Die sogenannte Gegenwart – Müssen wir uns Amerika aus dem Herzen reißen
#111

Müssen wir uns Amerika aus dem Herzen reißen

Die sogenannte Gegenwart / 21. April 2025 / 13 Medien

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Was passiert, wenn das Land, das unsere Popkultur, unsere Jugendträume und unsere Fantasien geprägt hat, plötzlich fremd wird? Die Folge kreist um die emotionale Entfremdung von den USA — nicht nur wegen Zöllen und Sicherheitspolitik, sondern weil Amerika für viele Deutsche eine biografische Projektionsfläche war, verbunden mit Abenteuern und Offenbarungen. Anhand von J.D. Vances "Hillbilly Elegy" wird versucht, das andere Amerika zu verstehen, das diese Entfremdung ausgelöst hat.

„Dieses Land war für viele von uns natürlich auch eine biografische Projektionsfläche. Sie ist verbunden mit Abenteuern, Erlebnissen, Offenbarungen, Erinnerungen und Zugehörigkeiten.“
🗣 Ijoma Mangold

Erwähnte Medien (13)

Hillbilly Elegy
Buch

Hillbilly Elegy

J.D. Vance

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:01:38 „Und wir haben uns nochmal das Buch von J.D. Vance, Hillbilly Elegy, angeguckt, weil uns das doch sehr symptomatisch erscheint.“

Nina Pauer kündigt das Buch als einen der Schwerpunkte der Folge an. Es soll im weiteren Gespräch über die Entfremdung von den USA und die Frage, ob man sich von Amerika 'entlieben' muss, als symptomatisches Werk besprochen werden. Die inhaltliche Diskussion folgt offenbar in einem späteren Abschnitt des Transkripts.

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Monty Python
Serie

Monty Python

🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:02:43 „Wie bei Monty Python gibt es doch diese Gruppe, die sich Witze erzählt und nur die Zahl sagt.“

Ijoma Mangold verweist beiläufig auf einen bekannten Monty-Python-Sketch, in dem Witze nur noch als Nummern erzählt werden. Er zieht den Vergleich, weil er und Nina Pauer gerade so vertraut miteinander kommunizieren, dass sie ihre Gegenwartscheck-Themen fast nur noch mit Stichworten andeuten müssen.

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The White Lotus
Serie

The White Lotus

Mike White

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:05:31 „Denn als Nachzügler habe ich erst am vergangenen Wochenende die erste Folge der dritten Staffel von White Lotus gesehen.“

Ijoma Mangold erwähnt die dritte Staffel von White Lotus im Zusammenhang mit dem Gegenwartscheck-Thema 'schiefe Zähne als neues Schönheitsideal'. Er bemerkt, dass eine Figur in der Serie, die aus einfachen Verhältnissen kommt, ebenfalls schiefe Zähne hat, und fragt sich, ob das ein weiterer Beleg für diesen Trend ist.

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Akte X
Serie

Akte X

Chris Carter

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:27:17 „Popsongs sind auf Englisch, wir waren Backstreet Boys Fans, wir haben Akte X geguckt, wir haben Emergency Room geguckt. Also es war einfach klar, dass alles amerikanisch ist.“

Pauer zählt Akte X als Teil der amerikanischen Populärkultur auf, die ihre Jugend prägte. Die Serie steht beispielhaft für die hegemoniale Anziehungskraft der USA auf europäische Jugendliche in den 90er Jahren.

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Emergency Room
Serie

Emergency Room

Michael Crichton

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:27:17 „Popsongs sind auf Englisch, wir waren Backstreet Boys Fans, wir haben Akte X geguckt, wir haben Emergency Room geguckt. Also es war einfach klar, dass alles amerikanisch ist.“

Emergency Room wird neben Akte X als weiteres Beispiel für die amerikanische Serienkultur genannt, die Pauers Generation prägte. Die Aufzählung unterstreicht, wie selbstverständlich US-Kultur als Leitkultur empfunden wurde.

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Backstreet Boys
Musik

Backstreet Boys

Backstreet Boys

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:27:17 „Popsongs sind auf Englisch. Wir waren Backstreet Boys Fans, wir haben Akte X geguckt, wir haben Emergency Room geguckt. Also es war einfach klar, dass alles amerikanisch ist.“

Nina Pauer zählt die Backstreet Boys als Beispiel für die kulturelle Hegemonie der USA in ihrer Jugend auf – amerikanische Popkultur war selbstverständlicher Teil des Aufwachsens in Deutschland.

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The West Wing
Serie

The West Wing

Aaron Sorkin

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:34:48 „West Wing war so eine sehr, sehr typische für das neoliberale, progressive Amerika, hat sich in dieser Serie von Aaron Sorkin quasi so ein bisschen selbst beweihräuchert. Und da gibt es das Fly-Over-Country interessanterweise eigentlich nur in der einen Form, dass der Präsident, der hat doch diese Leidenschaft für die Nationalparks.“

Mangold nennt The West Wing als Beispiel dafür, wie das progressive, kosmopolitische Amerika sich selbst feierte und die ländlichen Flyover States kaum wahrnahm – höchstens in der romantisierten Form von Nationalparks. Die Serie illustriert für ihn die blinden Flecken der liberalen US-Küstenelite.

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Politikteil
Podcast

Politikteil

ZEIT ONLINE

🗣 Nina Pauer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:43:22 „Ich kann nicht anders, ich muss jedes Mal irgendwie gefühlt in jeder Folge das Politikteil auch empfehlen unseren Leuten, politischen Podcast bei der Zeit, und die hatten auch eine J.D. Vance-Folge aus anderer, aus politischerer Sicht, aber da hatten die das alles auch nochmal zitiert.“

Pauer empfiehlt den ZEIT-Podcast 'Das Politikteil', der eine eigene Folge zu J.D. Vance aus politischer Perspektive gemacht hat. Sie verweist darauf, dass dort die Zitate von Vance' früherer Trump-Kritik ebenfalls aufgearbeitet wurden.

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Kulturelles Heroin
Artikel

Kulturelles Heroin

J.D. Vance

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:43:31 „Kulturelles Heroin hat er in The Atlantic geschrieben und er hat gesagt, er sei sich nicht sicher, ob Trump ein zynisches Arschloch sei oder Amerikas Hitler.“

Pauer erinnert an einen Artikel von J.D. Vance in The Atlantic, in dem er Trump noch scharf kritisierte – bevor er sich ihm politisch anschloss. Der Artikel wird als Beleg für Vance' radikalen Gesinnungswandel herangezogen.

Zum Artikel bei Theatlantic.com
Confessiones
Buch

Confessiones

Augustinus

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:44:12 „Wir kommen nie auf die Idee, dass es ja auch so etwas sein kann wie eine Umkehr, ein Aha-Moment, eine Erkenntnis, so wie irgendwann der heilige Augustinus-Begriff.“

Ijoma Mangold vergleicht J.D. Vances politischen Wandel mit der Bekehrungserfahrung des Augustinus. Er stellt die Frage, ob Vances Hinwendung zu Trump nicht auch eine echte innere Umkehr gewesen sein könnte statt reiner Opportunismus.

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Battle Hymn of the Tiger Mother
Buch

Battle Hymn of the Tiger Mother

Amy Chua

🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:11:01 „Amy Chua ist eine relativ bekannte Juraprofessorin in Yale, die aber nicht als Juristin bekannt geworden ist, sondern mit ihrem Buch über die Tiger Mum. Die kommt aus einer chinesischen Einwandererfamilie und hat um das Jahr 2010 oder 2011 herum ein Buch geschrieben, das damals die Leute zur Weißglut brachte.“

Ijoma Mangold erzählt, dass J.D. Vance an der Yale Law School bei Amy Chua studierte, die ihn ermutigte, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Chua wurde durch ihr Buch über den autoritären Erziehungsstil chinesischer Mütter berühmt, das progressive Erziehungsideale provozierte. Sie war eine zentrale Mentorin sowohl für Vance als auch für Vivek Ramaswamy.

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Feuerschwanz (ESC-Bewerbung)
Musik

Feuerschwanz (ESC-Bewerbung)

Feuerschwanz

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:16:18 „Viele Fans hätten sich zwar gerne die Mittelalter-Rocker von Feuerschwanz gewünscht, aber das hat nicht geklappt.“

Nina Pauer erwähnt beiläufig, dass die Mittelalter-Rock-Band Feuerschwanz von vielen ESC-Fans als deutscher Beitrag gewünscht wurde, sich aber nicht durchsetzen konnte.

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Baller
Musik

Baller

Arbor und Tynna

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:16:29 „Und jetzt ist der Elektropop-Song Baller von Arbor und Tynna geht jetzt ins Rennen, ein österreichisches Duo, aber das ist gar nicht so unnormal.“

Im lockeren Abschlussteil der Episode stellt Nina Pauer die ESC-Prognosefrage. Sie erwähnt den deutschen ESC-Beitrag 2025 – einen Elektropop-Song eines österreichischen Duos, der anstelle der von Fans gewünschten Mittelalter-Rocker ins Rennen geht.

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