Episoden von Lanz & Precht
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Kimmel Ruhs und die Meinungsfreiheit
Markus Lanz & Richard David Precht
Ausgangspunkt ist die Frage, ob jemals so intensiv über Meinungsfreiheit diskutiert wurde wie gerade — in Amerika wie in Deutschland. Precht zeichnet anhand der Allensbach-Umfragen nach, wie das Gefühl freier Meinungsäußerung in den 80er und 90er Jahren seinen Höhepunkt erreichte und seither dramatisch abgestürzt ist, besonders steil während Corona. Der historische Bogen reicht zurück in die restriktiven 50er Jahre der Adenauer-Republik, als Homosexualität strafbar war und Kommunismusverdacht Gefängnis bedeuten konnte.
Attentat auf Kirk - Kulturkampf eskaliert
Markus Lanz & Richard David Precht
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk zeichnet die Episode eine erschreckende Chronologie politischer Gewalt in den USA nach — von der geplanten Entführung einer Gouverneurin über den Sturm aufs Kapitol bis zum Mord an Kirk. Precht ordnet die Eskalation historisch ein und zieht Parallelen zur Weimarer Republik und den 1960er Jahren: Große Modernisierungsschübe erzeugen immer auch gewaltsame Gegenbewegungen, die politische Kultur durch Brutalität ersetzen.
Wehrpflicht Pflichtjahr oder einfach null Bock
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode kreist um den wachsenden Alarmismus in Deutschland: Drohnen über Polen, Bundeswehr-Werbebriefe an junge Leute und heulende Sirenen beim Zivilschutz-Test — Precht hält die romantische Vorstellung, sechs Monate Wehrdienst könnten im Ernstfall eines Dritten Weltkriegs irgendetwas bewirken, für völlig realitätsfern. Stattdessen plädiert er für ein doppeltes Pflichtjahr: eines für junge Menschen in einem sozialen Bereich ihrer Wahl, und ein zweites für die Boomer-Generation beim Renteneintritt — 15 Stunden pro Woche, um ihr Wissen und ihre Erfahrung weiterzugeben.
Wir schaffen das - oder
Markus Lanz & Richard David Precht
Zehn Jahre nach Angela Merkels berühmtem Satz "Wir schaffen das" rollen Lanz und Precht die Vorgeschichte auf: Beim Bürgerdialog in Rostock sagte Merkel der 14-jährigen Palästinenserin Reem noch kühl, dass nicht alle kommen könnten — und löste damit einen Empörungssturm unter dem Hashtag #MerkelStreichelt aus. Precht argumentiert, Merkel habe ihren Kurs erst korrigiert, als sie merkte, dass über 70 Prozent der Deutschen und sämtliche Medien inklusive der Bild-Zeitung auf der humanitären Seite standen — ganz die Kanzlerin, die sich stets an Stimmungen orientierte.
Gaza Waffenlieferungen und die deutsche Staatsraeson
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode startet mit Robert Habecks Rückzug aus der Bundespolitik — ein Schritt, der kontrovers diskutiert wird. Precht kritisiert, dass Habeck seinen Wählern gegenüber eine Verpflichtung eingegangen sei und sich nicht einfach zurückziehen dürfe, nur weil der Ministersessel weg ist. Lanz hält dagegen mit Gegenbeispielen wie Jürgen Trittin und Armin Laschet, zeigt aber auch persönliches Verständnis für einen Mann, der nach 20 Jahren politischer Mühle einfach ausgebrannt ist.
Treffen mit Trump - Der Weg zum Frieden
Markus Lanz & Richard David Precht
Anlass ist das Trump-Putin-Treffen in Alaska: Precht vermutet dahinter ein "Bestechungstreffen" — seltene Erden und Erdgas als Gegenleistung für US-Zurückhaltung in der Ukraine, möglicherweise sogar ein Deal über Venezuela. Die beiden streiten leidenschaftlich über die Rolle der NATO: Precht fordert eine Transformation hin zu einem europäischen Sicherheitsbündnis unter Einbezug Russlands, eine Art KSZE 2.0, während Lanz warnt, die NATO-Kritik spiele Putins Propaganda in die Hände — schließlich seien es die osteuropäischen Staaten gewesen, die aus Angst vor Russland nach Westen drängten.
Sommergespraech mit Julia Jaekel
Markus Lanz & Richard David Precht
Julia Jäkel, Ex-CEO von Gruner und Jahr, erzählt von ihrer Initiative für einen handlungsfähigen Staat, die sie gemeinsam mit Thomas de Maizière, Peer Steinbrück und Andreas Voskuhl ins Leben gerufen hat. Ihre Vorschläge fanden sich erstaunlich weitreichend im neuen Koalitionsvertrag wieder. Der Antrieb: 70 Prozent der Bürger halten den Staat für überfordert — und dieses Misstrauen bedroht unmittelbar die Demokratie.
Sommergespraech mit Leon Windscheid
Markus Lanz & Richard David Precht
Im Sommergespräch erzählt Psychologe Leon Windscheid, wie er sich mit 25 drei Monate lang systematisch auf "Wer wird Millionär?" vorbereitete — zehn Stunden am Tag, sieben Tage die Woche — und tatsächlich die Million holte. Der ursprüngliche Antrieb: Geld für eine Technoparty auf einem Boot auf dem Dortmund-Ems-Kanal, für die niemand ein Schiff vermieten wollte.
Sommergespraech mit Ingmar Stadelmann
Markus Lanz & Richard David Precht
Comedian Ingmar Stadelmann ist zu Gast im Sommergespräch und erzählt, wie sein Parodie-Podcast "Richard, wo erreiche ich dich?" als Gin-Tonic-Idee mit Kollege Andreas Loff entstand — eine liebevolle Veralberung, die die Originale erst spät bemerkten. Nebenbei wird eine legendäre TV-Anekdote aufgewärmt: Theo Weigel glaubte einst, Lanz hätte ihn für lesbisch gehalten, als es eigentlich um Alice Weidel ging.
Sommergespraech mit Luisa Neubauer
Markus Lanz & Richard David Precht
Zum Auftakt der Sommergespräche ist Luisa Neubauer zu Gast, und die zentrale Frage lautet: Warum redet 2025 niemand mehr über das Klima? Neubauer widerspricht dem Eindruck — verglichen mit 2009 werde deutlich mehr berichtet, und auf kommunaler Ebene würden gerade massiv Klimaprojekte umgesetzt, die vor Jahren geplant wurden. Doch die Stimmung hat sich gedreht: Wer einst als Held gefeiert wurde, braucht heute Personenschutz.