Nick und das Netzwerk des Schweigens
Anne Kunze, Daniel Müller & Fiona Weber-Steinhaus
Nick war knapp zwei Jahre alt, als er am 21. Oktober 2021 tot in seiner Windel lag, der Körper übersät mit Hämatomen — und seine Mutter rief beim Notruf an, als wäre nichts gewesen. Fiona Weber-Steinhaus hat für ZEIT Online recherchiert, wie eine ganze Kaskade von Menschen weggesehen hat: Nachbarn, das Jugendamt, eine Familienhelferin, Freunde, der eigene Bruder — jeder Einzelne hätte eingreifen können, keiner tat es. Der Fall ist kein Einzelschicksal: In Deutschland werden jedes Jahr rund 80 Kinder unter zwei Jahren getötet, meist von den eigenen Eltern.
„Man muss kein Experte sein, um zu sehen, dass dieses Kind brutalst misshandelt wurde.“
Erwähnte Medien (4)
Anklage gegen den Neffen von Verleger Hubert Burda erhoben. Vergewaltigungsvorwurf gegen Franz H. Burda
Der 65-jährige Unternehmer Franz H. Burda aus der Verlegerfamilie wird beschuldigt, eine Bekannte zum Sex gezwungen zu haben. Der Gerichtsfall gegen ihn steht unmittelbar bevor.
🗣 Fiona Weber-Steinhaus zitiert daraus bei ⏱ 00:01:17 „Und da ist vor mehr als einem Jahr, nämlich am 4. Januar 2025, ein Artikel erschienen. Der heißt, Anklage gegen den Neffen von Verleger Hubert Burda erhoben.“
Sabine Rückert erzählt, wie sie auf den Fall aufmerksam wurde. Sie las in der Bild-Zeitung einen Artikel vom 4. Januar 2025 über die Anklage gegen Franz H. Burda wegen Vergewaltigung. Dieser Artikel war der Ausgangspunkt für ihre Recherche zum gesamten Fall.
Aenne Burda – Die Wirtschaftswunderfrau
· 2018
Bisher hat sich Anna Burda Spitzname: Aenne, nur über ihren Ehemann Franz definiert, der als Verleger tätig ist. Doch schon lange will Anna mehr aus ihrem Leben machen und hegt den großen Traum, eines Tages eine eigene Modezeitschrift auf den Markt zu bringen. Ihr Gatte ist entschieden dagegen, denn in den 1940er Jahren war weibliche Selbstbestimmung noch ein Fremdwort.
🗣 Daniel Müller zitiert daraus bei ⏱ 00:05:19 „Genau, über die gab es ja auch eine Serie, die sehr hübsch war, eine sehr interessante Serie über eine sehr durchsetzungsfähige Frau.“
Im Gespräch über die Verleger-Dynastie Burda erwähnt Anne Kunze eine TV-Serie über Aenne Burda, die Frauen der Nachkriegszeit als Verlegerin bekannt war. Die Serie wird als 'sehr hübsch' und 'sehr interessant' beschrieben und portraitiert Aenne Burda als durchsetzungsfähige Unternehmerin.
Traumhochzeit in Baden-Baden
Die Urenkelin von Verlegerin Aenne Burda und der Aristokrat leben in New York und kennen jeden Hotspot dieser Welt. Doch keiner ist für sie so magisch wie das Postkartenidyll Baden-Baden. Ein Traum mit Casino, Kurhaus und Couture!
🗣 Fiona Weber-Steinhaus referenziert bei ⏱ 00:11:20 „Da hat die Bunte drüber berichtet. Ah, die Burda-Bunte. Ja, die Burda Bunte berichtet über eine familieneigene Hochzeit. Das fand ich bemerkenswert, sagen wir es mal so.“
Im Zusammenhang mit der Prominenz der Familie Burda in Baden-Baden wird ein Bunte-Artikel über die Hochzeit von Franz Burdas Tochter mit einem Investmentbanker erwähnt. Die Sprecherinnen finden es bemerkenswert, dass die Bunte als Burda-eigenes Magazin über eine familieneigene Hochzeit berichtet. Der Artikel beschreibt die Feier als Society-Event mit 400 internationalen Gästen.
Bunte-Titelbild mit Kachelmanns Falschbeschuldigerin nach dem Freispruch
Der Artikel behandelt ein Bunte-Titelbild nach Jörg Kachelmanns Freispruch, das die Falschbeschuldigerin Claudia D. als „wahres Opfer" darstellt. Dies wird als Beispiel für die widersprüchliche Berichterstattung des Burda-Verlags angeführt: aggressive journalistische Behandlung gegen Kachelmann, aber Schweigen über den Familienangehörigen Franz Burda.
🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:55:46 „Nachdem Kachelmann freigesprochen worden war, ist ja auch noch die Falschbeschuldigerin auf die Titelseite der Bunden gehoben worden und wurde dort als Opfer beklagt, also als wahres Opfer beklagt.“
Anne Kunze verweist auf ein weiteres Bunte-Titelbild, das nach dem Freispruch Kachelmanns dessen Falschbeschuldigerin Claudia D. als 'wahres Opfer' inszenierte. Dies unterstreicht die These, dass der Burda-Verlag bei Kachelmann journalistisch aggressiv vorging, beim eigenen Familienangehörigen Franz Burda aber schwieg.