ZEIT Verbrechen – Vorsicht – Polizei!
#034

Vorsicht – Polizei!

ZEIT Verbrechen / 30. Juli 2019 / 6 Medien

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

In dieser Folge nehmen sich die Hosts das schwierige Thema Polizeigewalt und polizeiliches Fehlverhalten vor. Ausgehend von einem ZEIT-Dossier aus dem Jahr 2012 beleuchten sie Fälle, in denen Polizeibeamte durch erhebliche Gewaltanwendung oder völliges Versagen am Tatort auffielen — und fragen, warum das extrem hohe Ansehen der Polizei in Deutschland oft nicht hinterfragt wird, auch weil die allabendliche Fernsehkrimi-Flut ein verzerrtes Bild zeichnet.

„Der Bürger empfindet es als sehr, sehr schlimm, wenn die Polizei sich fehlverhält. Die Polizei ist in den Augen der Bürger etwas Gutes, sie ist der Bürger in Uniform sozusagen.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (6)

Strafsache Polizei
Artikel

Strafsache Polizei

Sabine Rückert

🗣 Andreas Sentker empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:53 „Sabine, du hast ein Dossier geschrieben, das ist jetzt ein paar Jahre her, im September 2012. Man sieht vorne abgebildet eine Polizeiwaffe. Und die Überschrift lautet Strafsache Polizei.“

Das Dossier bildet den Ausgangspunkt der gesamten Episode. Sabine Rückert hat darin mehrere Fälle von Polizeigewalt und Fehlverhalten recherchiert und für Die Zeit aufgeschrieben. Die im Podcast besprochenen Fälle – Tennessee Eisenberg und Familie Eder – stammen aus dieser Recherche.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Tatort
Serie

Tatort

ARD

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:04:16 „Aber dass sich die Polizei im Tatort zum Beispiel ungestraft rechtswidrig verhält, darüber habe ich auch schon geschrieben.“

Sabine Rückert kritisiert, dass im Tatort sympathische, stets siegreiche Polizeibeamte gezeigt werden, was einer riesigen Werbeindustrie für die Polizei gleichkomme. Sie merkt an, dass sich Polizeibeamte im Tatort oft rechtswidrig verhalten, ohne dass dies thematisiert wird – ein Kontrast zur realen Debatte über Polizeigewalt.

🛒 Amazon * 📺 JustWatch ▶️ YouTube
Polizeiruf
Serie

Polizeiruf

🗣 Andreas Sentker erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:14:56 „Wir haben vorhin über Tatort, Polizeiruf und Co. geredet, all diese Fernsehkrimis darum, auch normale Krimi-Zuschauer kennen, dass das rekonstruiert wird, aus welcher Richtung ist eine Kugel abgefeuert worden, gibt es Blutspuren, wo ist das Projektil eingeschlagen und so weiter.“

Andreas Sentker erwähnt den Polizeiruf neben dem Tatort als Beispiel für TV-Krimis, in denen forensische Spurenarbeit gezeigt wird. Er kontrastiert das professionelle Vorgehen im Fernsehen mit der mangelhaften Spurensicherung im Fall Tennessee Eisenberg.

🛒 Amazon * 📺 JustWatch ▶️ YouTube
Berichterstattung über den Fall Eder
Artikel

Berichterstattung über den Fall Eder

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:38:51 „Und die Süddeutsche Zeitung, die muss ich jetzt an dieser Stelle mal hier stark loben, denn die hat sich wirklich reingekniet und hat das alles recherchiert und hat auch beschrieben, wie mit den Eders verfahren worden ist von Seiten der Strafjustiz.“

Rückert lobt ausdrücklich die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung über den Fall Eder. Die SZ hatte als überregionale Zeitung den Fall aufgegriffen, nachdem die Augsburger Allgemeine als Regionalzeitung zuerst berichtet hatte. Durch diese Pressearbeit wurde der Polizeiübergriff öffentlich bekannt.

Zum Artikel bei Süddeutsche Zeitung
Dirty Harry
Film

Dirty Harry

Clint Eastwood

🗣 Andreas Sentker referenziert bei ⏱ 00:45:21 „Also ich denke da an Clint Eastwood, ich denke da an Dirty Harry. Sich selbst das Recht in die Hand nehmen.“

Im Gespräch über Polizeigewalt und das staatliche Gewaltmonopol zieht Sentker die Parallele zu Dirty Harry: Beamte, die mit Pistole den Staat repräsentieren, könnten irgendwann glauben, sie seien selbst das Recht – genau wie die Filmfigur, die Selbstjustiz übt.

🛒 Amazon * 📺 JustWatch ▶️ YouTube
Die Rosenheim-Cops
Serie

Die Rosenheim-Cops

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:45:45 „So wie das hier zum Beispiel bei unseren Rosenheim-Kops der Fall war, da möchte ich jetzt gleich mal kurz drauf kommen, denn dieser Mann, dieser Chef dieser Gruppe, die da auf die Eders losgegangen ist, der 51- oder 50-jährige Rudolf M.“

Rückert bezeichnet die übergriffigen Rosenheimer Polizeibeamten scherzhaft als 'unsere Rosenheim-Kops' – eine ironische Anspielung auf die gleichnamige ZDF-Krimiserie, die in Rosenheim spielt. Der humorvolle Verweis unterstreicht die Absurdität des realen Falls.

🛒 Amazon * 📺 JustWatch ▶️ YouTube