Episoden
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Ausgabe Einundachtzig
Markus Lanz & Richard David Precht
In dieser Folge nehmen sich die beiden das Phänomen der allgegenwärtigen Beleidigtsein-Kultur vor: Warum reicht heute ein einziger Satz, um jemanden auf die Barrikaden zu bringen — und warum gilt es inzwischen als gesellschaftlich akzeptiert, beleidigt zu sein, statt souverän zu kontern? Dabei erzählt Lanz, wie verblüfft sein Publikum reagiert, wenn er verrät, dass nach hitzigen Sendungen alle noch entspannt zusammensitzen — weil Streit und persönliche Kränkung für Profis zwei völlig verschiedene Dinge sind.
Kim de l'Horizon, warum sind Hexen politisch
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Kim de l'Horizon, gefeiert für den Doppelerfolg mit dem Debütroman «Blutbuch» (Deutscher und Schweizer Buchpreis 2022), spricht über radikale Unvorbereitetheit als Lebenskonzept, die Frage, warum Heiraten überhaupt erstrebenswert sein soll, und darüber, dass nicht das Individuum, sondern Politik und Konzerne für den CO2-Ausstoß zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Dabei verschiebt Kim konsequent die Schuldfrage vom Kapitalismus noch weiter zurück — zum Patriarchat als eigentlichem Ursprung.
Der gute Mensch von Siegen
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Vor der eigentlichen Kriminalgeschichte plaudern die Hosts über ihre Lieblingspodcasts bei ZEIT Online — von politischen Formaten über den Kunstpodcast Augen zu mit Florian Illies bis zum Alpen-Podcast Servus, Grüezi, Hallo. Außerdem kündigen sie das große ZEIT-Online-Podcast-Festival am 30. April in Berlin am Westhafen an.
Ich bin doch selber nur Software
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Die Folge widmet sich dem großen KI-Hype um ChatGPT und der Frage, wie künstlich diese Intelligenz eigentlich ist — und wie politisch. Lars gibt zu, nachts wach gelegen zu haben, weil ihm die philosophischen Probleme des Themas keine Ruhe ließen, und beide nähern sich als selbsterklärte Hobbyphilosophen den dicken Brettern von Bewusstsein, Sprache und Maschine. Im Gegenwartscheck geht es außerdem um die Spendensammler am Berliner Hauptbahnhof und das Phänomen der Empathie als Erpressungshaltung.
Ausgabe Achtzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Eine ungewöhnlich persönliche Folge: Richard David Precht erzählt von seiner Kindheit in einem turbulenten Fünf-Kinder-Haushalt, in dem Wärme knapp und Reibung allgegenwärtig war — und wie er sich als Junge in innere Welten flüchtete, von einem überfüllten Aquarium über obsessive Briefmarken-Ordnungssysteme bis hin zu selbst erfundenen Hörspielen über die normannische Invasion von 1066. Lanz, der selbst in einer stillen Bergkindheit aufwuchs, hört fasziniert zu, wie sein Co-Host beschreibt, dass er sich die Stille erst suchen musste, die für Lanz einfach vor der Haustür lag.
Das Patriarchat in afrikanischen Gesellschaften hat sich verändert
Roman Pletter & Gäste
Die simbabwische Autorin Tsitsi Dangarembga spricht mit Andrea Böhm über ihr Buch "Schwarz und Frau – Gedanken zur postkolonialen Gesellschaft": über ihre Familiengeschichte, den Wandel des Patriarchats in afrikanischen Gesellschaften und die Bedeutung von Hautfarbe. Dangarembga, die 2020 für ihre Teilnahme an einer regierungskritischen Demonstration verhaftet und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, teilt außerdem ihre Sicht auf die bevorstehenden Wahlen in Zimbabwe.
Der Prophet Jesaja und die Rollen von Qumran
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Folge taucht ein in die Welt des Propheten Jesaja, der um 730 v. Chr. in Jerusalem als eine Art antiker Performancekünstler wirkte — drei Jahre nackt auf der Straße, um die kommende Versklavung zu symbolisieren. Johanna Haberer entschlüsselt seine theologischen Schlüsselideen (der heilige Rest, Zionstheologie, Gottvertrauen, Friedensreich), die bis ins Christentum nachwirken, während Sabine Rückert von ihrer Recherche 1992 am Toten Meer erzählt: wie die Qumran-Rollen jahrzehntelang unter Verschluss gehalten wurden, Wissenschaftler darüber zerbrachen und die Verschwörungstheorie aus dem Bestseller „Verschlusssache Jesus
Ausgabe Neunundsiebzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Markus Lanz konfrontiert Richard David Precht mit einem seiner eigenen Texte über die Parallelen zwischen Spätmittelalter und Gegenwart — zwischen Heilsversprechen und Untergangsängsten. Precht erzählt, wie er seit seiner Jugend gegen den Geschichtsfatalismus seines Vaters ankämpft, und beide ziehen den Bogen zu Barbara Tuchmans These, dass die Menschheit auf allen Gebieten Fortschritte gemacht hat — nur nicht in der Politik. Am Ende mündet das Gespräch in die Frage, ob die heutigen Messiasse nicht Larry Page, Elon Musk und Mark Zuckerberg heißen.
Der letzte Bürger der DDR
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Sabine Rückert erzählt, wie sie 1999 — zehn Jahre nach dem Mauerfall — einen Häftling suchte, der die Wende komplett verpasst hatte. Sie fand Fred Müller, einen Schwerverbrecher, der im Oktober 1988 inhaftiert und fünf Monate vor dem Mauerfall zu 15 Jahren verurteilt worden war. Er erlebte die Wiedervereinigung nur durch Fernsehnachrichten aus seiner Zelle — und Rückert fuhr ihn nach seiner Entlassung zum ersten Mal persönlich in den Westen.
Ist Glück nur eine Frage der Biochemie
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Anknüpfend an die vorherige Folge über Lebenswenden widmet sich diese Ausgabe Bas Kasts neuem Buch «Der Seelenkompass», dem Nachfolger seines Bestsellers «Der Ernährungskompass» — diesmal geht es nicht um Ernährung, sondern um Glück und Seelenfrieden. Dabei wird auch das Genre der Ratgeberliteratur verteidigt, über das viele vorschnell die Nase rümpfen.