Episoden
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Der perfekte Faschist
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Victoria de Grazias "Der perfekte Faschist" erzählt über den mittelmäßigen Offizier Attilio Teruzzi und seine jüdisch-amerikanische Ehefrau Liliana Weinman, wie der italienische Faschismus eine ganze Gesellschaft durchdrang — plastisch, intrigant und gegen Hannah Arendts These vom herzlosen Totalitarismus geschrieben. Jens Beckerts "Verkaufte Zukunft" über das Scheitern der Klimapolitik enttäuscht beide als bloße Zusammenfassung dessen, was jeder Zeitungsleser längst weiß. Als Klassiker begeistert Mark Twains Berliner Reportage von 1891, in der er als staunender Ethnologe die Kaiserstadt erkundet — von betrügerischen Maklern bis zum Gala-Dinner mit Virchow und Mommsen.
Kann man seine Feinde lieben
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Als Einstieg in die Bergpredigt liest Sabine die preisgekrönte Rede von Saša Stanišić über seine bosnische Mathematiklehrerin Genossin Rosalia Mimic vor, die ihren Schülern kurz vor dem Krieg statt Formeln Empathie und den Widerstand gegen Nationalismus beibrachte — und damit zur lebendigen Illustration von Jesu Forderung wird, Feinde zu lieben. Anhand der Feldrede bei Lukas diskutieren die Schwestern, ob Feindesliebe angesichts von Hamas-Terror und Putins Krieg naive Utopie oder der einzige Ausweg aus der Spirale des Hasses ist, und landen bei der ernüchternden Erkenntnis: Wer den Feind mit Tiernamen belegt, hat den Balken im eigenen Auge längst übersehen.
Was passiert in Gaza
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode dreht sich um den Krieg in Gaza und die unbequeme Frage, welche Rolle Deutschland dabei spielt: Wegen Waffenlieferungen an Israel muss sich Berlin vor dem Internationalen Gerichtshof verantworten — der Vorwurf lautet Beihilfe zum Völkermord. Lanz zitiert die Journalistin Christine Hellberg, wonach die Realitätsverweigerung auf beiden Seiten ein erschreckendes Ausmaß angenommen habe, und ordnet die konkreten Rüstungsexporte ein: 3.000 Panzerabwehrwaffen, eine halbe Million Schuss Munition, zwei Drohnen.
Herfried Münkler, warum gibt es Krieg
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Herfried Münkler, Deutschlands einflussreichster Politologe, seziert Putins postimperiale Phantomschmerzen und stellt die unbequeme These auf, dass autoritäre Systeme im Wettstreit mit Demokratien durchaus gewinnen könnten. Zwischen Machiavelli-Lektüre und Gartenarbeit erklärt er, warum vielen Menschen Sicherheit und Wohlstand wichtiger sind als politische Teilhabe.
BOOMERCRINGE #12
Jan Böhmermann & Olli Schulz
Eine Folge im Zeichen des Älterwerdens: Zwischen Steinrollern fürs Gesicht, Hydro-Facials und neuen Tagescremes rüsten sich die beiden gegen den Verfall. Doch die Übergangsjackenzeit bringt auch Übergangskrankheiten — trockener Vorfrühlings-Husten auf der einen, blutig aufgekratzte Schienbeine auf der anderen Seite.
Apple & Bobel
Jan Böhmermann & Olli Schulz
Kurz vor dem 1. April und der Cannabis-Legalisierung verwandeln die beiden ihre Sendung kurzerhand in einen "Marihuana-Podcast" und spielen sich als Experten auf — inklusive absurder Rechtstipps wie 500 Gramm Eigenbesitz. Die Geschäftsidee des Tages: eigenes Fest-&-Flauschig-Branded-Gras, Blättchen und Armtaschen wie bei Yps, aufgeteilt in Sativa für Jan und Indica für Olli.
RAF
Markus Lanz & Richard David Precht
Ausgangspunkt ist die Festnahme der RAF-Terroristin Daniela Klette, die nach 30 Jahren Fahndung durch einen kanadischen IT-Spezialisten mit KI-Gesichtserkennung in 30 Minuten aufgespürt wurde — ein Treffen mit dem Investigativ-Podcaster Khesrau Behroz liefert den Anlass. Richard David Precht, 1977 gerade dreizehn geworden, erinnert sich an den Deutschen Herbst als Ende seiner Kindheit: Aufgewachsen im linken Elternhaus, wo links selbstverständlich gut war, zerbrach mit der RAF-Gewalt ein Weltbild.
BOOMERCRINGE #11
Jan Böhmermann & Olli Schulz
Eine müde, ehrliche Folge: Beide schleppen sich durch eine harte Woche und beschließen, nicht mehr die Gute-Laune-Onkels zu spielen. Stattdessen schwärmen sie von ihren Theaterabenden — Olli von Matthias Brandts Solo-Performance in „Gantenbein
Wie wird mein Sohn kein toxischer Mann
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Lars Weisbrod und Nina Pauer widmen sich als Eltern von Söhnen dem Buch «Söhne großziehen als Feministin» und der drängenden Frage, wie man Jungs feministisch erzieht, ohne sie zu verlieren. Dahinter steht ein größeres Problem: Was hat der Feminismus Männern eigentlich zu bieten? Vorher gibt es noch ein vergnügtes Geständnis — der Mukbang-Trend aus der letzten Folge war alles andere als neu.
Ein letztes Mal Weltliteratur von Gabriel García Márquez
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Die Folge kreist um vier Bücher: Iris Wolfs Bestseller „Lichtungen