Lanz & Precht – Alte Kriege - neue Kriege
#142

Alte Kriege - neue Kriege

Lanz & Precht / 24. Mai 2024 / 14 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Episode nimmt die Friedensillusion der 90er Jahre als Ausgangspunkt und konfrontiert sie mit der heutigen Realität: 58 bis 60 Kriege weltweit, Rüstungsausgaben von 2,4 Billionen Dollar — Jahr für Jahr steigend. Während Hunger, Armut und Klimakrise globale Antworten verlangen, fließt immer mehr Geld in Waffen statt in die drängenden Probleme der Menschheit.

„Wir sind ja heute mehr Menschen denn je, aber wir sind viel mehr dazu verdammt, eine Notgemeinschaft zu sein, um die existenziellen Probleme auf diesem Planeten zu bekämpfen.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (14)

Stern-Artikel zum Abnutzungskrieg in der Ukraine
Artikel

Stern-Artikel zum Abnutzungskrieg in der Ukraine

Richard David Precht

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:12:08 „Was also diesen Abnutzungskrieg, den ja viele von Anfang an erwartet haben, ich auch, ich habe das im Stern geschrieben, wenige Wochen nach Kriegsbeginn, dass dieser Abnutzungskrieg, dass der ewig und endlos dauern kann und dass Rückeroberungen eigentlich kaum mehr möglich sind.“

Precht erwähnt beiläufig einen eigenen Artikel im Stern, den er wenige Wochen nach Beginn des Ukraine-Krieges veröffentlichte. Darin prognostizierte er einen langen Abnutzungskrieg, in dem Rückeroberungen kaum möglich seien – eine Einschätzung, die er im Gespräch durch die Analyse der Verteidigungsüberlegenheit moderner Kriegstechnik untermauert.

Zum Artikel bei Stern
Die neuen Kriege
Buch

Die neuen Kriege

Herfried Münkler

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:18:35 „ich hatte kürzlich Herfried Münkler in der Sendung, der schon 2003 über die sogenannten neuen Kriege gesprochen hat“

Münklers Analyse asymmetrischer Kriege wird als visionär beschrieben, da sie heutige Konfliktformen vorwegnahm

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Die neue Unübersichtlichkeit
Essay

Die neue Unübersichtlichkeit

Jürgen Habermas

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:23:06 „Um das Habermas Wort zu nehmen, eine neue Unübersichtlichkeit findet heute bei Kriegen statt.“

Richard David Precht nutzt Habermas' berühmten Begriff, um die zunehmend unübersichtliche Lage moderner Kriegsführung zu beschreiben – asymmetrische Kriege, Bürgerkriege, hybride Konflikte, Terrorismus und Geheimdienstoperationen, die sich nicht mehr in klassische Kategorien einordnen lassen.

Zum Artikel bei Suhrkamp.de
Die neuen Kriege
Buch

Die neuen Kriege

Herfried Münkler

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:23:13 „Er schreibt damals auch in diesem Buch, das ist wirklich sehr lesenswert, irgendwie auch aus heutiger Sicht vor allen Dingen, der neue Krieg hieß das damals, ein durchaus umstrittener Begriff übrigens.“

Markus Lanz verweist auf Herfried Münklers Buch über asymmetrische Kriege, das bereits 2003 erschien. Er betont, wie visionär Münklers Analyse war: Nicht mehr Staaten, sondern Warlords, Söldner und Terroristen spielen die Hauptrolle, Gewalt richtet sich gegen Zivilisten, und Fernsehbilder werden zu Waffen. Lanz empfiehlt das Buch ausdrücklich als lesenswert, gerade aus heutiger Perspektive.

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Tribale Kriege
Buch

Tribale Kriege

Jürg Helbling

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:26:18 „das bedeutendste Buch, was ich zu dem Thema kenne, hat Jörg Helbling geschrieben, ein Schweizer Anthropologe... Tribale Kriege heißt das Buch“

Precht bezeichnet es als das bedeutendste Buch zum Thema Krieg und Sesshaftigkeit und beschreibt den persönlichen Austausch mit dem Autor

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Tribale Kriege
Buch

Tribale Kriege

Jörg Helbling

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:26:26 „Also das bedeutendste Buch, was ich zu dem Thema kenne, hat Jörg Helbling geschrieben. Ein Schweizer Anthropologe, ein sehr, sehr netter Mensch, mit dem ich mich auch sehr lange und intensiv persönlich unterhalten habe. Sehr beeindruckender Mann. Er hat sich über das Thema habilitiert. Tribale Kriege heißt das Buch.“

Im Gespräch über den Ursprung organisierter Kriege empfiehlt Richard David Precht das Buch des Schweizer Anthropologen Jörg Helbling als das bedeutendste Werk zu diesem Thema. Helbling vertritt darin die These, dass organisierte Kriege erst mit der Sesshaftwerdung des Menschen vor etwa 10.000-12.000 Jahren begannen, weil nomadische Völker einander ausweichen konnten, sesshafte Gesellschaften jedoch um Territorien kämpfen mussten.

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Homo Deus
Buch

Homo Deus

Yuval Noah Harari

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:30:08 „ich glaube Harari macht den Punkt in Homo Deus, wo er darauf hinweist, dass es im Grunde zwischen 1913 herrscht zwischen Deutschland und Frankreich Frieden“

Hararis These wird herangezogen, um die historische Selbstverständlichkeit von Krieg und die eurozentrische Friedensillusion zu illustrieren

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Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit
Buch

Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit

Steven Pinker

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:30:08 „Genau, das ist das, was Steven Pinker, den wir ja auch das ein oder andere Mal zitiert haben, wo er seinen Optimismus rauszieht. Aber das Ärgerliche ist eben, dass es im Augenblick wieder steigt.“

Precht verweist auf Pinkers bekannte These vom historischen Rückgang der Gewalt, die er als Quelle für Optimismus beschreibt. Er kontert jedoch, dass die aktuellen Entwicklungen – Rückkehr zur Kriegstüchtigkeit, Aufrüstung – diesen positiven Trend wieder umkehren.

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Homo Deus
Buch

Homo Deus

Yuval Noah Harari

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:31:46 „wenn man Homo Deus dazu nochmal sich anschaut, da gibt es, weiß ich noch, diesen irren Satz, wo Harari schreibt... Zucker ist heute gefährlicher als Schießpulver“

Lanz zitiert Hararis provokante These, dass Zucker heute gefährlicher sei als Schießpulver, um den Rückgang von Kriegsgewalt zu verdeutlichen

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Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch
Buch

Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch

Francis Fukuyama

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:37:43 „Damals eine sehr schöne Friedenszeit, gutes Verhältnis auch zu Russland. Putin redet Anfang der 2000er Jahre im Deutschen Bundestag. Die Welt wird gut, alles Fukuyama, das Ende der Geschichte, alles in diese Richtung.“

Precht erwähnt Fukuyamas berühmte These vom 'Ende der Geschichte' als Chiffre für den Optimismus der Nullerjahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Er nutzt die Referenz, um zu zeigen, wie sehr sich die Hoffnungen auf eine friedliche, vernetzte Welt als Illusion erwiesen haben.

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Das Kommunistische Manifest
Buch

Das Kommunistische Manifest

Karl Marx

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:42:04 „Weil der letzte Satz im Kommunistischen Manifest hieß, das Endziel des Kommunismus ist die Weltherrschaft. Das war zwar völlig anders gemeint, aber es wurde damals so interpretiert, dass man dachte, die wollen ihren Machtbereich mit aller Gewalt und wenn wir nicht, dann machen die.“

Precht erwähnt das Kommunistische Manifest im Kontext der ideologischen Auseinandersetzung im Kalten Krieg. Er erklärt, dass die westliche Interpretation des Manifests – die Angst vor kommunistischer Weltherrschaft – die Aufrüstungslogik der damaligen Zeit begründete, und kontrastiert dies mit der heutigen Situation, in der eine vergleichbare ideologische Konfrontation fehle.

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Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf
Buch

Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf

Immanuel Kant · 1795

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:46:52 „Und Herbert Prantl hat vor ein paar Wochen einen grandios guten Text zu dem Thema geschrieben und hat nochmal, weil er ein guter, wirklich exzellenter Jurist ist, nochmal darauf hingewiesen, auf die Feinheiten, was da wirklich drin steht. Ganz handfest, ganz konkret. Also du meinst jetzt ganz schrift zum ewigen Frieden. Zum ewigen Frieden, genau.“

Kants philosophische Schrift 'Zum ewigen Frieden' wird ausführlich diskutiert. Lanz und Precht gehen detailliert auf die konkreten Forderungen ein – keine Kriegskredite, keine Einmischung in andere Staaten, Abschaffung stehender Heere – und kontrastieren sie mit der heutigen Rückkehr zur Kriegstüchtigkeit. Precht nennt den Text einen der bedeutendsten philosophischen Texte der Menschheitsgeschichte.

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Artikel über Kants 'Zum ewigen Frieden'
Artikel

Artikel über Kants 'Zum ewigen Frieden'

Herbert Prantl

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:46:52 „Herbert Prantl hat vor ein paar Wochen einen grandios guten Text zu dem Thema geschrieben und hat nochmal, weil er ein guter, wirklich exzellenter Jurist ist, nochmal darauf hingewiesen, auf die Feinheiten, was da wirklich drin steht.“

Markus Lanz verweist auf einen kürzlich erschienenen Text von Herbert Prantl, der anlässlich des 300. Geburtstags von Kant dessen Friedensschrift juristisch analysiert und die konkreten Forderungen – keine Kriegskredite, keine Einmischung, Abschaffung stehender Heere – herausarbeitet.

Zum Artikel bei Süddeutsche Zeitung
Zum ewigen Frieden
Essay

Zum ewigen Frieden

Immanuel Kant

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:47:40 „Danach ist es sozusagen zum ewigen Frieden benannt. Und das heißt, er hat also einerseits darauf hingewiesen, dass der Friedhof markierte sozusagen das Bedrohungsszenario“

Precht analysiert ausführlich Kants Schrift und ihre metaphorische Einleitung mit dem Friedhofsbild sowie die zeitlose Aktualität der darin formulierten Friedensbedingungen

Zum Artikel bei Deutschlandfunkkultur.de