Wolfszeit
Harald Jähner
Sachbuch über die deutsche Nachkriegszeit (1945–1955), das zeigt, wie psychologische Reaktionen auf Wut, Demütigung und Verdrängung die Deutschen in eine kollektive Arbeitswut trieben, die das Wirtschaftswunder ermöglichte, gleichzeitig aber eine echte Auseinandersetzung mit der historischen Schuld verhinderte.
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„Harald Jena, ehemaliger Feuilleton-Chef der Berliner Zeitung, der ein großartiges Buch geschrieben hat, Wolfszeit, ein wahnsinniger Bestseller, in dem er die Jahre zwischen 1945 und 1955, also genau diese zehn Jahre, so beschrieben hat, so plastisch beschrieben hat, wie es noch nie einer vor ihm gemacht hat.“
Lanz empfiehlt Jähners Bestseller als herausragende Darstellung der deutschen Nachkriegszeit. Er hebt hervor, wie plastisch Jähner erklärt, warum Trümmerfrauen elegant gekleidet waren, warum Schwarzmärkte psychologisch wichtig waren und welchen Emanzipationsschub Frauen erlebten. Das Buch dient als Brücke zum aktuellen Vergleich zwischen Weimarer Republik und heute.
„Das ist der Autor von Wolfszeit. Das ist ein brillantes Buch, in dem er 2019, glaube ich, war das, nur diese zehn Jahre nach 1945 bis 1955 beschreibt.“
Lanz empfiehlt das Buch im Zusammenhang mit dem 80. Jahrestag des Kriegsendes und der Frage, wie aus Nazis Demokraten wurden
„Ich weiß natürlich, dass damals in den 50er Jahren sehr, sehr viele Juristen in Amt und Würden waren, die das auch bereits im Dritten Reich waren. Das ist ja sehr bekannt in der Wolfszeit, von der du gesprochen hast, hat man natürlich, weil man gar keine anderen Juristen hatte, auf die alle zurückgegriffen.“
Precht erklärt, warum die Verfassungsväter die Besetzung des Bundesverfassungsgerichts bewusst der Politik überließen statt der Justiz. Er verweist auf die Nachkriegszeit – die ‚Wolfszeit' –, in der viele Juristen noch aus dem Dritten Reich stammten und man demokratischen Parteien mehr vertraute als der belasteten Richterschaft. Das Buch wurde offenbar in einem früheren Teil des Gesprächs eingeführt.
„Und ich habe in diesen Tagen lange gelesen in einem Buch von Harald Jena, den du auch kennst, der damals Wolfszeit geschrieben hat, über die Nachkriegszeit, diese unglaubliche Anarchie.“
Markus Lanz erwähnt Harald Jähners erstes Buch als Referenzpunkt, um den Kontrast zwischen Nachkriegszeit und heute zu verdeutlichen. Wolfszeit wird als Werk über die anarchischen Zustände der unmittelbaren Nachkriegszeit eingeführt, bevor Lanz auf Jähners neues Buch über die Wirtschaftswunderzeit überleitet.
„Mich hat noch einmal sehr ins Grübeln gebracht das Buch von Harald Jena über die Wirtschaftswunderzeit. Wo er sagt, im Grunde entwickelte sich daraus genau das, was dann dieses Wirtschaftswunder erst möglich gemacht hat, nämlich diese Arbeitswut.“
Lanz zieht Harald Jähners Buch heran, um die psychologische Dynamik der Nachkriegszeit zu erklären: Die Deutschen hätten sich aus Wut, Demütigung und Verdrängung in eine kollektive Arbeitswut gestürzt, die das Wirtschaftswunder erst ermöglichte. Das Buch dient ihm als Erklärungsmodell dafür, warum die Auseinandersetzung mit der Schuld so lange ausblieb. Der Name wird im Transkript als "Harald Jena" wiedergegeben, gemeint ist Harald Jähner.
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