Nadelspuren
Theodor W. Adorno · 1980
Adornos Aufsatz argumentiert, dass Musik-Recordings nicht primär als Klangkonstruktion, sondern als visuelle und emotionale Aufzeichnungen wahrgenommen werden. Sie prägen sich wie Fotoalben in die persönliche Erinnerung ein und ermöglichen eine andere Wiederbegegnung als das Wiederlesen von Texten.
Erwähnungen (1)
„Und wie man von dem schönen Aufsatz 'Nadelspuren' von Adorno weiß, wenn man Recordings hört, dann schaut man in ein Fotoalbum seiner eigenen Erfahrung. Man hört da nicht die klangliche Seite zunächst als erstes oder das Konstruktive des Klanglichen, sondern man hört eben das Recording.“
Nina Pauer zitiert Adornos Aufsatz, um zu erklären, warum das Wiederhören von Popmusik eine besondere psychophysische Erfahrung ist. Recordings seien Aufzeichnungen eines Körpers in einem Raum, die sich in die eigene Erinnerung einbetten – im Gegensatz zum Wiederlesen eines Buches, das eine andere Art der Wiederbegegnung darstelle.
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