Löwe und Esel bewachen eine Leiche
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Nach Salomos Tod soll sein Sohn Rehabeam König werden — doch schon der Ort der Krönung, das alte Sichem statt Jerusalem, zeigt: Die Macht wandert zurück in den Norden. Der aus Ägypten zurückgekehrte Jerobeam und das Volk fordern Erleichterung vom harten Joch, das Salomo ihnen auferlegt hat. Nebenbei rätseln die Schwestern, warum ausgerechnet die knappe Saba-Episode weltberühmt wurde — und landen bei Gina Lollobrigida in der Badewanne im Film von 1959.
„Diese Königin von Saba ist keine brave Bibelverfilmung. Sie greift biblische Personen auf, denen sich mühelos Sexualität anhängen lässt.“
Erwähnte Medien (10)
Salomo
Andreas Kunz-Lübcke · 2004
Der Bibel gilt Salomo als der glanzvollste Konig in der Geschichte Israels. Fremde Herrscher und Volker lagen ihm zu Fussen, er haufte unermessliche Reichtumer auf, seine Bauten waren legendar. Die Wissenschaft indes spricht eine andere Sprache. Keine ausserbiblische Quelle erwahnt ihn und auf keines seiner Bauwerke sind die Archaologen je gestossen. Und selbst das biblische Bild ist spannungsvoll.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:01:10 „der Andreas Kunz-Lübcke, der schreibt ein sehr anregendes Buch über den Salomo“
Johanna zitiert aus einem Buch von Andreas Kunz-Lübcke über Salomo, in dem der Autor den Film mit Gina Lollobrigida analysiert
Solomon and Sheba
King Vidor · 1959
Nach König Davids Tod besteigt Salomon den Thron des Volkes Israel. Die wachsende Macht der Israeliten ist jedoch den Ägyptern ein Dorn im Auge. Zusammen mit seiner Verbündeten, der Königin von Saba, ersinnt der Pharao eine Kriegslist. Die schöne Königin soll den jungen Israeliten-König becircen und einen Keil zwischen ihn und die zwölf Stämme Israels treiben. Der Plan scheint aufzugehen und der Pharao greift zu den Waffen, um das zerrüttete Königreich zu erobern.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:01:34 „Das wurde ja 1959, habe ich gelesen, verfilmt. Ich habe den Film nicht gesehen, wo Salomo die Königin von Saba trifft mit Gina Lollobricida und Jules Brunner.“
Johanna Haberer erwähnt den Hollywood-Film von 1959 über Salomo und die Königin von Saba mit Gina Lollobrigida und Yul Brynner als Beispiel für die enorme Wirkungsgeschichte der biblischen Saba-Episode. Sie zitiert dazu auch einen Autor, der den Film als weniger brave Bibelverfilmung beschreibt, die vor allem auf Sexualität und Erotik setzte.
Salomo: Von der Weisheit eines Frauenliebhabers
Andreas Kunz-Lübcke · 2004
Sachsen als Mutterland der evangelischen Kirchenmusik ist seit der Reformation bis heute für seine außergewöhnliche kirchenmusikalische Vielfalt bekannt. Aus Anlass des 65. Geburtstages von Landesbischof Volker Kreß geben 21 Autoren, die das kirchenmusikalische Leben in Sachsen prägen oder früher dort ihr Wirkungsfeld hatten, einen vielstimmigen Überblick, wie in den Gemeinden der sächsischen Landeskirche zum Lob Gottes und zur Freude der Menschen gesungen und musiziert wird.
🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:00 „Der Andreas Kunz-Lübcke, der schreibt ein sehr anregendes Buch über den Salomo. Er schreibt... Zu diesem Film? Zu diesem Film. Diese Königin von Saba ist keine brave Bibelverfilmung. Sie greift biblische Personen auf, denen sich mühelos Sexualität anhängen lässt.“
Johanna Haberer zitiert aus einem Buch von Andreas Kunz-Lübcke über Salomo, in dem dieser den Film von 1959 analysiert. Das Buch wird als 'sehr anregend' beschrieben und dient als wissenschaftliche Quelle für die Diskussion über die Wirkungsgeschichte der Königin von Saba.
Westworld
Jonathan Nolan · 2016
Eine dunkle Odyssee über das Erwachen künstlichen Bewusstseins und die sich ausbreitende Sünde: An der Schnittstelle zwischen naher Zukunft und wiedererweckter Vergangenheit wird eine Welt erforscht, in der jedes menschliche Verlangen erfüllt werden kann, egal wie nobel oder verdorben es ist. Es existieren keine Regeln, keine Gesetze, keine Urteile - ein Leben ohne Grenzen.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:14:59 „Also langer Rede, es ist ja interessant, dass die, ich weiß nicht, ob du die Serie Westworld kennst. Die kenne ich gar nicht. Die läuft auf Sky, soweit ich mich entsinne. Ich habe da ein paar Folgen gesehen, also ein paar Staffeln. Und da gibt es ein Überwachungssystem, das heißt Rehabiam.“
Sabine Rückert stellt eine überraschende Verbindung zwischen der biblischen Figur Rehabeam und der Science-Fiction-Serie Westworld her. In der Serie gibt es ein Überwachungs- und Unterdrückungssystem namens 'Rehoboam' – erst durch die Bibel-Lektüre erschließt sich ihr, warum dieses System so benannt wurde: wegen Rehabeams Ankündigung, das Volk mit 'Skorpionen' zu züchtigen.
Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät
Carel van Schaik, Kai Michel · 2017
Gott wirft Adam und Eva aus dem Paradies, die Arche Noah übersteht die Sintflut, und Jesus von Nazareth erweckt Tote zum Leben – die faszinierenden Geschichten der Bibel sind fester Bestandteil unserer Kultur. Und doch stecken sie voller Rätsel und Widersprüche, die auch jahrhundertelange theologische Kontroversen nicht lösen konnten. Der Evolutionsbiologe Carel van Schaik und der Historiker Kai Michel legen nun erstmals eine verborgene Seite der Bibel frei.
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:40:39 „Ja, dazu habe ich einen kleinen Beitrag aus unserem Begleitbuch geschrieben. Das Tagebuch der Menschheit von Karel van Schaik und Kai Michel, was die Bibel uns über unsere Evolution verrät. Und da geht es um diese Frage, warum ist Gott so grausam, wo er doch ein lieber Gott ist, auf Seite 301.“
Sabine Rückert führt das Buch als 'Begleitbuch' zum Podcast ein, um die Frage zu vertiefen, warum der biblische Gott so grausam erscheint. Sie liest eine längere Passage vor (ab Seite 301, Überschrift 'Gott ist auch nur ein Mensch'), in der die Autoren evolutionspsychologisch erklären, warum Menschen Gott zwangsläufig als Person denken und seine Widersprüche nicht tolerieren können. Die Passage mündet in die These, dass Moral älter ist als Religion.
Religion Explained
Pascal Boyer · 2007
Many of our questions about religion, says the internationally renowned anthropologist Pascal Boyer, were once mysteries, but they no longer are: we are beginning to know how to answer questions such as "Why do people have religion?" and "Why is religion the way it is?" Using findings from anthropology, cognitive science, linguistics, and evolutionary biology, Boyer shows how one of the most fascinating aspects of human consciousness is increasingly admissible to coherent, naturalistic explanati...
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:41:14 „Pascal Boyer hat gezeigt, dass wir mittels ontologischer Kategorien wie Mensch, Tier oder Werkzeug die Welt begreifen, unsere Erkenntnisse über sie und ihre Inhalte organisieren und Erwartungen formulieren.“
In der vorgelesenen Passage aus dem 'Tagebuch der Menschheit' wird Pascal Boyers kognitionswissenschaftliche Erklärung herangezogen, warum Menschen sich Gott zwangsläufig als Person vorstellen. Boyer argumentiert, dass wir die Welt über ontologische Kategorien begreifen und auf übernatürliche Wesen automatisch die Schablone 'Person' anwenden.
Talmud
· 1964
Der babylonische Talmud. Band 3. Part 1. Der Traktat Sukkah. Uebersetzt nach der ersten, zensurfreien Ausg (Venedig 1520-23), mit Ber?cksichtigung der neureren Ausgaben, nebst kurzen Erkl?rungen von Lazarus Goldschmidt.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:43:37 „In den letzten Jahrtausenden wurde die Bibel deshalb schön geredet, zur Allegorie erklärt und durch weniger gewalttätige Texte, wie bei den Juden der Talmud und bei den Christen das Neue Testament, verdrängt und diskret ignoriert.“
Sabine Rückert liest aus dem Begleitbuch 'Das Tagebuch der Menschheit' vor. In dem Abschnitt geht es darum, wie Gläubige mit den gewalttätigen Seiten Gottes umgehen. Der Talmud wird als Beispiel dafür genannt, dass spätere Texte die brutalen biblischen Passagen relativiert und verdrängt haben.
Katechismus der Katholischen Kirche
· 2007
Als im Jahr 1993 der "Weltkatechismus" in deutscher Sprache erschien, stand er bald im Mittelpunkt des Interesses der Medien und einer breiten Öffentlichkeit. Die vorliegende Neuausgabe beruht nunmehr auf der lateinischen Fassung und ist künftig der maßgebende Text. Dieser bietet einige redaktionelle Änderungen inhaltlicher Art.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:44:16 „Das sagt auch der offizielle Katechismus der katholischen Kirche. Wir dürfen nicht den unsagbaren, unbegreiflichen, unsichtbaren und unfassbaren Gott mit unseren menschlichen Vorstellungen verwechseln.“
In der vorgelesenen Passage wird der Katechismus als Gegenposition zitiert: Während die Evolutionspsychologie erklärt, warum wir Gott als Person denken müssen, mahnt der Katechismus, genau das nicht zu tun – Gott sei ein Mysterium jenseits menschlicher Kategorien. Die Autoren nutzen diesen Widerspruch, um zu zeigen, dass selbst die Kirche das Problem der menschlichen Gottesvorstellung anerkennt.
Der gute Affe – Der Ursprung von Recht und Unrecht bei Menschen und anderen Tieren
Frans de Waal · 2015
Woher kommt die Moral? Wie hilft sie uns dabei, richtig zu handeln? De Waal beantwortet Fragen rund um Moral und Humanismus mit Blick auf Primaten und andere Tiere, die uns erstaunlich nahestehen: Im gottlosen Universum beobachtet er, wie Menschenaffen gerecht, kooperativ und empathisch handeln. Der weltbekannte Primatenforscher Frans de Waal nimmt uns mit auf eine erfrischende, philosophische Reise, bei der die lange Tradition des Humanismus ebenso zu Wort kommt wie das Sozialverhalten im Tierr...
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:45:38 „Der berühmte Primatologe Franz de Waal hat gezeigt, dass sogar Affen, Menschenaffen, gerecht, kooperativ und empathisch handeln. Unsere Moral ist also viel, viel älter als die Religion.“
Innerhalb der vorgelesenen Passage aus dem 'Tagebuch der Menschheit' wird Frans de Waals Forschung als Beleg dafür angeführt, dass moralisches Verhalten evolutionär viel älter ist als Religion. Die Autoren argumentieren, dass bereits Menschenaffen Fairness und Empathie zeigen, womit die Vorstellung widerlegt sei, Religion habe die Moral gebracht.
The God Delusion
Richard Dawkins · 2009
THE FOUR MILLION COPY INTERNATIONAL BESTSELLER The brilliantly argued and impassioned classic polemic from the world’s best-known atheist. Sensationally incisive and perennially timely, this is required reading for everyone. ‘A resounding trumpet blast for truth’ Matt Ridley '[The God Delusion] deserves multiple readings; not just as an important work of science, but as a great work of literature’ Steven Weinberg, Nobel Laureate, Times Literary Supplement ‘If its merciless rationalism doesn’t en...
🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:45:54 „Richard Dawkins bringt es auf den Punkt. Wir brauchen Gott nicht, um gut zu sein und auch nicht, um böse zu sein.“
Im Rahmen der Vorlesung aus dem 'Tagebuch der Menschheit' wird Richard Dawkins mit seiner bekannten These zitiert, dass Moral unabhängig von Religion existiert. Johanna Haberer widerspricht dem anschließend energisch und nennt Dawkins' Reduktion von Religion auf Moral 'vollkommen behämmert' – Menschen bräuchten Religion nicht für Moral, sondern zur Verarbeitung von Sinnfragen.