Große Verbrechen, Teil 6 – Der Diener des Massenmörders
Sabine Rückert, Andreas Sentker & Erich Follath
Teil 6 der Reihe Große Verbrechen führt nach Kambodscha: Erich Follath zeichnet den Weg Pol Pots nach, der 1925 in eine wohlhabende Bauernfamilie geboren wurde, am Königshof von Prinz Sihanouk ausgebildet und sogar mit einem Studienaufenthalt in Frankreich belohnt wurde. Das Rätselhafte an seinem Fall: keine zerrüttete Kindheit, keine Gewalt in der Jugend — und doch beging er als einer der wenigen Diktatoren der Geschichte einen Autogenozid, den systematischen Massenmord am eigenen Volk.
„Er hat nicht nur ein Genozid begangen, wie etwa Hitler, sondern er hat ein Autogenozid, wie der Fachausdruck heißt, ein Massenmord am eigenen Volk begangen.“
Erwähnte Medien (4)
Artikel über Tep Kunal und die Tochter von Pol Pot
Erich Vollert
Erich Vollert reiste nach Kambodscha, um die Tochter von Pol Pot aufzuspüren – dem Anführer der Roten Khmer, der für den Völkermord an rund zwei Millionen Kambodschanern verantwortlich ist. Tep Kunal scheint dabei als Kontaktperson oder Vermittler eine Rolle gespielt zu haben. Pol Pots Tochter Sar Patchata wuchs nach dem Tod ihres Vaters 1998 in relativer Anonymität auf. Der Artikel schildert Vollerts Recherche und die Begegnung mit ihr – eine Frau, die im Schatten eines der grausamsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts aufwuchs.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 01:05:43 „Du, ich habe einen Artikel von dir gefunden im Spiegel. Da bist du diesem Mädchen mal nachgestiegen, dieser Tochter.“
Früherer Spiegel-Artikel von Erich Vollert über seine Recherche zur Tochter von Pol Pot
Artikel über Pol Pots Tochter im Spiegel
Anne Kunze
Anne Kunze spürte für den Spiegel Pol Pots Tochter auf – jener Frau, die als Kind des Diktators und Anführers der Roten Khmer aufwuchs, die zwischen 1975 und 1979 schätzungsweise 1,5 bis 2 Millionen Kambodschaner ermorden ließ. Der Artikel schildert ihr Leben nach dem Ende des Khmer-Rouge-Regimes und beschreibt ihre gescheiterte Ehe mit einem Mann, dessen Familie selbst zu den Opfern des Terrors ihres Vaters zählte. Diese persönliche Geschichte steht stellvertretend für die Unmöglichkeit, Schuld und Trauma in Kambodscha zu überwinden.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 01:07:19 „Du, ich habe einen Artikel von dir gefunden im Spiegel. Da bist du diesem Mädchen mal nachgestiegen, dieser Tochter. Und da steht auch drin, wie hübsch die ist.“
Sabine Rückert erwähnt einen früheren Spiegel-Artikel von Anne Kunze, in dem diese Pol Pots Tochter nachspürte. Der Artikel beschrieb das Mädchen und enthielt Details über die gescheiterte Ehe der Tochter mit einem Mann aus einer Opferfamilie der Roten Khmer.
Artikel über Tep Kunal
Erich
Vor 50 Jahren begann in Kambodscha das Schreckensregime von Pol Pot. Sein engster Vertrauter Tep Khunnal hat seither eine erstaunliche Karriere gemacht.
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 01:13:18 „Erich hat es ganz schön formuliert in seinem Artikel. Ein Mann für alle Ideologien, für alle Jahreszeiten. Danke, lieber Erich.“
Andreas Sentker zitiert am Ende der Folge aus einem Artikel eines Journalisten namens Erich, der Tep Kunal als 'Mann für alle Ideologien, für alle Jahreszeiten' beschrieb – eine Anspielung auf den grenzenlosen Opportunismus des ehemaligen Pol-Pot-Sekretärs, der sich jedem Regime anpasste.
A Man for All Seasons
Robert Bolt
Zeitungsartikel, der ironisch den Titel von Robert Bolts Theaterstück „A Man for All Seasons" adaptiert, um eine Persönlichkeit zu beschreiben, die sich flexibel unter verschiedenen politischen Regimen behauptet. Der Artikel untersucht, wie jemand als „Mann für alle Ideologien" fungiert und dabei seine Überzeugungen anpasst. Die Anspielung verdeutlicht die Spannung zwischen moralischer Standfestigkeit (wie Thomas Morus) und politischem Opportunismus.
🗣 Andreas Sentker erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:13:18 „Erich hat es ganz schön formuliert in seinem Artikel. Ein Mann für alle Ideologien, für alle Jahreszeiten.“
Die Formulierung 'Ein Mann für alle Jahreszeiten' ist eine Anspielung auf Robert Bolts berühmtes Theaterstück 'A Man for All Seasons' über Thomas Morus. Andreas Sentker bzw. der zitierte Erich adaptieren den Titel ironisch zu 'Ein Mann für alle Ideologien', um Tep Kunals Fähigkeit zu beschreiben, unter jedem Regime zu überleben.