Septuaginta
Anonyme jüdische Gelehrte (3. Jh. v. Chr.)
Griechische Übersetzung der hebräischen Bibel für die griechischsprachigen Juden Ägyptens im 3. Jahrhundert v. Chr. Sie versetzte die hellenistischen Gemeinden in die Lage, die heiligen Schriften in ihrer eigenen Sprache zu lesen und ebnete damit dem frühen Christentum den Weg in die Mittelmeerdiaspora.
Erwähnungen (8)
„Die erste Übersetzung, die es dann in die griechische Welt von dem Alten Testament gibt, das ist so zwischen dem dritten und dem ersten Jahrhundert entstanden, nennt sich Septuaginta. Das sind die 70, die Schrift der 70. Und da stellen die sich vor, dass diese 70 in kürzester Zeit in einer sozusagen geistigen Erleuchtung diese ganze Bibel ins Griechische übersetzt haben.“
Im Zusammenhang mit den 70 Ältesten, die Mose zur Seite gestellt werden, erklärt Johanna Haberer die Bedeutung der Zahl 70 im Alten Testament. Sie verweist auf die Septuaginta, die griechische Übersetzung der hebräischen Bibel, die der Legende nach von 70 Gelehrten in göttlicher Erleuchtung angefertigt wurde. Die Verbindung zeigt, wie sich das Motiv der 70 Weisen durch die biblische Tradition zieht.
„Aber in der Septuaginta ist es schon da, also in der griechischen Übersetzung des hebräischen Textes. Und man hat es dort eingeordnet, weil man es irgendwie in die Richterzeit einordnete.“
Johanna Haberer erklärt die unterschiedliche Einordnung des Buches Ruth in der hebräischen Bibel und der Septuaginta, der griechischen Bibelübersetzung. In der Septuaginta wurde Ruth zwischen Richter und Könige eingeordnet, was die christliche Reihung bis heute prägt.
„Und deshalb hat man auch, steht auch hier in meiner aktuellen Bibel immer wieder in den Fußnoten, korrigiert nach Qumran. Die Septuaginta hat man korrigiert nach dieser Vorschrift, die man dann in Qumran gefunden hat.“
Im Gespräch über die Bedeutung der Qumran-Rollen für die Bibelforschung erklärt Sabine Rückert, dass die Septuaginta – die altgriechische Übersetzung der hebräischen Bibel – anhand der älteren Qumran-Funde korrigiert wurde.
„Apokryphen heißen die Bücher, die in der Septuaginta, in der griechischen Übersetzung aufgenommen sind, aber nicht in der hebräischen Bibel. Sodass man sich ein bisschen Gedanken machen kann, warum der eine Kanon so aussieht und der andere so aussieht.“
Die Septuaginta wird als griechische Bibelübersetzung erwähnt, in der das Buch Tobit enthalten ist, im Gegensatz zum hebräischen Kanon. Johanna Haberer nutzt sie zur Erklärung, warum bestimmte Texte als Apokryphen gelten.
„Die Esther-Übersetzung in der Septuaginta erwähnt Gott aber und enthält tatsächlich unter ihren mehreren umfangreichen Zusätzen Gebete des Mordechai und der Esther.“
Sabine Rückert vergleicht die hebräische Fassung des Buches Esther mit der griechischen Septuaginta-Übersetzung, die zusätzliche Gebete von Mordechai und Esther enthält. Sie referiert Jack Miles' Überlegung, ob diese Zusätze von griechischsprachigen Diaspora-Juden stammen oder auf ein älteres hebräisches Original zurückgehen, bevor Gottesverweise getilgt wurden.
„Das kann man auch an der Stellung des Buches sehen, weil in der katholischen Schrägstrich Septuaginta, also griechischen Übersetzung. Die, die ich habe? Ja, gehört er zu den Propheten, neben Jona, zu den kleineren Propheten.“
Johanna Haberer verweist auf die Septuaginta — die griechische Übersetzung der hebräischen Bibel — um zu erklären, dass das Buch Daniel dort unter die Propheten eingeordnet wird, während es in der hebräischen Bibel zu den 'sonstigen Schriften' (Ketubim) gehört. Diese unterschiedliche Einordnung spiegelt die Unsicherheit über den Charakter des Buches wider.
„Sie sind alle in der Septuaginta, also in der griechischen Übersetzung. Da sind diese Bücher dabei. Die habe ich hier vor mir liegen. Nicht in der hebräischen.“
Im Gespräch über den biblischen Kanon erklärt Johanna Haberer, dass bestimmte Bücher wie die Makkabäer-Bücher und Tobit zwar in der griechischen Septuaginta enthalten sind, nicht aber in der hebräischen Bibel. Moderne Bibelausgaben nehmen sie mittlerweile mit auf.
„Die griechische Ausgabe der jüdischen Schriften für die griechisch sprechenden Juden Ägyptens nannte man dann Septuaginta. Und dazu schreibt Jack Miles, als sich der Glaube an Christus von den griechischsprachigen Juden Palästinas auf die zahlreichen griechischsprachigen Juden der mediterranen Diaspora ausbreitete, war die Schrift in griechischer Sprache bereits da und wartete gewissermaßen auf ihn.“
Im Kontext der Sprachgeschichte der Bibel, vorgelesen aus Jack Miles, wird die Septuaginta als griechische Übersetzung der jüdischen Schriften beschrieben. Sie wird als entscheidendes Medium erklärt, das die Ausbreitung des Christentums im griechischsprachigen Mittelmeerraum erst ermöglichte.
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