Der Fall Burda (3/3): Will die Polizei es wirklich wissen?
Sabine Rückert, Andreas Sentker
Ein Artikel in der Bild-Zeitung über Vergewaltigungsvorwürfe gegen Franz H. Burda, den Neffen von Verleger Hubert Burda, wird zum Ausgangspunkt einer dreiteiligen Miniserie. Die mutmaßlich Geschädigte, eine deutlich jüngere Frau, wird in der Nebenklage von Gerhard Strate vertreten — einem Anwalt, der sich mit spektakulären Wiederaufnahmeverfahren und den Cum-Ex-Prozessen einen Namen gemacht hat und hier nicht das große Honorar, sondern die Überzeugung antreibt.
„Er hat sich dann diesen Fall angesehen und war davon überzeugt und ist davon überzeugt, dass diese Frau die Wahrheit sagt und dass diese Frau ein Vergewaltigungsopfer des Neffen von Hubert Burda ist.“
Erwähnte Medien (4)
Bunte-Berichterstattung über den Fall Kachelmann
Die Bunte-Berichterstattung über den Fall Kachelmann illustriert die publizistische Doppelmoral des Burda-Verlags. Während die hauseigene Bunte Meteorologe Kachelmann medial intensiv anprangerte, wurde der eigene Verlagsfamilienvater Franz Burda bei vergleichbaren Vorwürfen von kritischer Berichterstattung verschont. Sabine Rückert dokumentiert diese Ungerechtigkeit anhand archivierter Bunte-Artikel.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:53:31 „Ich habe das alles aufgehoben. Ich habe die ganzen Artikel damals aufgehoben und ich habe sie auch aus dem Archiv nochmal alle geholt. Es ist ein solcher Stapel, was allein die Bunte über Kachelmann geschrieben hat und wie sie ihn darunter gemacht hat die ganze Zeit.“
Sabine Rückert beschreibt eine umfangreiche Serie von Bunte-Artikeln über den Fall Kachelmann, die sie archiviert hat. Sie nutzt diese als Beleg für die Doppelmoral des Burda-Verlags: Während die hauseigene Bunte Kachelmann medial zerstörte, wurde der eigene Familienvater Franz Burda bei einem Vergewaltigungsvorwurf von der Berichterstattung verschont.
Jetzt spricht die Ex-Freundin
Bericht über einen Theaterabend zu Ehren der dänischen Prinzessin Isabella, bei dem Freunde der Prinzessin persönliche Anekdoten über sie erzählen. Der Artikel behandelt die Berichterstattung über die Prinzessin und ihre enge Freundeskreis, basierend auf Aussagen von Gästen des Events, die Einblicke in ihr Leben gewähren.
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:54:55 „Da tauchte Isabella auf, das war, jetzt spricht die Ex-Freundin, stand dann auf dem Titelbilderbund. Ja, die war sogar, soweit ich mich entsinne, auf dem Titel.“
Im Vergleich zwischen der Medienberichterstattung über Kachelmann und über Franz Burda wird ein konkretes Bunte-Titelbild genannt, auf dem eine Ex-Freundin Kachelmanns als 'Isabella' inszeniert wurde. Sentker erinnert sich an den Titel und dass die Frau 50.000 Euro für den Auftritt erhalten habe.
Ich bin auch ein Opfer von Kachelmann
Der Artikel behandelt kritisch die Berichterstattung der Bunte über hochprofil Fälle und deren Umgang mit Aussagen von mutmaßlichen Opfern. Am Beispiel des Falles um Jörg Kachelmann zeigt sich, wie die Zeitschrift Frauen aufwendig fotografierte und für ihre Aussagen bezahlte, obwohl sich diese später als falsch erwiesen, nachdem Kachelmann freigesprochen wurde. Der Text untersucht die Verantwortung von Medien bei der Berichterstattung über Missbrauchsfälle und deren gesellschaftliche Konsequenzen.
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:55:17 „Genau, nochmal ein Titelbild. 2. September 2010. Ich bin auch ein Opfer von Kachelmann. Das war Anja.“
Ein weiteres konkretes Bunte-Titelbild vom 2. September 2010 wird genannt, auf dem eine Frau namens Anja sich als Opfer von Jörg Kachelmann inszenierte. Sabine Rückert kritisiert, dass die Bunte-Redaktion Kachelmanns Partnerinnen aufwendig fotografierte und für ihre Aussagen bezahlte, obwohl Kachelmann später freigesprochen wurde.
Bild-Zeitung-Bericht über den Fall Burda
Diese Vorwürfe erschüttern die große Verlegerfamilie Burda. Franz H. Burda (65) soll eine Bekannte zum Sex gezwungen haben. Bald steht er vor Gericht!
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:56:37 „Eva Schmidt hat, nachdem die Bild-Zeitung über diesen Fall berichtet hat im Januar 2025, brach über sie eine Hetzkampagne auf Social Media.“
Sabine Rückert erwähnt einen Bericht der Bild-Zeitung vom Januar 2025, der den Fall um Franz Burda öffentlich machte. Dieser Artikel löste eine massive Online-Hetzkampagne gegen die Anzeigeerstatterin aus, die unter ihrem echten Namen identifiziert und auf Social Media bedroht wurde.