Unter Pfarrerstöchtern – Wer kann übers Wasser gehen
#131

Wer kann übers Wasser gehen

Unter Pfarrerstöchtern / 23. August 2024 / 6 Medien

Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler

Der See Genezareth steht im Mittelpunkt: 21 Kilometer lang, 212 Meter tief und berüchtigt für plötzliche Sturmwirbel, die entstehen, wenn kalte Luft von den Golanhöhen auf das 32 Grad warme Wasser trifft. Beide erinnern sich an ihren eigenen Besuch am See — und an den Kulturschock, dort Motorboote und quietschgrüne Tretboote statt biblischer Junken vorzufinden.

„Da habe ich mir gedacht, also ungeheuerlich, die fahren da mit dem Motorboot über den See Genezareth. Wo sind wir denn? Das ist ja wie wenn man Rollstuhl läuft in der Kirche.“
🗣 Sabine Rückert

Erwähnte Medien (6)

Der Reiter über den Bodensee

Der Reiter über den Bodensee

Gustav Schwab · 1904

Der Reiter und der Bodensee ist eine Ballade, die von Gustav Schwab 1826 verfasst wurde. Es ist schriftlich überliefert, dass am 5. Januar 1573 der Elsässer Postvogt Andreas Egglisperger mangels Ortskenntnis über den zugefrorenen („Seegfrörne“) Bodensee nach Überlingen geritten ist. Dieses unfreiwillig riskante Ereignis mit gutem Ende inspirierte Schwab 1826 zu seiner Ballade mit ihrem berühmten schlechten Ende.

🗣 Sabine Rückert zitiert daraus bei ⏱ 00:20:07 „Und der Gustav Schwab hat ein Gedicht geschrieben über den Reiter, über den Bodensee“

Das Gedicht wird vollständig vorgelesen und als Parallele zur biblischen Geschichte interpretiert – es geht um die Angst, die erst entsteht, wenn man die überstandene Gefahr begreift

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Der Reiter und der Bodensee

Der Reiter und der Bodensee

Gustav Schwab · 2022

Die Ballade erzählt von einem Reiter, der unwissentlich den zugefrorenen Bodensee überquert. Erst am Zielufer erfährt er von der tödlichen Gefahr – und stirbt vor Schreck. Das Gedicht verdeutlicht eine psychologische Wahrheit: Unwissenheit schützt vor Gefahr, doch das Bewusstsein um die Gefahr führt zum Untergang.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:20:41 „Und der Gustav Schwab hat ein Gedicht geschrieben über den Reiter, über den Bodensee. Und das geht so, es hat mich tief beeindruckt und ich finde, das hat denselben… Nee, reden wir gleich drüber. Ich lese es erst mal vor.“

Sabine Rückert trägt Gustav Schwabs Ballade vollständig vor, um eine Parallele zur biblischen Petrus-Geschichte zu ziehen: Ein Reiter überquert unwissentlich den zugefrorenen Bodensee – als er am Zielufer erfährt, welche Gefahr er überstanden hat, stirbt er vor Schreck. Die Pointe verbindet beide Geschichten: Wer in Gefahr nicht nach unten schaut und nicht nachdenkt, überlebt – wer zu zweifeln beginnt, geht unter. Das Gedicht wird zum Schlüssel für die psychotherapeutische Deutung der Bibelstelle.

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Welcome, Mr. Chance

Welcome, Mr. Chance

Eine Satire über einen naiven Gärtner, dessen kryptische Äußerungen über Pflanzen von einflussreichen Menschen als philosophische Weisheit missverstanden werden. Der Film erforscht mit feinem Humor die Absurdität von Kommunikation und wie Schweigen oder Unschuld für Tiefgründigkeit gehalten werden können. Eine zeitlose Meditation über Wahrscheinlichkeit und menschliche Wahrnehmung mit träumerischem Ton.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:31:09 „Das eine ist Welcome, Mr. Chance. Ich weiß nicht, ob du den Film kennst. Das ist ein alter Film“

Der Film wird als Empfehlung genannt, weil die Hauptfigur – ein naiver Gärtner, der durch botanische Plattitüden für weise gehalten wird – am Ende über einen See geht, was an die biblische Geschichte erinnert

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Being There

Being There

Hal Ashby · 1979

Eine Komödie, in der Peter Sellers einen vereinsamten Mann spielt, der plötzlich mit der Außenwelt konfrontiert wird, nachdem er sie zuvor nur aus dem Fernsehen kannte. Dies war der letzte Film, der noch zu Peter Sellers Lebzeiten veröffentlicht wurde.

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:32:34 „Das andere, woran es mich erinnert hat, ist Welcome, Mr. Chance. Da geht es um einen Mann, der sein Leben lang einem uralten Opa gedient hat als Gärtner. Und hat da die Pflanzen zusammengeschnitten bei dem im Garten und so. Und kam aber aus diesem Haus niemals raus.“

Sabine Rückert empfiehlt den Film als erste von zwei Medienempfehlungen zur biblischen Geschichte des Wasserwandelns. Sie beschreibt ausführlich die Handlung: Ein Gärtner, der die Welt nur durch Fernsehen kennt, wird durch seine botanischen Plattitüden für einen Weisen gehalten — bis hin zum Präsidenten. Die Schlussszene, in der er über einen See geht, verbindet den Film direkt mit der besprochenen Bibelstelle. Sie empfiehlt ihn zum Streaming bei Amazon.

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Messiah

Messiah

· 2020

Im Mittleren Osten taucht ein Mann auf, der eine Schar von Menschen auf seine Seite zieht. Sie alle verbreiten ihre Überzeugung: Er ist der Messias. Handelt es sich tatsächlich um einen Gottgesandten oder doch eher um einen Betrüger, der die geopolitische Weltordnung durcheinanderbringen möchte? Wie reagiert die Gesellschaft auf den vermeintlichen Messias? Wie gehen die Medien mit den Behauptungen um? Was, wenn sie wahr sind?

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:35:58 „Das andere, woran es mich erinnert hat, ist die Geschichte, das müssen wir uns nochmal zusammen angucken, das heißt Messiah, kennst du den? Diese Serie auf Netflix. Also eine tolle Serie, eine unglaublich, leider nur eine Staffel, weil sich die ganzen Heiligen in Amerika, die ganzen Frommen haben sich dagegen aufgeregt, weil das eine unglaublich tolle Serie ist.“

Sabine Rückert empfiehlt diese Netflix-Serie als zweite Medienempfehlung im Kontext der Wundergeschichten Jesu. Sie beschreibt die Serie sehr ausführlich: Ein mysteriöser junger Mann taucht in Damaskus auf, wird als Messias verehrt, wandert durch verschiedene Länder und Religionen und changiert ständig zwischen Hochstapler und Sohn Gottes. Rückert lobt die Serie als 'richtig schlaues Ding' und bedauert, dass nach einer Staffel (2020) nicht weitergedreht wurde — teils wegen Corona, teils wegen Verboten in muslimischen Ländern.

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Rezension zu Messiah

Rezension zu Messiah

Die Jüdische Allgemeine bespricht die Netflix-Serie Messiah, die das Kommen des Gesalbten in die heutige Zeit versetzt. Der Rezensent untersucht die religiösen und kulturellen Dimensionen der Serie und widmet sich der Frage, wie die Welt auf eine Person reagieren würde, die als Messias auftritt. Der Artikel würdigt das Werk überraschend positiv und beschreibt diese zentrale Fragestellung als faszinierend.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:44:01 „Aber jetzt wollte ich noch sagen, was die jüdische Allgemeine, da habe ich natürlich mit besonderer Freude gelesen, was die dazu sagen. Ich dachte, die verdammen das. Also zu Messias. Zu dem Film, ja, zu der Serie Messias. Und da habe ich gedacht, die verdammen das bestimmt. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die finden es auch toll.“

Sabine Rückert zitiert eine Rezension der Jüdischen Allgemeinen zur Netflix-Serie Messiah. Sie hatte erwartet, dass die Zeitung die Serie verurteilen würde, war aber positiv überrascht. Sie zitiert den Schluss des Artikels wörtlich, in dem die Frage nach der Reaktion der Welt auf eine religiöse Instanz als 'faszinierend' beschrieben wird.

Zum Artikel bei Juedische-allgemeine.de Details
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