Madonnenmalerei Raffaels
Raffael
Raffaels Madonna-Gemälde stellen einen revolutionären Bruch mit der stilisierten Renaissance-Ästhetik dar: Der Künstler porträtierte italienische Bauernmädchen als Madonnen, mit dunkleren Haaren und üppigerer Erscheinung statt idealisierter Gesichter. Diese volkstümlichere, lebendigere Darstellung war eine bewusste Provokation gegen die künstliche Schönheitsideale seiner Zeit.
Erwähnungen (1)
„Viel schöner aus heutiger Perspektive ist das, was danach kam, als dann Raphael anfing, die Bauernmädchen in Italien zu porträtieren und aus ihnen Madonnen zu machen. Die hatten dann meistens dunklere Haare, die waren ein bisschen üppiger und die hatten jetzt nicht mehr diese stilisierten Gesichter. Das war übrigens wirklich eine Provokation.“
Im Kontext eines kunsthistorischen Exkurses über Schönheitsideale beschreibt Precht, wie Raffaels Madonna-Gemälde einen Bruch mit dem stilisierten Renaissance-Ideal der Mona-Lisa-Ästhetik darstellten. Indem Raffael einfache Bauernmädchen als Madonnen malte, schuf er volkstümlichere, lebendigere Gesichter, die laut Precht für heutige Betrachter sehr viel mehr Lebendigkeit ausstrahlen.
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