ZEIT Bühne – Ich habe eine skeptische Staatsfreundschaft
#036

Ich habe eine skeptische Staatsfreundschaft

ZEIT Bühne / 03. November 2022 / 5 Medien

Roman Pletter, Mariam Lau & Christian Lindner

Christian Lindner kommt direkt von der Ministerpräsidentenkonferenz auf die Bühne der Villa Elisabeth — und wirkt dabei auffällig entspannt, fast vergnügt, obwohl Deutschland gerade mitten in Energiekrise, drohender Deindustrialisierung und sozialem Stress steckt. Mariam Lau, die Lindner seit Jahren kennt, wundert sich offen über diesen Kontrast. Lindner erklärt seine Haltung: Die Krise dürfe nicht zur Gefangenschaft werden, sondern müsse als Katalysator für längst überfällige Veränderungen genutzt werden.

„Wir dürfen uns von der Krise doch nicht gefangen nehmen lassen, sondern müssen doch auch die Zuversicht entwickeln, dass wir aus ihr gestärkt herauskommen können.“
🗣 Christian Lindner

Erwähnte Medien (5)

Die Schuldbremse – Wie Christian Lindners Finanzministerium bei der Wiedergutmachung bei Holocaust-Opfern Geld sparen wollte

Die Schuldbremse – Wie Christian Lindners Finanzministerium bei der Wiedergutmachung bei Holocaust-Opfern Geld sparen wollte

Der Artikel berichtet über Entschädigungsverhandlungen zwischen dem Bundesfinanzministerium und der Jewish Claims Conference. Das Ministerium soll dabei die verfassungsrechtliche Schuldenbremse als Argument für Sparmaßnahmen bei den Zahlungen angeführt haben. Der Beitrag kritisiert diese Haltung und die Rolle von Finanzminister Lindner bei den Verhandlungen.

🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 00:06:10 „Das ist das Spinning dieses Beitrags, wie er da erschienen ist, bebildert auch mit mir als Person und mein Name wird auch genannt. Und dazu ist zu sagen, dass diese regelmäßig wiederkehrenden Verhandlungen geführt worden sind auf Staatssekretärsebene, also nicht von mir.“

Roman Pletter und Christian Lindner diskutieren ausführlich einen kritischen Artikel aus der ZEIT, der am Veranstaltungstag erschienen war. Der Artikel beschreibt, wie Lindners Finanzministerium bei Entschädigungsverhandlungen mit der Jewish Claims Conference unter Verweis auf die Schuldenbremse gespart haben soll. Lindner widerspricht der Darstellung vehement und kritisiert die journalistische Methodik des Beitrags.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
Top Gun: Maverick

Top Gun: Maverick

Joseph Kosinski · 2022

Aufgrund seiner Probleme mit Autoritäten hat es Flieger-Ass Maverick nie geschafft, die ganz große Karriere in der Navy zu machen. Anstatt Orden konnte er so vielmehr disziplinarische Verfahren sammeln. Nachdem er erneut über das Ziel hinausgeschossen ist, wird er kurzerhand zu seiner alten Elite-Flugschule Top Gun versetzt.

🗣 Christian Lindner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:36:55 „Hugh Grant oder Tom Cruise? Tom Cruise. Ja, jetzt in diesem Jahr mit diesem 80er-Jahre-Revival, was soll man da sagen?“

Im Entweder-oder-Spiel wählt Lindner Tom Cruise vor Hugh Grant und begründet das mit dem aktuellen 80er-Jahre-Revival – eine klare Anspielung auf den 2022 erschienenen Film Top Gun: Maverick, der als Fortsetzung des 80er-Jahre-Originals ein großes Kulturphänomen war.

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The End of History and the Last Man

The End of History and the Last Man

Francis Fukuyama · 2006

Ever since its first publication in 1992, The End of History and the Last Man has provoked controversy and debate. Francis Fukuyama's prescient analysis of religious fundamentalism, politics, scientific progress, ethical codes, and war is as essential for a world fighting fundamentalist terrorists as it was for the end of the Cold War. Now updated with a new afterword, The End of History and the Last Man is a modern classic.

🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 00:51:54 „Also nach 89, der Fukuyama-Moment ist doch so nicht wirklich eingetreten. Hat der Liberalismus irgendwas falsch gemacht?“

Im Gespräch über den weltweiten Aufstieg des Antiliberalismus verweist Pletter auf Fukuyamas berühmte These vom 'Ende der Geschichte' – die Idee, dass sich nach 1989 die liberale Demokratie als Endzustand durchsetzen würde. Er nutzt den Verweis, um Lindner zu fragen, ob der Liberalismus selbst Fehler gemacht hat.

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Respect in a World of Inequality

Respect in a World of Inequality

Richard Sennett · 2011

The powerful case for a society of mutual respect. As various forms of social welfare were dismantled though the last decade of the twentieth century, many thinkers argued that human well-being was best served by a focus on potential, not need. Richard Sennett thinks differently. In this dazzling blend of personal memoir and reflective scholarship, he addresses need and social responsibility across the gulf of inequality.

🗣 Christian Lindner referenziert bei ⏱ 00:53:12 „Nee, wie Richard Sennett. Aber ich habe jetzt Richard Sennett genannt, der auch davon sprach, dass eine vielfältige Gesellschaft den Gedanken des Respekts kultivieren muss. Und das ist mehr als teilnahmslose Toleranz.“

Als Pletter scherzt, Lindner klinge wie Olaf Scholz, korrigiert Lindner: Er berufe sich auf Richard Sennett und dessen Konzept, dass eine diverse Gesellschaft aktiven Respekt kultivieren müsse – mehr als bloße Toleranz. Lindner nutzt Sennetts Gedanken, um zu erklären, warum auch traditionelle Lebensentwürfe Anerkennung verdienen.

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Grundsätze der Wirtschaftspolitik

Grundsätze der Wirtschaftspolitik

Walter Eucken · 1968

Walter Euckels klassisches Werk behandelt die fundamentale Verknüpfung von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Freiheit. Das Konzept der „Interdependenz der Ordnungen" besagt, dass eine freiheitliche Gesellschaft zwangsläufig auch eine freie Marktwirtschaft benötigt und umgekehrt. Eucken argumentiert, dass politische und ökonomische Freiheit untrennbar sind und nicht isoliert existieren können.

🗣 Christian Lindner zitiert daraus bei ⏱ 00:58:25 „Walter Eucken, großer deutscher Wirtschaftsdenker, der sprach zu Beginn der Ära der sozialen Marktwirtschaft von der sogenannten Interdependenz der Ordnungen. Er meinte damit, eine Gesellschaft, die sich dem Wert der Freiheit verbunden fühlt, kann nicht ohne ein Wirtschaftssystem, in dessen Zentrum der Gedanke der Freiheit ist.“

Auf die Frage, ob ihm wirtschaftliche oder gesellschaftliche Freiheit wichtiger sei, zitiert Lindner Walter Euckens Konzept der 'Interdependenz der Ordnungen': Freiheit sei unteilbar, eine freie Gesellschaft brauche zwingend auch eine freie Wirtschaftsordnung und umgekehrt. Er illustriert das am Gegenbeispiel China.

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