Beispiel für vorbildliche Wissenschaftskommunikation. Sie kontrastiert die differenzierte, abwägende Art im Podcast mit der Verkürzung und Zuspitzung, die entsteht, wenn seine Aussagen von Nachrichtenagenturen zu Schlagzeilen verdichtet werden. Der Podcast wird mehrfach als positives Gegenbeispiel zur medialen Vereinfachung herangezogen.
Spiegel-Interview mit Christian Drosten
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 01:47:23 „Also gab diese legendäre Geschichte ja mit dem großen Spiegel-Interview im Sommer, wo er irgendwie sagte, wie viele Tote verhindert worden sind. Da hatte er einen großen Range von 50.000 bis 100.000 genannt. Die DPA, also die Meldung macht da nur noch 100.000 draus, also weil es die krassere Zahl ist.“
Thea Dorn nennt ein konkretes Spiegel-Interview mit Drosten als Beispiel dafür, wie Medien wissenschaftliche Aussagen verzerren. Drosten hatte darin eine Spanne von 50.000 bis 100.000 verhinderten Toten genannt, die DPA-Meldung machte daraus nur die höhere Zahl — ein Paradebeispiel für die problematische Verdichtung, die im Gespräch diskutiert wird.
Karlsson vom Dach
Astrid Lindgren
🗣 Thea Dorn erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:00:47 „Also Lauterbach klingt immer irgendwie wie so, also hat zwar dieses gemütliche Kölsch drauf, aber bei dem hat man immer den Eindruck, der schwebt, der surrt so Karlsson auf dem Dach mäßig mit so einem Propeller einen Meter unter der Decke.“
Thea Dorn vergleicht Karl Lauterbachs öffentliches Auftreten mit der Kinderbuchfigur Karlsson vom Dach, um den Kontrast zu Drostens ruhigerer Art zu illustrieren. Lauterbach wirke trotz seines gemütlichen Kölsch-Dialekts immer aufgedreht und schwebend — wie Lindgrens Figur mit dem Propeller auf dem Rücken.
Hart aber fair
Louis Klamroth
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 02:03:53 „Also ich muss sagen, ich war relativ überrascht, um nicht zu sagen irritiert, wie zum Beispiel aus einer, dieser Auftritt von Svenja Flaschpöhler, Chefredakteurin Philosophie Magazin. Also ich fand diesen Auftritt, bei Plasberg war es in der Sendung von ihr, nicht schockierend, also ich finde, sie hat nichts gemacht, was nicht einer Philosophin zu Gesicht steht.“
Thea Dorn verteidigt den Auftritt der Philosophin Svenja Flasspöhler bei Frank Plasbergs Sendung, der in Medien heftig kritisiert wurde. Sie sieht darin ein Beispiel für die problematische Tendenz, Diskursteilnehmern die Kompetenz abzusprechen, und nutzt den Fall als Beleg für den vergifteten öffentlichen Diskurs.
Club 2
ORF
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 02:18:26 „das legendäre war ja Club 2 ORF. Habe ich gerade neulich wieder angefangen zu gucken“
Thea Dorn empfiehlt die legendäre ORF-Talkshow Club 2 als Vorbild für offene Diskussionsformate, insbesondere eine Folge mit Dutschke und Cohn-Bendit
Club 2
ORF
🗣 Thea Dorn empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:19:19 „Aber diese legendäre Sendung, ich glaube, die muss von kurz vor Dutschkes Tod, wo Cohn-Bendit und Dutschke sitzen und der Walgen von Springer und Sontheimer. [...] Das ging, glaube ich, auch so drei, also es ist auch eine Open-End-Sendung gewesen.“
Thea Dorn empfiehlt eine konkrete Folge der legendären ORF-Talkshow Club 2, in der Rudi Dutschke und Daniel Cohn-Bendit mit Matthias Walden (Springer) und Sontheimer diskutierten. Sie nennt dieses Format als Gegenbeispiel zu heutigen Talkshows und als Vorbild für echten offenen Diskurs. Die Folge sei auf YouTube verfügbar und sie könne sie sehr empfehlen.
Morality as a System of Hypothetical Imperatives
Philippa Foot
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 02:24:24 „Das ist so ein relativ berühmter Text, das von einer, ich glaube, britische Philosophin ist, die Philippa Foote, ob das eine sinnvolle Sicht aufs Leben oder was das als Lebenssicht bedeutet, wenn man davon ausgeht, dass ein moralisches Kriterium immer das ausschlaggebende ist.“
Thea Dorn erinnert sich an ihr Seminar 'Tragische Dilemmata, moralische Konflikte' in den 90er Jahren und erwähnt einen berühmten Text der britischen Philosophin Philippa Foot. Der Text stellt die Frage, ob moralische Kriterien immer die ausschlaggebenden sein müssen oder ob es Kontexte gibt, in denen andere Wertsphären wie Ästhetik oder Lebensreichtum Vorrang haben können. Der genaue Titel wird nicht genannt.
Also sprach Zarathustra
Friedrich Nietzsche
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 02:25:53 „Also wenn man jetzt eben meinetwegen sowas wie das notorische Zarathustra von Nietzsche nimmt, diese Verachtung, die letzten Menschen, die nur es warm haben wollen, das Wort Lieferkette kommt nicht vor, aber im Grunde hätte er schreiben können, das Einzige, was sie interessiert, ist, dass die Lieferketten nicht abreißen und dass es ihnen jemand warm und sicher macht.“
Thea Dorn nutzt Nietzsches Zarathustra als Beispiel dafür, wie provokant philosophische Positionen sein können und warum sie in heutigen Talkshows nicht mehr möglich wären. Sie paraphrasiert Nietzsches Verachtung der 'letzten Menschen' und überträgt sie ironisch auf die Gegenwart, um zu zeigen, dass solch radikales Denken heute sofort als 'Querdenker'-Position abgestempelt würde.
Trost
Thea Dorn
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:28:47 „Können wir mal kurz konkret abbiegen, weil wenn wir gerade bei diesen Themen sind, angewandte Ethik, Ihr neues Buch Trost. Da geht es ja um solche Abwägungen von Rechten und Gütern und was ist sozusagen das höchste Gut in welchen Situationen.“
Jochen Wegner leitet zu Thea Dorns neuem Buch über, das sich mit angewandter Ethik und der Frage beschäftigt, ob die Rettung von Menschenleben immer das höchste Gut sein muss. Ursprünglich als Essay geplant, wurde es schließlich ein Roman. Thea Dorn korrigiert Wegners Darstellung und erzählt, dass ein Text auf Zeit Online die Keimzelle war.
Essay über das Sterben in der Pandemie
Thea Dorn
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 02:34:19 „Und dann hatte ich ja eben über dieses Entsetzen gewissermaßen von mir ein Essay für Zeit Online geschrieben, das muss so um Ostern rum gewesen sein, 2020.“
Thea Dorn beschreibt einen Essay für Zeit Online als Ausgangspunkt für ihr späteres Buch. Der Essay entstand aus ihrem Entsetzen darüber, dass Menschen während der Pandemie allein in Krankenhäusern sterben mussten. Der genaue Titel wird nicht genannt.
Die Unglückseligen
Thea Dorn
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 02:34:46 „Ich sagte im Prinzip gern, weil das Thema treibt mich ja letztlich schon viel, viel länger um, schon seit meinem Roman davor, »Die Unglückseligen«, wo aber anderes Thema, vielleicht für später.“
Thea Dorn erwähnt ihren vorherigen Roman als Beleg dafür, dass die Themen Sterblichkeit und Endlichkeit sie schon vor der Pandemie beschäftigt haben. Der Roman wird nur kurz gestreift, um die thematische Kontinuität in ihrem Werk zu zeigen.
Deutsches Wörterbuch
Jacob und Wilhelm Grimm
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 02:41:27 „Also ich lasse diese Johanna in dem Roman dann auch mal ins Grimmsche Wörterbuch gucken, die Dame ist Feuilleton-Redakteurin, wo sie feststellt, dass im Deutschen das Wort Trost kommt von Trutz, von Trauen.“
Das Grimmsche Wörterbuch wird als Requisit im Roman erwähnt: Die Protagonistin Johanna schlägt darin das Wort 'Trost' nach und entdeckt die etymologische Verwandtschaft mit Begriffen wie Festigkeit und Halt — eine Erkenntnis, die im Roman den Wendepunkt einleitet.
Trostschriften (Consolationes)
Seneca
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 02:44:28 „Ich bin so, also da ging es mir wie der Johann Altenburg, ich bin so wütend geworden, als ich die gelesen habe. Also wo ich wirklich dachte, wer solche Trostpost bekommt, der braucht gar keine Post mehr.“
Thea Dorns Verleger hatte im Lockdown begonnen, Seneca zu lesen, und schlug ihr vor, moderne Trostbriefe nach Senecas Vorbild zu schreiben. Dorn lehnt Senecas Ansatz emotional ab — sie findet seine Trostbriefe eher empörend als tröstlich, was ihre Romanfigur Johanna spiegelt.
Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium)
Seneca
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:44:56 „Ja, Seneca kann man alle paar Jahre mal... Ich lese die jetzt nicht, um Trost zu finden, sondern um mir die Philosophie wieder vor Augen zu rufen, die ja sozusagen eine ist, die geeignet ist, in diesen Zeiten zurechtzukommen.“
Jochen Wegner erwähnt die Briefe an Lucilius als Lektüre, die er regelmäßig wiederliest. Er betont, dass er sie nicht als Trostquelle, sondern als philosophische Orientierungshilfe nutzt — was eine Diskussion darüber auslöst, ob das nicht doch eine Form von Trost sei.
Min Kamp (Mein Kampf)
Karl Ove Knausgård
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:47:37 „Knausgart schon. — Ich hab gesagt, gute Autoren. — Okay, wir fangen jetzt keinen Streit über Herrn Knausgart an.“
Als Thea Dorn behauptet, gute Autoren schrieben niemals eins zu eins über sich selbst, wirft Jochen Wegner Karl Ove Knausgård als Gegenbeispiel ein. Dorn kontert spitz, sie habe von 'guten Autoren' gesprochen — ein Seitenhieb, der für kurze Heiterkeit sorgt, bevor das Thema fallengelassen wird.
Werke Friedrich Nietzsches
Friedrich Nietzsche
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 02:50:49 „Ich war immer eine, die gesagt hat, Nietzsche-Leserin, ganz dreckig gesagt, Religion ist was für Loser. Der stolze, freie Mensch... Naja, also haben wir unser Nietzsche gelesen, ja oder nein? Und wie dumm diese Haltung ist.“
Thea Dorn beschreibt ihre frühere Haltung als Nietzsche-Leserin, die Religion als Schwäche betrachtete. Im Rückblick erkennt sie diese Arroganz als Fehler — die Pandemie habe ihr gezeigt, dass der stolze, säkulare Mensch ohne metaphysischen Halt in existenzielle Trostlosigkeit gerät.
Gedenkrede für die Toten der Pandemie
Frank-Walter Steinmeier
🗣 Thea Dorn empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:11:36 „Ich finde zum Beispiel, dass er diese Rede, die er gehalten hat bei dem Gedenktag für sämtliche, also eben nicht nur die Corona-Toten, sondern alle, die in diesem Jahr gestorben sind, ich finde, dass er da ziemlich gute Rhetorik gefunden hat.“
Thea Dorn vergleicht die rhetorischen Fähigkeiten von Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Steinmeier in der Pandemie. Während sie Merkels Kommunikation als wenig überzeugend empfindet, lobt sie Steinmeiers Gedenkrede als gelungen – er habe es geschafft, der Bevölkerung zu vermitteln, dass man sich in einer Tragödie befinde, und dabei auch etwas Tröstendes zu finden.
Magic Cleaning
Marie Kondo
🗣 Thea Dorn erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:31:55 „Kondo, das sind die Aufräumer, oder? Messi oder Kondo? Ja, Verständnisfrage. Kondo sind die, die mit diesem Hilfebuch die Wohnung aufgeräumt haben.“
Im A-oder-B-Spiel bei der Frage 'Messi oder Kondo' fragt Thea Dorn nach und identifiziert Kondo als die Aufräum-Autorin mit dem Hilfebuch. Sie entscheidet sich für Kondo.
Ein springender Brunnen
Martin Walser · 1998
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:33:07 „Ein fliehendes Pferd oder ein springender Brunnen? Springender Brunnen.“
Im A-oder-B-Spiel stellt Wegner die beiden Walser-Romantitel gegeneinander. Thea Dorn wählt ohne Zögern 'Ein springender Brunnen', Walsers autobiografisch geprägten Roman über seine Kindheit am Bodensee.
Die Brüder Löwenherz
Astrid Lindgren
🗣 Thea Dorn erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:34:16 „Löwenherz oder Karlsson? Löwenherz.“
Im A-oder-B-Spiel wählt Thea Dorn Die Brüder Löwenherz gegenüber Karlsson vom Dach – beides Astrid-Lindgren-Klassiker.
Finks Krieg
Martin Walser
🗣 Thea Dorn erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:36:26 „Oder Finkskrieg, also das sind, also“
Thea Dorn zählt Finks Krieg unter Walsers bemerkenswerte Werke
Ehen in Philippsburg
Martin Walser
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 03:37:21 „Er ist erstmal schon ein verdammt genauer Chronist der Bundesrepublik. Also wenn man das ab Ehen in Philipsburg liest.“
Thea Dorn erklärt, warum sie Martin Walser für den größeren Literaten als Enzensberger hält. Sie beschreibt sein Werk als präzise Chronik der Bundesrepublik und nennt diesen frühen Roman als Ausgangspunkt seiner literarischen Zeitdiagnose.
Tod eines Kritikers
Martin Walser
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:38:30 „Wie fanden Sie Tod eines Kritikers? Ah, ja. Dünnes Eis.“
Thea Dorn bezeichnet das Buch als nicht Walsers bestes, es gehöre eher zur Rubrik offene Rechnung des Trotzschädels
Tod eines Kritikers
Martin Walser
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 03:39:22 „Wie fanden Sie Tod eines Kritikers? Das ist garantiert nicht sein bestes Buch. Garantiert nicht. Das gehört eher in die Rubrik offene Rechnung Trotzschädel.“
Christoph Amend fragt gezielt nach diesem kontroversen Roman, der das Zerwürfnis zwischen Walser und Marcel Reich-Ranicki literarisch verarbeitete. Thea Dorn ordnet das Buch als persönliche Abrechnung ein und attestiert Walser ein 'Trotzschädelproblem', räumt aber ein, dass er das wohl selbst wisse.
Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede
Martin Walser
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 03:41:03 „in dem Interview, in dem Gespräch mit Bubis nach der Paulskirchenrede, wo Schirrmacher, ich weiß nicht, entweder mit der ehrlichen Absicht, hier eher zu deeskalieren oder in der geheimen Hoffnung, dass wir ordentlich eskalieren.“
Thea Dorn analysiert die Folgen von Martin Walsers berüchtigter Friedenspreisrede 1998 in der Paulskirche, in der er die 'Instrumentalisierung' von Auschwitz beklagte. Das anschließende Gespräch mit Ignatz Bubis, das Schirrmacher arrangierte, eskalierte zum eigentlichen Skandal.
Martin Walser: Eine Biografie
Jörg Magenau
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 03:42:58 „Also dieses Bild, dass er von sich selbst gezeichnet hat. Aber, in der Maggenau-Biografie über ihn ist dann auch ein Foto aus der Zeit, den quasi gelacktesten, elegantesten Anzug trägt, der kleine Martin Walser.“
Thea Dorn widerlegt Walsers Selbstbild als ewig benachteiligtes Kohlenkellerkind mit einem Foto aus der Magenau-Biografie, das den jungen Walser im eleganten Anzug zeigt – ein Beleg für seinen blinden Fleck bezüglich der eigenen Stellung.
Der Müll, die Stadt und der Tod
Rainer Werner Fassbinder
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 03:43:21 „weil er sah da das kohlenschaufelnde, so das Kohlenkellerkind und da sieht er den Immobilienspekulant, also im Grunde das Ding, in das ja auch Fassbinder mit seinem Stück Müll statt Tod bei Bubis reingedappt ist.“
Thea Dorn zieht eine Parallele zwischen Walsers blindem Fleck im Umgang mit Ignatz Bubis und Fassbinders umstrittenem Theaterstück, das wegen antisemitischer Stereotype skandalisiert wurde. Beide, so ihre Analyse, seien in dieselbe Falle getappt.
Jenseits der Liebe
Martin Walser
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 03:44:12 „Mit dem Roman Jenseits der Liebe, das war vor dem Riesenerfolg Fliehendes Pferd, hatte Walser einen Roman Jenseits der Liebe geschrieben und den hat Ranitzky sehr, sehr unflätig verrissen.“
Thea Dorn rekonstruiert den Ursprung der Feindschaft zwischen Walser und Reich-Ranicki. Dieser Roman war der Auslöser: Ranickis Verriss unter dem Titel 'Jenseits der Literatur' war so verletzend, dass er einem Autor die Existenzberechtigung im Literaturbetrieb absprach.
Ein fliehendes Pferd
Martin Walser
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 03:44:49 „Dann hat aber Hanetzky sich bei fliehendem Pferd paradoxerweise was erlaubt, wo ich sage, das ist eigentlich die eigentliche, denn das ist wirklich eine Autorenbeleidigung und eine Anmaßungsgeste, dass er dann gesagt hat, fliehendes Pferd ist der beste Walser überhaupt.“
Thea Dorn schildert die Eskalation des Walser-Ranicki-Konflikts: Nach dem Verriss von 'Jenseits der Liebe' bejubelte Ranicki diesen Folgeroman – beanspruchte aber, Walsers Qualität durch seine harte Kritik erst erzwungen zu haben. Dorn nennt das eine 'Machtanmaßung' des Kritikers.
Ein weites Feld
Günter Grass
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:47:21 „Als Marcel Reich-Ranitzky ein Buch von Günter Grass verrissen hat, war dieser Verriss Titelthema des Spiegel.“
Christoph Amend erinnert an den berühmten Spiegel-Titel, auf dem Reich-Ranicki den Grass-Roman zerriss – als Beleg dafür, welche enorme öffentliche Wirkung ein einzelner Literaturverriss früher haben konnte. Das Buch wird nicht namentlich genannt, ist aber als 'Ein weites Feld' identifizierbar.
Lesen!
Elke Heidenreich
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 03:49:55 „Die letzte, bei der das noch so irgendwie funktioniert hat mit so Gewalt, also im Alleingang solche Auflagen kreieren, war Elke Heidenreich. In Lesen hat das noch mal so auf einem niedrigeren Niveau, aber immer noch sehr messbar funktioniert.“
Thea Dorn ordnet Elke Heidenreichs TV-Sendung 'Lesen!' als letzte Literatursendung ein, die im Alleingang relevante Buchauflagen generieren konnte – wenn auch auf niedrigerem Niveau als Reich-Ranickis Quartett. Sie nutzt das als Beleg für den Bedeutungsverlust der Literaturkritik.
Deutschland keine Denker
Thea Dorn
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:53:49 „Sie haben mal ein Essay geschrieben, ich fürchte im Spiegel, diesem hervorragenden Magazin aus Hamburg, Deutschland keine Denker. Ja, und da steht sowas wie, wenn ich das jetzt richtig mir rausgeschrieben habe, ich erinnere mich noch, es ging auch um das Alter dieser Denker.“
Jochen Wegner bringt einen Essay von Thea Dorn aus dem Jahr 2008 im Spiegel zur Sprache, in dem sie das Fehlen junger öffentlicher Intellektueller in Deutschland beklagt. Dorn relativiert den Text heute – sie sieht inzwischen eine Nachwuchsgeneration mit Figuren wie Reckwitz, Hartmut Rosa und Svenja Flaßpöhler.
Lesenswert
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 04:02:40 „Das hieß erst Literatur im Foyer und dann hieß es, glaube ich, Lesenswert. Ja, ich glaube, das waren die beiden Titel.“
Der zweite Name der SWR-Büchersendung, die Thea Dorn moderierte. Sie beschreibt, wie das ursprünglich puristische Gesprächsformat nach und nach mit Einspielern und Filmchen zu einem Magazinformat umgebaut wurde, was sie als Verschlechterung empfand.
Brandung
Martin Walser
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 04:07:44 „Also ich finde auch Brandung ein ganz tolles Buch.“
Im Kontext ihrer Würdigung von Walsers Gesamtwerk hebt Thea Dorn diesen Roman besonders hervor. Sie benennt ihn neben Ehen in Philippsburg als eines seiner herausragenden Werke.
Zwischen Saison
Andrea Petkovic
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:08:44 „Das war die mit Lisa Eckhardt. Ulrich Mattes war da noch dabei. Und eine Tennisspielerin, die auch ... Frau Petkovic, Andrea Petkovic. Eine literaturbloggende, schreibende Tennisspielerin. Tolles Buch geschrieben.“
Jochen Wegner erwähnt eine Quartett-Sendung mit Andrea Petkovic und lobt deren Buch. Er beschreibt die ehemalige Tennisspielerin als schreibende, literaturbloggende Persönlichkeit. Der genaue Titel wird nicht genannt, es handelt sich vermutlich um ihr Buch 'Zwischen Saison'.
3 nach 9
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 04:23:14 „Ich hatte eine ganz andere Sorge, wenn die ins Quartett kommt. Und nachdem ich ihren Auftritt bei 3 nach 9 gesehen hatte, wo Giovanni Di Lorenzo sie befragt, da hat eine vernünftige Frau geredet, die natürlich anders redet als in dieser Kunstfigur.“
Thea Dorn erklärt, wie sie sich auf die Einladung von Lisa Eckhart ins Literarische Quartett vorbereitet hat. Sie beschreibt, dass sie sich bewusst Eckharts Auftritt in der NDR-Talkshow '3 nach 9' angeschaut habe, um zu prüfen, ob Eckhart auch außerhalb ihrer Bühnenfigur vernünftig diskutieren kann. Der Auftritt habe sie überzeugt, dass die Einladung vertretbar sei.
Interview mit Inge Jens
Malte Henk / Moritz Eislinger
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:53:10 „Es gibt ein ganz tolles Interview mit Inge Jens. Das kürzlich im Zeit-Dossier erschienen ist, Malte Henck, Grüße gehen raus und Moritz Eislinger“
Jochen Wegner empfiehlt ein Interview über Inge Jens und die Pflege ihres dementen Mannes Walter Jens
Interview mit Inge Jens (Zeit-Dossier)
Malte Henck, Moritz Eislinger
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:54:28 „Es gibt ein ganz tolles Interview mit Inge Jens. Das kürzlich im Zeit-Dossier erschienen ist, Malte Henck, Grüße gehen raus und Moritz Eislinger, ebenfalls Grüße haben das geführt. Ja, sehr toller Text. Auch um diese ganze Zeit geht, wo sie das nochmal reflektiert.“
Nach dem Gespräch über Walter Jens, der trotz seiner früheren Plädoyers für Sterbehilfe selbst viele Jahre mit Demenz lebte und von seiner Frau Inge Jens gepflegt wurde, empfiehlt Jochen Wegner ein aktuelles Interview mit Inge Jens im Zeit-Dossier. In dem Text reflektiert sie diese Zeit noch einmal. Sowohl Wegner als auch Thea Dorn bezeichnen das Interview als sehr toll.
Erstes Buch von Jasmina Kuhnke
Jasmina Kuhnke
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:59:09 „Eine schwarze Autorin, ich glaube, die auch ihr erstes Buch vorgestellt hätte auf der Buchmesse, sagte, ich komme nicht, weil ein kleiner rechtsradikaler Verlag in Halle 3.1, wenn ich das richtig im Kopf habe, direkt neben der Bühne, wo ich auftreten soll, ist.“
Jochen Wegner leitet eine Diskussion über den Eklat auf der Frankfurter Buchmesse ein. Jasmina Kuhnke, eine schwarze Autorin, hatte angekündigt, nicht zur Buchmesse zu kommen, weil ein rechtsradikaler Verlag direkt neben ihrer Auftrittsbühne platziert war. Das Buch selbst wird nicht namentlich genannt, sondern nur als Kontext der Buchmesse-Debatte erwähnt.
Die deutsche Seele
Thea Dorn, Richard Wagner
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 05:20:25 „Sie haben ja vor ungefähr 20 Jahren angefangen, sich intensiv mit Deutschland zu beschäftigen. Zumindest in Büchern“
Christoph Amend spricht Thea Dorns Buch über deutsche Identität an, das sie mit dem Schriftsteller Richard Wagner geschrieben hat
Deutschland und die Deutschen
Thomas Mann
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 05:26:46 „Also da, finde ich, war der musikalisch feinste und analytisch klügste gleichzeitig Thomas Mann, der das sehr, sehr gut beschrieben hat. Also in seiner berühmten Rede, die er 1945 gehalten hat in der Library of Congress, da war er schon amerikanischer Staatsbürger.“
Thea Dorn zieht Thomas Manns berühmte Rede von 1945 heran, um die Ambivalenz deutscher Kulturzüge zu erklären. Mann beschreibt darin, wie dem Deutschen das Beste durch 'Teufelsliste' in sein Gegenteil umschlägt – ein Gedanke, den Dorn auf die Diskussion über Naturliebe, Ordnungswahn und deren gefährliche Kippmomente anwendet.
Doktor Faustus
Thomas Mann
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 05:27:35 „Also da saß er gleichzeitig an seinem Dr. Faustus, deshalb kommt da die Metapher der Teufelsliste ins Spiel. Dass er eben sagt, man kann halt nicht so klar sortieren, hier sind die guten deutschen Tugenden, also da sind die harmlosen Züge des Deutschen.“
Thea Dorn erwähnt, dass Thomas Mann parallel zur Rede 'Deutschland und die Deutschen' am 'Doktor Faustus' arbeitete. Die Faustus-Metapher der Teufelsliste fließt in die Rede ein – beide Werke kreisen um die Frage, wie deutsche Tugenden in ihr Gegenteil umschlagen können.
Die deutsche Seele
Thea Dorn, Richard Wagner
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:39:52 „Das Buch heißt übrigens »Die deutsche Seele«. Was total lustig ist, es ist eben nicht sehr Meta und ich wollte nochmal sehr viel dieses Buch werben, weil es eben springt zwischen diesen kleinen Beobachtungen und den überwölbenden Kapiteln.“
Jochen Wegner nennt den Titel des Buchs, über das Thea Dorn und Christoph Amend bereits ausführlich sprechen. Das 550-Seiten-Werk verfolgt historische Fährten deutscher Kulturgeschichte – vom Verhältnis zum Wald über den Kindergarten bis zur Musik als Religionsersatz. Wegner hebt hervor, wie das Buch zwischen kleinen Alltagsbeobachtungen wie dem deutschen Abendbrot und großen kulturphilosophischen Kapiteln springt.
Werke von Stefan Zweig
Stefan Zweig
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 05:43:02 „Kommt Stefan Zweig vor, den ich immer so ein bisschen weggeschnöselt hatte, weil ich dachte so, ah, das ist so der, den die Schwiegermütter so irgendwie flauschig finden. Und das ist natürlich völliger Unsinn, das ist total brillant. Also wo ich sehr froh war, dass ich über das Quartett jetzt gezwungen war oder mir selber einen Zwang geschaffen habe.“
Thea Dorn erzählt von ihrer Neuentdeckung Stefan Zweigs durch das Literarische Quartett. Sie hatte ihn früher mit jugendlicher Arroganz als Schwiegermutter-Literatur abgetan, musste aber bei gründlicher Relektüre feststellen, dass sein Werk brillant ist. Für sie ein Beispiel dafür, wie Neugier und das Quartett sie dazu bringen, Vorurteile zu revidieren.
Artikel zur Döpfner-SMS-Debatte
Thea Dorn
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:53:03 „Und ich frage es nur deswegen, weil Sie dazu auch was geschrieben haben in einer Wochenzeitung.“
Jochen Wegner spricht Thea Dorn auf einen Artikel an, den sie in der ZEIT veröffentlicht hat und in dem sie sich vehement dagegen aussprach, dass aus privaten Nachrichten (der Döpfner-SMS) zitiert und daraus weitreichende Schlüsse gezogen werden. Der Artikel war der Auslöser für die anschließende ausführliche Debatte im Podcast.
New York Times-Kolumne über Julian Reichelt und Matthias Döpfner
Ben Smith
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:54:56 „Und dann gab es einen sehr langen Text in der New York Times von Ben Smith, dem Medienkolumnist in der New York Times, der das nochmal aufgerollt hat, offensichtlich viele neue Quellen hatte, wie sich dann später herausstellte, einige davon aus einem Rechercheteam der Ippen-Gruppe.“
Jochen Wegner rekonstruiert den Fall Julian Reichelt und beschreibt die Schlüsselrolle von Ben Smiths Kolumne in der New York Times, die den Fall neu aufrollte und zur Entlassung Reichelts führte. Besonders der Teil über Matthias Döpfner und dessen private SMS löste eine breite öffentliche Debatte aus. Wegner legt offen, dass er Ben Smith selbst interviewt hat.
Aggressive Mimosen
Thea Dorn
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 06:32:37 „Eines dieser Essays von Ihnen, das zu wirklich viel Widerspruch geführt hat, war über Diskriminierung, das ist noch nicht so lange her, das war so 2019. Da ging es um die dauerbeleidigte Gesellschaft, war so ein Begriff aus dem Beitrag.“
Jochen Wegner spricht Thea Dorn auf einen ihrer kontroversesten Essays an, erschienen um 2019, in dem sie unter dem Stichwort 'aggressive Mimosen' bzw. 'die dauerbeleidigte Gesellschaft' dafür warb, nach den großen Emanzipationsfortschritten innezuhalten und die Gesamtgesellschaft nicht durch übermäßige Empfindlichkeit zu spalten. Thea Dorn berichtet, dass sie dafür massenhaft freundliche Mails bekommen habe.
Gespräch über Tempo, Revolution und Entschleunigung
Heiner Müller / Alexander Kluge
🗣 Thea Dorn empfiehlt aktiv bei ⏱ 06:55:09 „Es gibt ein sehr interessantes Gespräch, das hat Heiner Müller relativ kurz vor seinem Tod noch mit Alexander Kluge geführt, wo sie über Tempo, über Revolution und Entschleunigung nachkommt.“
Thea Dorn empfiehlt ein Gespräch zwischen dem Dramatiker Heiner Müller und dem Filmemacher Alexander Kluge, vermutlich aus einem von Kluges DCTP-Fernsehformaten. Es geht darin um Phasen der gesellschaftlichen Beschleunigung und die Schwierigkeit, aus einer revolutionär beschleunigten Phase wieder in eine Entschleunigung zu finden – ein Thema, das sie als 'ziemlich einleuchtende Beobachtung' würdigt.
Faster
James Gleick
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 06:57:14 „Da gab es ja dieses fantastische Buch, wie hieß das, von James Gleick, Faster. Der hat das da sehr gut beschrieben.“
Im Gespräch über die gefühlte Beschleunigung der Gesellschaft erwähnt Christoph Amend das Buch als Beleg dafür, dass das Gefühl, in der beschleunigtsten Phase aller Zeiten zu leben, schon seit mindestens 100 Jahren existiert. Er bezeichnet es als 'fantastisch' und verbindet es mit dem Begriff der 'nervösen Gesellschaft'.
Mehr Diktatur wagen
Thomas Brussig
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 07:01:39 „Also ich erinnere mich mit Entsetzen an einen Artikel, den der Kollege Thomas Brussig in der Süddeutschen Zeitung hatte, mit dem Titel 'Mehr Diktatur wagen', was ich, also wenn ich den Preis für den Untitel des Jahres verleihen durfte, ginge der mit 'Glückwunsch nach Berlin und München'.“
Im Kontext einer Diskussion über die Frage, ob Diktaturen besser mit der Pandemie umgehen könnten, erinnert Thea Dorn sich mit Entsetzen an Thomas Brussigs Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Sie kritisiert den Titel als geschmacklose Verunglimpfung von Willy Brandts berühmtem Ausspruch 'Mehr Demokratie wagen'.
Der Staat (Politeia)
Platon
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 07:05:37 „Also ich halte Platon schon für einen Proto-Totalitären, der wollte so einen Staat. Also das, was der mit dem Philosophenstaat meint, also der muss offensichtlich, also auch zum Thema kommt es nichts Neues unter der Sonne. Da war jemand, der hat vor über 2000 Jahren deutlich über 2000 Jahren schon den Eindruck gehabt, das mit dieser Demokratie in Athen, so wie ich es erlebe, das funktioniert auch nicht.“
Im Kontext der Diskussion über Expertokratie und die Frage, ob Demokratie noch funktioniert, verweist Thea Dorn auf Platons Philosophenstaat. Sie sieht in Platons Idee, dass nur die Weisen regieren sollten, einen proto-totalitären Ansatz und zieht Parallelen zur heutigen Debatte über die Grenzen demokratischer Entscheidungsfindung.
Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch
Francis Fukuyama
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 07:09:28 „Und jetzt wird es nicht mehr lange dauern und überall werden wir Demokratien haben und die liberalen Demokratien werden sich durchgesetzt haben. Ende der Geschichte. Genau, Francis Fukuyama, genau, Grüße an Herrn Fukuyama.“
Thea Dorn diskutiert die Frage, ob liberale Demokratie ein Exportschlager ist oder ob der Erfolg des Westens eigentlich auf dem Dreieck aus Naturwissenschaft, Technik und Industrie beruht. Sie verweist auf Fukuyamas These vom Ende der Geschichte als dominante Erzählung der 90er Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die sich als möglicherweise voreilig erwiesen hat.
Fegefeuer der Eitelkeiten
Tom Wolfe
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 07:16:29 „Aber Fegefeuer der Eitelkeiten ist ein Riesenroman. Wahnsinnig spannend, böse, lustig, ein Breitbildgesellschaft, also das ist großes Kino im Roman, also wie mir da von der Upper Class in New York bis zur Bronx.“
Christoph Amend fragt Thea Dorn nach ihrem Lieblingsschriftsteller Tom Wolfe. Sie schwärmt von 'Fegefeuer der Eitelkeiten' als einem der großen amerikanischen Romane, der die gesamte Gesellschaft von der Upper Class bis zur Bronx abbildet. Sie lobt Wolfes Fähigkeit als Gestaltwandler, der in verschiedenste Rollen schlüpfen kann – das Gegenteil von autobiografischem Schreiben à la Knausgård.
I Am Charlotte Simmons
Tom Wolfe
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 07:17:54 „Ich fand noch ein erstaunlich gutes Buch, einem Charlotte Simmons, wo ich auch erst dachte, oh, oh, oh, der will hauptsächlich Rollenprosa aus der Perspektive einer College-Studentin schreiben. Und da war der, glaube ich, auch schon 80 oder was. Ich dachte, na, ob das mal gut gehen kann. Und ich war verblüfft, wie tonsicher das ist.“
Im Gespräch über Tom Wolfes Werk erwähnt Thea Dorn auch seinen College-Roman als positives Beispiel. Trotz anfänglicher Skepsis – ein älterer männlicher Autor schreibt aus der Perspektive einer jungen Studentin – war sie von der Tonsicherheit des Buchs überrascht und beeindruckt.
Succession
Jesse Armstrong
🗣 Thea Dorn empfiehlt aktiv bei ⏱ 07:20:13 „Oh ja, großer Fan. Tolle Serie. Succession ist richtig gut. Also für alle, die diese Serie noch nicht gesehen haben, ist es schon so eine Mischung aus Murdoch und irgendwie aber auch Trump, oder? Also es ist eine böse HBO-Serie, die eine vollkommen, man kann es nicht anders sagen, Fakt ab, Milliardärs-Medien-Mogul-Familie seziert.“
Christoph Amend fragt Thea Dorn, ob sie Succession schaue, und sie outet sich als großer Fan. Sie beschreibt die HBO-Serie als böse Sezierung einer Milliardärs-Medien-Mogul-Familie, die an Murdoch und Trump erinnert. Beide sind sich einig, dass ausschließlich böse Figuren die Serie bevölkern.
The White Lotus
Mike White
🗣 Thea Dorn empfiehlt aktiv bei ⏱ 07:21:01 „Also ich finde jetzt auch White Lotus von Sechsteiler, grandiose Serie über bekloppte, sehr, sehr reiche Menschen, die auf ein Luxus-Resort in Hawaii fliegen. Ja, auch eine sehr tolle, das war die letzte Serie, die mir sehr großen Spaß gemacht hat, war White Lotus.“
Im Gespräch über HBO-Serien schwärmt Thea Dorn von White Lotus als grandioser Miniserie. Sie hebt besonders den Überraschungsmoment hervor, wie die Serie anfängt und Figuren etabliert – etwas, das ihrer Meinung nach eine reine Netflix-Produktion nie wagen würde.
Breaking Bad
Vince Gilligan
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 07:22:15 „Vielleicht sogar die allerbeste Serie aller Zeiten, Breaking Bad. Und dann kommt so was wie Ozark raus, also dann gibt Netflix in Auftrag, das muss ungefähr so sein wie Breaking Bad, nur ein bisschen anders. Und das ist immer noch gut gemacht und immer noch viel besser gemacht als viel anderes. Aber es hat nicht mehr diesen Verblüffungsmoment.“
Thea Dorn nennt Breaking Bad als möglicherweise beste Serie aller Zeiten, um ihre These zu illustrieren, dass Netflix als algorithmische Wiederaufbereitungsmaschine funktioniert. Genuiner kreativer Impuls wie bei Breaking Bad werde durch Netflix-Auftragsproduktionen wie Ozark nur noch imitiert, nie erreicht.
Ozark
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 07:22:15 „Und dann kommt so was wie Ozark raus, also dann gibt Netflix in Auftrag, das muss ungefähr so sein wie Breaking Bad, nur ein bisschen anders. Und das ist immer noch gut gemacht und immer noch viel besser gemacht als viel anderes. Aber es hat nicht mehr diesen Verblüffungsmoment.“
Thea Dorn nutzt Ozark als Negativbeispiel für die algorithmische Serienproduktion bei Netflix. Die Serie sei zwar gut gemacht, aber letztlich nur ein kalkulierter Abklatsch von Breaking Bad ohne dessen kreativen Verblüffungsmoment.
Buch über HBO
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 07:23:00 „In Amerika ist gerade ein Buch erschienen über HBO.“
Christoph Amend erwähnt ein neues Buch über die Geschichte von HBO
QualityLand
Marc-Uwe Kling
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 07:23:13 „Hier saß mal jemand, der seine Wächter in HBO verkauft hat, nämlich Mark-Uwe Kling. Nein, nein, nicht das. Der Autor, der aber Quality Land, auch so ein Bestseller von ihm, so eine Dystopie, sag ich mal. Das hat er in HBO verkauft.“
Jochen Wegner erwähnt im Kontext der HBO-Diskussion, dass Marc-Uwe Kling seinen Bestseller QualityLand an HBO verkauft hat. Er verweist auf Klings Besuch beim Podcast und die geplante Serienadaption der Dystopie.
Six Feet Under
Alan Ball
🗣 Thea Dorn empfiehlt aktiv bei ⏱ 07:23:31 „Also ich war Kultistin, großer Serien-Junkie von Six Feet Under, was ja auch eine HBO-Serie war. Also ich halte HBO schon seit 90ern eigentlich treu.“
Thea Dorn beschreibt sich als langjährige HBO-Anhängerin und nennt Six Feet Under als eine Serie, deren kultischer Fan sie war. Sie unterstreicht damit ihre These, dass HBO seit den 90er Jahren ein verlässlicher Garant für qualitativ hochwertige Serien ist.
Tinderbox: HBO's Ruthless Pursuit of New Frontiers
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 07:23:49 „In Amerika ist gerade ein Buch erschienen über HBO. Und ich habe noch einen Podcast gehört, in dem sie über das Buch gesprochen haben mit dem Autor. Und sehr lustig, weil HBO, was mir überhaupt nicht klar war, also ich hatte HBO immer so als Qualitätsfernsehen im Begriff. HBO hat als super cheap, die einfach nur das gesendet haben, was die etablierten seriösen Sender nicht gesendet haben.“
Christoph Amend erwähnt ein kürzlich in Amerika erschienenes Buch über die Geschichte von HBO. Er erzählt die überraschende Erkenntnis daraus, dass HBO ursprünglich ein Billigsender für schlechte Sportrechte und Softpornos war und sich erst nach dem Aufkommen des Internets auf Qualitätsfernsehen umstellte.
Only Words
Catharine MacKinnon
🗣 Thea Dorn referenziert bei ⏱ 07:24:55 „Zum Beispiel eine Autorin wie Catherine McKinn war damals in den 90ern hoch diskutiert an philosophischen Seminaren. Das hieß Only Words. Also das waren im Grunde auch schon Vorläuferformen der Debatten, die wir heute allzu gut kennen. Also was richten Worte, was bedeutet Sprache, was ist auch eine Gewalt von Sprache.“
Im Kontext ihrer nie geschriebenen Dissertation über Pornografie erzählt Thea Dorn von Catharine MacKinnons Buch 'Only Words', das in den 90ern an philosophischen Seminaren diskutiert wurde. Sie sieht darin Vorläufer der heutigen Sprachgewalt-Debatten und beschreibt, wie das Thema damals an der Universität noch auf Skepsis stieß.