Eva Menasse, verstehen Sie Deutschland
Christoph Amend, Jochen Wegner & Eva Menasse
Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse spricht über ihr Selbstverständnis als Bewahrerin der Familiengeschichte ihres Vaters, über das Handwerk des Romanschreibens und darüber, warum sie stolz auf null Follower in den sozialen Medien ist. Dabei vergleicht sie Romane mit Flugzeugen und untrainierten Bauchmuskeln — und erzählt, wie begeistert ihre Freundinnen auf die Podcast-Einladung reagierten.
„Mein Agent sagte dann, andere Autoren würden ihre Großmutter verkaufen für fünf Seiten Verriss im Spiegel.“
Erwähnte Medien (79)
Die Tante Jolesch
Friedrich Torberg
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:05:28 „Mein Schlusswort heißt Tante-Jolesch-Moment. Oh, ganz toll. Herausragendes Schlusswort. Toller Roman. Aber jetzt dürfen wir nicht mehr darüber sprechen.“
Eva Menasses Schlusswort lautet 'Tante-Jolesch-Moment', woraufhin Christoph Amend begeistert reagiert und es als 'tollen Roman' bezeichnet. Die Tante Jolesch von Friedrich Torberg ist ein Klassiker der Wiener jüdischen Literatur – die Wahl als Schlusswort deutet auf die tiefe Verbindung Eva Menasses mit dieser literarischen Tradition hin.
Vienna
Eva Menasse
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:20:33 „Ich habe mir von zwei Literaturkritikern bei uns im Hause die offizielle Erlaubnis geholt, sagen zu dürfen, dass ich Vienna immer noch das tollste Buch finde, was du geschrieben hast. Wenn ihr ein Buch lest, wenn ihr nicht schon alle gelesen habt, lest dieses Buch.“
Jochen Wegner empfiehlt Eva Menasses Debütroman Vienna enthusiastisch als sein Lieblingsbuch von ihr. Der Roman erzählt die Geschichte ihrer Familie – insbesondere die des jüdischen Vaters, der als Kind mit einem Kindertransport nach England geschickt wurde und bei seiner Rückkehr kein Deutsch mehr sprach. Eva Menasse widerspricht und empfiehlt stattdessen Dunkelblum.
Dunkelblum
Eva Menasse
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 00:21:11 „Wenn ihr nur ein Buch lest, dann muss ich dagegen halten. Dann Dunkelblum. Ich glaube, ich habe erst bei Dunkelblumen verstanden, wie man Romane schreibt. Wie man so einen Roman schreibt.“
Als Jochen Wegner Vienna als ihr bestes Buch empfiehlt, widerspricht Eva Menasse und nennt stattdessen Dunkelblum. Sie erklärt, dass sie erst bei diesem späteren Roman wirklich verstanden habe, wie man einen Roman schreibt. Der Roman spielt im Kontext der österreichischen Nachkriegsgeschichte unter sowjetischer Besatzung, wie im Gespräch erwähnt wird.
Der Stürmer
Julius Streicher
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:33:52 „Georg Kreisler gibt es die unglaubliche Geschichte, wo er behauptet hat, dass er den, wie hieß der Streicher, der vom Stürmer? Julius Streicher, dass er den verhört hat und dass Streicher zu ihm sagte… Also eins der Hetzblätter der Nazis.“
Im Zusammenhang mit der Rückkehr jüdischer Emigranten als alliierte Soldaten nach Wien erzählt Eva Menasse eine Anekdote über Georg Kreisler, der den NS-Propagandisten Julius Streicher verhört haben soll. Der Stürmer wird als eines der Hetzblätter der Nazis eingeordnet. Die Pointe: Kreisler soll Streicher gefragt haben 'Herr Streicher, jetzt mal ganz ehrlich, wer hat angefangen?'
Min Kamp
Karl Ove Knausgård
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:45:40 „Und wir nennen das ja in diesem Podcast inzwischen den Knausgardeffekt, weil wir schon öfter Menschen zu Gast hatten, die sozusagen über ihre Familie schreiben oder was auch immer sie damit machen, Fiktionen erzeugen, die natürlich immer schräg zur realen Realität liegen.“
Jochen Wegner verwendet den Begriff 'Knausgardeffekt' als geflügeltes Wort im Podcast für das Phänomen, wenn Autoren ihre eigene Familie und Mitmenschen fiktionalisieren. Der Bezug ist Karl Ove Knausgårds autobiographisches Romanprojekt, in dem er schonungslos über sein reales Umfeld schrieb. Wegner fragt Eva Menasse, ob es bei ihrem Roman Vienna ähnliche Konflikte mit der Familie gab.
Interview mit Eva und Robert Menasse
Volker Weidermann
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:51:52 „Es gibt, wir haben ja alles gelesen, es gibt ein ganz tolles Gespräch mit dir und deinem Bruder. Ich hoffe, du hältst es auch immer noch für toll und dementierst das jetzt nicht. Im Spiegel schon ein bisschen her und ich saß gestern im Büro des Kollegen, der das geführt hat, Volker Weidermann, inzwischen bei der Zeit, damals beim Spiegel.“
Jochen Wegner empfiehlt ein Spiegel-Interview, das Volker Weidermann mit den Geschwistern Eva und Robert Menasse geführt hat. Anlass war, dass beide 2017 gleichzeitig die wichtigsten Buchpreise gewannen – Eva den Österreichischen, Robert den Deutschen Buchpreis. Wegner hebt das Gespräch als besonders lesenswert hervor und erwähnt auch die darin enthaltenen Kindheitsfotos.
IT
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 01:03:53 „Da mussten wir in so eine Vorführung gehen, also der Film war noch nicht heraus, meine Schwester und ich mussten mit anderen Kinder in ein Wiener Kino und mussten IT gucken.“
Eva Menasse erzählt, wie ihr Vater sie und ihre Schwester als Testkinder für Filmvorführungen einsetzte. Der Film IT wurde ihnen vor dem Kinostart gezeigt, und beide Kinder kamen völlig verheult aus dem Kino. Der Vater schloss daraus, dass der Film ein Erfolg werden würde.
Indiana Jones
Steven Spielberg
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 01:05:14 „Und dann wurde das immer, das war damals so, ich weiß gar nicht, ob man das heute noch macht, so ein Gala zu einem Filmstart, vom großen Filmstart, was weiß ich, Indiana Jones oder der Weiße Hai, da war ich doch zu jung.“
Eva Menasse erinnert sich an die feierlichen Filmpremieren im Wiener Gartenbau-Kino, zu denen die Familie dank des Vaters eingeladen war. Indiana Jones wird als Beispiel für die großen Filmstarts genannt, die mit einer Gala dem Markt übergeben wurden.
Der weiße Hai
Steven Spielberg
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 01:05:14 „Und dann wurde das immer, das war damals so, ich weiß gar nicht, ob man das heute noch macht, so ein Gala zu einem Filmstart, vom großen Filmstart, was weiß ich, Indiana Jones oder der Weiße Hai, da war ich doch zu jung.“
Im selben Zusammenhang der Wiener Filmpremieren erwähnt Menasse auch Der Weiße Hai als Beispiel für einen großen Filmstart. Sie merkt an, dass sie für diesen Film noch zu jung gewesen sei.
Fleisch (Magazin, monothematische Ausgabe zu Eva Menasse)
Markus Huber
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:10:54 „Also ich weiß bis heute nicht, warum ich das Fleischmagazin habe, das eine monothematische Ausgabe zu Eva Menasse enthält. Und gerade habe ich mir festgestellt, dass du es selber nicht hast.“
Jochen Wegner zeigt eine Ausgabe des österreichischen Magazins Fleisch, die ein 13-stündiges Interview mit Eva Menasse enthält. Das Magazin wurde ihm unerwartet ins Büro geschickt. Herausgeber ist Markus Huber, ein ehemaliger Tagesspiegel-Kollege von Christoph Amend, der nach Wien zurückkehrte.
Essay über sprachliche Missverständnisse zwischen Deutschland und Österreich auf dem Gebiet des Obszönen
Eva Menasse
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 01:17:50 „Und ich bin jetzt nicht mehr so angeschnallt wie am Anfang. Also ich glaube, ich spreche jetzt entspannter als früher. Früher wollte ich einfach nur so gern verstanden werden und die Missverständnisse, die es dann gab, vor allem übrigens, da habe ich mal ein Essay drüber geschrieben, vor allem auf dem Gebiet des Obszönen zwischen Deutschland und Österreich.“
Eva Menasse erwähnt einen Essay, den sie über die sprachlichen Missverständnisse zwischen Deutschland und Österreich im Bereich des Obszönen geschrieben hat. Sie illustriert das Thema mit Beispielen wie dem Namen 'Fotzi' und dem Ausdruck 'mit dem Klammerbeutel gepudert', die in beiden Ländern völlig unterschiedlich verstanden werden.
Kolumne von Reinhard Tramontana (Profil, letzte Seite)
Reinhard Tramontana
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 01:23:40 „Es gab aber mehrere Themen. Und das dritte Thema war eine Sprachanalyse dieser Kolumne. Das war ein ganz berühmter Journalist in Österreich, Reinhard Tramontana, sehr früh verstorben leider. Aber seine Kolumnen waren Kult. Der war so ein Sprachzauberer.“
Eva Menasse erzählt, wie sie als Maturantin eine Schularbeit über eine berühmte Kolumne von Reinhard Tramontana im Magazin Profil schrieb. Tramontana hatte einen Text verfasst, in dem fast jedes Wort die Silbe 'Los' enthielt. Menasse imitierte seinen Stil in ihrer Analyse – was so beeindruckte, dass es ihr den Einstieg beim Profil ermöglichte.
Duell
Steven Spielberg
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:31:55 „Der hieß nicht Trucks, der hieß Duell. Duell hieß der, genau. Es geht um wild gewordene Lastfahrer. Ich habe gerade in Schwarzfilm nämlich nochmal gesehen.“
Im Gespräch über die Zusammenarbeit von Eva Menasses Vater mit Steven Spielberg wird dessen erster Film diskutiert. Eva Menasse erinnert sich zunächst falsch an den Titel ('Trucks'), woraufhin Jochen Wegner korrigiert, dass der Film 'Duell' heißt. Er erzählt, dass er den Film kürzlich nochmal gesehen hat, angeregt durch eine Geschichte von Doris Dörrie.
Die Bombardierung Dresdens
David Irving
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 01:38:08 „Und da er ein frühes Buch über die Bombardierung von Dresden geschrieben hat, wo die Engländer sehr schlecht wegkamen und er praktisch unter den Tisch fallen hat lassen, was die Nazis alles gemacht haben, sondern nur angeklagt hat, wie schrecklich man Dresden zerstört hat und wie grausam, hatte einen gewissen Ruf bereits bei den Rechten.“
Eva Menasse erklärt den Hintergrund des Holocaust-Leugners David Irving. Sein frühes Buch über die Bombardierung Dresdens habe einseitig die britischen Angriffe angeklagt und die NS-Verbrechen verschwiegen, was ihm früh einen Ruf in rechten Kreisen einbrachte.
Denying the Holocaust
Deborah Lipstadt
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 01:41:54 „Deborah Lipstead hat ihn in einem Buch einen Holocaust-Leugner genannt, David Irving, was also der reinen und lauteren Wahrheit entspricht. Und dagegen hat er dann geklagt.“
Eva Menasse erklärt den Auslöser des berühmten Irving-Prozesses in London: Deborah Lipstadt hatte David Irving in einem Buch als Holocaust-Leugner bezeichnet, woraufhin Irving sie in England verklagte, wo die umgekehrte Beweislast bei Verleumdungsklagen gilt. Dieser Prozess wurde zum Schlüsselmoment in Menasses journalistischer Karriere.
Fegefeuer der Eitelkeiten
Tom Wolfe
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:48:47 „Tom Wolff kam eben auch aus dem Journalismus, hat den literarischen Journalismus in den 70er Jahren in New York ja geprägt mit Neuerfunden quasi, mit ein paar anderen Autoren wie Hunter S. Thompson. Und ist dann später Schriftsteller von Weltbestsellern geworden. Er hat berühmtestes Buch Fegefeuer der Eitelkeiten.“
Christoph Amend ordnet Tom Wolfe als Figur ein, die vom Journalismus zur Belletristik wechselte. 'Fegefeuer der Eitelkeiten' wird als sein berühmtestes Buch genannt, im Kontext der Parallele zu Eva Menasses eigenem Weg vom Journalismus zur Literatur.
Stromlinienbaby
Tom Wolfe
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:49:03 „Bester Text von Wolf, googelt mal Stromlinienbaby. Hat sozusagen ein komplettes journalistisches Genre damals begründet. Den Text gibt es, glaube ich, online überall.“
Jochen Wegner empfiehlt Tom Wolfes legendären Text 'Stromlinienbaby' als dessen bestes Werk, das ein ganzes journalistisches Genre – den New Journalism – begründet habe. Die Empfehlung fällt im Kontext der Diskussion über Wolfes Bedeutung für den literarischen Journalismus.
Ein ganzer Kerl
Tom Wolfe
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 01:51:31 „Am Schluss wurden Bücher signiert. Ich habe eins signieren lassen, so einen Ziegel. Ein ganzer Kerl hieß dieses Buch damals, glaube ich.“
Eva Menasse erzählt von dem Mittagessen in der US-Botschaft mit Tom Wolfe, bei dem sie sich eines seiner dicken Bücher signieren ließ. Sie erinnert sich unsicher an den Titel 'Ein ganzer Kerl', was die deutsche Übersetzung von 'A Man in Full' ist.
Radical Chic: That Party at Lenny's
Tom Wolfe
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:56:41 „Tom Wolfe ja auch selbst als Autor berühmt geworden ist, weil er eben genau solche Gesellschaftsszenen beschrieben hat. Legendär, diese Geschichte über Bernstein und die Black Panther, die er gefördert hat.“
Christoph Amend zieht eine Parallele zwischen Eva Menasses spontanem Gesellschaftstext und Tom Wolfes berühmtem Stück über Leonard Bernsteins Party für die Black Panthers. Beide Texte leben von der genauen Beobachtung und pointierten Beschreibung gesellschaftlicher Szenen.
Ich bin eine Kamera
Christopher Isherwood
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:05:07 „Christopher Isherwood. Ich bin eine Kamera. Quasi.“
Als Eva Menasse die Webcam-Kolumne der Berliner Seiten beschreibt – ein minutiöses Protokoll von Berliner Events, als wäre man einfach nur stummer Beobachter –, zieht Christoph Amend die literarische Parallele zu Christopher Isherwoods berühmtem Eröffnungssatz aus den Berlin-Erzählungen.
Studio LCB
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:18:19 „Es gab so eine erste Veranstaltung, Studio LCB, das ist was, was im Radio übertragen wird, aber wo auch vor Publikum aus einem Buch gelesen und über ein Buch diskutiert wird. Und da ist der Autor, die Autorin mit zwei Kritikern.“
Eva Menasse beschreibt ihren ersten öffentlichen Auftritt als Debütautorin im Studio LCB (Literarisches Colloquium Berlin), einer Radio-Literaturveranstaltung. Dort saß sie mit Kritikerin Ursula März, die streng wirkte, das Buch Vienna aber liebte und später für die ZEIT rezensierte.
Spiegel-Rezension zu Vienna
Volker Hage
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 02:19:47 „Es fing ungefähr so an, heutzutage glaubt ja schon jeder Journalist, dass er einen anständigen Roman schreiben kann. So fing es an. Und es war eine Fünf-Seiten-Geschichte mit einem sehr großen Bild von mir.“
Eva Menasse erzählt von der verheerenden Fünf-Seiten-Kritik im Spiegel durch Volker Hage, die just am Tag ihrer Lesereise erschien. Trotz anfänglicher Verzweiflung wurde sie zu ihrer 'Schutzimpfung' gegen Kritik. Ironischerweise entpuppte sich Hage selbst als verhindeter Romancier – Jahre später veröffentlichte er eigene Romane.
Lässliche Todsünden
Eva Menasse
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 02:24:50 „Lustigerweise ist das Buch, das ich danach geschrieben habe, Lässliche Todsünden, das von meinen Büchern das Unbekannteste ist, glaube ich. 2009 erst erschienen? Genau, 2009. Ist das, was bei den Literaturwissenschaftlern am allerbeliebtesten ist.“
Eva Menasse reflektiert über ihr zweites Buch, einen Erzählungsband von 2009, der kommerziell weniger erfolgreich war als Vienna, aber in der Literaturwissenschaft am meisten Beachtung fand. Sie betont, dort viel über literarisches Schreiben gelernt und neue Techniken ausprobiert zu haben.
Beim Häuten der Zwiebel
Günter Grass
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 02:31:30 „Auch Gras hat jedes Jahr aus dem Text gelesen, an dem er gerade arbeitete. Und in dem Jahr, beim Heulten der Zwiebel, hat er aus diesem Text vorgelesen, aber natürlich nicht die Stelle mit der SS-Disclosure.“
Eva Menasse erzählt vom Lübecker Literaturtreffen, bei dem Günter Grass aus seinem entstehenden autobiografischen Buch vorlas. Das Buch ist berühmt geworden, weil Grass darin erstmals seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS offenlegte – eine Enthüllung, die er seinen Schriftstellerkollegen beim Vorlesen jedoch verschwieg, was Menasse persönlich befremdet hat.
Verein für freie Meinungsäußerung kritisiert Meinungsäußerung ihres Präsidenten
Nele Pollatschek
🗣 Eva Menasse empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:48:00 „Und Nele Polacek hat damals so wunderbar in der Süddeutschen geschrieben, Verein für freie Meinungsäußerung kritisiert Meinungsäußerung ihres Präsidenten. Ja, kürzer kann man die Absurdität dessen nicht sagen.“
Im Kontext der PEN-Deutschland-Krise um Deniz Yücels Rücktritt zitiert Eva Menasse einen Kommentar von Nele Pollatschek in der Süddeutschen Zeitung. Der Artikel brachte die Absurdität der Situation auf den Punkt: Fünf Ex-Präsidenten eines Vereins für Meinungsfreiheit forderten den Rücktritt ihres Präsidenten wegen einer Meinungsäußerung zum Ukraine-Krieg.
Strukturwandel der Öffentlichkeit
Jürgen Habermas
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 02:58:57 „Das ist wirklich ein kategorialer Unterschied zu der Welt oder zu den Massenmedien, wie sie Habermas noch beschrieben hat, die ja im Grunde aus Sendern und Empfängern bestanden haben.“
Eva Menasse verweist auf Habermas' Beschreibung der Massenmedien als System aus Sendern und Empfängern, um den fundamentalen Unterschied zur heutigen digitalen Kommunikation zu verdeutlichen. Das Werk wird nicht namentlich genannt, aber die Beschreibung verweist klar auf Habermas' Analyse der Öffentlichkeit.
Zum Ewigen Frieden
Hannah Arendt
🗣 Eva Menasse zitiert daraus bei ⏱ 03:03:31 „Hannah Arendt hat gesagt, Meinung muss auf Fakten gegründet sein und das stimmt weiterhin. Weiterhin kann jeder seine Meinung haben, das ist Meinungsfreiheit und wird nicht eingesperrt, verhaftet oder verliert seinen Beruf deswegen.“
Eva Menasse zitiert Hannah Arendt im Kontext der Debatte über Meinungsfreiheit und die Erosion von Autoritäten durch digitale Medien. Das Zitat dient als Argument dafür, dass nicht alle Meinungen gleichwertig sind, auch wenn jeder das Recht hat, sie zu äußern. Ein konkretes Werk wird nicht genannt, es handelt sich um eine zugeschriebene Aussage.
Texte zur Antisemitismus-Debatte in der ZEIT
Eva Menasse
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:10:07 „Ich habe mehrere Texte auch in der Zeit geschrieben, aber auch in anderen deutschen Medien, wo ich immer wieder davor gewarnt habe, zum Beispiel den Antisemitismusvorwurf zu ins Endlose auszuweiten, weil man ihn damit entwertet.“
Eva Menasse verweist auf eigene Texte in der ZEIT und anderen Medien, in denen sie vor einer inflationären Verwendung des Antisemitismusvorwurfs warnt. Konkrete Titel werden nicht genannt.
Interview mit Eva Illouz in der Zeit
Eva Illouz
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 03:17:10 „Aber wie Eva Illus mal in einem sehr schönen Interview bei euch in der Zeit gesagt hat, auch in der britischen Leberparty gibt es Antisemiten.“
Eva Menasse zitiert die Soziologin Eva Illouz aus einem Interview in der ZEIT, um zu illustrieren, dass Antisemitismus nicht exklusiv bei BDS zu finden ist, sondern in vielen Organisationen vorkommt. Das genaue Erscheinungsdatum wird nicht genannt.
Gehässiger Text über Eva Menasse
Maxim Biller
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:24:19 „Maxim Billa, der einen sehr gehässigen Text über mich geschrieben hat, und den ich jetzt trotzdem sehr zustimmend hier zitieren werde. Nicht den Text über mich, sondern einen anderen Text von ihm.“
Eva Menasse erwähnt beiläufig, dass Maxim Biller einen gehässigen Text über sie verfasst hat, ohne Titel oder Publikationsort zu nennen. Sie grenzt diesen Text von dem ab, den sie dann zustimmend zitiert.
Text über Till Lindemann / Rammstein-Debatte
Maxim Biller
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 03:24:30 „Er hat damals in der ersten Lindemann-Debatte, also vor dem Penis-Video, gab es ja schon zwei Jahre vorher so eine Rammstein-Debatte, schrieb Maxim Biller, ich glaube auch in der Zeit oder in der Süddeutschen, weiß ich jetzt nicht mehr, schrieb er, nur wo Till Lindemann schreiben kann, was er will, darf ich das auch.“
Eva Menasse zitiert zustimmend einen Artikel von Maxim Biller zur Rammstein-Debatte, in dem Biller die Meinungsfreiheit verteidigt. Sie betont dabei, dass sie Biller trotz eines gehässigen Textes, den er über sie geschrieben hat, in diesem Punkt zustimmt. Das genaue Medium (ZEIT oder Süddeutsche) ist ihr selbst nicht mehr sicher.
Eine Nebensache
Adania Shibli
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 03:34:20 „Wir haben aber vorher schon uns per Presseerklärung gegen diese Verschiebung der Preisverleihung an Adania Schibli ausgesprochen. Und wir haben dann bei der Buchmesse eine Lesung aus dem Werk von Adania Schibli auf einer freigebliebenen, nämlich von ihr freigebliebenen Bühne veranstaltet, wo nur jüdische Autorinnen und Autoren gelesen haben, aus dem inkriminierten Buch.“
Eva Menasse beschreibt die Aktionen des PEN Berlin auf der Frankfurter Buchmesse 2023 nach dem Hamas-Angriff. Der Preis für Adania Shiblis Roman wurde verschoben, woraufhin der PEN Berlin eine symbolische Lesung organisierte, bei der ausschließlich jüdische Autorinnen und Autoren aus dem umstrittenen Buch vorlasen.
Alles und nichts sagen
Eva Menasse · 2023
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 03:36:52 „Ich hatte alles und nichts sagen gerade geschrieben und habe dann gedacht, das hast du ja alles schon gewusst, nur hast du nicht gewusst, wie es sich am eigenen Leib anfühlt.“
Eva Menasse erzählt, wie sie während des PEN-Berlin-Skandals um den Austritt von Pieper plötzlich selbst im Zentrum medialer Empörung stand. Sie reflektiert, dass sie die Mechanismen von Medienskandalen in ihrem gerade fertiggestellten Buch bereits analysiert hatte, aber erst jetzt am eigenen Leib erfuhr, wie sich das anfühlt.
Die Sendung mit der Maus
Armin Maiwald, Gerd Müntefering, Friedrich Streich
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:52:54 „Und dann hat Jochen, ich kann es wirklich sagen, weil ich es nicht selber gesagt habe, das geniale Sendung mit der Maus Spiel, wie ist es eigentlich im All so richtig, mit unserem Gast gespielt und dann haben wir nochmal uns drei Stunden unterhalten.“
Christoph Amend erzählt begeistert von einer früheren Alles-gesagt-Episode mit einem Astronauten (Matthias Maurer). Jochen Wegner habe dort ein 'Sendung mit der Maus'-artiges Fragespiel begonnen – einfache, kindlich-neugierige Fragen über den Alltag im All –, das das Gespräch um drei weitere Stunden verlängerte.
Die Strudlhofstiege
Heimito von Doderer
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:57:29 „Die Studelhofstiege oder die Wasserfälle von Sluny? Die Wasserfälle von Sluny.“
Im schnellen Wortspiel 'A oder B oder Weiter' stellt Jochen Wegner Eva Menasse die Wahl zwischen zwei Hauptwerken Heimito von Doderers. Sie entscheidet sich für 'Die Wasserfälle von Slunj', womit 'Die Strudlhofstiege' unterliegt – beide Romane sind Klassiker der österreichischen Literatur.
Die Wasserfälle von Slunj
Heimito von Doderer
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 03:57:29 „Die Studelhofstiege oder die Wasserfälle von Sluny? Die Wasserfälle von Sluny.“
Eva Menasse wählt im Schnellspiel Doderers 'Die Wasserfälle von Slunj' gegenüber 'Die Strudlhofstiege'. Die spontane Entscheidung für den weniger bekannten der beiden Doderer-Romane verrät etwas über Menasses literarische Vorlieben.
Mein Name sei Gantenbein
Max Frisch
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:57:46 „Montauk oder Mein Name sei Gantenbein? Uh, mein Name ist ja Gantenbein.“
Eva Menasse wählt im Schnellspiel Frischs 'Mein Name sei Gantenbein' und kommentiert die Wahl mit einem Wortspiel auf ihren eigenen Namen ('mein Name ist ja Gantenbein'). Der Roman über Identität und Rollenspiel scheint ihr näher zu liegen als das autobiografische 'Montauk'.
Die Murmeljagd
Alexander Lernet-Holenia
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:58:18 „Murmeljagd oder eine Geschichte von Liebe und Finsternis? Ist das gemein, Uckermark. Die Gästin wirft die Hände in den Himmel und schaut eben dorthin. Eine Geschichte von Liebe und Finsternis.“
Im Wortspiel wird der österreichische Nachkriegsroman 'Die Murmeljagd' dem israelischen Erinnerungsroman von Amos Oz gegenübergestellt. Eva Menasse ringt sichtlich mit der Entscheidung – beide Werke berühren Themen von Verfolgung und Erinnerung, die in ihrem eigenen Werk zentral sind.
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis
Amos Oz
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:58:18 „Murmeljagd oder eine Geschichte von Liebe und Finsternis? Ist das gemein, Uckermark. Die Gästin wirft die Hände in den Himmel und schaut eben dorthin. Eine Geschichte von Liebe und Finsternis.“
Eva Menasse wählt nach langem Zögern Amos Oz' autobiografischen Roman über das Aufwachsen in Jerusalem. Die Frage wird als besonders 'gemein' empfunden, weil beide Bücher – Lernet-Holenias österreichischer Nachkriegsroman und Oz' israelische Familiengeschichte – für Menasses literarische und biografische Identität bedeutsam sind.
A Room of One's Own
Virginia Woolf
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:01:56 „A Room of One's Own oder Le Deuxième Sex? A Room for One's Own.“
Im Entweder-oder-Spiel stellt Jochen Wegner die Wahl zwischen zwei feministischen Schlüsseltexten. Eva Menasse entscheidet sich spontan für Virginia Woolfs Essay, ohne die Wahl näher zu begründen.
Le Deuxième Sexe
Simone de Beauvoir
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:01:56 „A Room of One's Own oder Le Deuxième Sex? A Room for One's Own.“
Simone de Beauvoirs feministisches Hauptwerk wird als Gegenpol zu Virginia Woolfs Essay im Entweder-oder-Spiel aufgerufen. Eva Menasse entscheidet sich gegen de Beauvoir und für Woolf.
John Singer Sargent (Gesamtschau)
John Singer Sargent
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 04:06:51 „John Singer Sargent ist jetzt echt ein drittklassiger Maler in der Malereigeschichte, aber so ein total toller Typ. Und da war 2014 oder 2015 war die erste Gesamtschau oder eine große Art von Gesamtschau Singer Sargent in London in der Portrait Gallery. Und da bin ich extra nach London hingeflogen, um das zu sehen.“
Eva Menasse erzählt von ihrer Leidenschaft für William-Morris-Tapeten und wie sie auf Sargent aufmerksam wurde. Die große Sargent-Ausstellung in der National Portrait Gallery in London war für sie so bedeutend, dass sie eigens dorthin flog. Über Sargents Porträtfiguren, die häufig vor Morris-Tapeten stehen, entdeckte sie die Verbindung zwischen Malerei und Inneneinrichtung.
An meine Völker
Kaiser Franz Josef
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 04:16:38 „Franz Josef hat dort den Ersten Weltkrieg entfesselt. Also diesen grauenhaften Text »An meine Völker« hat er in seiner Kaiservilla in Bad Ischl geschrieben.“
Eva Menasse beschreibt ihre neu entdeckte Liebe zu Bad Ischl und dessen historische Bedeutung. Sie erwähnt Kaiser Franz Josefs Kriegserklärung von 1914, die als Manifest ‚An meine Völker' in der Kaiservilla in Bad Ischl verfasst wurde und den Ersten Weltkrieg auslöste. Der Text dient als Illustration der geschichtsträchtigen Atmosphäre des Ortes.
Quasikristalle
Eva Menasse
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 04:27:55 „Ich habe alle Bücher dort, oder fast alle Bücher, also jedenfalls Vienna und Quasikristalle habe ich beide dort zu Ende geschrieben.“
Zusammen mit ‚Vienna' nennt Eva Menasse ihren Roman ‚Quasikristalle' als ein Buch, das sie in ihrem Brandenburger Haus fertiggestellt hat. Beide Werke werden im Kontext einer bilanzierten Lebensphase erwähnt – sie überlegt, das Haus aufzugeben und in eine neue Phase aufzubrechen.
Winesburg, Ohio
Sherwood Anderson
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 04:35:19 „Ich habe sie natürlich nicht korrigiert und gesagt, dass es natürlich dafür Vorbilder gibt, aber nicht genau so. Dass man die Perspektiven auf eine Person macht und nicht wie zum Beispiel großes Vorbild Sherwood Anderson, Winesburg, Ohio. Das ist dieser Roman, der aus lauter Erzählungen in der erfundenen Stadt, Städtchen Winesburg, Ohio spielt.“
Eva Menasse nennt Sherwood Andersons Winesburg, Ohio als zentrales literarisches Vorbild für die Struktur von Quasikristalle. Sie beschreibt das Buch als 'Writers' Writer Buch' von ca. 1910, das für viele Autoren – auch für Amos Oz – 'absolut lebensverändernd' war, weil es zeigte, dass man über den Alltag kleiner Leute große Literatur machen kann.
Tiere für Fortgeschrittene
Eva Menasse
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 04:36:14 „Tiere für Fortgeschrittene, hat es so nachgeschrieben, das lustigste Buch insofern, als jede Geschichte mit einer Tiermeldung, mit einer vermischten Tiermeldung beginnt. Also den Tieren passiert irgendwas.“
Eva Menasse erzählt ausführlich die Entstehungsgeschichte des Buchs: Sie sammelte jahrelang Tiermeldungen aus der Verhaltensforschung, die sie sofort als Menschengeschichten erkannte – etwa Enten, die am Rand ein Auge offen halten, oder erstickende Haie im Wiener Haus des Meeres. Jede Meldung wurde zum Ausgangspunkt einer Erzählung mit moralischem Kern.
Buddenbrooks
Thomas Mann
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 04:42:24 „Also natürlich hätte Thomas Mann schon für Budenbrooks den Nobelpreis, aber niemand kriegt für sein Debütroman einen Nobelpreis. Und Gras hätte natürlich den Nobelpreis auch schon 20 Jahre früher für die Blechtrommel kriegen können.“
Eva Menasse reflektiert darüber, dass Schriftsteller große Preise oft nicht für ihr bestes Buch bekommen, sondern später als eine Art nachträgliche Anerkennung. Sie nennt Thomas Manns Buddenbrooks als Beispiel dafür, dass Debütromane selten sofort mit dem Nobelpreis gewürdigt werden.
Die Blechtrommel
Günter Grass
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 04:42:31 „Und Gras hätte natürlich den Nobelpreis auch schon 20 Jahre früher für die Blechtrommel kriegen können. Aber der Nobelpreis ist eben so ein Preis, der wartet, ob das gleich ein ganzes Werk ist.“
Im selben Zusammenhang wie Buddenbrooks nennt Menasse die Blechtrommel als weiteres Beispiel für ein Werk, das den Nobelpreis verdient hätte, ihn aber erst viel später – als Würdigung des Gesamtwerks – nach sich zog.
Hey, guten Morgen, wie geht es dir?
Martina Hefter
🗣 Eva Menasse empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:44:18 „Aber das ist wirklich überhaupt nicht zu unterschätzen, was für eine, oder jetzt diese großartige Martina Hefter, das ist ja ein wunderbares Buch, ein total fragiles, multilayered Kunstwerk von einem Text, die hat doch vorgestern noch kaum jemand gekannt. Jetzt hat sie den deutschen Buchpreis, so geil.“
Eva Menasse freut sich aufrichtig über die Vergabe des Deutschen Buchpreises an Martina Hefter. Sie beschreibt das Buch als 'fragiles, multilayered Kunstwerk' und betont, wie der Preis eine zuvor kaum bekannte Autorin sichtbar gemacht hat. Der konkrete Buchtitel wird nicht genannt, ist aber als Gewinnerin des Deutschen Buchpreises identifizierbar.
Recherche zum FDP-Ausstiegsplan ('D-Day')
Robert Pausch
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:48:52 „Ich kann eine Recherche von Robert Pausch empfehlen, die das genau nach erzählt. Und tatsächlich interessant ist dieses Gefühl, ja, ich habe mir immer schon gedacht, dass es so hätte sein können.“
Nach Eva Menasses Einschätzung über das strategische Kalkül hinter Lindners Bruch der Ampelkoalition empfiehlt Jochen Wegner eine Recherche des ZEIT-Journalisten Robert Pausch, die die Hintergründe des FDP-'Textbuchs' zum Koalitionsbruch detailliert nachzeichnet.
Wolfshaut
Hans Lebert
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 05:06:22 „Und Elfriede Jellinek hat das Stück geschrieben und ein ganz bedeutender Roman für die österreichische zeitgenössische Literatur ist das Buch von Hans Lebert, Wolfshaut. Das handelt auch von einem Massengrab und so. Das heißt, das Massengrab-Thema ist in der österreichischen Literatur komplett irgendwie durchgegangen.“
Eva Menasse ordnet ihren Roman Dunkelblum in die österreichische Literaturgeschichte ein und nennt Hans Leberts Wolfshaut als bedeutenden Vorgängerroman, der ebenfalls ein Massengrab thematisiert. Sie zeigt damit, dass das Thema in der österreichischen Literatur bereits vielfach verarbeitet wurde, bevor sie sich dem Stoff widmete.
Dunkelblum (Hörbuch)
Eva Menasse
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:11:58 „Übrigens, apropos, ich habe das Buch als Hörbuch zum Teil rezipiert, was deswegen so faszinierend ist, weil mir kam die Stimme so bekannt vor. Du hast es selber eingelesen, ne? Kann man auf Spotify und überall wunderbar hören.“
Jochen Wegner empfiehlt die Hörbuchfassung von Dunkelblum, die Eva Menasse selbst eingelesen hat. Er lobt ihre Vortragsweise als fast protokollarisch, ohne Überdramatisierung, und hebt den österreichischen Akzent und die Dialektpassagen als besonderen Reiz hervor.
Revolutionary Road
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:16:50 „Yates, Zeiten des Aufruhrs, der auf Englisch Revolutionary Road heißt und genial verfilmt worden ist, mit Kate Winslet, glaube ich, und Leonardo DiCaprio.“
Eva Menasse erwähnt die Verfilmung von Richard Yates' Roman Revolutionary Road mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio als gelungene Adaption. Die Erwähnung dient als Ergänzung zu ihrer Buchempfehlung.
Murmeljagd (Hörbuch)
Ulrich Becher
🗣 Eva Menasse empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:23:08 „Und inzwischen gibt es den bei Schöffling einfach neu und auch als Taschenbuch und sogar in einer ganz tollen Hörbuchausgabe gelesen von diesem genialen, wie heißt er denn, Wolfram Berger oder so. Schauspieler. Ganz toll.“
Eva Menasse erwähnt die Hörbuchausgabe von Murmeljagd, gelesen vom Schauspieler Wolfram Berger, als besonders gelungene Version des Romans. Sie empfiehlt sowohl die Print- als auch die Hörbuchausgabe.
Tipps für die Wildnis
Margaret Atwood
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 05:24:43 „Also eine der größten Meisterinnen der Erzählung ist tatsächlich Margaret Atwood, deren Romane ich wirklich nicht so mag. Aber die hat Erzählungen geschrieben, da ziehst du die Schuhe aus. Also meine Lieblingserzählung von Margaret Atwood ist Tipps für die Wildnis.“
Eva Menasse empfiehlt Margaret Atwoods Erzählung Tipps für die Wildnis als Meisterwerk der kurzen Form – etwa 35 Seiten, die man immer wieder lesen könne, weil zwischen den Sätzen so viel Unterfutter und Assoziatives stecke. Bemerkenswert ist, dass Menasse Atwoods Romane explizit nicht mag, aber ihre Erzählungen für genial hält. Die Geschichte habe vier doppelte Böden und eine Wendung, die einen sprachlos mache.
Club 2
ORF
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 05:29:45 „Club 2 war damals die große, genau. Also da war sein Justizminister, der alle Journalisten geklagt hat, wenn ihm was nicht gepasst hat.“
Eva Menasse erinnert sich an einen denkwürdigen Auftritt in der österreichischen TV-Diskussionssendung 'Club 2' nach dem Tod von Jörg Haider. Sie beschreibt, wie FPÖ-Politiker eine Diskutantin mundtot machten und wie sie selbst nach 20 Minuten ausflippte und zu schreien begann.
Streit
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:33:07 „Also wir machen das nicht für Kuschelkurs, dann kann man zu Hause bleiben. Also euer Ressort Streit ist da zum Beispiel auch ein Vorbild. Man muss die Leute wirklich konfrontieren und ich finde ein gutes Streitgespräch ist eins, wo ich beiden Recht geben will, als Zuhörer.“
Eva Menasse spricht über die Diskussionsveranstaltungen des PEN Berlin und erwähnt das ZEIT-Ressort 'Streit' als Vorbild für kontroverse, aber produktive Debatten. Sie betont, dass gute Streitgespräche solche sind, bei denen man beiden Seiten Recht geben möchte.
Keynote beim PEN-Kongress (Abdruck in der Süddeutschen Zeitung)
Etgar Keret
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 05:37:21 „Seine Keynote bei unserem PEN-Kongress war in der Süddeutschen abgedruckt, vor zwei Tagen.“
Eva Menasse erwähnt, dass Etgar Kerets PEN-Kongress-Rede zwei Tage zuvor in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde. Der Abdruck wird als konkrete Leseempfehlung im Kontext der Debatte um Werk und Künstler genannt.
Das Literarische Quartett
Marcel Reich-Ranicki
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 05:42:15 „Ja, das macht mir auch irre Spaß. Ja, das ist die Talkshow, die, glaube ich, mir angemessen ist und wo ich auch das Gefühl habe, da kann ich mit meiner Expertise wirklich was, da bin ich am richtigen Ort.“
Christoph Amend spricht Eva Menasse auf ihre regelmäßige Teilnahme am Literarischen Quartett an. Sie beschreibt die Sendung als den für sie passenden Ort, wo sie ihre literarische Expertise einbringen kann – im Gegensatz zu Politik-Talkshows.
Die Verwandlung
Franz Kafka
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 05:45:04 „Papi, eines der berühmtesten Bücher der Weltliteratur handelt davon, dass einer morgens aufwacht und er hat sich in einen Käfer verwandelt. Mein Vater hat mich so angeschaut und es war ganz klar, dass er nicht weiß, ob ich ihn verarsche oder nicht.“
Eva Menasse erzählt, wie sie ihrem Vater, der wenig von Literatur verstand, erklärte, dass ein Buch über jedes Thema handeln kann, wenn es gut geschrieben ist. Sie nutzt Kafkas 'Die Verwandlung' als Beispiel gegen die Haltung von Marcel Reich-Ranicki, Romane nach ihrem Thema zu beurteilen.
Harry Potter
J.K. Rowling
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 05:50:57 „Ich habe plötzlich verstanden, warum J.K. Rowling diese Quidditch-Turniere, warum die so beschrieben werden. Die war sicher in englischen Fußballarenen, um das so zu schreiben, dieses Kesselhafte, diese Emotionen, die du als Wolken, als Dampf im Himmel sehen kannst.“
Eva Menasse beschreibt ihren Besuch mit ihrem Vater im alten Arsenal-Stadion Old Highbury. Die steilen Tribünen und die intensive Atmosphäre erinnern sie an die Quidditch-Szenen in J.K. Rowlings Harry-Potter-Büchern – sie ist überzeugt, Rowling müsse selbst in englischen Stadien gewesen sein.
Commencement Speech am Dartmouth College
Roger Federer
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:58:58 „Und es gibt doch diesen Vortrag, den jetzt jeder einmal sich angeguckt hat. Roger Federer im Talar am Dartmouth College, der ausgewertet hat, wie viele Punkte hat er eigentlich gemacht in seinem Leben. Das waren irgendwie dann sowas wie 58% oder 53% der Punkte hat er überhaupt nur gemacht.“
Jochen Wegner erwähnt Roger Federers berühmte Abschlussrede am Dartmouth College, in der Federer analysierte, dass selbst er als Weltklasse-Spieler nur knapp über die Hälfte aller Punkte gewonnen hat. Die Rede wird als Beleg dafür angeführt, wie frustrationsintensiv Tennis ist.
Die große Gereiztheit
Bernhard Pörksen
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:05:36 „Und dieses Unerbittliche oder wie Perksen schreibt, die große Gereiztheit, das ist mir sehr früh aufgefallen. Und das hat einen sprachlichen Aspekt. Die Sprache wurde hart, genervt, unerbittlich und da glaube ich war der Auslöser.“
Eva Menasse spricht über die zunehmende Verrohung der Online-Kommunikation und verweist auf Bernhard Pörksens Analyse. Sie beschreibt, wie sie selbst schon in der Frühzeit des Internets bei einem eBay-Konflikt erlebt hat, wie schnell Kommunikation entgleisen kann, und sieht darin eine Bestätigung von Pörksens These.
Breaking Bad
Vince Gilligan
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:09:46 „Also bei Breaking Bad zum Beispiel kann man einfach, das hat dramaturgische Frechheiten eingebaut, die es davor einfach nicht gab.“
Eva Menasse erklärt, was sie als Schriftstellerin von TV-Serien über Dramaturgie lernen kann. Sie hebt Breaking Bad als Beispiel hervor, weil die Serie mit ungewöhnlichen Retros und Cliffhanger-Auflösungen arbeitet – etwa ganze Folgen in der Kindheit einer Figur, deren Bedeutung sich erst zwei Episoden später erschließt.
Better Call Saul
Vince Gilligan
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:10:23 „Also auch, was ich auch wahnsinnig mochte, ist der Spin-off Better Call Saul.“
Im Anschluss an ihre Breaking-Bad-Begeisterung empfiehlt Eva Menasse das Prequel Better Call Saul, das die Vorgeschichte des abgezockten Rechtsanwalts erzählt. Sie hat die Serie sogar komplett nochmal von vorn geschaut, um zu prüfen, ob sie sie immer noch gut findet – was offenbar der Fall war.
Ozark
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:11:36 „Ich habe dann auch noch Ozark gesehen und Suburra und lauter so Zeug. Aber dann irgendwann habe ich auch das Gefühl gehabt, ich mag eigentlich lieber Miniserien.“
Eva Menasse zählt weitere Serien auf, die sie nach Breaking Bad gesehen hat. Ozark wird als Teil ihrer intensiven Serienphase erwähnt, bevor sie feststellt, dass sie eigentlich kürzere Miniserien bevorzugt.
Suburra
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:11:36 „Ich habe dann auch noch Ozark gesehen und Suburra und lauter so Zeug. Aber dann irgendwann habe ich auch das Gefühl gehabt, ich mag eigentlich lieber Miniserien.“
Suburra wird neben Ozark als eine der Serien genannt, die Eva Menasse während ihrer Netflix-Phase gesehen hat. Sie dient als Beispiel dafür, dass nach Breaking Bad nur wenige Serien mithalten konnten.
Homeland
Howard Gordon, Alex Gansa
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:12:14 „Bei Homeland, da gab es einen, der war nur für diese bipolare Störung zuständig, der Hauptfigur. Und dann gab es einen, der war für die Geheimdienst und der dritte war für die Politik und so.“
Eva Menasse nutzt Homeland als Beispiel, um die Arbeitsteilung in einem Writers Room zu illustrieren. Sie ist fasziniert davon, wie verschiedene Autoren jeweils für unterschiedliche Aspekte der Serie zuständig waren – ein Arbeitsmodell, das sie sich als Romanschriftstellerin manchmal wünscht.
Harry Potter
J.K. Rowling
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:15:36 „Und der dann, so wie manche Leute nach Breaking Bad aufgehört haben, Serien zu gucken, weil es einfach zu gut war und nichts Vergleichbares nachkam, hat mein Sohn nach Harry Potter aufgehört zu lesen.“
Eva Menasse erzählt mit komischem Bedauern, dass ihr Sohn trotz extensiven Vorlesens nach Harry Potter aufgehört hat zu lesen – die Bücher waren offenbar so prägend, dass danach nichts mehr mithalten konnte. Er wurde stattdessen zum Gamer.
Charlie Bone
Jenny Nimmo
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 06:15:54 „Er hat dann noch so ein paar, es gibt ja so epigonale Serien, die so ähnlich sind, wie Charlie Bone und was weiß ich, Aragon. Hat er dann noch gelesen. Und dann irgendwann war es aus.“
Eva Menasse erwähnt Charlie Bone als eine der epigonalen Buchreihen im Fahrwasser von Harry Potter, die ihr Sohn noch gelesen hat, bevor er das Lesen ganz aufgegeben hat.
Eragon
Christopher Paolini
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 06:15:54 „Er hat dann noch so ein paar, es gibt ja so epigonale Serien, die so ähnlich sind, wie Charlie Bone und was weiß ich, Aragon. Hat er dann noch gelesen. Und dann irgendwann war es aus.“
Eragon wird neben Charlie Bone als Harry-Potter-Epigone genannt, die der Sohn von Eva Menasse noch gelesen hat, bevor er komplett aufhörte zu lesen. Im Transkript als 'Aragon' verschrieben, gemeint ist die Eragon-Reihe von Christopher Paolini.
1913
Florian Illies · 2012
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 06:20:48 „Jetzt ist er ja mittlerweile, also damals auch schon, aber jetzt vor allem wieder auch so ein Bestsellerautor. Wie blickst du auf diese Karriere, diese andere Karriere, also als Journalist, Fötonist, dazwischen glaube ich mal…“
Jochen Wegner spricht über Florian Illies' Karriere als Bestsellerautor. Obwohl kein konkreter Buchtitel genannt wird, beschreibt Eva Menasse sein Werk als 'historisches Recherchieren und neu zusammenfügen', was auf seine bekannten Bücher wie 1913 verweist.
Nichts, was uns passiert
Bettina Wilpert
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:28:01 „Aber es gibt halt einen Graubereich und auch in dem haben sich die Dinge geändert. Und da gab es zum Beispiel, hoffentlich komme ich jetzt auf die Autorin, da gab es einen Roman vor ein paar Jahren, Bettina Wilpert oder so ähnlich.“
Im Kontext der MeToo-Debatte verweist Eva Menasse auf einen Roman, der den Graubereich zwischen einvernehmlichem Sex und Übergriff thematisiert. Sie beschreibt die Handlung: eine ehemalige Beziehung, ein Wiedersehen auf einer Party, Alkohol, Bedrängen – und die Frage, wie das im Nachhinein zu bewerten ist.
Masse und Macht
Elias Canetti
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:32:44 „Und da gebe ich dir recht, wenn man heute nochmal Masse und Macht von Canetti liest, dann steht das da auch schon alles drin.“
Menasse verweist auf Canettis Hauptwerk, um zu zeigen, dass die destruktiven Dynamiken sozialer Medien kein neues Phänomen sind. Die Mechanismen von Massenverhalten und Machtausübung seien dort bereits beschrieben — das Internet habe sie nur sichtbarer und zugänglicher gemacht.
Woke Racism
John McWhorter
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:34:12 „Bei John McWhorter, den ich total schätze, dieses Buch Woke Racism, wo er über Black Lives Matter und dessen Verirrungen in Amerika schreibt, sagt er, diese Frau, die da gerade auf Facebook bei einem Shitstorm mitgemacht hat und bei ganz üblen Diffamierungen von einem Dritten auch ihren Daumen gegeben hat, geht dann nachher nach Hause, kocht ihren Kindern ein veganes Menü und liest ihnen abends ein Märchen zum Einschlafen vor.“
Menasse zitiert McWhorters Buch, um die Dissoziation zwischen Online- und Offline-Verhalten zu illustrieren. Die Stelle beschreibt, wie dieselbe Person im Netz an Diffamierungen teilnimmt und zu Hause eine fürsorgliche Mutter ist — ein zentrales Argument für Menasses These über die schädliche Wirkung sozialer Medien.
Sadako will leben
Karl Bruckner
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:35:13 „Ich bin aufgewachsen mit Karl Bruckner. Sadako will leben und so weiter. Und ich habe gesagt, was hast du da gerade gesagt?“
Menasse erzählt von einem Gespräch mit ihrem Onkel über den Atombombenabwurf auf Japan. Während er die Bombe als Erlösung empfand, war sie mit Bruckners Kinderbuch über die Atombombenopfer von Hiroshima aufgewachsen — ein persönlicher Generationenkonflikt über historische Perspektive.
1984
George Orwell · 1949
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:44:14 „Mein Buch beginnt ja mit Orwell, wenn Orwell das gewusst hätte, er hätte es eh fast vorausgesehen. Das ist wirklich, das hebelt alles aus, woran eine Demokratie begründet ist.“
Menasse verweist auf Orwell im Kontext personalisierter Timelines: Dass jeder Nutzer etwas anderes sieht, untergrabe die gemeinsame Faktenbasis einer Demokratie. Orwell habe diese Gefahr der Informationsmanipulation fast vorausgesehen. Die Referenz bezieht sich implizit auf '1984' und dessen Konzept kontrollierter Wahrheit.
The Social Dilemma
Jeff Orlowski
🗣 Eva Menasse referenziert bei ⏱ 06:55:15 „Nee, aber ihr habt doch sicher diese Netflix-Doku gesehen, die schon ganz alt ist oder relativ alt, »The Dilemma with Social Media«. Wo ganz am Schluss die Programmierer von all dem, die haben ja die ganzen Leute, die das vor 10, 15 Jahren geschaffen haben, vor die Kamera gekriegt. Das war eigentlich der Coup dieser Doku.“
Menasse empfiehlt die Netflix-Dokumentation über die Schattenseiten sozialer Medien und hebt deren stärkste Szene hervor: Am Ende wurden die Entwickler gefragt, ob ihre eigenen Kinder Smartphones haben — und alle verneinten vehement. Für Menasse ein schlagendes Argument gegen die Verharmlosung sozialer Medien.
Esra
Maxim Biller
🗣 Eva Menasse erwähnt beiläufig bei ⏱ 07:08:55 „Weil Anekdoten hätte ich genug, aber mit dem Urheberrecht und mit der Persönlichkeitsverletzung. Und der Lex Billa Esra ist das, glaube ich, schwieriger als zu Torbergs Zeiten.“
Im Zusammenhang mit der Frage, ob man heute noch einen Anekdotenroman wie Torbergs 'Tante Jolesch' schreiben könnte, verweist Eva Menasse auf den Präzedenzfall des Romans 'Esra' von Maxim Biller, der wegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen gerichtlich verboten wurde. Die 'Lex Esra' steht seitdem für die verschärften rechtlichen Grenzen autobiografischen Erzählens.