Lanz & Precht – Sommergespraech mit Julia Jaekel
#206

Sommergespraech mit Julia Jaekel

Lanz & Precht / 15. August 2025 / 4 Medien

Markus Lanz, Richard David Precht & Julia Jäkel

Julia Jäkel, Ex-CEO von Gruner und Jahr, erzählt von ihrer Initiative für einen handlungsfähigen Staat, die sie gemeinsam mit Thomas de Maizière, Peer Steinbrück und Andreas Voskuhl ins Leben gerufen hat. Ihre Vorschläge fanden sich erstaunlich weitreichend im neuen Koalitionsvertrag wieder. Der Antrieb: 70 Prozent der Bürger halten den Staat für überfordert — und dieses Misstrauen bedroht unmittelbar die Demokratie.

„Als ich den Koalitionsvertrag aufgemacht habe, dachte ich, mich beißt ein Pferd. Ganz viele Dinge haben sich im Grunde aus unserer Initiative durchgezogen. Das ist absolut irre.“
🗣 Julia Jäkel

Erwähnte Medien (4)

B Studie

Bericht der Vierergruppe zur Staatsmodernisierung

Julia Jäkel, Thomas de Maizière, Peer Steinbrück u.a.

Reformbericht zur Modernisierung des deutschen Staates, erarbeitet von Julia Jäkel, Thomas de Maizière und Peer Steinbrück. Die Analyse beleuchtet ein zentrales Paradox: Während die Bevölkerung umfassende staatliche Leistungen erwartet, lehnt sie gleichzeitig staatliche Eingriffe ab. Der Bericht behandelt die notwendigen Veränderungen in Verwaltung und Sozialsystem und wurde in Markus Lanz' Episode ausführlich diskutiert.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:22:05 „Und ihr schreibt das auch, ich glaube, in der Einleitung irgendwo. Ich habe das gelesen. Da steht ein sehr interessanter Satz. Die Einsicht in die Notwendigkeit von Veränderungen. Die haben wir alle. Die haben wir alle seit Jahrzehnten.“

Markus Lanz zitiert ausführlich aus dem Reformbericht, den Julia Jäkel mit Thomas de Maizière, Peer Steinbrück und einer vierten Person erarbeitet hat. Er hebt das darin beschriebene Paradox hervor: Bürger erwarten umfassende staatliche Fürsorge, wehren sich aber gleichzeitig gegen staatliche Eingriffe. Das Papier ist das zentrale Gesprächsthema der gesamten Episode.

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Z Studie

Zwischenbericht der Initiative für einen handlungsfähigen Staat

Julia Jäkel, Thomas de Maizière, Peer Steinbrück, Andreas Voßkuhle

Analytischer Reformbericht einer vierköpfigen Initiative zur Modernisierung des deutschen Staates mit konkreten Handlungsvorschlägen. Der Bericht untersucht die Diskrepanz zwischen der erkannten Notwendigkeit von Veränderungen und der mangelnden Bereitschaft zu ihrer Umsetzung. Etwa 70 Prozent der Vorschläge fanden sich im Koalitionsvertrag wieder.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:22:19 „Ich habe das gelesen. Da steht ein sehr interessanter Satz. Die Einsicht in die Notwendigkeit von Veränderungen. Die haben wir alle. Die haben wir alle seit Jahrzehnten. Jeder sagt, so kann es nicht weitergehen. Und dann schreibt die aber weiter, diese Einsicht geht nicht einher mit einer entsprechenden Bereitschaft, dieser Einsicht auch Taten folgen zu lassen.“

Das gesamte Gespräch dreht sich um den Reformbericht der vierköpfigen Initiative, die konkrete Vorschläge zur Modernisierung des deutschen Staates erarbeitet hat. Lanz zitiert wörtlich aus der Einleitung des Papiers, das mitten in den Koalitionsverhandlungen vorgelegt wurde. Julia Jäkel schätzt, dass etwa 70 Prozent der Vorschläge sich im neuen Koalitionsvertrag wiederfinden.

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Triggerpunkte

Triggerpunkte

Steffen Mau · 2023

»Soziale Konflikte sind nie einfach nur da, sie werden auch gesellschaftlich hergestellt: entfacht, angeheizt, getriggert.« Von einer »Spaltung der Gesellschaft« ist immer häufiger die Rede. Auch in der Alltagswahrnehmung vieler Menschen stehen sich zunehmend unversöhnliche Lager gegenüber. So plausibel sie klingen mögen, werfen entsprechende Diagnosen doch Fragen auf: Wie weit liegen die Meinungen in der Bevölkerung wirklich auseinander? Und ist die Gesellschaft heute wirklich zerstrittener als...

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:22:41 „Da ist man auch bei Steffen Mau und solchen Leuten, die berühmten Soziologen, Reckwitz, glaube ich, sagt das auch. Die sagen, die Leute haben genug davon, sich immer weiter verändern zu müssen und zu sollen und fragen sich dann, gehöre ich zu den Gewinnern, gehöre ich zu den Verlierern?“

Markus Lanz verweist auf den Soziologen Steffen Mau im Zusammenhang mit Veränderungsmüdigkeit, dem Gefühl von Ungerechtigkeit und der Spaltung in Gewinner und Verlierer der Modernisierung. Diese Themen decken sich mit Maus vieldiskutiertem Buch 'Triggerpunkte', ein konkreter Titel wird jedoch nicht genannt.

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Die Gesellschaft der Singularitäten

Die Gesellschaft der Singularitäten

Andreas Reckwitz

Andreas Reckwitz untersucht in diesem Werk, wie die Digitalisierung traditionelle Rollen aufgelöst hat: Durch Smartphones und Internetplattformen kann heute jeder zum Kulturproduzenten werden, nicht nur passiv konsumieren. Diese Demokratisierung führt zu einer beispiellosen Überproduktion digitaler Inhalte und stellt zentrale Fragen zur kulturellen Wertbildung in der Spätmoderne. Das Buch bietet einen kritischen, soziologischen Blick auf die Konsequenzen dieser technologischen Verschiebung für Gesellschaft und Kultur.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:33:54 „Das ist diese Veränderungsmüdigkeit, von der Reckwitz und andere auch sprechen. Sie sagen, die Leute haben so viel, Stichwort Globalisierung, Stichwort Kriege und so weiter, in den letzten Jahren Corona, Pandemie hat da glaube ich ganz, ganz viel kaputt gemacht, was das angeht.“

Markus Lanz nennt den Soziologen Reckwitz als Stichwortgeber für den Begriff der 'Veränderungsmüdigkeit'. Reckwitz' Analysen zur spätmodernen Gesellschaft und ihren Zumutungen passen zu diesem Kontext, ein konkreter Buchtitel wird allerdings nicht explizit genannt.

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