I like America and America likes Me
Joseph Beuys
1974 führte Künstler Joseph Beuys in René Blochs New Yorker Galerie eine legendäre Performance auf: Nach seiner Ankunft am JFK-Flughafen betrat er bewusst nie amerikanischen Boden, sondern blieb in einer Trage und wurde direkt in die Galerie gebracht, wo er drei Tage lang mit einem wilden Kojoten zusammentraf. Diese radikale Geste – das bewusste Vermeiden von Territorium – wurde zur ikonischen Kunstperformance und inspirierte Künstler wie Klaus Biesenbach zu eigenen künstlerischen Reaktionen.
Erwähnungen (1)
„Mich hat immer fasziniert, diese Aktion von Joseph Beuys, I love America and America loves me, wo er nach Amerika kommt zum ersten Mal zu René Bloch in die Galerie, aber nie den amerikanischen Boden, nicht das amerikanische Territorium betritt, sondern in JFK ankommt, auch in die Bahre kommt, in den Krankenwagen kommt, in der Trage, in die Galerie und dann ist er ja mit dem Kojoten in der Galerie, aber er betritt nie den Boden.“
Klaus Biesenbach beschreibt ausführlich die berühmte Beuys-Performance von 1974 als persönliche Inspirationsquelle. Als er selbst die USA verließ, gestaltete er seine Abschiedsreise von L.A. nach New York als Hommage an Beuys' Geste – nur umgekehrt: Er wollte bewusst überall den amerikanischen Boden betreten, den Beuys nie berührt hatte.
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