Eine Geschichte von Liebe und Tod
Sabine Rückert, Andreas Sentker
Bei der letzten Station ihrer Podcast-Tour im großen Konzertsaal der Universität der Künste Berlin erzählen die beiden von der turbulenten Entstehungsgeschichte ihrer TV-Verfilmung: Die von den X-Filmern (Babylon Berlin) produzierten vier Kriminalfälle verloren mitten in der Produktion ihren amerikanischen Streamingdienst — bis RTL Plus einsprang. Die Serie räumte reihenweise Preise ab und wurde als Gesamtwerk bei der Berlinale gezeigt, ein für Serien außergewöhnlicher Ritterschlag.
„Es ist so ein bisschen wie Trump und Deutschland. Trump findet Deutschland nicht so wichtig und dieser amerikanische Verleiher fand Deutschland auch nicht mehr so wichtig.“
Erwähnte Medien (5)
Babylon Berlin
Tom Tykwer / X-Filme · 2017
Rauschhafter Exzess und extreme Armut, Emanzipation und Extremismus stehen sich im Berlin der 20er-Jahre gegenüber. Für Kunst und Kultur sind es „Goldene Jahre“, gleichzeitig blüht das Verbrechen. Die deutsche Hauptstadt ist eine Weltmetropole voller Verlockungen und Abgründe. Noch ahnt kaum jemand, in welche Katastrophe der aufkommende Nationalsozialismus führen wird.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:01:31 „Wir sind verfilmt worden von den X-Filmern, die auch Babylon Berlin gemacht haben. Die haben auch uns verfilmt. Und das kann man sich angucken auf RTL Plus.“
Sabine Rückert erwähnt Babylon Berlin als Referenz für die Produktionsfirma X Filme, die auch die Verfilmung von vier ZEIT-Verbrechen-Kriminalfällen übernommen hat. Die Serie dient als Qualitätsausweis für die Filmemacher, die ihre Fälle adaptiert haben.
Zeitungsartikel über den Unfall
Der Artikel berichtet über einen tragischen Unfall in Niedersachsen, bei dem ein Vater und sein sechzehnjähriger Sohn beim Zusammenstoß ihres Autos mit einem Zug starben. Der Beitrag konzentriert sich besonders auf das Alter des Sohnes als zentrales Element der Geschichte.
🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:41:43 „In dem Artikel vorhin übrigens auch, den müssen wir jetzt nicht nochmal zeigen, aber das stand natürlich genau zentral im Artikel, Klammer auf 16, Klammer zu.“
Sabine Rückert verweist auf einen zuvor im Vortrag gezeigten Zeitungsartikel über den Unfall, in dem das Alter des verstorbenen Gabriel – 16 Jahre – prominent hervorgehoben wurde. Dieser Artikel trug wesentlich zur Scham und Stigmatisierung von Josefine bei, da er den Altersunterschied betonte.
Iris
Goo Goo Dolls
Die Goo Goo Dolls sind eine US-amerikanische Alternative-Rock-Band aus Buffalo, New York, die 1986 gegründet wurde.
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:48:58 „ich sage kurz vorher was zu den Goo Goo Dolls. Eine amerikanische Band, 1986 gegründet und wer sich jetzt hier im Saal fragt, kenne ich die? Ich habe mich das auch gefragt. Meine Antwort war nein. Und dann habe ich das Lied gehört, dann war meine Antwort doch ja.“
Josefine hat dieses Lied auf dem Grab von Gabriel hinterlassen. Die Lyrics werden vorgelesen und der Song wird im Saal abgespielt. Der Text spiegelt ihre Gefühle zu Gabriel wider.
Josefine-Artikel
Sabine Rückert
Sabine Rückert berichtet in diesem Artikel über Josefines Leben nach einem Unglück. Sie schildert ihren Studienabbruch, ein ruheloses Leben voller Abenteuer und jahrzehntelange psychische Belastung. Der Text kombiniert Rückerts journalistische Perspektive mit Josefines eigenen Worten über ihre Schuldgefühle und das verdrängte Trauma.
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:54:53 „Ich kann ja mal diese Stelle aus deinem Text vorlesen, wo du das am 24. Oktober 24 zusammengefasst hast. Eine Therapie, schreibst du, wird Josefine, soweit sie sich erinnert, nie angeboten. Sie verlässt ihr Elternhaus, bricht ihr Studium ab, ist dauernd unterwegs, stürzt sich in Abenteuer, wird Journalistin mit tausend Projekten.“
Andreas Sentker liest aus einem von Sabine Rückert verfassten Text vom 24. Oktober 2024 vor, in dem sie Josefines Lebensweg nach dem Unglück zusammenfasst – den Studienabbruch, das ruhelose Leben und das jahrzehntelange Verdrängen des Traumas. Der Text enthält auch Josefines eigene Worte über ihre Schuldgefühle.
Deutsche Geister
Britta Stuff, Stefan Lebert
Ilana Lewitan ist die Tochter eines Holocaust-Überlebenden. Plötzlich bekommt sie eine Mail vom Enkel eines SS-Manns, die alles verändert. Gemeinsam suchen sie nach der Wahrheit. Ein achtteiliger Dokupodcast der ZEIT. Hören Sie den gesamten Podcast mit einem Digitalabo der ZEIT.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 01:05:33 „Wir haben ja jetzt auch im Podcast diese Sonderfolgen gehabt von Stefan Lebert und Britta Stuff. Deutsche Geister. Da ging es doch auch um einen alten Juden, der der Großvater oder der Vater einer Frau ist, mit der sie gesprochen haben und der sein Leben lang nie erzählt hat, dass er das Warschauer Ghetto unter unvorstellbaren Umständen überlebt hat.“
Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen Josefines jahrzehntelangem Schweigen über ihr Trauma und der Geschichte aus der Sonderreihe 'Deutsche Geister', in der ein Mann sein Leben lang verschwieg, dass er das Warschauer Ghetto überlebt hatte. Sie nutzt das Beispiel, um zu verdeutlichen, dass Traumaopfer oft nicht über ihre Erlebnisse sprechen – ähnlich wie bei Folteropfern.