Wie weit darf eine Frau gehen
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Zum fünfjährigen Jubiläum blickt das Team bei einer Live-Veranstaltung an der Uni Hamburg auf die Bandbreite ihrer Fälle zurück — von prominenten Tätern wie Jörg Kachelmann bis zu unbekannten Schicksalen, von heiteren Hochstaplern bis zu Staatsverbrechen. Anne Kunze erklärt, warum Kriminalberichterstattung seit Shakespeare und Dostojewski die universellste Form des Erzählens ist, und schildert den Fall eines jungen russischen Polizisten, der ahnungslos in ein Verbrechersyndikat gerät.
„Das Verbrechen ist überall und das Verbrechen ist eben auch in uns selbst.“
Erwähnte Medien (7)
Tatort
ARD
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:01:04 „Sabine, als du mich gefragt hast, machen wir diesen Podcast zusammen, habe ich immer so ein bisschen gedacht, das ist wie Tatort. Also es gibt Münster und Börne und es gibt Dortmund, aber es gibt eigentlich in jedem Fall einen Mord.“
Andreas Sentker vergleicht die Vielfalt des Podcasts mit dem Tatort-Prinzip: Verschiedene Ermittlerteams, aber immer ein Mord. Der Vergleich dient ihm als Einstieg, um zu zeigen, dass ihr eigener Podcast viel breiter aufgestellt ist als das klassische Krimi-Format.
Die Bibel
Martin Luther (Übersetzung)
🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:02:17 „Es ist ja auch kein Zufall, dass die ganze Kunst und die Literatur immer wieder mit großen Kriminalfällen zu tun hat. Ob das jetzt Shakespeare ist oder Dostoevsky oder die Bibel. Also die Mutter aller Literatur. Es wird übrigens jetzt in Utah verboten, die Bibel in Schulen zu lesen, weil da so viele Verbrechen drin sind.“
Anne Kunze argumentiert, dass Verbrechen seit jeher der Stoff großer Literatur ist, und nennt die Bibel als ältestes Beispiel – die 'Mutter aller Literatur'. Sie fügt die aktuelle Pointe hinzu, dass Utah die Bibel an Schulen wegen ihrer Gewalt- und Pornografie-Darstellungen verbieten will.
Werke von Shakespeare
William Shakespeare
🗣 Anne Kunze erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:02:17 „Es ist ja auch kein Zufall, dass die ganze Kunst und die Literatur immer wieder mit großen Kriminalfällen zu tun hat. Ob das jetzt Shakespeare ist oder Dostoevsky oder die Bibel.“
Anne Kunze erläutert, warum Verbrechen ein zeitloses Thema ist und nennt Shakespeare als Beispiel dafür, dass große Literatur und Kunst sich seit jeher mit Kriminalfällen befassen. Es wird kein spezifisches Werk genannt, sondern das Gesamtwerk als Beleg für die universelle Bedeutung des Verbrechens in der Literatur.
Werke von Dostojewski
Fjodor Dostojewski
🗣 Anne Kunze erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:02:17 „Es ist ja auch kein Zufall, dass die ganze Kunst und die Literatur immer wieder mit großen Kriminalfällen zu tun hat. Ob das jetzt Shakespeare ist oder Dostoevsky oder die Bibel.“
Anne Kunze nennt Dostojewski neben Shakespeare und der Bibel als Beleg dafür, dass Verbrechen ein zentrales Thema großer Literatur ist. Im Kontext von Verbrechen und Literatur liegt eine implizite Referenz auf 'Schuld und Sühne' nahe, ein konkretes Werk wird jedoch nicht genannt.
Artikel über einen jungen russischen Polizisten in Moskau
Michael Thumann
🗣 Anne Kunze referenziert bei ⏱ 00:02:49 „Wir hatten ja jetzt in der Zeit eine Seite in der Politik, in der heutigen Ausgabe der Zeit, eine Seite von Michael Thumann über einen jungen Polizisten, der irgendwo vom Lande kommt und in Moskau auf die Polizeischule will und dort aufgenommen wird und dann merkt, das sind alles Verbrecher.“
Anne Kunze verweist auf einen aktuellen ZEIT-Artikel von Michael Thumann, der das Schicksal eines jungen russischen Polizisten schildert, der in Moskau in ein korruptes System gerät und schließlich nach Georgien flieht. Sie nutzt das Beispiel, um zu zeigen, wie schnell man selbst zum Verbrecher werden kann, wenn die Umstände einen dazu drängen.
Artikel über Samenspender mit vielen Halbgeschwistern
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:18:45 „Wir haben gerade in der Zeit vor vier oder fünf Wochen den Fall beschrieben, dass in einer solchen Kinderwunschpraxis ein Spender besonders häufig spendet und dass darum Menschen plötzlich feststellen, sie sind von lauter Halbgeschwistern umgeben, von denen sie gar nichts wussten.“
Andreas Sentker verweist auf einen eigenen ZEIT-Artikel, der wenige Wochen zuvor erschienen ist und den Fall eines Samenspenders beschreibt, dessen Kinder sich unerwartet als Halbgeschwister entdecken. Er nutzt das Beispiel, um die fehlende rechtliche Regulierung der Fortpflanzungsmedizin in Deutschland zu illustrieren.
Artikel über niederländischen Samenspender mit 6000 Kindern
🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:19:09 „Es gab jetzt gerade in dieser Woche, heute, bei den Kollegen vom Spiegel gelesen, ein Gerichtsurteil gegen einen Niederländer, der wahrscheinlich weltweit 6000 Kinder gezeugt hat und bei dem das Gericht jetzt entschieden hat, er soll nicht mehr und das Sperma wird vernichtet.“
Andreas Sentker ergänzt die Diskussion über die ungeregelten Bereiche der Fortpflanzungsmedizin mit einem tagesaktuellen Spiegel-Bericht über einen niederländischen Samenspender, der vermutlich 6000 Kinder gezeugt hat. Das Beispiel zeigt, dass nicht nur Deutschland, sondern auch andere Länder mit der Regulierung dieser Fälle überfordert sind.