Also sprach Zarathustra
Friedrich Nietzsche
Ein Solitär der Literaturgeschichte und zugleich Hauptwerk des Philosophen Friedrich Nietzsche. Eine philosophische Dichtung "für Alle und Keinen"? in der (der erfundene, östlichen Weisheitslehren verpflichtete) Zarathustra die 'Lehren' Nietzsches verkündet: Von der ewigen Wiederkehr des Gleichen, dem Übermenschen, vom Tod Gottes und dem Willen zur Macht.
Erwähnungen (7)
„Also wenn man jetzt eben meinetwegen sowas wie das notorische Zarathustra von Nietzsche nimmt, diese Verachtung, die letzten Menschen, die nur es warm haben wollen, das Wort Lieferkette kommt nicht vor, aber im Grunde hätte er schreiben können, das Einzige, was sie interessiert, ist, dass die Lieferketten nicht abreißen und dass es ihnen jemand warm und sicher macht.“
Thea Dorn nutzt Nietzsches Zarathustra als Beispiel dafür, wie provokant philosophische Positionen sein können und warum sie in heutigen Talkshows nicht mehr möglich wären. Sie paraphrasiert Nietzsches Verachtung der 'letzten Menschen' und überträgt sie ironisch auf die Gegenwart, um zu zeigen, dass solch radikales Denken heute sofort als 'Querdenker'-Position abgestempelt würde.
„Und von Friedrich Nietzsche kennen wir das auch, also sprach Zaratustra. Auch das ist eine Erinnerung an diese Religion der Millionen Angehörten, die heute nur noch vielleicht 120.000 Anhänger hat.“
Johanna Haberer nennt Nietzsches Werk als zweites prominentes Beispiel neben der Zauberflöte, in dem die zoroastrische Religion kulturell weiterlebt. Im Kontext der Diskussion über die Herkunft der Weisen aus dem Morgenland verweist sie darauf, dass diese möglicherweise Vertreter der zoroastrischen Priesterkaste waren.
„Also ich habe mir zum Beispiel aufgehängt, so mit 18, 19 oder so habe ich mir aufgehängt von Nietzsche den Satz... Nein, wer nicht das Chaos in sich hat, wird nie einen tanzenden Stern gebären. Das war zum Beispiel toll.“
Johanna erzählt von Sprüchen, die sie sich als junge Frau aufgehängt hat. Das Nietzsche-Zitat stammt aus 'Also sprach Zarathustra' und war für sie als 18-/19-Jährige ein prägender Satz. Es fügt sich in das Gespräch über Lebenssprüche und persönliche Orientierungssätze ein.
„Da sind natürlich schöne Sprachbilder drin, aber man versteht jeden Schritt der Argumentation, die trotzdem falsch ist. Aber sie ist völlig transparent, anders als bei, weiß ich nicht, also Sprach-Zaratustra, wo man, glaube ich, jetzt nicht so viel sofort versteht, wenn man das so durchlegt.“
Lars Weisbrod kontrastiert Nietzsches klaren Argumentationsstil im Aufsatz 'Über Wahrheit und Lüge' mit dem deutlich metaphorischeren und schwerer zugänglichen 'Also sprach Zarathustra', um seinen Studenten gegenüber zu zeigen, dass Nietzsche auch verständlich schreiben konnte.
„Und wer, wenn nicht Paulus, habe jenen Satz aus dem Zaratustra vorweggenommen, dass die größten Ereignisse uns in stillen Stunden überraschen, dass jene Gedanken, die mit Taubenfüßen daherkommen, die Welt lenken?“
In der Wiedergabe des FAZ-Artikels wird Nietzsches Zarathustra zitiert, um zu zeigen, dass Paulus laut Badiou zentrale Gedanken Nietzsches vorweggenommen hat — insbesondere die Idee, dass die größten Umwälzungen leise und unvorhersehbar eintreten.
„Das gesamte Konzept des Übermenschen, wie Nietzsche ihn im Zarathustra fasst, hat natürlich etwas Prometheisches, also den Mensch noch größer zum Macanthropos zu machen.“
Mangold nennt Nietzsches Zarathustra als philosophisches Beispiel für eine prometheische Erzählung. Das Konzept des Übermenschen wird als Versuch gedeutet, den Menschen über sich hinauszutreiben – eine prometheische Geste, die laut Mangold in den utopischen Projekten des 20. Jahrhunderts katastrophal gescheitert ist.
„Nietzsche hat das nie so richtig verkraftet, dass sie irgendwann sagte, ey, sorry, aber das ist mir alles zu anstrengend mit dir und es ist ja ganz geil hier mit Zara Hustra und was du da alles machst und so.“
Im Rahmen seiner Nacherzählung der Beziehung zwischen Lou Andreas-Salomé und Friedrich Nietzsche erwähnt Olli Schulz beiläufig Nietzsches Werk 'Also sprach Zarathustra' (von ihm als 'Zara Hustra' ausgesprochen) als Beispiel für Nietzsches Schaffen in dieser Zeit.
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