Episoden von Unter Pfarrerstöchtern
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Zu Ostern – Warum wir an Dinge glauben, die es nicht geben kann
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Zur fünften Ostersendung gibt es ein Special: Statt im Wohnzimmer sitzen die Schwestern in einem Berliner Studio – neben ihnen die Jazz-Band "Sons of the Preacher Man" um den Gitarrenprofessor Robert Kessler. Die drei Musiker verbindet nicht nur ihr Können, sondern auch ein gemeinsamer Pfarrhaus-Hintergrund, der ihnen den Bandnamen nach dem Dusty-Springfield-Klassiker eingab.
Kann man seine Feinde lieben
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Als Einstieg in die Bergpredigt liest Sabine die preisgekrönte Rede von Saša Stanišić über seine bosnische Mathematiklehrerin Genossin Rosalia Mimic vor, die ihren Schülern kurz vor dem Krieg statt Formeln Empathie und den Widerstand gegen Nationalismus beibrachte — und damit zur lebendigen Illustration von Jesu Forderung wird, Feinde zu lieben. Anhand der Feldrede bei Lukas diskutieren die Schwestern, ob Feindesliebe angesichts von Hamas-Terror und Putins Krieg naive Utopie oder der einzige Ausweg aus der Spirale des Hasses ist, und landen bei der ernüchternden Erkenntnis: Wer den Feind mit Tiernamen belegt, hat den Balken im eigenen Auge längst übersehen.
Warum sollen die Ersten die Letzten sein
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Diese Folge widmet sich der Bergpredigt — einem kurzen Text mit gewaltiger Wirkungsgeschichte, der vermutlich so nah wie kaum ein anderer an den tatsächlichen Worten Jesu heranreicht. Die Schwestern vergleichen die beiden überlieferten Versionen bei Matthäus und Lukas, spüren den Unterschieden nach und schauen dabei tief in die Werkstatt der antiken Texterstellung: Warum fehlt die Bergpredigt bei Markus und Johannes komplett, und warum hat Lukas dieselben Worte über sein ganzes Evangelium verstreut?
Was ist ein Menschenfischer
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode widmet sich der Berufung der ersten Jünger Jesu — jener rätselhaften Szene, in der einfache Fischer alles stehen und liegen lassen, um einem Fremden zu folgen. Dabei klären die beiden den Unterschied zwischen Jüngern (Schülern) und Aposteln (Gesandten) und stellen fest, dass Jesus wohl weit mehr als zwölf Anhänger hatte, darunter auch Frauen und ganze Familien. Besonders verblüfft die Frage, wie jemand ohne Koffer, ohne Plan, einfach ins Nichts mitlaufen kann — nur weil einer sagt: Komm mit.
Begegnung mit dem Teufel
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Folge nimmt sich die Versuchung Christi in der Wüste vor — jene Episode, in der der Teufel Jesus mit Brot, Macht und einem Sprung von der Tempelzinne lockt. Dabei zeigt der Vergleich der Evangelien überraschende Unterschiede: Markus fertigt die ganze Szene in vier lieblosen Zeilen ab, während Lukas und Matthäus sie zum dramatischen Duell ausbauen. Besonders reizvoll ist die Deutung Jesu als Anti-Adam: Nicht im Paradies, sondern in der Wüste unter wilden Tieren besteht er die Probe, an der der erste Mensch gescheitert war.
Die Taufe – Eine Stimme im Kopf
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In nur acht Zeilen schildert das Markusevangelium die Taufe Jesu — sein erster Auftritt überhaupt, ohne jede Kindheitsgeschichte. Die Schwestern tauchen ein in die Welt der Johannestaufe als radikales Reinigungsritual am Jordan, der heute nur noch ein dünnes Rinnsal ist, weil rechts und links alles abgezapft wird, und erklären, wie aus einem körperlichen Tauchbad ein geistiger Neuanfang wurde.
Ein neunmalkluger Teenager
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode folgt dem jungen Jesus durch seine ersten Lebensstationen nach dem Lukas-Evangelium: Beschneidung, Darbringung im Tempel und die Begegnung mit dem greisen Simeon, der Maria ein Schwert durch die Seele prophezeit. Höhepunkt ist der zwölfjährige Jesus, der sich auf der Pilgerreise von seinen Eltern absetzt, drei Tage lang verschwindet und seelenruhig im Tempel mit den Gelehrten diskutiert — um seinen panischen Eltern dann auch noch frech zu entgegnen, sie hätten doch wissen müssen, wo er sei.
Ein Schweifkomet erscheint
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode taucht in die Geschichte der Heiligen Drei Könige ein — oder besser: der Magoi, der Sterndeuter aus dem Osten, die laut Matthäusevangelium einem Stern folgend nach Jerusalem kamen. Dabei entfaltet sich das politische Chaos jener Zeit: Rom zerrissen von rivalisierenden Triumviraten, in Israel der Marionettenkönig Herodes der Große, und mittendrin die Geburt eines Kindes in Bethlehem, das schlicht und ohne Krippe, Stall oder Ochse zur Welt kommt.
Das Geheimnis der Engel
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Eine Weihnachtsspezialsendung, live aufgezeichnet in der Hamburger St. Petrikirche: Es geht um Engel in all ihren Erscheinungsformen — von den neun himmlischen Hierarchien des Mittelalters über den Todesengel, der in Ägypten die Erstgeborenen holt, bis hin zu Engelskarten und Engelstherapien der Esoterik-Szene. Dabei wird klar: Engel sind weit mehr als liebliche Weihnachtsfiguren — sie sind Wächter, Todesboten und uralte Mischwesen, die schon lange vor dem Christentum durch den Mittelmeerraum geisterten.
Der große Trommelwirbel
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode startet mit dem Matthäus-Evangelium und seinem berühmten Stammbaum Jesu — von Abraham über David bis Josef. Johanna Haberer ordnet die 14-Generationen-Struktur als geschichtstheologischen Messiasbeweis ein, mit dem die Judenchristen ihren Anspruch auf Jesus als Christus untermauerten. Dabei wird deutlich, wie eng das erste Evangelium noch mit der jüdischen Tradition verwoben ist.