Orestie
Aischylos
Antike griechische Tragödie-Trilogie über Orestes' Konflikt zwischen Rache und Gerechtigkeit. Kernthema: der Richter, der über sich selbst urteilen muss. Stück thematisiert den Wandel von privater Vendetta zur demokratischen Rechtsprechung und politischer Urteilsfähigkeit in Athen.
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„Das ist eine Szene, die ja auch in der Antike bis in die neuere Zeit ein Motiv ist, der Richter, der sich selbst verurteilt. Das passiert in der Orestes-Geschichte, wo er das Urteil über sich selbst sprechen muss.“
Johanna Haberer ordnet das Motiv des sich selbst verurteilenden Richters in eine literarische Tradition ein, die von der antiken Orestes-Geschichte über König David bis zu Kleists 'Der zerbrochne Krug' reicht. Die Parallele dient dazu, die literarische Tiefe der Susanna-Erzählung zu zeigen.
„Also ich hatte neulich in München eine Veranstaltung mit dem Residenztheater und der Universität mit Überschrift Demokratie und Orestie, also Aeschylus.“
Münkler berichtet von einer Veranstaltung am Münchner Residenztheater, die Aischylos' Orestie mit der Frage nach Demokratie verknüpfte. Er nutzt das als Überleitung zu seiner Argumentation, dass schon die antiken Athener den Blick des Gegners einnahmen, um politische Urteilsfähigkeit zu schulen.
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