Episoden
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Der Krankenhausmörder
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Daniel Müller, frisch abgeworbener Kriminalreporter für das neue ZEIT-Kriminalmagazin, bringt den größten Mordfall der bundesrepublikanischen Geschichte mit: die Geschichte von Nils H., aufgewachsen in einer Familie aus Krankenpflegern und Krankenschwestern in Wilhelmshaven. Was als vorbildliche Pflegekarriere im St. Willehardt-Hospital begann — gefördert vom guten Ruf seines Vaters —, führte über Stationen in Oldenburg und Delmenhorst zu einer beispiellosen Mordserie an Krankenhauspatienten.
Der Kampf der Könige
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Im zweiten Kapitel der Abraham-Geschichte wimmelt es von Kleinkönigen mit klangvollen Namen — Amraphel, Kedor-Laoma, Bera und Birscha —, die sich in einem Land voller Scharmützel gegenseitig befehden, obwohl sie in Wirklichkeit kaum mehr als Bürgermeister über ein paar Quadratkilometer sind. Sabine gesteht, sich eigens einen Hollywood-Bibelfilm gekauft zu haben, um den Oberkönig Kedor-Laoma in Fleisch und Blut zu erleben. Nebenbei entfaltet sich das Paradox Abrahams: Er wird stets als uralter Mann dargestellt — nicht trotz seiner Jugend, sondern weil er sein Leben lang auf die Erfüllung einer Verheißung wartet, die einfach nicht eintrifft.
Ein sogenannter Ehrenmord
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Reporterin Annabel Wahba hat über Jahre den Fall Hatun Sürücü recherchiert — die 23-Jährige wurde 2005 in Berlin von ihrem jüngeren Bruder erschossen. Im Gespräch räumt Wahba mit Vereinfachungen auf: Die Ehe mit dem Cousin war keine Zwangsehe, die Familie kein verschworener Clan, und der Begriff Ehrenmord führt in die Irre, weil er kulturell verbrämt, was schlicht ein Mord war.
Warum geben Sie keine Interviews, Marc-Uwe Kling
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Marc-Uwe Kling gibt keine Interviews — seit über einem Jahrzehnt. Für Alles gesagt? kommt er trotzdem, aber nur unter einer Bedingung: Er dreht den Spieß um und interviewt die Hosts. Was folgt, ist ein Rollenspiel zwischen Verweigerung und Neugier, in dem der Erfinder der Känguru-Chroniken Fragen zu Klimajournalismus, Facebook-Zerschlagung und der AfD-Berichterstattung stellt, statt sie zu beantworten.
Abraham und Sarah
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Pfarrerstöchter zoomen sich durch die biblische Genealogie von Noah über Sem bis zu Abraham – und Johanna Haberer erklärt dabei, warum der Bundesgedanke das gesamte Alte Testament durchzieht: Gott verpflichtet sich immer enger an einzelne Menschen. Nebenbei stellt sich heraus, dass Semiten nicht nur das Volk Israel meint, sondern auch Palästinenser und Syrer – eine politisch brisante Verwandtschaft, die der Text beiläufig aufdeckt.
Thomas Hitzlsperger, wie hat Ihr Coming-out den Fußball verändert
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Thomas Hitzlsperger erzählt vom Moment, als Giovanni Trapattoni ihn beim ersten Training in Stuttgart übernahm und warum dieser Trainer ihn wohl nie geholt hätte. Er spricht offen über die Einsamkeit am Ende seiner Karriere, das Vakuum nach den extremen Adrenalin-Erlebnissen des Profisports und seine These, dass Doping im Fußball sehr wohl etwas bringen würde. Dazu sein gesellschaftspolitisch prägendes Coming-out und was es für den Fußball ausgelöst hat.
Sie ist 13, er 52
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Aufgenommen im museumsgleichen Büro des verstorbenen Helmut Schmidt – zwischen Menthol-Zigaretten und Aschenbecher – stellen die Hosts ihren Gast Miguel Helm vor, der für ein ZEIT-Dossier einen Fall recherchiert hat, den er als die deutsche Natascha Kampusch bezeichnet: Ein Mädchen verschwand im Mai 2013 aus Freiburg. Helm ging selbst auf dasselbe Gymnasium wie das Opfer und erfuhr erst durch die Schlagzeilen von ihrem Schicksal.
Fleisch bedeutet Tod
Roman Pletter & Gäste
Jonathan Safran Foer kommt mit seinem Buch 'Wir sind das Klima' nach Zürich — und Judith Luig, die das Gespräch moderiert, gesteht, dass sie sein erstes Sachbuch 'Tiere essen' nie gelesen hat, es aber trotzdem ihr Leben auf den Kopf gestellt hat: Ihr Freund las es und seitdem gab es nur noch Pilzrisotto statt Schnitzel. Das Dinner nach der Veranstaltung im Kaufleuten wird zur kleinen Komödie: Alle blättern betreten durch die Speisekarte und trauen sich nicht, in Foers Gegenwart Fleisch zu bestellen.
Der Turmbau zu Babel
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Bevor der Turmbau zu Babel dran ist, klären die beiden erst einmal, was die fünf Bücher Mose überhaupt sind — und wer sie geschrieben hat. Johanna Haberer erklärt, dass Mose selbst kaum der Autor war: Die Texte entstanden vermutlich als Redaktion im babylonischen Exil um 580–530 v. Chr., speisen sich aber aus mündlichen Überlieferungen, die weit älter sind und auch in der mesopotamischen Umwelt kursieren. Was sie von anderen Schöpfungserzählungen unterscheidet, ist die konsequente Pointe auf den einen, unsichtbaren, nicht darstellbaren Gott — ein radikaler Kontrast zu den vielen, menschenähnlichen Göttern der Nachbarvölker.
Noahs Arche
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Pfarrerstöchter wenden sich Noahs Arche zu — einer der berühmtesten Katastrophengeschichten der Bibel. Johanna Haberer erklärt, warum die Erzväter in der Genesis 900 Jahre alt werden: nicht als realistische Biographie, sondern als literarisches Mittel, um 4000 Jahre Menschheitsgeschichte zu überspannen. Noah hebt sich aus den langen Ahnenlisten heraus, weil von ihm ausdrücklich gesagt wird, er habe Gott einen Platz in seinem Leben gegeben — was ihn zum Überlebenden der kommenden Sintflut macht.