Susanna im Bade
Peter Paul Rubens
Ölgemälde von Peter Paul Rubens, das das klassische Motiv "Susanna im Bade" darstellt. Das Werk exemplifiziert die kunsthistorische Tradition, in der sexuelle Übergriffe durch ästhetische Meisterschaft verharmlost werden – die Figur der Susanna blickt die Voyeure verführerisch an statt Angst oder Abwehr zu zeigen. Als Paradigma der europäischen Aktmalerei verdeutlicht es, wie Gewalt gegen Frauen durch künstlerische Virtuosität normalisiert wurde.
Erwähnungen (2)
„Susanna im Bade ist ein Traditionsmotiv und feministische Betrachterinnen, die sagen auch häufig, dass ihnen sehr kritisch auffällt, dass die Susanna eigentlich auf den ganzen Gemälden von Rubens bisher doch sehr verführerisch diese beiden alten Herren ansehen würde.“
Johanna Haberer diskutiert die Darstellung der Susanna im Bade in der Kunstgeschichte. Sie erwähnt Rubens' Gemälde als Beispiel dafür, wie das Motiv feministisch kritisiert wird: Die Darstellung suggeriere durch den verführerischen Blick der Susanna eine Mitschuld des Opfers.
„Also in den Gemälden, Susanna im Bade, kennst du ja alle. Eigentlich der Raub einer nackten Frau, aber weil das Bild so schön ist, hat es seine eigene Kraft und dann nehmen wir das hin.“
Radisch führt das klassische Gemäldemotiv 'Susanna im Bade' als Parallele an, um zu zeigen, dass die Verharmlosung von Gewalt durch ästhetische Schönheit kein neues Phänomen ist. Sie vergleicht die Wirkung der Gouvernanten mit der Tradition der Aktmalerei, in der sexuelle Übergriffe durch künstlerische Meisterschaft akzeptiert werden.
Ähnliche Medien
Die vier reuigen Sünder
Peter Paul Rubens
Die Hamburger Kunsthalle präsentiert eine Radierung von Johann Leonhard Raab aus dem Jahr 1881, die nach Peter Paul Rubens' Gemälde "Christus und die reuigen Sünder" entstanden ist. Das Werk wurde von Friedrich Felsing in München gedruckt und von Verleger Peter Kaeser herausgegeben. Das Originalgemälde von Rubens wird heute unter der Inventarnummer 329 in der Alten Pinakothek München verwahrt. Die Radierung im Chine-collé-Verfahren zeigt das Sujet in Kupferstich-Technik und ist seit 1905 Bestandteil der Sammlung der Kunsthalle-Bibliothek.
Gemälde von Peter Paul Rubens (Barockabteilung)
Peter Paul Rubens
Rubens' Barock-Gemälde zeigen üppige Frauengestalten, die den modernen Schlankheitsidealen (symbolisiert durch Kate Moss) diametral entgegengesetzt sind. Damit belegt der barocke Meister, dass Schönheitsideale nicht unveränderlich sind, sondern jede Epoche ihre eigenen ästhetischen Normen hervorbringt. Ein klassisches Beispiel dafür, dass Körperideale kulturell und zeitlich bedingt sind.
Samson und Delilah
Peter Paul Rubens
Barockes Gemälde von Peter Paul Rubens, das die biblische Liebesszene zwischen Samson und Delilah darstellt. Das Werk zeigt den Moment der Verletzlichkeit und des Vertrauens, in dem Samson auf Delilahs Schoß einschläft – kurz vor seinem Verrat. Rubens charakteristische, sinnlich-opulente Malweise verleiht der Szene dramatische Intensität und körperliche Präsenz.
Die reuigen Sünder
Peter Paul Rubens
Peter Paul Rubens hat ein barockes Gemälde geschaffen, das die bedeutendsten biblischen Büßerfiguren vereint: den Schächer am Kreuz, den verleugenden Petrus und Maria Magdalena. Im Hintergrund erscheint König David mit Krone und rotgeweinten Augen als Symbol für tiefe Reue. Das Werk veranschaulicht die theologische Tradition der Bußfertigkeit und stellt Davids Reue nach dem Tod seines Kindes als archetypisches Beispiel dar.