Essay über den Epstein-Skandal als Verlust des amerikanischen Gründungsmythos
Paolo Becchi
Paolo Becchi, italienischer Rechtsphilosoph, analysiert in seinem Essay den Epstein-Skandal als philosophisches Symbol für den Verlust des amerikanischen Gründungsmythos. Becchi argumentiert, dass Amerika sich einst als moralisch reine Gegenwelt zum dekadenten Europa verstand – frei von Korruption und ererbten Privilegien. Der Skandal zeigt das endgültige Scheitern dieses Selbstbildes und enthüllt strukturelle Missstände im Kern der amerikanischen Gesellschaft.
Erwähnungen (1)
„Ich würde gerne nochmal, Richard, mit dir über ein Stück sprechen, das Paolo Becchi, ich weiß nicht, ob dir der was sagt, ein Philosophenkollege sozusagen, ein Italiener, der längere Zeit auch in Deutschland gelebt hat, Professor für Rechtsphilosophie in der Universität in Genua. Der hat ein interessantes Stück darüber geschrieben und sagt, dieser Skandal lässt sich philosophisch als Symbol eines Amerikas lesen, dass sein Gründungsmythos, sein Gründungsnarrativ von dieser reinen neuen Welt verloren hat.“
Lanz bringt einen philosophischen Essay des italienischen Rechtsphilosophen Paolo Becchi ins Gespräch, der den Epstein-Skandal als Symbol für den Verlust des amerikanischen Gründungsmythos deutet. Becchi argumentiert, dass Amerika einst als Gegenentwurf zur moralischen Dekadenz des alten Europas angetreten sei – frei von Korruption, Despotismus und ererbten Privilegien – und dieses Selbstbild nun endgültig zerbrochen sei. Precht widerspricht teilweise und verweist auf die Sklaverei als von Anfang an eingebaute Doppelmoral.
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