Die Bibel
Martin Luther (Übersetzung)
Die Bibel als Klassiker der Weltliteratur und religiöses Fundament – ein Werk, das in westlichen Kulturen ständig zitiert wird, vielen Menschen aber weitgehend unbekannt bleibt. Jan Böhmermann nennt sie als eine seiner größten Wissenslücken und beschreibt das Unbehagen, nicht mitreden zu können, wenn andere Bibelreferenzen einbauen. Eine Anleitung zum Nachschlagen für alle, die ihre Kulturkompetenz erweitern möchten.
Erwähnungen (57)
„Print beinhaltet die Bibel, Print beinhaltet Herr der Ringe und Harry Potter, Print beinhaltet den Metal Hammer, Print beinhaltet die Bravo, Print beinhaltet euch.“
Als erstes Beispiel in seiner Aufzählung nennt Rezo die Bibel, um die Absurdität des Vorwurfs zu unterstreichen, er habe Printmedien generell schlecht gemacht. Die Bibel dient als extremstes Beispiel dafür, wie vielfältig das Medium Print ist.
„Dann habe ich mir gedacht, da nehme ich meine Schwester, die weiß noch viel mehr als ich, die ist Theologie-Professorin, setzen wir uns mal hin und erzählen die Bibel von der Erschaffung der Welt bis zu ihrem Untergang. Die steht ja auch in der Bibel schon drin, wie die Welt untergeht.“
Sabine Rückert erzählt, dass sie einen neuen Podcast mit ihrer Schwester plant, in dem sie die Bibel nacherzählen wollen. Sie beschreibt die Bibel als ein Buch, mit dem sie aufgewachsen sind, und das von der Erschaffung der Welt bis zu ihrem Untergang reicht. Der Anstoß kam durch einen Auftritt bei Böhmermann, bei dem sie feststellte, dass biblisches Wissen fehlt.
„Uns ist es ehrlich gestanden egal, ob sie an Gott glauben oder nicht. Wir betrachten die Bibel als ein Werk der Weltliteratur.“
Die Bibel ist das zentrale Werk der gesamten Episode. Sabine Rückert und Johanna Haberer nähern sich ihr als Werk der Weltliteratur und Weltkulturerbe, nicht als religiöse Belehrung. Sie lesen und erzählen die Schöpfungsgeschichte (Genesis 1) in der Luther-Übersetzung und diskutieren deren poetische, philosophische und historische Dimensionen.
„Die Bibel ist Weltliteratur und wir erzählen sie euch ein bisschen als Geschichtsbuch auch und ein bisschen als literarisches Werk. Es stehen ja viele Geschichten drin, die es auch jedenfalls, was die Personen angeht, gegeben hat.“
Die Bibel ist das zentrale Thema des gesamten Podcasts. Sabine Rückert ordnet sie ausdrücklich als Weltliteratur ein, die sowohl als Geschichtsbuch als auch als literarisches Werk gelesen werden kann. Die beiden Schwestern wollen die biblischen Geschichten nacherzählen, ohne zu bekehren oder zu belehren.
„Ob ihr glaubt oder nicht, ist uns einerlei. Wir betrachten hier die Bibel als ein Stück der Weltliteratur. Und wir setzen uns mit dem Text auseinander, wir lesen sie, wir betrachten sie ein bisschen auch als Geschichtsbuch, jedenfalls poetisches Geschichtsbuch und als kulturelle Leistung.“
Die Bibel ist der zentrale Gegenstand des gesamten Podcasts. Sabine Rückert ordnet sie gleich zu Beginn als Stück Weltliteratur ein, das sie und ihre Schwester gemeinsam durchwandern – nicht als Theologinnen, sondern als neugierige Leserinnen, die sich an der Schönheit und kulturellen Tiefe des Textes erfreuen.
„Wir haben hier die Absicht, die Bibel als Weltliteratur vorzustellen. Wir wollen auch niemanden abschrecken und in seinem Glauben erschüttern.“
Sabine Rückert stellt zu Beginn des Podcasts das Gesamtkonzept vor: Die Bibel soll nicht als religiöser Text, sondern als literarisches Werk der Weltliteratur behandelt werden. Johanna Haberer ergänzt, die Bibel sei die 'Masterurkunde unserer Kultur', geschrieben von vielen Autoren mit teils widersprüchlichen Perspektiven.
„Also es ist auf jeden Fall was anderes passiert. Es ist dieses Bibelbuch entstanden. Und dieses Bibelbuch, das gibt es in allen Sprachen der Welt. Es gibt kein Buch, das in so viele Sprachen übersetzt worden ist.“
Johanna Haberer hebt die Bibel als das meistübersetzte Buch der Welt hervor. Im Zusammenhang mit der Pfingstgeschichte beschreibt sie die Übersetzungsarbeit als einen zutiefst geistigen und intellektuellen Prozess, der die Sprachverwirrung von Babel überwindet. Sie illustriert das mit einer Geschichte aus Papua-Neuguinea, in der Missionare zehn Jahre brauchten, um die Sprache zu erlernen und biblische Begriffe wie ‚Auferstehung' kulturell zu übersetzen.
„Ich bin Sabine Rückert, stellvertretende Chefredakteurin der Zeit und wir reden über die Geheimnisse der Bibel. Wir haben ja das letzte Mal den Turmbau zu Babel und die Folgerungen daraus ermittelt und besprochen.“
Die Bibel ist das zentrale Werk, das in der gesamten Episode besprochen wird. Sabine Rückert und Johanna Haberer arbeiten sich systematisch durch die Texte des Alten Testaments, in dieser Folge speziell die Abraham-Erzählungen aus dem ersten Buch Mose (Genesis). Sie analysieren die Texte als literarische und mythische Überlieferung.
„Das ist doch alles aus der Bibel geklaut. Das ist so dieser ganze Sound, dieser alttestamentliche Sound, alles aus der Bibel geklaut. Diese Autoren wissen einfach, was Leute hören wollen.“
Im Zusammenhang mit dem Herr-der-Ringe-Vergleich argumentiert Sabine Rückert, dass Fantasy-Autoren den epischen Sound ihrer Werke aus der Bibel entlehnt hätten. Die Bibel ist hier nicht nur Gegenstand des Podcasts, sondern wird explizit als literarische Quelle für moderne Fantasy-Literatur benannt.
„Und die sind extrem aggressiv, extrem aggressiv und es handelt sich um ein riesiges Wirtschaftsimperium. Also die nehmen auch die Bibel wörtlich. Die glauben wirklich, dass Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen hat.“
Sabine Rückert erklärt den Hintergrund evangelikaler Missionare in Amerika und beschreibt deren wörtliches Bibelverständnis. Die Bibel wird hier als zentrale Referenz für den Missionsauftrag und die Weltanschauung der evangelikalen Bewegung genannt, der auch John Chau angehörte.
„Wir machen keinen Kirchenfunk, wir machen einen Podcast über ein Buch, das uns beide von frühester Jugend an als Pfarrerstöchter beschäftigt hat.“
Die Bibel ist das zentrale Werk des gesamten Podcasts. Sabine Rückert beschreibt sie als kulturelle Errungenschaft der Menschheit, die beide Schwestern seit ihrer Kindheit als Pfarrerstöchter begleitet. In dieser Staffel arbeiten sie sich Zeile für Zeile durch das erste Buch Mose.
„Man findet das gleiche Verlust in Gründern in Büchern wie der Bibel. Wenn die Babyloner zerstören Judäa, und die Babyloner, als Historiker, sagen, sie haben diese zwei Supermächte, Babylon, in dem, was heute Irak ist, und das Ägyptische Empire im Süden, und sie kämpfen über die Kontrolle des Süden.“
Harari analysiert die Bibel als historisches Dokument, das eine egozentrische Weltsicht der antiken Judäer widerspiegelt. Er zeigt, wie die biblischen Autoren geopolitische Ereignisse – etwa die Zerstörung durch Babylon – ausschließlich auf ihre eigene Beziehung zu Gott bezogen, anstatt die eigenständigen Interessen der Nachbarvölker zu berücksichtigen.
„Der Jochen hat ja vorhin zwei Bücher auf dem Tisch liegen gehabt. Das eine ist ja eins von dir gewesen und das andere ist ja die Beine. Meine Bibel, nicht irgendeine Bibel, sondern meine Bibel.“
Jochen Wegner hat seine persönliche Bibel zum Gespräch mitgebracht. Christoph Amend fragt Rückert nach ihrer ersten Begegnung mit der Bibel, woraufhin sie erzählt, dass sie die Bibel schon als Kleinkind gehört habe – noch bevor sie lesen konnte. Das verweist auf ihre Pfarrerstochter-Prägung.
„Weil dann sofort klar geworden wäre, fast alles, was in sogenannten heiligen Schriften und auch in der Bibel steht und so weiter, ist eigentlich Fake News.“
Im Gespräch über die Möglichkeit, Lügen in der heutigen Zeit aufzudecken, argumentiert Lanz, dass die jahrhundertelange Herrschaft der Kirche nicht möglich gewesen wäre, wenn es im Mittelalter ein Internet gegeben hätte. Die Bibel wird als Beispiel für eine Quelle genannt, deren Inhalte heute leichter hinterfragt werden könnten.
„Diese Idee, diese Begrifflichkeit, die mühseligen und beladenen, das taucht ja so auf als feststehender Begriff in der Bibel. Und wenn du dich erinnerst an die Begegnung mit Prostituierten und so weiter. Also tatsächlich die, die am Rande der Gesellschaft standen, die kommen da drin vor.“
Lanz greift Prechts These auf, dass das Christentum den Arbeitenden erstmals ein Selbstwertgefühl gab, und verweist auf die Bibel als Quelle für die Zuwendung zu den gesellschaftlich Marginalisierten. Er nennt den Ausdruck 'die Mühseligen und Beladenen' als biblischen Beleg für diese Haltung.
„Wir besprechen hier die Bibel und zwar als ein Werk der kulturellen Leistung. Also die Bibel hat ja Auswirkungen auf unser ganzes Leben. Dass wir heute am Sonntag hier sitzen, geht auf die Bibel zurück.“
Die Bibel ist das zentrale Referenzwerk der gesamten Episode. Sabine Rückert betont zu Beginn, dass sie die Bibel als kulturelles Werk besprechen, nicht als Gegenstand eines Gottesdienstes. Im Verlauf werden zahlreiche Stellen aus dem Alten und Neuen Testament zum Seelenbegriff (Nefesh, 754 Vorkommen im AT) und das Matthäusevangelium-Zitat über den Schaden an der Seele diskutiert.
„Und das alles sich dafür zu interessieren, habe ich immer als unglaublich spannend empfunden. Also zu gucken, wie Religion gearbeitet ist, wie sie gemacht ist, warum sie so ist, wie sie ist. Und das befindet sich natürlich, wo wir das heute alles wissen, in einem riesigen Widerspruch dazu, die Bibel eben wörtlich zu nehmen.“
Die Bibel wird als zentrales Referenzwerk im Gespräch über Religion und Spiritualität herangezogen. Precht analysiert ausführlich die zwei Schöpfungsgeschichten der Genesis, ihre unterschiedlichen Ursprünge (babylonisch und kanaanitisch) und argumentiert, dass man die Bibel ernst, aber nicht wörtlich nehmen sollte.
„All die Berufe, von denen die Bibel nur so wimmelt. Da kommen ja nur kleine Leute vor. Da kommen ja alles arbeitende Leute vor. Da wird ja sogar der Zöllner, dieser verhasste Beruf des Zöllners, der wird auch damit einbezogen.“
Precht verweist auf die Bibel als Beleg dafür, dass das Christentum eine Religion der arbeitenden, einfachen Menschen war. Er hebt hervor, dass in den biblischen Erzählungen durchweg kleine Leute vorkommen – Bauern, Fischer, Handwerker, sogar verachtete Zöllner. Das stützt seine These, dass das Christentum dem Arbeiten erstmals eine positive, würdevolle Bedeutung gab und damit den Grundstein für das abendländische Arbeitsethos legte.
„er hat wirklich ein sehr fast literales Verständnis der Bibel. Er hat das Gefühl, jedes Wort spielt eine Rolle und muss unser Leben beeinflussen.“
Thomas beschreibt das streng bibelgläubige Elternhaus und die zentrale Rolle der Bibel in seiner Kindheit; später diskutiert er die Bibel im Kontrast zu wissenschaftlichen Büchern
„Er sagt, willst du die Bibel auf das selbe Regal stellen? Ein Buch, das richtig oder falsch sein kann. Wenn die Antwort ist ja, können wir es so angehen. Wenn die Antwort ist nein, es kann nur richtig sein, dann nimm es weg. Es hat nichts zu tun mit der Natur. Es ist nicht Wissenschaft.“
Zurbuchen erzählt von einem prägenden Gespräch mit seinem Vater, der in einem strenggläubigen Umfeld aufwuchs. Er argumentierte, dass wissenschaftliche Bücher per Definition richtig oder falsch sein können – und stellte seinen Vater vor die Frage, ob die Bibel nach denselben Maßstäben beurteilt werden darf. Sein Vater reagierte mit Unverständnis.
„Zumal die Bibel sich ja da selber nicht so ganz einig ist. Weil beim ersten Mal werden die, am Anfang der Priesterschrift wird der Mensch geschaffen. Da wird gar nicht gesagt, wie und wo. Und da sind auf einmal Mann und Frau da. Und dann wird nachher noch eine Geschichte nachgereicht mit diesem Schnitzwerk.“
Precht analysiert die Widersprüche in den biblischen Schöpfungsgeschichten, konkret zwischen der Priesterschrift und der zweiten Erzählung mit der Erschaffung Evas aus der Rippe Adams. Er ordnet diese als zwei verschiedene Überlieferungen ein, die 250 Jahre auseinanderliegen.
„Nimm und lies heißt dieser berühmte Kommando und was er nehmen soll ist das Buch und das Buch ist natürlich die Bibel und dann hat er seine Konversion, also dass vom Buch, von einem Leseakt die Wandlung der Welt ausgeht, auch das ist so eine der klassischen Positionen.“
Im Kontext von Augustinus' Konversion benennt Mangold die Bibel als das Buch, dessen Lektüre die berühmteste Lebenswende der Geistesgeschichte auslöste – er betont, dass die Idee, ein einziger Leseakt könne die ganze Welt verändern, eine der klassischen kulturgeschichtlichen Positionen sei.
„Also offenbar wird da wörtlich ausgelegt, Sabine, was du schon gesagt hast, was in der Bibel steht. Also zum Beispiel, das Weib schweige in der Gemeinde oder der Mann soll nicht beim Manne liegen.“
Im Kontext der freikirchlichen Gemeinde, der Günther Langer angehörte, wird die Bibel als zentrales Dokument beschrieben, das in diesen evangelikalen Gemeinden wörtlich ausgelegt wird. Anne Kunze erläutert, wie konkrete Bibelstellen zur Unterdrückung von Homosexualität und zur Geschlechtertrennung herangezogen werden, was für das Verständnis von Langers Doppelleben zentral ist.
„Tief in der Bibel, in der Geschichte und im Mythos. Also der Historiker Yuval Noah Harari hat ja auch gesagt, wir in Israel lesen zu viel in alten Schriften und wenn man hier deine Texte liest, lieber Erich, dann kann man ihm nur zustimmen.“
Sabine Rückert analysiert ausführlich die biblischen Bezüge der handelnden Personen — Yitzhak (Isaak), Yigal (Held König Davids und Kundschafter des Mose), Haggai (einer der kleinen Propheten). Sie zeigt, wie tief der israelisch-palästinensische Konflikt in biblischen Narrativen verwurzelt ist und wie die Bibel als Legitimationsgrundlage für territoriale Ansprüche dient.
„Es ist ja auch kein Zufall, dass die ganze Kunst und die Literatur immer wieder mit großen Kriminalfällen zu tun hat. Ob das jetzt Shakespeare ist oder Dostoevsky oder die Bibel. Also die Mutter aller Literatur. Es wird übrigens jetzt in Utah verboten, die Bibel in Schulen zu lesen, weil da so viele Verbrechen drin sind.“
Anne Kunze argumentiert, dass Verbrechen seit jeher der Stoff großer Literatur ist, und nennt die Bibel als ältestes Beispiel – die 'Mutter aller Literatur'. Sie fügt die aktuelle Pointe hinzu, dass Utah die Bibel an Schulen wegen ihrer Gewalt- und Pornografie-Darstellungen verbieten will.
„Also der Name Jehova kommt aus der Bibel, aus dem Alten Testament. Da erscheint ja Mose, der brennende Dornbusch. Und eine Stimme spricht zu ihm und er fragt, wer bist du?“
Sabine Rückert erklärt den Ursprung des Namens Jehova anhand der Bibel, konkret der Szene aus dem Alten Testament, in der Mose am brennenden Dornbusch Gott begegnet. Sie nutzt die Bibelstelle, um den theologischen Hintergrund der Zeugen Jehovas zu erläutern, und erwähnt nebenbei, dass sie sich in der Bibel gut auskenne.
„Man kann es aber lesen. Jeder kann sich eine Bibel kaufen, gibt es ja überall, kann sich dann die Visionen reinziehen.“
Sabine Rückert empfiehlt den Hörerinnen, die prophetischen Visionen von Haggai und Sacharja selbst in der Bibel nachzulesen, da sie im Podcast nicht erzählt werden können – die Propheten hätten keine Geschichten, sondern seien 'unerzählbar'.
„Ich tue mich schwer damit, sozusagen die Bibel so ernst zu nehmen, wie ich das müsste, um wirklich Katholik zu sein. Ich fühle mich wahnsinnig wohl in der Gesellschaft von Katholiken und Innen.“
Am Ende des Abschnitts reflektiert Jochen Wegner über sein persönliches Verhältnis zum Glauben. Er beschreibt seine katholische Grundausbildung und erklärt, dass er die ethischen Ableitungen der christlichen Lehre teile, sich aber schwertue, die Bibel so wörtlich zu nehmen, wie es für einen gläubigen Katholiken nötig wäre.
„Aber es stehen im Koran ganz, ganz viele Sätze, die der Bibel sehr, sehr ähnlich sind. Über gedeihliches menschliches Zusammenleben, über Gastfreundschaft, über Demut und, und, und, und.“
Precht erwähnt die Bibel als Vergleichsreferenz zum Koran, um die inhaltliche Nähe beider heiligen Schriften zu betonen. Sein Argument: Wer im Namen des Islam Verbrechen begeht, handelt ebenso gegen seine religiösen Grundlagen wie ein Christ, der gegen biblische Gebote verstößt.
„Es ist tatsächlich ein sehr schmales Buch im Unterschied zur Bibel. Aber tatsächlich wahrscheinlich neben der Bibel das allererfolgreichste und wirkmächtigste Buch der Weltgeschichte, würde ich sagen, überhaupt.“
Die Bibel wird als Vergleichsgröße herangezogen, um die historische Wirkmächtigkeit des Kommunistischen Manifests einzuordnen – es sei neben der Bibel das erfolgreichste Buch der Weltgeschichte.
„Und Sabine Rückert widmet sich in einem großen Text einem blutigen Buch voller Schwerverbrecher, nämlich der Bibel.“
Am Ende der Episode empfiehlt Anne Kunze die Dezember-Ausgabe des Magazins Zeit Verbrechen. Darin hat Sabine Rückert einen großen Text geschrieben, in dem sie die Bibel als Sammlung von Schwerverbrecher-Geschichten liest – ein bewusst provokanter Blickwinkel auf das bekannteste Buch der Welt.
„Da geht es ja darum, diese Bilder, die ja uralt sind, die gibt es ja schon immer, siehe Bibel, die Vorstellung von einer Vergangenheit und einer Zukunft des Menschen, die vom Untergang gezeichnet ist. Das ist in allen Weltreligionen vorhanden, solche Bilder.“
Im Gespräch über Apokalypse-Forschung und -Konferenzen verweist Boetius auf die Bibel als Urquelle apokalyptischer Bilder. Sie ordnet die heutigen Untergangsszenarien in eine jahrtausendealte Tradition ein, die in allen Weltreligionen präsent ist.
„Es gibt an einer zentralen Stelle übrigens auch einen Verweis auf die Bibel. Das ist ganz interessant. Es spielt auch mit christologischen Motiven da drin, nicht?“
Adam Soboczynski weist darauf hin, dass Murakamis Roman an zentraler Stelle auf die Bibel verweist und mit christologischen Motiven spielt. Die Parallelwelt hat Züge einer Vorhölle oder eines Zwischenreichs zwischen Paradies und Hölle.
„Die Bibel erzählte Gideon die Geschichten aus dem alten Israel, die vom Leben der Hirten handeln, von blutigen Kriegen, endlosen Wüsteneien, heiligen Bergen, der Vielweiberei, den Dämonen und dem Fluch der Unfruchtbarkeit. Und es waren die Geschichten der Massai.“
Innerhalb der vorgelesenen Reportage beschreibt Sabine Rückert, wie Gideon Soombe in der Bibel die Geschichten des alten Israel wiedererkannte – Hirtenkultur, Kriege, heilige Berge, Vielweiberei –, weil sie den Erzählungen seines eigenen Volkes, der Maasai, so verblüffend ähnelten. Die Bibel wird als kulturelle Brücke zwischen europäischem Christentum und Maasai-Tradition dargestellt.
„TikTok beziehungsweise die Bibel. Also beides sind zwei Universen, von denen ich manchmal so tue, als hätte ich ein bisschen Ahnung oder als wäre ich da mal irgendwie investiert gewesen. Aber es sind für mich komplett fremde Universen, wo man mir alles erzählen kann und ich nick immer nur.“
Jan Böhmermann nennt die Bibel als eine seiner großen Wissenslücken auf Platz 3. Er gibt zu, dass er bei Bibelreferenzen in Gesprächen mit belesenen Leuten immer so tut, als wüsste er Bescheid, obwohl er keine Ahnung hat. Auch Olli Schulz schließt sich an und gesteht, dass er sich für keine Religion je genug interessiert hat.
„Ich glaube, Bedürfnis nach Strafe ist ja schon immer da gewesen. Wir kennen das aus der Bibel, Auge um Auge, Zahn um Zahn.“
Andreas Sentker skizziert die Geschichte des menschlichen Strafbedürfnisses und nennt die Bibel als früheste Quelle des Vergeltungsprinzips. Die Erwähnung dient als historischer Ausgangspunkt für die Diskussion, wie Gesellschaften über Strafen entscheiden.
„Und Jesus ist der als Kreuzgenagelte, also der Ohnmächtige, der dann sagen kann, warum hast du mich verlassen, Vater, am Kreuzgenagelte. Und er wird ja verspottet.“
Ijoma Mangold analysiert ausführlich die paulinische Wende des Christentums als Antimacht-Ideologie und argumentiert, dass Dune genau diese christliche Dimension fehle. Er zitiert dabei biblische Szenen der Kreuzigung und die Paulusbriefe.
„Die Geschichten, die die Bibel erzählt, sind das echte Bibelseminar. Ereignisse? Oder sind die so wie die Ilias, die bestimmt inspiriert ist von einer Realität, aber vielleicht auch Ausschmückung, Interpretationen enthält? Wie sehen Sie das?“
Die Bibel steht im Zentrum einer ausführlichen Gesprächspassage zwischen Wegner und Kretschmann. Es geht um die Frage, ob biblische Geschichten historische Ereignisse beschreiben oder – wie die Ilias – analoge, gleichnishafte Erzählungen sind, deren Sinn wichtiger ist als ihre Faktizität.
„Die Bibel ist auch bei mir sehr durchgearbeitet. Also Bibel und Aristoteles, das sind so zwei Bücher, die tatsächlich sehr speckig aussehen.“
Thea Dorn nennt die Bibel neben der Nikomachischen Ethik als eines ihrer am meisten gelesenen Bücher
„Gilt die Bibel als Sachbuch? Wahrscheinlich nicht.“
Nora Bossong nennt die Bibel als Buch, das sie auf eine einsame Insel mitnehmen würde, und berichtet, sie habe sie dieses Jahr komplett gelesen
„Ich habe tatsächlich dieses Jahr es geschafft, die Bibel komplett zu lesen. Das war so eine Sache neben der Suche nach der verlorenen Zeit, was ich mal in meinem Leben durchgelesen haben will.“
Bossong erzählt von ihrem Lesejahr und nennt die Bibel als eines der großen Werke, die sie sich vorgenommen hat, komplett zu lesen. Sie hat eine Jerusalemer Bibel, die vom intensiven Arbeiten bereits zerfleddert ist.
„Man muss sich das so vorstellen, dass es da nicht sehr viel Lektüre gab. Man konnte die Bibel lesen oder man konnte eben das Buch lesen, in dem detailliert beschrieben wurde, woran man einen von einer Hexe Befallenen erkennt.“
Sabine Rückert erwähnt die Bibel als eines von nur zwei verfügbaren Büchern im puritanischen Salem. Sie dient als Kontrast zu Cotton Mathers Hexenbuch — die Bewohner hatten kaum andere Lektüre, was die enorme Wirkung des Hexenbuches auf die Bevölkerung erklärt.
„Die Bibel holt mich nicht ab. Die Bibel ist für mich ein schwaches Buch. Ganz ehrlich. Podcast-Titel.“
Im Kontext der Erwähnung des Bibel-Podcasts von Sabine und Johanna Rückert sagt Olli Schulz, dass ihn die Bibel als Text nicht anspricht. Jan Böhmermann greift den Satz begeistert als möglichen Podcast-Titel auf.
„Bis hin zur Kompensation der Bibel, der kanonischen Schriften. Also wie wird Information über Jesu Leben dann designt, damit daraus dann eine Kirche werden kann.“
Robert Habeck referiert Hararis Buch 'Nexus' und dessen Analyse, wie Informationssysteme Gesellschaften formen. Die Bibel wird als historisches Beispiel für die Gestaltung von Information genannt – von mündlichen Mythen über die kanonischen Schriften bis zum Buchdruck.
„Und das krasse Gegenteil ist eben diese Botschaft, die letzten Endes in der Bibel steht. Und das ist ja auch das, was Franziskus, finde ich, bei aller Widersprüchlichkeit, die das auch hat.“
Lanz kontrastiert den Ultrakapitalismus à la Trump mit der christlichen Soziallehre und verweist auf die Bibel als Quelle der Botschaft von Nächstenliebe und Gemeinschaft, für die Papst Franziskus eingetreten sei.
„Sie sind praktizierender Protestant. Bibel oder Koalitionsvertrag? Bibel. Oder ist dasselbe? Nein. Das ist eine völlig andere Kategorie.“
In einem schnellen Entweder-oder-Spiel zur persönlichen Vorstellung wählt Wadephul als praktizierender Protestant ohne Zögern die Bibel gegenüber dem Koalitionsvertrag und weist den scherzhaften Vergleich zwischen beiden deutlich zurück.
„Ich kannte ja halbe Bibel auswendig. Ja, na klar. Ich kannte auch ganz viele Gesangbuchverse von vorne bis hinten. Das war unsere, wir hatten Konfirmationsunterricht, da war ich sehr fromm, bin dann auch in die Kirche gegangen.“
Im Gespräch über Religion und Glauben erzählt Nüsslein-Volhard, dass sie als junge Frau sehr fromm war und die halbe Bibel auswendig kannte. Heute steht sie dem Glauben als Naturwissenschaftlerin skeptisch gegenüber und hält Schöpfungsglauben für unvereinbar mit der Evolutionsbiologie.
„er kam zum Beispiel auch immer mit einer Bibel in den Gerichtssaal“
Die Bibel wird als Requisit beschrieben, mit der der Täter Patrick Weber vor Gericht sein Bild als reuiger Christ untermauern wollte
„Habe eigentlich so einen Eskapismus betrieben, habe meinen Dante und Horats gelesen und habe vielleicht dann auch doch die Bibel und Nietzsche, weil ich das Gefühl hatte, mit dem Staat als solchem habe ich nichts zu tun, der ist mir fremd.“
Michael Triegel beschreibt seinen geistigen Eskapismus in der DDR. Die Bibel gehörte neben Dante, Horaz und Nietzsche zu seiner Lektüre, mit der er sich eine eigene, vom Staat unabhängige Welt schuf. Später führte ihn dieser Zugang auch zur katholischen Taufe.
„Klar, nicht in den monotheistischen Religionen, in dem Fall natürlich insbesondere im Christentum, aber nicht nur, geht es ja um das Buch. Die Bibel heißt ja nur das Buch. Und das Buch.“
Im Gespräch über den besonderen Status von Büchern als Artefakte – im Unterschied zu bloßen Gebrauchsgegenständen – verweist Gabriel auf die Bibel als Urbild des heiligen Buches. Er argumentiert, dass KI-Systeme ihrer Seinsweise nach eher einem Buch ähneln als einem Schraubenzieher, weil in ihnen die Geschichte der Menschheit als Archiv enthalten sei.
„So Martin Luther, der mit seiner Bibelübertragung den starren Hierarchien der Kirche getrotzt hat. Er hatte eine Vorstellung von einer Version der Bibel, die dem Volk aufs Maul schaut und im ganzen Land verstanden werden konnte.“
Die Lutherbibel wird im Kontext von Gysis Buchkapitel als kulturprägendes Werk gewürdigt. Luther wird als jemand dargestellt, der mit seiner Übersetzung die Bibel demokratisiert und eine gemeinsame deutsche Sprache mitbegründet hat. Die Lutherbibel ist zugleich das Grundthema des gesamten Podcasts.
„Er hat ja zum Beispiel eine Bibel gebracht bekommen, das war seinem Vater wichtig, weil der Vater sehr religiös ist.“
Im Gespräch über die Haftbedingungen von Lutz Schuster in einem chinesischen Gefängnis berichtet Daniel Müller, dass die deutschen Diplomaten den Verurteilten regelmäßig mit Gegenständen versorgen. Eine Bibel wurde ihm auf Wunsch seines religiösen Vaters gebracht.
„Das hat Jesus selber gesagt, was das Hauptgebot für die Christen ist, liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe sogar deine Feinde. Das ist der Kern des Christentums.“
Kretschmann beschreibt sein Gottesbild nach seinem Wiedereintritt in die katholische Kirche. Er zitiert mehrfach aus der Schrift – das Doppelgebot der Liebe, das Feindesliebegebot und die Stelle über den Mühlstein – um zu erklären, was für ihn den Kern des Christentums ausmacht und warum er trotz der Internats-Erfahrungen gläubig geblieben ist.
„Und hat dann nur gesagt, wir sind doch alles Amerikaner. Wir lesen doch alle die Bibel und die Verfassung. Und hat es geschafft, diese Trump-Anhänger anzunehmen, für sich zu gewinnen.“
Anne Kunze erzählt, wie Hawk Newsome bei einer Veranstaltung von Trump-Anhängern sprach und versuchte, eine gemeinsame Basis zu finden. Er verwies auf die Bibel und die Verfassung als verbindende Texte aller Amerikaner, statt die Anwesenden als Faschisten zu beschimpfen. Die Bibel wird hier als rhetorisches Symbol für gemeinsame amerikanische Werte erwähnt.
„Ich habe tatsächlich angefangen, die Bibel zu lesen, weil ich irgendwie dachte, so richtig genau, also ich kenne mich einfach nicht ganz genau so aus, wie ich mich auskennen möchte. Ich dachte, ich fange mal richtig systematisch an und von vorne bis hinten gehe ich das Ganze mal durch.“
Alexander Cammann erzählt von seinem privaten Neujahrsvorsatz: Er will die Bibel systematisch von vorne bis hinten durchlesen, weil er sich bei bestimmten Fragen nicht so gut auskennt, wie er es gerne möchte. Es ist ein persönliches Projekt ohne journalistischen Hintergrund.
„Meine Mutter ist ja bibelfest tatsächlich. Also die auch das Buch sehr genau und auch sehr oft gelesen hat. Aber ich würde gar nicht sagen und ich weiß jetzt auch nicht, ob sie es so wörtlich auslegt, aber zumindest ihre Erziehung hat ihr das mitgegeben.“
Im Gesprächsabschnitt über Glauben und Religion spricht Nicole Büttner-Thiel über ihre Mutter, die die Bibel sehr genau und oft gelesen hat. Die Frage ist, wie buchstabengetreu man religiöse Texte im 21. Jahrhundert auslegen sollte – Nicole selbst würde die Bibel nicht wörtlich nehmen.
„Bei uns ist das einfach ein Sprichwort gewesen, aber die ursprüngliche Idee ist ja immer gleich, die gab es auch schon in der Bibel, die gab es schon bei den Ägyptern und so weiter.“
Im Zusammenhang mit der Goldenen Regel ('Was du nicht willst, dass man dir tut...') verweist von Schirach darauf, dass diese Idee in nahezu jeder Kultur vorkommt, unter anderem in der Bibel. Es ist eine beiläufige Erwähnung zur Illustration der universellen Verbreitung dieses Gerechtigkeitsprinzips.
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