Episoden von ZEIT Verbrechen
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J wie Jugendschutz
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge des ABC des Verbrechens geht es um den Jugendschutz im Strafrecht: Welche besonderen Regeln gelten, wenn Kinder und Jugendliche Opfer von Straftaten werden? Daniel Müller erklärt, warum Jugendschutzkammern mit speziell geschulten Richtern besetzt werden, die pädagogische und psychologische Kenntnisse mitbringen müssen — und wie die Vernehmung kindlicher Zeugen abläuft, bei der grundsätzlich nur der Vorsitzende Fragen stellen darf, um die Schutzbedürftigkeit zu wahren.
I wie in dubio pro reo
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge des ABC des Verbrechens erklärt Anne Kunze gemeinsam mit Leon Kruse und Yves Georg den Zweifelsgrundsatz *in dubio pro reo* — und warum er rein subjektiv ist: Ob ein Angeklagter freigesprochen wird, hängt nicht davon ab, ob man hätte zweifeln müssen, sondern allein davon, ob die entscheidenden Richter tatsächlich zweifeln. Das kann dazu führen, dass dieselben Beweismittel bei einem entscheidungsfreudigen Richter zur Verurteilung führen und bei einem unentschlossenen zum Freispruch — dem sogenannten Freispruch zweiter Klasse.
H wie Haft
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge des ABC des Strafens erklärt Anne Kunze mit ihren Gesprächspartnern, was Haft in Deutschland konkret bedeutet — von den ersten überwältigenden Stunden in der Zelle ohne persönliche Gegenstände bis zur Frage, wie lang lebenslänglich wirklich dauert. Besonders eindrücklich: Der Fall Bräunig, in dem ein wegen Doppelmordes Verurteilter über 50 Jahre in Haft saß, zeigt, dass die Formel 15 Jahre plus X bei lebenslanger Freiheitsstrafe ein extrem dehnbarer Begriff ist.
G wie Gerichte
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Im Bildungsmonat beim Buchstaben G angekommen, erklärt diese Folge das deutsche Gerichtssystem von unten nach oben: vom Einzelrichter am Amtsgericht über das Schöffengericht bis zum Bundesgerichtshof. Anne Kunze und Sabine Rückert schlüsseln auf, welches Gericht ab welcher Straferwartung zuständig ist, wie der Instanzenzug bei Berufung und Revision funktioniert — und warum Laienrichter tatsächlich den Ausschlag für einen Freispruch geben können.
G wie Geständnis
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In Folge 8 des ABC des Verbrechens dreht sich alles um das Geständnis — wann es taktisch klug ist und warum es trotzdem trügerisch sein kann. Ein Strafverteidiger schildert, wie ein frühzeitiges Geständnis bei einer Vergewaltigung den Unterschied zwischen Gefängnis und Bewährung bedeuten kann. Doch die jahrhundertealte Vorstellung vom Geständnis als Regina Probationum, der Königin der Beweismittel, hat Risse: Warum sollte jemand etwas gestehen, das er nicht getan hat — eine Frage, die auf den ersten Blick einfach scheint, es aber nicht ist.
F wie Fragen
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge des ABC des Verbrechens dreht sich alles um die Kunst des Fragens vor Gericht. Die Hamburger Strafverteidiger Yves Georg und Leon Kruse erklären, warum es im deutschen Strafprozess kein Hollywood-mäßiges „Einspruch!
E wie Erlaubnistatbestandsirrtum
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge des ABC des Verbrechens erklären Anne Kunze und ihre Co-Moderatoren den Erlaubnistatbestandsirrtum anhand eines spektakulären Falls: Ein Hells-Angels-Mitglied erschießt einen Polizisten durch seine Haustür, weil er glaubt, verfeindete Bandidos wollen ihn töten — ein SEK-Einsatz morgens um sechs, ohne Ankündigung. Der Bundesgerichtshof spricht ihn vom Totschlagsvorwurf frei, weil er sich in einer eingebildeten Notwehrsituation befand, die strafrechtlich wie eine echte behandelt wird.
D wie Dokumentation
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge des ABC des Verbrechens geht es um ein erstaunliches Defizit der deutschen Strafjustiz: Bei Landgerichten und Oberlandesgerichten gibt es kein Inhaltsprotokoll von Zeugenaussagen. Richter kritzeln handschriftlich mit, was sie können — während sie gleichzeitig zuhören, Fragen formulieren und den Fall bewerten müssen. Studien zeigen, dass diese Überlastung Urteile beeinflusst: Vor der Mittagspause und am Ende langer Verhandlungstage fallen härtere Urteile als nach einer Mahlzeit.
C wie Charakter
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge des ABC des Verbrechens diskutiert Anne Kunze mit zwei Strafverteidigern die Frage, ob Kriminelle einen bestimmten Charakter haben. Die klare Antwort: Nein — die längst widerlegte Tätertypenlehre ist Unsinn, und letztlich waren wir alle schon einmal Straftäter, ob beim Schwarzfahren oder bei der Steuererklärung. Besonders eindrücklich schildert einer der Verteidiger seine Erfahrung, dass Gewalttäter vor Gericht auffallend oft selbst als Kinder Opfer von Gewalt waren — ein Kreislauf, aus dem man bewusst ausbrechen muss.
B wie Beweis
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge des ABC des Verbrechens dreht sich alles um Beweismittel im Strafrecht — von der juristischen Eselsbrücke SAARPUTZ (Sachverständiger, Augenschein, Parteivernahme, Urkunde, Zeuge) bis zur überraschenden Erkenntnis, dass DNA-Spuren weit weniger aussagekräftig sind als gedacht: Sie verraten weder, wann noch wie sie an einen Gegenstand gelangten, und können sogar über einen simplen Händedruck auf eine Tatwaffe übertragen werden. Als bestes Beweismittel gilt dagegen die unscheinbare E-Mail — weil sie nicht nur belegt, was geschehen ist, sondern auch, was sich der Absender dabei gedacht hat.